I.Mannschaft | Vergangene Saisons

Verbandsliga 2011/2012, Kleinfeld

Stand: 10.6.12

Traktorist Nr. Punktspiele/Tore Pokalspiele/Tore
Detta Pupetta 1 21 2
Graf Schenk (C) 6 23/7 3/3
Achim 18 19/2 3/0
Herr Nilsen 10 9/1 1/0
Saphir 5 18/3 1/2
Sammerle 30 19/9 2/1
Sphinx 3 18/16 2/1
Linde 20 18/5 3/2
Bolzhauer 2/0
Hurricane 13 10/1 2/2
Phönizier 32 17/16 3/3
Großer 7 16/18 3/4
Trude Unruh 11 13/7 2/1
Schildkröte 9 10/3   1/0
Günther 22 8/10 1/2
Sterni 17 7/1 1/0
Zonk 3/0 1/0
Stoiker 78 5/0
RubbeldieKatz 1 1/0
Schaffi 1/0
SanD`Or 2 2/0

 

10.6.2012 FC Ballcelona – SV Traktor Boxhagen 5:10 (3:2)
Planet oder Mond?
Beatles oder Stones?
Lennon oder McCartney?
Richards oder Jagger?
Purple oder Zepp?
Paice oder Bonham?
Abba oder Boney M.?
Schaltung oder Automatik?
Du oder ich?
Liebe oder Zorn?
Lenin oder Trotzki?
Union oder BFC?
Renoir oder Monet?
Schwarz oder Weiß?
Kalt oder heiß?
Young oder Dylan?
Voll oder leer?
Holland oder Niederlande?
Celtic oder Rangers?
Sansibar oder Der Letzte Grund?
Skat oder Doko?
Kanu oder Kajak?
Karg oder Unertl?
Auge oder Zahn?
Reich oder arm?
Sekt oder Selters?
Wir oder DIE?
Meister oder Vize?
Traktor oder Raddatz?
Traktor!

01.06.12 Traktor – HFC Ü100-Team Berlin II 3:2 (2:0)
„Dein ist mein ganzes Herz.
Du bist mein Reim auf Schmerz.
Wir werden Riesen sein –
Uns wird die Welt zu klein!“
Reinz-Kudolf Hunze war gar nicht aufzuhalten, als er in den an dieser Stelle schon oft verdammten fischäugigen Achtzigern obige Zeilen dichtelte. Dem ist damals offensichtlich ein Atompilz durchs Hirn gehopst und das Leben bestrafte unseren Barden später bitter, indem seine kalbsgroße Dogge in Nachbars Garten Nachbars Töchterchen hinwegbiss. Junge, Junge!
Stichwort „Schmerz“: Traktor scharwenzelte vor einem Jahr zur ersten Meisterschaft – unter dem dann sehr beliebt gewordenen Motto „Schmerzen tun nicht weh!“. Sie erinnern sich? Erinnern taten sich ganz jedenfalls die illustren Zugucker, welche gestern (unter ihnen ein Halsloser und der Borsigbassist) in den Schönen Hauffgrund pilgerten, um einem in letzter Zeit doch sehr gereiften Gasometer-Gast zu huldigen – wenngleich in der Hoffnung sich suhlend, Traktor gewinnen zu sehen (bis auf die 2 Ausnahmen natürlich). So kam es denn auch, und zwar:
Weinrot zu ölwen, Blaue erstmal zu acht. Heiteres Gekicke mit Tendenz zu Kampf. In der 20.min ließ der Große nach Kopfball des Herrn Nilsen eine zarte Schrumme los und vollbrachte die Führung. Dies war das Signal für die Angereisten, einen Stern des Berliner Großfeldbolzenz zu präsentieren und mithin darbot ihr frisch eingeschwebter „5er“ nunmehr ein entzückendes Spiel – war schlicht omnipräsent und forderte mit seinen Schaulis (wie immer jüngst gewitzt am Ball, läuferisch top und angemessen robust) die Boxhagener Abwehr schwerstens. Es befanden sich die weinroten Verteidigungskünstler bis zur Pause aber auf dem Pöstchen, obschon es eine astreine Chancengleichheit zu konstatieren gab. Welche durch das Sammerle-Tor (40.`, nach hübscher Vorarbeit von Linde) karikiert wurde.
Folgend in Halbe Zwoo agierte fast ausschließlich der Tempelhofer Faktor, so mit Stangen-Liebkosungen, sagenhafter Pupetta-Halte und schließlich dem Treffer des besten Mannes auf dem Platz (siehe oben). Anschluss, 63. min. Zudem verletzte sich in Gestalt der Sphinx der Boxi-Libero kurz darauf und eine bleierne Ängstlichkeit drohte sich wie Nebel zwischen die beiden Pappeln des Hauffgrundes zu schieben. Der Pilsener-Konsum draußen stieg, Vertreter befreundeter Vereine ließen den mobilen Fernsprechapparat pausenlos klingeln und so weiter. Klingeln tat es dann endlich auch auf dem Teppich, weil Linde eine kunstvolle und stilbildende Maßnahme (unter Zuhilfenahme des Panzers der Schildkröte als Bande) mit dem dritten TrakTor in die Gäste-Reuse knorke abschloss. Zwischendrin hob ab und an der Schieri einen Yellow-Fleppen in die Höhe und Ü100 machte nun fetzigsten Druck! Oje. Belohnung folgte prompt, als ein langer, ehemals ruhender Ball an den längsten Pfosten segelte und dort wie Götterspeise eingenickt wurde (15er). Schönes Tor!
Da war noch ein knappes Quarterchen zu spielen und Tinto (zudem mit dem ArgentumSechser, dem Saphir, Achim sowie dem Phönizier aktiv) nunmehr mit vollster Konzentration auf das Ergebnis. Ganz vereinzelt nur wurden noch Entlastungsangriffe vorgetragen – allesamt vom mutigen wiewohl sehr konzentrierten Gäste-Goalie vereitelt. Und in den letzten Minuten erreichte der Qualm seinen Zenit, als Blau mehrere Standards mannigfaltigster Art in Szene setzte und Traktor hinten also unter Druck.
Die Leute in der Prostkurve liefen grün an… Das Ganze erreichte nun die Atmosphäre einer gewissen Trance, in welche sich dann endlich auch der Pfeifenmann noch mittenmang begab und lasziv 4 Minuten Nachspielzeit bonifizierte. Gefühlt wurden es dann für die Boxis ca. 13, auf der Uhr exakt 5,5 Minuten. Pumpe aber, kein Einschlag mehr nirgendwo und der Gastgeber behielt den Dreier – revanchierte sich damit proportional für das Hinspielergebnis. Heidewitzka! –
Das bedeutet übrigens leider, dass das im Schnee-Hinspiel zwischen Traktor & Ballcelona verabredete Saisonfinale real um nichtmal mehr Platz 2 nicht stattfindet – dazu hätte es einer Niederlage der Boxhagener bedurft. So treffen sich diese beiden Truppen am nächsten Wochenende zwar natürlich zum Halali, jedoch nur eine Mannschaft wird noch in den Kampf um die Schale eingreifen können. Und das ist der „SV Traktor Boxhagen“! Im virtuellen Fernduell mit denen aus dem Reinickendorf – der SGR. Na fein, viel spannender geht es doch wohl nicht, oder?
„Das Paradies ist reine Nervensache!“ – so jedenfalls krähte Heiner Pudelko in den Siewissenschonzigern als Frontmann seiner Berliner Punkband Interzone. Gehen Sie, lieber Leser (und liebe Leserin, wie Ihr Autor gestern mehrfach erfahren durfte) davon aus , daß sich beide in diesem kleinen Beitrag angesprochenen Sangeskünstler nie getroffen haben. Selbst nicht in Berlin. Treffen werden nächstens andere Berliner. Sich, ins Tor und überhaupt. Erholen Sie sich, meiden Sie nach Möglichkeit Sportgerichte und vor allem Kohlsuppen-Diäten. Hasta la victoria siempre!

29.05.12 FC Südsee – Traktor Boxhagen 3:1 (0:1)
„Du kannst dem alten Maestro keine neue Melodie mehr beibringen.“ Und damit Ahoi, lieber Leser!
Die Blauen (im gelben Kurzüberwurf) hatten eingeladen in die Eisler-Arena. Südsee ist ja seit geraumer Zeit allerlei neue Athleten aus dem Ärmel zu zaubern in der Lage und so beglückten denn auch heute wieder, neben dem Zentralgestirn „Guggenbergers Linus, Prochaskas Dennis plus Kitanowski im Kahn“, einige hervorragende Kicker als Trabanten von achtern die Zugucker. Weinrot bis auf den immer noch verletzten Phönizier in Bestbesetzung. –
Der Gastgeber dominierte die ersten 25 Minuten und hätte längst in Front gehen können, als sich die Sphinx einwechselte und der Traktor-Vorstellung völlig neue Impulse gab – knatterte dann auch und wie selbstverständlich das Einszunull heraus (30.`). Um mit seinen Mannen (bspw. Linde, Herr Pupetta, Nilsen, dem Großen, Graf Schenk, Sammerle, Trude Unruh, Schildkröte, Günther) die Sache bis in die Pause zu verwalten. Sah unverschnörkelt aus, hinterließ Zufriedenheit.
Aber ach, wie trügerisch! Konnten die Boxis kurz nach Wiederanpfiff (die Spielleitung war, nebenbei erwähnt, tatsächlich ein klein wenig traktorphil) nicht mittels zweier Möglichkeiten nachlegen, so machten es die vom Pol unten besser: Doppelschlag, jeweils über die Flügel, jeweils nach Murmelverlust im Aufbauspiel (46.min, 48.min). Das hinterließ einen gewissen Schock im Nervenbereich von Tinto und verursachte natürlich einen gänzlich neuen Elan in Reihen beider Truppen. Folge waren einige Yellow-Fleppen. Südsee allerdings machte kaum Fehler, betrieb ein solides Aufbauspiel, dominierte die Zweikämpfe und war schlicht fixer auf den Beinen. Und im Kopf – Motto: „Zickezacke Hühnerkacke!“ Nicht schlecht und hier schon war die Grundlage für deren Erfolg zu sehen. Die Spiogenten freundlichen von Raddatz und Ballcelona lachten sich eins, soll sein.
Den Gnadenschuss organisierte sich Weinrot mit einem erwähnenswert läppischen Fehlpass selber, welcher konsequent für das Dritte genutzt wurde (81.). Vorbei der Traum vom Ausgleich und Chancen für Traktor waren übersichtlich; lediglich der Große, der Saphir mit Kopfball, der ArgentumSechser mit Granate und immer wieder die Sphinx (hier sei als Lob mal ein Satz von Walter aus den Borsigbeeten zitiert: „Ich hasse den 3er!“) setzten Akzente. Im Gegenteil Südsee hätte noch Richtung Fünf oder so erhöhen können müssen… Exemplarisch für eine gewisse Unfähigkeit seitens Traktor waren eine vollkommen witzfreie Ausführung von Freistößen sowie ein doch merklicher Kräfteverschleiß hintenraus. Rätselhaft.
„Du kannst dem alten Maestro keine neue Melodie mehr beibringen.“ – vgl. Jack Kerouac, 1957 bei Viking Press erschienen und später bei Rowohlt hermannisiert. „Du kannst dem…“ – Südsee konnte. Und war „Unterwegs“: mittels totalem Engagement, gigantischer Laufbereitschaft und zauberhafter Leidenschaft. Das anerkannten nach Spielende dann auch die Gäste ganz artig und neidlos, wenngleich leicht hypnotisiert. Werden am Freitag den Wahnsinn im Hauffgrund wohl auf die Spitze treiben, wenn die Uraltmacker von Ü100 empfangen werden. Kommen Sie und schauen sich das an!
Ein geschmeidiger Dank geht übrigens an dieser Stelle Richtung Borussia Berlin: Verlegten die doch kameradschaftlich ihr eigenes Südsee-Spiel auf nächste Woche und schaufelten so der „Träggabande“ diesen Termin überhaupt erst frei. Sehr nobel!

11.05.2012 Traktor – Living Legends Berlin 7:1 (4:0)
Freunde der gepflegten Tanzmusik, aufgemerkt! Am 20.7. wird es in der Herzkammer des offiziellen nächtlichen Boxhagener Kulturlebens zu einem Konzert-Ereignis höherer Art kommen: Frau Weiß, die kuuhlste aller kuuhlen Sirenen aus dem „Großen Apfel“, beehrt uns als „Santigold“ im „Astra“! Dort bekommen Sie einen gewaltigen Strauß bunter Melodien kredenzt, eine Klangwelt gigantischen Ausmaßes offeriert, eine rythmische Rhapsodie der Knallbonboneffekte präsentiert. Auf daß das Twistbein zucken wird! Versprochen.
Einige Boxhagener Eingeborene konnten allerdings ihre diesbezügliche freudige Erregung nur in aktuelle Ungeduld verpacken und suchten im Schönen Hauffgrund schon nach Kompensation. Da nämlich fand heute Abend ebenfalls ein Ereignis statt, welches in seiner tiefen Schönheit dem Prädikat „Besonders wertvoll“ nahe kam. Zudem hatten die Meteorologen (was macht eigentlich Freund Kachelmann?) etwas von „Blitz, Hagel & Donner“ geunkt. Himmelstechnisch hielt sich das zwar in Grenzen, auf dem Platz jedoch fand diese Parole schon eher ihre Anwendung. Vorzugsweise in der Gäste-Reuse. Welche übrigens, und das muss hier ja ganz dringend gleich erwähnt werden, formidabel gehütet wurde vom zuständigen Einser! Also mit Schüssen -durchaus auch richtigen- war dem nicht beizukommen, der pflückte alles weg – Herrschaftszeiten! Im Laufe der Partie vermochten es die Weinroten allerdings, mittels energischer und nachhaltiger Justierung die Dinge zu verbessern und spielerisch per Passwesen zu lösen. Und hier für Sie, lieber Leser, die statistische Kurzform:
Die Sphinx mit rechts ermurmelte die Führung (10.`). Der ArgentumSechser legte trocken nach (13. Minute) und nach einer guten halben Stunde pochte, inszeniert durch eine maßgeschneiderte Ecke, die Schildkröte ziemlich häwwieh zum DreiNull ein. Und jetzt passierte folgendes: Herr Pupetta als Koohtsch draußen („saß“ zusammen mit dem Saphir -der grimmig im Fanblock- die Sofortsperre für Rot letztens ab) schickte den an sich sehr verletzten Phönizier auf das Feld und alle Zugucker wunderten sich über diese offensichtliche Verheizung des Topscorers von Tinto. Aber denkste! Detta aus den Augenwinkeln sah die Schwellung der Halsschlagader des sich aufwärmenden Großen, holte den 32er nach exakt 120 Sekunden wieder runter und schickte dessen kongenialen Sturmpartner dafür rauf. Weil der ja noch Ambitionen hat, Toreschießerking bei Traktor zu werden. Das also war der Trick und siehe: die 7 klackte dreimal hintereinander die Pille ein (43., 49., 65.`). Ziemlich magisch. Die Spaliersteher (z.B. Sportsfreund Fratzschi, der die Silberpille der Oldies noch vorbeigebracht hatte; oder auch Werner John Maynard, welcher es mit seinem beliebten Schlachtruf „Außen!“ zu einiger Berühmtheit inzwischen schon gebracht hat in Boxhagen; plus viele andere mehr) waren begeistert. Genau wie das Sammerle auf dem Teppich – das nahm jetzt jede Einladung zum Duett oder Solo konsequent an und spielte sich einmal mehr in die Herzen derer in der Prostkurve. Die Trude Unruh rutschte ein letztes mal runter von ihrem Thron hinten und hämmerte das Siebte ein – 67.min. Damit war alles getan und nichts mehr wichtig. Weil „wichtig“ ist doch, daß man bspw. in einer Tabelle vor Altlüdersdorf steht oder auch, daß endlich die Bundeswehr-Werbung von der Ballcelona-Seite verschwindet. Wie sehen Sie das? Für die Gäste wichtig war natürlich der Ehrentreffer, welchen die Trude Unruh kurz vor dem Enge-Gong dann gestattete (17er). Überhaupt: die Liwwing Leggins waren immer fleißig und angaschiert (satter Pfostenschuß in der 44.`), gingen ebenfalls wie Traktor mit einem (strahlend weißen) Dutzend ins Mätsch und brachten teilweise auch ihre Schicksen (die kontrollierten ganz fleißig die Heim-Pässe in Ermangelung eines Pfeifenmannes) mit. Sehr schön.
Gastgeber boten übrigens noch auf: Linde, Achim, Sterni, den Stoiker und -jetzt kommt`s!- RubbeldieKatz! Der Urtorwächter (auf dessen Grabstein wird stehen im kursiver Sütterlin dereinst: „Boxenwächter, der ich bin, hier ruhe ich nur. Immer bereit, wiederaufzuerstehen!“) hopste quietschvergnügt in den Fümwa, trotz gebrochenem Finger – da wirste ja blaß, wa!
So. Bis zum 20.7. vielleicht, ja? Derweil freilich wird Ihnen von der Sportredaktion als Übergangsmaßnahme der Besuch einer der letzten Stationen der „Uuhps, wie dittit ägänn!“-Tournee empfohlen, auf der sich Boxhagener Traktoristen tanzend just befinden. Bis neulich bei Sporting!

06.05.12 N.K. Hajduk Berlin – Traktor Boxhagen 7:5 (2:3)
3 Checker aus den Borsigbeeten mischten sich neben die Schafe, die abseits grasten. Reiner Frieden, Antröte 14.15 Uhr. Auf dem Platz allerdings ging flott die Post ab. Und zwar so:
In der 10.min knallte Goran einen Freistoß ein und Traktor konterte mit Abziehbild eine Minute später (Sphinx) zum Ausgleich. Das Sammerle als entscheidende Klinge vorne für Weinrot vollendete in der 20.`nach erstklassiger Vorarbeit von Achim. Kleine Weile später machte Ivan -der als einziger die Idee der vorausgegangenen Tinto-Ecke offensichlich wirklich verstanden hatte- das zwozwo. Hier schon war klar, dass die Zugucker eine Menge Freude haben würden und das oft langweilige, weil klebrig-perfekte Auswärtsgebahren der Boxhagener heute nicht zünden würde. Sicherheitshalber stupste die Schildkröte noch eine passable Vorarbeit der Sphinx in die Hajduk-Reuse und brachte seine Männer mit Führung in die Kabine. Weisse hatten bis dato 3x Yellow gesehen.
Die zweite Halbe entwickelte sich zu einem Spuk erster Güte: war Ivan nach einem Eckstoßfestival noch nicht zu treffen in der Lage (erwartungsgemäß stark die Leistung von Herrn Pupetta im Kahn), so nahm er kurz darauf ein wie immer beherztes Einsteigen des Saphirs erfahren an und organisierte derart seinen Kombattanten Goran zum Neunerpunkt. Die Perserkatze durfte mit „glatt Rot“ duschen (55.`, 3:3). Meine Fresse! Das bedeutete natürlich einen radikalen Bruch des Gästespiels und Tinto konnte den sich anschließenden Doppelschlag der Platzherren nicht verhindern (Dario/Goran). Mit 3:5 hinten und in Unterzahl erkannte nun jedoch Traktor seine Verpflichtung und fing mit Urgewalt an zu kämpfen. Und gar nicht mal zufällig brachten Achim (67.`) sowie das Sammerle ihren Traktor wieder in Fahrt und glichen aus (75.min). Und es kam noch besser: 2 Großchancen wurden danach noch herausgebastelt und die Haarlemer wackelte. Nur der Pfeifenmann jetzt wollte auch ein wenig im Mittelpunkt stehen und sah bspw. ein schmuckes Handspiel der Gastgeber im Bestrafungsraum nicht und verwehrte knapp später dem Sammerle (klar umgeschubst) ebenfalls einen fälligen Neuner. Mit dem Argument der Schwalbe plus Gelb. Nicht schlecht, oder? Da wurde das Wasser auf der Boximühle jetzt natürlich doch spärlicher – Hajduk kloppte noch zwei Tore in die Boxenwacht (85./86.min: Goran/Dario) und spielte exzessiv die weinrote Meute (jene trat an noch mit Linde, SanD`Or, dem Stoiker und Graf Schenk) an den Abgrund. Höhepunkt der Partie war zweifelsohne die Herausstellung von DettaPupetta in der 89.min – ebenfalls „glatt Rot“ wegen vermeintlicher akustischer anglizistischer Entgleisung. Mit diesem Handicap retteten sich dann die Gäste ins Ziel (Achim stieg kurzfristig nonchalant in die Handschuhe, hatte jetzt noch 4 Traktoristen vor sich) und dürfen die Gründe für ihre Niederlage durchaus bei sich suchen: fehlten doch denen wegen Verletzung bezettweh Maloche ihre wichtigsten Sportskanonen (z.B. Trude Unruh, Großer und Phönizier) und waren die zweitens auf der nervlichen Ebene eben auch etwas zu dünnhäutig. Einen großen Kampf bot Traktor natürlich trotzdem und allen Gäste-Fans war schnell klar nach Abpfiff, daß sie hier mitnichten eine Implosion etwa gesehen hatten, sondern eine kommende Explosion exakt erwarten dürfen. –
Wie immer wird an dieser Stelle die Leistung des Unparteiischen (SFC Friedrichshain!) insgesamt nicht bewertet. Weil Traktor nur mit Lob arbeitet in der Öffentlichkeit. Die Konsequenzen allerdings sind erheblich und der charmante Verein aus dem Boxhagener Kirschenblühland macht die Meisterschaft noch spannender justament. Hajduk holte verdiente Pünktchen dreie. War Steiner da?

27.4.12 Traktor – Reinickendorfer Fußball Amateure 1 5:3 (2:0)
Jetzt sind sie da, die letzten Wochen der Saison – komplett mit Spitzenfußi bestückt: die Weißwurstesser gegen das einst in den 80/90ern um Zola und di Matteo so aparte Schällßieh! Manchester ficht in der eigenen Burg die Stadt- und Landesmeisterschaft aus (Montag). Vor allem aber steigt am 9.5. der schönste Gig in Bukarest: Bilbo gegen die Knalltüten aus der Hauptstadt des spanischen Staates (aber immerhin auch mit argentinischem Coach). Wer die letzten Spiele der Basken gesehen hat, hat die Handschrift von Martschello in den Füßen seiner Jungs bestaunen dürfen. Ja, und hier sei er des Zusammenhanges halber nochmal erwähnt, der feuchte Traum aller Anhänger des silberländischen Rasensports: AFA ausmisten (Grondona in die Pflege schicken), Liga aufräumen und die Mafia dort austrocknen und dann mit Bielsa (dem sie gleich neben dem Guggenheim ein Denkmal gebaut haben werden) am Zuckerhut die Copa holen. Klingt schwachsinnig? Vamos a ver.
Dies waren übrigens die ersten und letzten Zeilen zum Thema „Bezahlfußball“ in dieser Ihrer Zeitung und damit das auch weiterhin so bleibt und das stadtweit sehr beliebte „Freizeitballtreten“ den breitesten Mittelpunkt hier einnimmt, soll als Beweis dafür und aus aktuellem Anlass ein kleiner Bericht zum gestrigen Abend im Schönen Hauffgrund erscheinen. Und da isser:
Die RFA zu Gast in Boxhagen, ganz in grün, ganz zu acht (Basti & Jochen ebenfalls da, im Zwirn). Traktors Plan war denkbar einfach: den hungrigen Zwölfen Praxis geben und vor allem die Premiere von SanD`Or beobachten. Das sollte sich doch machen lassen gegen einen Gegner, dessen Serie leicht unglücklich verlaufen ist und für den es heute nur noch um einen guten Eindruck ging (haben ja aktuell einige Umwälzungen im Verein zu bewerkstelligen, viel Erfolg bei der Konzentration!). Dies spürend, konnte und wollte Tinto keine Spannung so recht aufbauen und etwas träge plätscherte die Partie vor sich hin. Vorsichtshalber wurden 2 Buden gemacht (Saphir, 2.`, Großer, 29.min) sowie dem 10erAndi kulant zwei Möglichkeiten zugestanden. Ein Schieri beim Verband bestellter fand sich übrigens nicht ein (!) und so hatten sich die Kontrahenten auf den verdienten Traktoristen KastenMicha als Pfeifenmann geeinigt, welcher clock 8 (achtern Strom) im Hauffgrund aufschlug und den rabiaten Überfall lächend und bescheiden meisterte und gleich auf den Platz durchmarschierte. Und seine Sache unaufgeregt erledigte.
In der 52. min hatten die Gäste eine Doppelmöglichkeit auf rechts und eine fast unnatürliche Lebendigkeit schlich sich nun ein ins Match. Weinrot jetzt mit einem 10-minütigen Pressing – allerdings ohne Ertrag. Lediglich Herr Nilsen erzeugte mehrfach Gefahr vor des Krabbentauchers Reuse und alle Zugucker freuten sich über die Rückkehr des weinroten Zehners heute. Danach waren die Grünen dominant und erst in der 67. Minute stocherte das Sammerle (der hatte spontan noch Kuddel & Muddel in den Gästesperrbezirk bestellt) zum Großen und der das Dritte über die Linie. Slapstick! Hundertzwanzig Sekunden später zirkelte die Sphinx seitfällig von zentraler Position aus mit ihrem linken Goldhuf die Murmel in die lange Ecke, per Aufsetzer. Die RFA drohten jedoch, anders als von ihrem Torwächter befürchtet, nicht auseinanderzubrechen und nahmen technisch versiert und läuferisch stark am Spiel teil weiterhin. Nur und erneut die Sphinx (Mann des Spieles, hatte ebenfalls die ersten beiden Knipsereien schon vorbereitet) erzielte wieder einen Treffer, diesmal nach Balleroberung am eigenen 16er und kompletten Sprint über den Teppich inklusive trockener Ablage in die lange Ecke. Das war in der 85.min und Traktor hörte auf zu spielen. Einfach so. Motto: „Das Spiel hat niemals 90 Minuten!“ Die Kollegen mit der zauberhaften dunkelroten Obertrikotage waren da mit der Omme wahrscheinlich schon bei dem sich anschließenden richtungsweisenden Gespräch zur Vereinszukunft. Kann sein, aber trotzdem: Schlimm!
Gäste ließen sich nicht lange bitten und fackelten noch drei Dinger derart ein, daß den Zuguckern die Spucke wegblieb: „Nimm du ihn, ich hab ihn schon!“ raunte sich die zentrale Innenverteidigung beispielsweise zu, um dem 10erAndi zu präsentieren. Der Wiesel pochte dann auch gleich noch eins nach und schließlich sollte es gar zum Tor des Tages kommen: ein Freitagsschuss ins Ängelchen von Hernn Pupettas Gebälk. Abpfiff, freundliche Verabschiedung. –
Möglicherweise fehlte heuer eine gewisse Ernsthaftigkeit – unterhaltsam war es allemal. Mit dazu bei auf Gastgeberseite trugen noch Linde, Achim, die Schildkröte, Trude Unruh und ein herrlich unwirscher Capitano „Graf Schenk“ alias „ArgentumSechser“.
Ihnen, lieber Leser, sei für die folgenden Wochen die Traktor-Startseite (mit dem Spielersucheaufruf für`s Großfeld) ans Herz gelegt. Und jetzt gehen Sie schon endlich angrillen!

21.04.2012 SG Raddatz – SV Traktor Boxhagen 1:1 (0:0)
Die Borsigbeete sprießten und nebenan probierten sich Freizeitisten in einer Nahkampfsportart unter Zuhilfenahme aller Außengliedmaßen aus. Herr Schaffrath, sich dies besehend, stellte unter anderem deshalb allseits gute Stimmung fest und hub an zu trällern. Schlag Zehn. In der Boxhagener Prostkurve tummelten sich 9 Zugucker und die Mannschaften boten -erstaunlicherweise- jeweils nur eine übersichtliche Anzahl von Wechslern auf: Raddatz (im gefälligen „Weiß“) deren dreie, Tinto sogar nur ein Pärchen. Tendenz komisch, hat sicher alles Gründe.
Die erste Viertelstunde gehörte dem Phönizier, der allerlei Dribblings verkorkste zeigte ebenso wie er dann eine doch beachtliche Tormöglichkeit vortrug. Mithin wurde allen schnell klar, dass es ein verkrampftes und verbissenes Spiel werden würde (so gehört es sich ja auch und Ihre Redaktion kann nichts Schlimmes daran finden). Schanksen auf beiden Seiten waren zwar vorhanden, allein die Stürmer jeweils immer hart bedrängten hatten keine Genauigkeit auf Lager bezettweh die Torwächter kaschten sich die Dinger. Die beiden Handschuhmänner machten, vorweg erzählt, glänzende Partien und Ben zeigte eine nüchterne Konzentriertheit selbst dann, als ihm die weinroten Irrwische öfters in die Schoner sprangen später. Respekt!
Sie kennen das vielleicht, ja?: Wenn die Spieler an einem ziemlichen und sogar ganzen Überblick interessiert sind und Strafraumszenen Mangelware sind. Weil keiner auch nur einen Zentimeter verloren gibt und am Ende eine Verhedderung dabei herauskommt, innerhalb der man von draußen nicht mehr richtig erkennen kann, wer denn nun Pottwal und wer Kraken ist. Fabelhaft. Also Wunden an den Ecken der Gräten gab es reichlich und alle waren froh -nachdem Traktors 32er noch eine dicke Possibilität nicht zu nutzen in der Lage war; 41.`- in die Pause schlürfen zu dürfen. –
Nach der allerdings die Post dann richtig erst abging (Yellow-Fleppen lang da allüberall) und die 48.min ein Chaos im Traktor-Sperrbezirk herrichtete, in dessen Folge der Boxenwächter schwer angeknockt wurde. Mittels Granate auf die Nasenspitze. Dies nun war das Zeichen für die Gäste (gut unterwegs hier Linde und Achim), für das nächste Quarter die schweren Geräte aus der Scheune zu holen und in persona des ArgentumSechsers und des Saphirs (immer hässlich, gegen die beiden spielen zu müssen!) alles in den Boden zu bekämpfen, was sich darauf einlassen wollte. Beinhart. Und die Sphinx räumte hinten restlich ab und bereicherte natürlich mit ihrer Gepardenhaftigkeit auch einige Angriffe der Boxhagener. Einen davon sah das Sammerle schön an Bens Vorderlinie entlangtänzeln – großartig gehalten. Raddatz ebenfalls voll im Spiel und reibungslos routierend. Nunmehr, in der 53.min, verletzte sich der Phönizier bei einem Verteidigungsduell mit dem „Lars“ und musste fortan passen. Ebenfalls prallten der Halslose und der Große metallen zusammen und krochen erst einmal in die Büsche. Konnten aber beide nach 10 Fruchtminuten wieder rauf, nicht zuletzt, um das Ergebnis zu beschaffen. Aber der Reihe nach: Traktor mit (verhältnismäßig) guten Ecken und Franjo auf der anderen Seiten mit Großchance. Huih! Dazwischen klammerte bei Tempogegenstößen taktisch der jeweils Überlaufene (hier z.B. die Kärtchen), bis real das Sammerle alleine auf die Gastgeberreuse zusprintete und dann doch umgesäbelt wurde. Das Gezürne am Rande brachte natürlich nichts ein – der Schieri bewies sowohl Humor als auch Unbeirrbarkeit. Und verpuffte der folgende Freistoß noch knapp neben dem Kasten, so bereitete das Sammerle (wiederholt über rechts) die Führung vor und dem Großen war es eine sichtliche Freude, die Murmel dann einzuplumpsen (83.`).
Alleine die Weissen ackerten weiter und ignorierten die jetzt häufiger werdenden Traktor-Konter. Jene übrigens waren -vermutlich wegen zunehmender Kraftlosigkeit bei nur noch einem Wechsler die letzte halbe Stunde- nicht sauber ausgespielt und dann nahmen die Dinge doch noch ihren gerechten Lauf: zwei Weinrote vertändelten rechts an der Mittellinie die Kugel im Vorwärtsgang, Raddatz schnappte zu – und schoss erstmal Detta an. Die anschließende Ecke nun konnte Traktor nicht rauskloppen und nach einigem Tingeltangel war Kollege Hoffmann zur Stelle und schob ein – letzte Sekunde der zweiten Nachspielminute. Allerhand – Herzkasper runterdimmen! –
Nun sind ja Unentschieden relativ verpönt und kommen in forma zweier Tore auf dem Kleinfeld eher selten vor – hier und heute allerdings war eine Mannschaft nach dem Abpfiff weniger irritiert als die andere. Raten Sie bitte, welche!
Das Ergebnis seinerseits geht aus Sicht vielster Anwesender völlig in Ordnung und wer das anders sieht, muss mal zum Holznasen-Ohrenarzt.
Ach ja: der Ausgleich war Traktors zehnter Gegentreffer auswärts, was sagen Sie wohl dazu? Nächsten Freitag kommen die FussiAmatöhre in den Schönen Hauffgrund – bis dahin auch: Schönes Wochenende!

25.03.`12 Borussia Berlin – Traktor Boxhagen 1:3 (0:2)
Welch eine friedliche und anmutige Stimmung bei Wittis! Die Truppen kennen sich mittlerweile aus dem effeff und da verliert niemand die Beherrschung – weil die gegenseitige Achtung verbietet das. Nicht wahr. Das heißt natürlich nicht etwa, daß es keine gelben Kartönchen gegeben hätte oder daß niemand mal so eben über die Klinge gesprungen lassen wurde. Nein nein. Aber die Männer kümmerten sich um das Spiel alle und so soll es sein!
Also die Kapellen waren vollzählig und es gab ein gut geleitetes wiewohl auf taktisch höchstem Niveau stehendes Match. Bei Tinto musste Linde kurzfristig zum Pulmologen und dafür hopste Sterni auf den Hänger. Ebenfalls die Trude Unruh beehrte nach längerer Abwesenheit ihre Mannschaft und die anderen Cracks (Achim, die Sphinx, der Saphir, das Sammerle sowie der ArgentumSechser) holten ordentlich einen aus der Kniekehle. Borussia fand nicht andauernd Lücken (Leiti mit Großchance in der ersten Halben sowie 2x Atzen, mit Außenwinkel und Detta-Anschieße, in der zwooten) und versuchte gewohnt kampfstark und spielerisch gekonnt die Weinrote Abwehr zu perforieren. Jene aber hatte immer viel dagegen und ließ selten etwas anbrennen. Selbst machte Traktor viel Ballett (Phönizier und der Große mit den beiden Toren vorneraus) und war vorrangig an der Kontrolle über das Spiel interessiert. Gesamtheitlich. Da stimmt offensichtlich die Einstellung und das Briefing aus der Katakombe durch Herrn Pupetta. Nicht schlecht.
Die zweiten 45 Minuten gestalteten sich offener und die Boxi-Wellen schwappten nicht über. Nur der Phönizier zog in der 77.min seinen allseits beliebten Klassiker auf dem rechten Flügel ab und lochte das Dritte ein. Borussia komplett ebenbürtig ewwa, nur vielleicht einen Tick noch zu ausgelaugt vom Dienstagpokalspiel (den diesbezüglichen Kommentar Ihres Autor haben Sie schon in Zeile 1 lesen können). Am Ende erzählten sich die Gäste mit leichtem Hang zur Überheblichkeit was von einer „NULL“ und das war für Chris (welch ein unermüdlicher und aufrechter Antreiber!) das Signal, seinen Martin ein letztes Mal in die Spur zu schicken und das Ehrentor zu verantworten. Jawoll.
Draußen die gebeutelten Fanfreunde Hurricane und Krauses Dirk (die kommen wieder!) gaben sich in intensive Fachgespräche verwickelt und drinnen die Kämpfer waren mit extensiven Einsichten ausgestattet. Im Frühtau zu Berge wir ziehn, fallera…

09.03.12 Traktor – FFC Lichtenrade Ost 7:0 (3:0)
Tja, schade! Verabschiedet sich doch aktuell mit der Spielgemeinschaft „Rudower Kicker/SC Bison Team I“ die nicht nur mit Abstand sympathischste Mannschaft aus der Verbandsliga, nein, die schwarze Weste von Boxhagener Traktoristen wird dadurch nimmer mehr grau oder gar weiß werden können: konnte doch Tinto bislang (in diversen Ligen) niemals auch nur ein Pünktchen gegen DIE holen. Schrecklich – Leichen drehen sich im Grabe um! Auf der anderen Seite sah derlei Phänomene schon Ende der Siebziger die zu Unrecht unterschätzte Schmalzschlagerluderbande „Baccara“ vorher und verfaßte deshalb und also in Vorahnung den schönen Soundtrack dazu: „Uhu! Aha!“ Und historisch gesehen existiert ein noch viel fataleres Gleichnis: in den weiten Prärien nämlich schauten die Crow, Blackfeet, Teton und Cheyenne weiland in die „Röhre“ und mussten hungern, weil die Büffel ausgestorben wurden. Vom weißen Manne. Aber das ist eine andere Geschichte… Adieu, Bison und „Winkewinke, euer Heinz der Quermann!“. –
„Licht ans Rad“ hieß heute die Parole! Der FFC Lichtenrade Ost (unter Kennern liebevoll als LiRa tituliert) stellte sich erstmalig im Hauffgrund vor. Und wie! Die ziehen 90 Minuten voll durch, haben Lunge und Spielwitz, mehrere gute Antreiber (regelfester Kapitän!) sowie ein riesengroßes Kämpferherz. Gaben sich auch heute abend nie auf, selbst als einer der ihren in der 56. min mit „Rot“ vom Platz gestellt wurde (die Yellow-Fleppen bleiben hier mal unerwähnt, vielleicht jeweils noch 4-5); nahmen die Herausforderung an und lernten. Ja, die lernen just! Hinsehen, hinhören, möglichst bald nachmachen. Nur mit der Verbalakrobatik und den Nerven hinken die noch einen Tick hinterher – ansonsten werden die nächste Saison (wer kann heute wissen, wieviele der jetzt noch praktizierenden Truppen dann nicht mehr antreten werden) eine fabelhafte Rolle spielen. Pling. Nun, die Blauen gestalteten in der 10. min einen klasse Spielzug, dessen seltsame Vollendung darin mündete, daß gleich 2 freigespielte Gäste an der Murmel vorbeirauschten. Traktor fand auch statt und verbuchte nach einer Viertelstunde 4 ordentliche Fackeln, welche allerdings glänzend vom Reisekiepa pariert wurden. Tinto taktisch hervorragend eingestellt und lockte LiRa auf den Leim. 3 wie aus dem Nichts gefallene Buden (Günther, der Große und Herr Nilsen) bis zur Halbzeit zeigten allerdings an, wer auf der Siegerstraße war.
Gäste (mit 2 Wechslern, Traktor mit 3) fegten wütend über den Teppich nach dem Päuseken und machten Alarm. Boxis kühl, fast erstarrt in Gewissheit, hier endlich mal wieder ihren ureigensten „Traktor-Stil“ (Sie wissen schon, Kampf und so) spielen zu können. Das zahlreiche Publikum fand`s Klasse jedenfalls und konnte nach der Herausstellung (s.o.) noch 4 weitere Einschläge beklatschen (Graf Schenk, Phönizier, der Große erneut sowie zum Kompott wieder Günther – quasi mit dem Abpfiff). Dettas Habitat blieb somit sauber (der selbstverständlich mit ordentlichem Arbeitsnachweis) und die Boxhagener Weitläufer Sphinx/Sammerle machten über der Grasnarbe jeglichen aufkommenden Allüren von Blau den Garaus. Dito Linde und der Saphir. Ein Ehrentor war eigentlich fällig (mglw. gab es sogar eines, nur wurde das nicht anerkannt nach Freistoß), alleine Traktoristen waren zu scharf auf die NULL heute. Hopsassa.

29.02.12 Prenzlauer Berg Kickers – Traktor Boxhagen 1:2 (1:2)
„Traktor 2.0!“
Don Pallone höchstselbst aus Ballcelonien war eingetrudelt und veranstaltete Fachgespräche der netteren Art mit Ihrem Autor, lässig an der Reling harrend. Der Ereignisse: Zwar schielten beide im Flutlicht und aus unterschiedlichen Gründen auch mal gerne auf den Eisler-Rasen, jedoch allzu viel gab es, zumindest an Toren, nicht zu bestaunen. Die immer kompakter gewordenen (also nicht in Sachen Hüftgold jetzt) und deshalb unerstaunlich erfolgreichen Prenzelbürger warteten zuletzt mit guten Resultaten auf und Traktor hatte das Hinspiel im Hauffgrund glatt mit 2:5 verloren (der Rest an Punkten blieb einfach mal da). Das also waren die interessanten Vorzeichen – bei einigen Gästen allerdings knirschte es noch ein wenig in der Gefühlswelt und die Spannung war kaum zu steigern.
Thomas im PBK-Kahn (wie immer stark im sportlichen Bereich, aber auch sehr vielseitig in Sachen Trikotage) machte seinen vielleicht einzigen allerkleinsten Fehler im Grunde gleich nach Antröte, als die blaue Abwehr eine Kerze schlug im MiniSechzehner, dann noch eine und als Besagter dann sich zu kümmern in die Lage brachte und das Ding vom Himmel pflücken wollte, rauschte wie aus dem Nichts ein Nutz heran und rammte in Gestalt des Phöniziers die Pille mit der Platte ein – unter sich den verdutzten Handscherenschlag belächelnd. Traktor machte das Spiel (aha!) und verfügte über einige Möglichkeiten. Der Gastgeber, mittlerweile taktisch gut geschult und ewwa diszipliniert, verlegte sich aufs Kämpfen und das nun kommt ja immer gut an bei Traktoristen! Darüber also halb beglückt, gestatteten jene den Ausgleich (Herr Pupetta krähte triumphierend: „Den nehme ich auf mein Käppi!“) und ließen die Brezels sich selbst deswegen gleich wieder bestrafen – in Form eines schmucken Eigentores nach Flügellauf von Linde (der übrigens mit den meisten physischen Akzenten!). Zack, ZwooEins Traktor!
Nun war sogar der Große für Tinto noch eingesegelt (hatte seine Schicht schlicht um 04.30 Uhr schon angefangen und konnte deswegen nach 14h Orbeet schon „früher“ los) und alle Kämpfer kämpften sich einen ab. Gänzlich solide, Zeiger rückten vor. Pause.
Dem Publikum schwante: „Könnte so bleiben…“ Nun, Boxhagener werkelten beherzt und dominierten, allein die Chancenverwertung glich der Erfolgsquote eines Rummel-Plüsch-Baggers. Nüschte! Detta musste einmal fangen (55.`) und spornte seine Vordermänner gut an. Der 10erPeter in Blau lieferte sich blutige Scharmützel mit dem Großen, Fouls waren kein Fremdwort (ja, Yellow gab es ordentlich) und die Ehrenhaftigkeit litt doch nicht bei all dem Getümmel. Traktor machte sein Drittes nicht (dann wäre ja „se Kätt inse ßäck“ gewesen) und PBK roch Lunte. Deren Torwächter (O-Ton: „WIR wollen ja NICHT Meister werden!“ – ach was!) an der Mittellinie schon und zwei Minuten vor der Bimmel unterband mittels Handspiels (reine Gewohnheit vermutlich) noch einen Tinto-Konter, um dann mit ansehen zu dürfen, wie der Rubio in einen seiner wenigen gelungenen Läufe kam (da waren Achim und Sterni in weinrot sonst vor!) und am Traktor-Fümwa die Parade abnahm. Alle waren schon geschlagen, alle hatte der längst abgeschüttelt (selbst Detta senkte betreten die Lider) und schob nun kühl ein. Der Jubel war schon auf dem anatomischen Weg – da hielt der Saphir (niemand weiß, wo der da herkam) sein Gemächt plus Aura hin und unterbrach doch in letzter Sekunde die Aktion, sagenhaft! Allein der Rubio sagte sich konzentriert: „Dann eben der Nachschuß!“, aber in den dann mauerten sich mittlerweile 3 Boxis und erbrachten damit nichts weniger als den Beweis eines verdienten Auswärtserfolges. Da fehlten Steffen dann alle Worte außer „Scheiße, Scheiße, Scheiße!“
Ebenfalls für ein aufopferungsvolles Boxhagener Gebahren verantwortlich noch waren die Sphinx, der ArgentumSechser, das Sammerle und Günther. Schöne Sendung, Drecksspiel. – Der erste Teil des Abends war geschafft und dem aufmerksamen Leser dürfte nicht entgangen sein, dass Traktor nunmehr in 15 Spielen glatte 30 Gegentreffer zugelassen hat. Wie finden Sie das?
„Hinter Baton Rouge blüht der Cayenne!“
Und hier der zweite Teil, Achtung Werbung!: alle Aktiven (also „Traktor“ und die „32er“, jeweils nach ihren zeitgleichen Spielen) versammelten sich dann in Werners Bar, welche aktuell unter dem Namen „Zydeco“ eine vortreffliche Cajun-Küche anbietet. Da steht die KrachBummEnte nämlich am Herd und serviert fabelhafte Gumbas, substanzielle Börga oder auch schwitzende Eintöpfe. Gehen Sie in die Schreinerstraße und kosten mal! Ach, Sie fragen, was „Cajun“ ist? Ganz einfach: Das ist, wenn ein englisch sprechender schwarzer Franzose mit Seminolenblut und dem Blick eines Kreolen Fiddle spielend und betrunken vom spanischen Brandy um sein am Spieß steckendes Spanferkel tanzt und vor lauter Lebenslust selbst zum Funkenflug wird. Und die Alligatoren in den Sümpfen Louisianas Beifall klatschen. PiepPiepPiep, recht Guten Appetit!

10.02.12 Traktor – N.K. Hajduk Berlin 5:5 (2:3), 1:3 n.N. – POKAL
Für alle (und damit MoinMoin!), die es noch nicht wissen – mit Herrn K. verhält es sich wie folgt: genauestens den Spielbogen begutachten; exakte Passkontrolle vornehmen; Linien vorspiels abschreiten und gegebenenfalls fegen lassen; Netze kontrollieren und Flickaufträge aussenden; Geburtstagskinder erwähnen; Mannschaften vor dem geschlossenen Einlaufen instruieren inklusive Fairplay-Aufruf; Torwächter und Kapitäne mit Namen kennen; Seiten- und Anstoßwahl ausführen, Wechsel (jeden!) protokollieren; Spielern seine Entscheidungen nicht nur mitzuteilen, sondern auch zu erklären; absolut regelfest zu sein; Match offiziell beenden; (Martins Bouletten naschen). Es ist im Grunde wie im Fernsehen und hat man sich erst einmal daran gewöhnt, will man es eigentlich nicht mehr missen. Nicht nur, weil es die Sache insgesamt erhöht und ihr ein sehr würdiges Antlitz verleiht, sondern weil vorrangig sich die Balltreter jederzeit auf eine klare Linie verlassen können. Ein Hoch auf diesen Vertreter der Schiedsrichterzunft! So.
Der schnell importierte Stoiker öffnete beim Aufwärmen (bitter nötig, weil Kamtschatka- Bedingungen) seine gerade ausgeheilte Verletzung und meldete sich darob gleich wieder vom Zettel ab. So ging das schon mal los bei Traktor. Die Gäste in voller Montur und selbst Markus als blonder Linkswiesel beehrte nach langer Verletzung mal wieder die Öffentlichkeit. Dario hatte vorher schon getönt: „Diesmal schlagen wir euch, macht euch frisch!“ Wie, konnten die Boxhagener dann tatsächlich bestaunen:
Hajduk ließ sich nicht von einem 0:2-Rückstand schocken (der Saphir, 15.`, nach Flanke von Linde sowie der Sphinx ihr linkes Hüfchen, 25.`), sondern schickte Goran in den Kampf und erarbeitete sich einen enormen Chancenvorteil. Herr Pupetta kam auf seinem Hobbyplatz gehörig ins Schwitzen und die Weissen tanzten ein Schneeballett, welches eine Freude war anzuschauen! Traktor ständig die Bälle am wegzirkeln, abgrätschen und rausschlagen; Traktor ständig mit Ballverlusten vorne, ständig im Nachteil überall (während Hajduk die Murmel immer schön in den Fuß sich spielte, schickte Tinto die Bälle immer in den Lauf – denkbar schlecht) und taktisch nicht auf der Hut. Da war es dann kein Wunder, dass Hajduk bis zur Pause 3 Dinger am Faden machte (toll bspw. das Dritte durch Dali, als alle Gäste fröhlich nachrückten) und lediglich der Große verfügte noch über eine sehr gute Möglichkeit, mit der Birne die Murmel einzuknechten – verfehlt (37.min). Ebenfalls die Sphinx mit Rakete noch vor dem Glöckchen.
Der rote Faden in diesem sich anbahnendem Drama aber waren die Kämpfe „Saphir vs. Achter“ und „Trude Unruh vs. Ivan“ (ja, das Laufwunder hat selbst mit knapp 100 Kilo uffa Rippe und 31 Lenzen uffm Buckel immer Bock auf Grazie). Gerne auch mal umgekehrt. Was die viere abzogen, hatte schon Klasse höherer Art, wenngleich die Kehle des Kampfpersers deutliche Spuren unsportlicher Gewalt zeigte. Jedenfalls ungemein rassige Zweikämpfe waren zu sehen und meistens konnte sich das Kurzpassspiel der KölleNeuer dann durchsetzen.
Ähnliches Bild nach der Pause – Die Trude Unruh allerdings pfefferte eine Freistoßablage (46.`) rechts unten ins Fach des richtig guten neuen Torwächters derer vom Balkan. Ausgleich zum 3:3. Und wieder durfte sich im folgenden Detta auszeichnen und Hajduk war der Verzweiflung nahe. Würden die Gäste endlich ihre vielen hochkarätigen Possibilitäten nutzen können? Zunächst (52.`) sprintete das Sammerle noch auf den Gegnerkahn zu und hatte Optionen mannigfaltiger Art, die Führung für Tinto zu verantworten. Verpfuscht. Und so ab der 60. Minute dann war es eine reine Verteidigungsschlacht der Traktoristen und das konnte auf Dauer natürlich nicht gut gehen – 3:4 (62.`). Yellow zwischendurch für den Gäste13er (der mit starkem sächsischen Akzent und brillantem Radius) wegen Schmuck, oha!
Also Traktor selbst machte das nicht wirklich schlecht oder so und antwortete immer mal wieder (2x die Sphinx) mit eigenen gefährlichen Sachen, aber Hajduk war -und das war der Schlüssel zum Erfolg- die taktische Ordnung von Boxis auszutanzen in der Lage. Das musst du erstmal bringen! Es schlossen sich an Schweiß, Blut und Keuchereien…
In der 76. Min gab es den Ausgleich durch Abstauber des Saphirs (unglaublich – hinten mit Säbel, vorne mit Florett!). Immerhin. Gelb jetzt auch für den 8er mit klarer Dunkel-Perspektive. Und nun, in den letzten 10 Minuten, erinnerten sich auch Traktoristen wieder ihrer Offensivqualitäten und lösten sich allmählich aus der Umklammerung ihres Widerparts. Achim mit schönem Schuss, Trude Unruh mit unwiderstehlichen Sprints durch das ganze Feldchen (Yellow für Dalibor wegen vermeintlichen Handspiels am Boden), aufregende Soli des Phöniziers. Dahinein ploppte Hajduk die abermalige Führung (84.`) und nun war das Ding eigentlich durch. Zumal sich der Phönizier jetzt einen glatten roten Karton wegen Nörgelns und „Piepmeise-Zeigens“ abholte. Schlimm!
Aber Sie wissen ja, lieber Leser, wie das so ist im Kleinfeldballtreten und als Herr K. noch 120 Sekunden Nachspielzeit signalisierte, kloppte Hajduk alles raus, wechselte ganz schlau und schielte trunken auf die Uhr. Beschwerte sich über die abgelaufene Zeit, dass die Häuser wackelten („Die Zeit, die ich nachspielen lasse, verstehen Sie bitte rein >netto<!“, flötete Herr K.) und so kam es, wie es eigentlich nicht kommen konnte: Weinrot -nach fulminantem Galopp der Frau Unruh und Abdruck plus Querschläger-Antizipation des Großen, rinnditEi!- tatsächlich mit dem Ausgleich! In Unterzahl, 92.`. Mein lieber Herr Gesangsverein!
Boxis jubelten und hatten allein wohl völlig vergessen, sich auf das Neunertreten vorzubereiten. Gäste ihrerseits waren vollkommen fertig und am Boden zerstört, weil: die Penalties verlierst du dann ja normalerweise. Stimmte an diesem Schneegestöberabend aber nicht, weil Linde und die Sphinx ihre Stöße nicht verwandeln konnten und Hajduk sauber eintütete und sich so einen äußerst verdienten Sieg auf unvergessliche Art & Weise sicherte. Herzlichen Glückwunsch zum Viertelfinaleinzug nach Split!
Die berühmten Flurgespräche danach brachten u.a. hervor, dass die Hajduken letztens gegen eine Galatasaray-Truppe mit 8:0 gewonnen haben, am Rande eines Trainings…
Der aufmerksame Leser unter Ihnen wird bei genauerer Betrachtung viele schöne Infos gefunden haben und Ihr Autor darf sich an dieser Stelle sehr beeindruckt zeigen ob des Gästeauftrittes! Ebenfalls natürlich von der Traktor-Performance, versteht sich von selbst. Obwohl der ArgentumSechser keinen Fleppen sah… Alaaf und Glückauf!

03.02.12 Traktor – FC Ballcelona I 2:1 (2:1)
Herr K. stellte sein Thermometer auf den Teppich, näselte: „9 Nasse, ich pfeife an!“ und ungläubig zogen die Angereisten in die Kabine, sich umzuziehen. In der Tat, es war schon eine besondere Situation – geschlossene Schneedecke (an der dann aber viele rumschrubbten vor dem Spiel) pries den Hauffgrund, die Bronchien waren vereisungsgefährdet und Martin haute die Schnäpse aus der Luke wie nur was. `Pro Zeh ein Kümmerling` sagte sich bspw. der Gästelinienrichter und der Heimfritze in dem Metier machte es konzentriert mit Glühwein nach. Ballcelona mit Riesenmeute eingeschwebt und juvenil-kernig im verbalen Bereich („Heute seid ihr dran!“ und so Sachen). Sehr schön. Die Auskenner unter Ihnen, liebe Leser, müssen natürlich immer noch an den „FCB-Schottermänner“ denken…wenn Sie die smarte Grün-Weiß-Borte am Nikiki von Ballcelonesen erinnern wollen?
Ach ja, der ruhmreiche FC Berlin 05! Was hatte der für Filous in seinen Reihen, damals: Kallinich, Piskorski, Helemann, Neumann oder auch Krolinski… Eine wunderbare Truppe mit klarem Meisterschaftspotenzial und Traktor hat sich legendäre Kämpfe mit denen geliefert. Aber irgendwie endete deren Geschichte viel zu früh und die gingen in alle vier Winde – die beiden letztgenannten spielen mittlerweile für den zusammengeschnitzten „FC Ballcelona“ (glatte Eins für den Einfall mit dem Namen – urheberrechtlich schützen lassen!) und der kam heute als Tabellenanführer in den Schönen Hauffgrund. Tinto konnte mit einem Sieg den Nichtabstieg ziemlich sicher klar machen, das war das eigentliche Vorzeichen der Partie. Mit einem Sieg auch hätten die Boxhagener aufschließen können. Allerdings ist diese Liga reine Nervensache, wie es sich eines Premium-Produktes wohl auch geziemt. Und also sind Sie ja schon informiert aus der Überschrift und kriegen hiermit kurz den Sachverhalt geschliddert:
Traktor konstruierte anfänglich 2 schöne Möglichkeiten, um den Prendenern (die ziehen bald um auf den ehemaligen BFC Eichkamp-Platz bei Barnims) darauf das Spiel zu überlassen. Hinten war alles wohl organisiert, nur vorne konnten sich die Boxis noch nicht so richtig durchsetzen. Gäste kamen einen Tick besser mit dem Geläuf klar und als der 10er-Kevin sich nach 29 Minuten einen gelben Fleppen wegen Unbenimmse abholte, wollte der nicht deswegen in Erinnerung bleiben und markierte sehr überlegt (per Chippinger) die Führung. Weiterhin musste Herr Pupetta auf der Boxenwacht sich mehrmals anschießen lassen und hielt seine Weinroten in der Partie. Sein Vordermann, die Trude Unruh, kalkulierte die Sache einmal durch (Motto: „Wenn die es vorne nicht richten, richte ich eben!“) und ließ einen Hunderter Nagel aus der Ferne los – 1:1. Und dann, kurz vor der Halbe-Bimmel, schredderte der Phönizier in einem entsetzlichen rechten Flügellauf in den Sperrbezirk von Ballcelonesen ein, schüttelte an der Toraus-Linie noch einen letzten lästigen Verteidiger ab, hob das linke Lid und bedachte den mitgeeilten Saphir mit der Kugel. Und die persische Kampfkatze hatte wenig Mühe, das Ding dann einzuprinten (erstes Saisontor). Rotzfreche Führung; heißer Tee wartete im Stübchen.
Dort faltete der Koohtsch seine Männer ordentlich zusammen und gab die bei diesen äußeren Bedingungen doch sehr bemerkenswerte Parole aus: „Wir SPIELEN jetzt! Nicht, das DIE uns nachsagen, wir hätten hier nur alles zertreten!“ Und wirklich: Traktor setzte seine Läufer jetzt ein (Sammerle und die Sphinx), eroberte mehr und mehr Spielanteile und verwaltete die letzten 45 Minuten recht souverän. Nur 2x musste der Boxenwächter bei Gästegranaten schnell ein Löschpapierblatt aus dem Wams ziehen und selbiges neben seinen linken Pfosten stellen, um zu befinden: „Ja. Daneben.“ Tinto nunmehr dem Dritten näher als Gäste dem Ausgleich. Und das wars dann auch schon. Heimcombo noch durch Achim, Günther, Linde, den Großen sowie Graf Schenk (der als einziger mit freier Patella!) vertreten. Mann der Partie allerdings war die Schildkröte, welche nicht eine Sekunde auf dem Eis war und trotzdem beinhart zur Fahne hielt.
Herr K. exhibitionierte insgesamt 6x Gelb, paritätisch verteilt. Unfair war es nicht und mittlerweile hat ja eh` eine neue Qualität Einzug auf den Rasen der Stadt gehalten: Pöbeleien werden immer seltener – immer häufiger gibt man sich die Hand nach Fouls. Nicht nur deswegen: Schöne Liga!
Die Ballcelona-Führungsebene (vertreten durch Monsieur Krolinski und Falko) plauschte mit Ihrer Sportredaktion, bestehend aus Werner John Maynard & Hurricane (gutes operatives Gelingen am Montag!), noch über dies und jenes und breiter Konsens legte sich über diese Polarnacht. Nur eines wollten die beiden topfitten Gäste nicht verstehen, nämlich das nicht die Tordifferenz zählt am Ende, sondern der direkte Vergleich. Wie schön, hier eine offene und deutliche Meisterambition von denen gehört zu haben – viel Erfolg dabei, nicht wahr!

15.1.12 Living Legends Berlin – Traktor Boxhagen 1:9 (0:3)
Lächerlich:
Die Frage ist doch nicht -und damit Tachooch und zum letzten Mal inna Presse folgendes Themalein!-, ob es wohl besser gewesen wäre, den aktuellen Bundeskasper Wulff doch eher gründlicher vor Amtsantritt zu gaucken noch; und auch nicht, ob der Gauck nicht vielleicht ebenfalls bald der Verwulffung beim möglichen Präsidieren anheim gefallen dann wäre – die Frage ist die nach einem auf beiderseitigen Nutzen beruhenden Agieren. Ja genau, lieber Leser, es geht um Wechselbeziehungen, Abhängigkeitsverhältnisse und kausale Zusammenhänge! Reibungslos, ehrlich, einsatzvoll und öffentlich darstellbar! Motto: Ein Fuß wäscht den anderen… Und während die Blödzeitung unter der Ägide von Nikki “Aalfischglätterich“ Bloomsky und seiner Buchstaben-Artillerie den vermaschmeyerten Autisten (also bitte, der Ruf nach den Menschenrechten war ja auch überfällig!) sturmreif schreibt, hielten sich die beiden Traktorketten „Hinten/Vorne“ beim heutigen Nachholspiel gegen die KölleNeuer (nunmehr mit dem ambitionierten „Berlin“ im Namen) genau an obige Regeln und funktionierten hübsch anzuschauen: wunderbar verzahnt, mit voller Pulle unter der Sonne und recht waghalsig auch. Fußball mal wieder als Ausweg und Lösung zugleich (übrigens steht Ihr Autor immer noch unter wohligem Schock ob der superben Remis-Leistung von Mutanten bei Eislers letztens).
Je nun, die Legenden hatten zum Nachholspiel geladen und bei schönstem Vorwinterwetter boten die Markgrafen 4 Wechsler auf, Boxhagener deren dreie. Die Blauen höchst ambitioniert und niemand wusste, warum der Aufsteiger da unten steht. Bis heute: haben die doch keinen Versteher, keinen Former in ihren Reihen, der die Dinge nachhaltig regeln könnte bzw. ihnen das gewisse wichtige Maß Selbstvertrauen beim Abschluss noch beibringen würde. Sonst sind die gute Arbeiter und sympathische Leute, Tatsache.
Also der Herr Pupetta durfte öfters mal wieder brillant halten, während vorne die Traktoristen in feiner Regelmäßigkeit trafen: das Sammerle und der Phönizier je 2x, die Trude Unruh sowie Achim je 1x. Dazu gesellte sich ein Eigentor des Heim-Kampfhahnes, der eindeutig freudigste Sträuße mit Linde ausfocht (letzterer dafür mit Yellow belohnt). Ehrentor inklusive zum 1:7.
Tja, und einer fehlt ja noch, der seinerseits aus unmöglich spitzem Winkel und per Demütigungs-Hacke ebenfalls zwei Trefferchen beisteuerte. Hier sei für Sie dessen Antrittsrede vorspiels in der Katakombe zitiert: „Wenn ich, Agünther, will, dass die Tore gegen die Liwwing Leggins wie reife Früchte vom Himmel fallen, dann fallen die Tore gegen die Liwwing Leggins wie reife Früchte vom Himmel! Ich bin der Zorn Gottes!“
Darüber amüsierten sich dann ebenfalls noch der Saphir, der ArgentumSechser (mit den nötigen Grätschereien in der Druckphase der Gastgeber anfangs Halbe Zwoo) sowie die Schildkröte (die mit herrlichen Korken teilweise). Auch waren noch 9 Ultras aus Boxhagen vor Ort. Und die werden später sagen können: „Was haben wir gelacht, damals, hinter dem Mond!“ Bis auf einen. Das war der Herr Nilsen und der fand die äußeren Umstände seiner Tinto-Bande teilweise, genau: lächerlich!

16.12.11 Traktor Boxhagen – Borussia Berlin 7:4 (3:1)
Drei des ganz harten Kernes des Boxhagener Fanblocks „Eiffabibbsch!“ (die Brüder und Werner John Maynard) sowie 2 Prendener fanden sich bei Schietenwetter ein im Thronsaal der Götter. Freitagabend, 19.45 Uhr, Schöner Hauffgrund. Übrigens, Stichwort Prenden: hier ein nochmaliger Dank an die Ballcelonesen, die einer Boxhagener Bitte um Verlegung letzte Woche lässig zustimmten. Es war nämlich so: knallte es doch zwei Tage davor in Hurricanes Knie und dessen Menisken und Kreuzbänder waren schwupps zerschreddert. Von diesem Trauma wollte sich der Verein bitte etwas erholen und nicht einfach auf „Weitermachen“ drücken. Ist doch der Traktor13er der wichtigsten einer bei den Boxis: als Typ, als Trainingsleiter, als Orgschäff der Ersten und natürlich als Fußballer.
Gut, zu den Aufstellungen: Borussia bis auf Atzen (Krücken-Krause kam zum gucken) volle Lotte da. Bei Traktor fehlten wegen spontaner Spätschicht der Große sowie einige Rekonvaleszenten. Dafür mit den Wechslern heutigen Schildkröte, Stoiker und Phönizier. Es liefen auf Detta, Linde, der Saphir, das Sammerle, die Sphinx sowie Günther und der ArgentumSechser. Letzterem oblag es dann auch gleich in der 2.min, Ronny mit einem Freistoß zu prüfen. Ablenkung zur Ecke. Weiterhin stand Graf Schenk in der 6.min im Mittelpunkt des Geschehens, als der sich seinen gelben Käptnfleppen beim Herrn K. aus Spandau obligat abholte. Es schlossen sich an viele Fouls, auf beiden Seiten. Nur einmal hatte der Gast eine erwähnenswerte Schankse, als Alex am langen linken Pfosten die Murmel nur über das Tor zu heben in der Lage war. Traktor listete zu diesem Zeitpunkt schon 3 Ecken auf und fabrizierte nach Vorarbeit von Linde und dem Phönizier die Führung durch Günther (20.`). Da hatte übrigens der eine Linienrichter schon Bierverbot vom Pfeifenmann bekommen…
Borussen-Martin war über den Rückstand gehörig empört und fällte das Sammerle – Yellow. Christoph roch wenig später eine Beleidigung von einem Einwurf der Traktoristen (keine Namen jetzt!), schnappte sich das runde Ding, marschierte in den Boxhagener Sperrbezirk und lochte konzentriert ein – Ausgleich. Dies nun besah sich aufmerksam die Schildkröte (Herr K. musste weiterhin dauerhaft trällern und moderieren ob der allumfassenden und klasse anzuschauenden Ruppigkeit auf dem Platz, Motto: „Zwei Ligaschwergewichte balgen sich um Mutter Heimat“) und machte in ihrem weinroten Panzer per exzellenter Schusstechnik das 2:1. Das gefiel diesmal Pille nicht – Yellow. Überhaupt: ein herrliches Getrete war das, jeder wusste um die Bedeutung dieser Elefantenrunde und so manch Mann kullerte durch die Lüfte oder wurde in die Teppichfasern geschickt (aber dann wird wieder aufgestanden und sich die Hand gegeben).
Der Stoiker hatte einmal noch die Übersicht und bediente mit einer feinen Flanke den Günther, welcher erneut keine Mühe hatte, im Zweikampf zu dominieren und suwerähn einklacken konnte vor der Pause noch. Hierzu holte Herr K. die beiden Bindenträger zu sich und bat sehr inständig um „Fußball“. O-Ton: „Ich werde in der 2. Hälfte noch kleinlicher pfeifen, wenn Sie mit Ihrem Wahnsinn nicht aufhören!“ Beide Chiefs (Hoffi und Graf Schenk) konnten dann dackelhaft die Anweisung an ihre Truppen überbringen. Und, was denken Sie, hat es was genützt? Eben.
Es wurde jetzt noch härter, jumpeidieheida! Zwischendrin sah der Phönizier (auf den wird noch genauer die Sprache kommen) Gelb – wegen fehlendem Mindestabstand beim Freistoß. Ein nächster –abgefälschter- der Borussen brachte den Anschluss und Marzahner schütteten Tonnen von Glut in die Manege. Mit Erfolg, weil ein Querschläger unter Vorbereitung von Martin in Dettas Reuse einschlug, siehste! War Tinto bisher zu ineffizient in Sachen Schanksenverwertung, so machte der 4malige Kleinfeldmeister von Wittis genau das jetzt eindrucksvoll vor – Führungstor durch Pille. Das Spiel war gedreht und Borussia obenauf.
Aber Moment, bitte! Traktor wollte sich das nicht gefallen lassen und besann sich seiner spielerischen Mittel. So schubste Linde die Murmel zum 32er und der zum Günther – pupstrockene Abnahme, Ausgleich, Stunde rum. Und nun zum Phönizier: was der heute rannte und arbeitete, war unglaublich! Die Kanonenkugel war nicht aufzuhalten, nicht zu stoppen und wenn ein Borusse den gelegt hatte, hatte der den doch nicht gelegt, huch! Schon wieder entwischt und unterwegs zum nächsten Pfostenknaller oder Flugkopfball. Mit einer ungeheuerlichen Kraft zwang der die Abwehrkräcks der Borussia in diverse Laufduelle und konnte dann endlich Frucht nehmen vom Baum der Fleißigkeit (aus 20m, halblinks) – Führung mal wieder für Traktor.
Und nun, lieber Leser, kommen wir zum entscheidenden Moment des Spieles: Herr K. zeigt 5 Minuten später auf den Punkt, weil Linde in weinrot im eigenen Strafraum foul gespielt hatte. Martin legte sich den Ball im Sturm zurecht und knallte das Teil dann irgendwie an Dettas rechte Pfote (der Boxenwächter lag tatsächlich gut gelaunt horizontal in der Luft). Gäste verpassten so die Möglichkeit zum Ausgleich und rannten weiter wütend an. Hingegen Traktor kämpfte fröhlich mit (so ist das ja nicht, gelle) und konnte die besseren Möglichkeiten herbasteln. So knallte der Saphir das Spielgerät ans Lattenkreuz (wie gut, wenn man den in seinen Reihen weiß!) und Tinto machte durch einen blitzgescheiten Spielzug (Sammerle auf den Phönizier und der quer zum Günther, peng!) das 6:4. Yellow gegen den Borussen9er bald darauf.
Den Schlusspunkt setzte die Sphinx mit einem sicher verwandelten Strafstoß und Herr K. konnte endlich abpfeifen. Er hatte also das Inferno überlebt und war sichtlich erleichtert darüber. Ein Akribiker und Pedant, dessen Stil allerdings unverkennbar ist und dann doch Autorität ausstrahlt… –
Der Borussen15er Christoph Piskorski stand Ihrer Sportredaktion übrigens sehr edel und sportlich zu einem anschließenden Interview im Eisregen zur Verfügung, hier einige Auszüge:
-Gratulation zum Geburtstag!
Danke!
-Was meinen Sie, warum hat Ihre Mannschaft hier heute verloren?
Weil wir zu hart waren.
-Häh? Was? Wie? Können Sie das etwas genauer erklären?
Ganz einfach: Wir wollten, vor allem in der zweiten Halbzeit, Traktor mit Kampf bezwingen und haben dadurch aufgehört, zu spielen.
-Danke für diese interessante Analyse.
Bitte, willste ne Kippe?
Derart entwickelten sich noch stundenlange freundliche Gespräche unter den jeweiligen Akteuren und die ganzen Ostbirnen stellten eine doch witzige Tabellensituation aktuell fest. –
Nach der Schlacht war die grüne Wiese rot. So viele Tanks sind heute über die Knie ausgelaufen. Der Wettergott hatte ein Einsehen dann und breitete nachspiels ein weißes Laken über dem HerzRasen der Traktoristen aus. Und Martin dichtete seine Luke ab, knipste die Kandelaber aus und schlenderte zufrieden nach Hause. Sie, lieber Leser, haben bitte ein gutes Fest – Prost Maxe!

04.12.11 Ü100 II – Traktor Boxhagen 3:2 (0:1)
Achtung, eine Verkehrsdurchsage: Blitzer auf der Ü 100 in Höhe Vorarlberger Damm!
Die Traktor-Skauts am letzten Sonntag hatten nicht etwa „nur“ Ballcelona begafft, sondern ebenso die Tempelhofer in deren gemeinsamen Spiel in Prenden. Und die heute ihren ruhmreichen Verein „Ü100“ vertretenden Blauen demonstrierten erneut ihre gewachsene Stärke: Mit 11 Mann bestens aufgestellt, dominierten die nicht nur gelegentlich die erste Hälfte, sondern waren wohl organisiert (deren Libero aus der FF-02-Großfeldtruppe ist ja eine Augenweide!), erkämpften sich sportlich eine latente Dominanz und waren auch fußballerisch sehr am Spielen interessiert. Wunderbar!
Es entwickelte sich ein gepflegtes Mätsch, an welchem natürlich Traktor (mit Herrn Pupetta, dem ArgentumSechser, Hurricane, der Trude Unruh, der Sphinx, Linde sowie Achim und dem Sammerle) schon auch teilnahm und doch tatsächlich per vom Gegner verwerteter Flanke des Letztgenannten in die 1:0-Führung kam. Vorher allerdings humpelte der Boxhagener Abwehrschäff mit der „Ölf“ in die Schrankwand mit dem Eisspray (30.`) und war fortan draußen. Dann bald Halbzeit.
Gäste ohne Wechsler und im Pumpen erhöhten spontan die Brisanz des Duelles, indem sich die Sphinx (vorher dem Sammerle noch zwei possierliche Möglichkeiten zur Kontoerhöhung anbietend) mit seinem 2. Yellowfleppen (58.min) kreuzfidel vom Platz organisierte. Eine kollektive Bestürzung darüber fing Achim geschickt ab – ebenfalls heller Karton.
Die Blauen nunmehr in Überzahl und die 5 Feldtraktoristen mussten durchhalten. Na, was sagen Sie dazu? Machten die jedenfalls toll und kämpften aufopferungsvoll. Waren jedoch nicht in der Lage, die durchdachten Spielzüge ihrer Kontrahenten (mit zwingenden Torabschlüssen auch) gänzlich zu unterbinden und fingen sich in schöner Regelmäßigkeit drei Dinger (der 11er, 19er, 8er). Unlössbar. Aber die Weinroten wären nicht die edlen Kämpfer aus Boxhagen, wenn die das einfach so passieren lassen würden. Kamen in der 87.` nach Eckstoss von Achim durch den Capitano sogar noch zum Anschlusstreffer und belohnten so ihr ungeheures mannschaftliches Angaschmang wenigstens kosmetisch. –
Ü100 darf zu einem historischen Sieg gratuliert werden und die Traktoristen gaben eine gute, wenngleich quantitativ bedenklich schmale, Figur ab. Da bleibt dann bei denen die 2. Adventskerze heute eher nicht angezündt`. Ähem.
Übrigens: ein Beteiligter in neutralem Kostüm wird an dieser Stelle natürlich ausdrücklich nicht erwähnt. Und Sie können Ihrem Autor gerne glauben, dass der lange –bis eben- nachgedacht hat, ob dieser Satz überhaupt auftauchen sollte. Bis Freitag im Hauffgrund, so Sie mögen!

25.11.11 SV Traktor Boxhagen – N.K. Hajduk Berlin 12:4 (6:2)
Ersatzgestärkt betrat –in diesem Herbst ohne Regen- die weinrote Combo ihr Wohnzimmer. Das Flutlicht umspielte lieblich die zornigen Falten und den grimmigen Gesichtsausdruck von Traktoristen: Da ist keiner der Marke „Man-Müsste-Mal?“ darunter, vielmehr sind die alle aus dem Holz „Ich-Werde-Jetzt!“ geschnitzt. Dufte, Hajduk trat an.
Der eine der beiden Borussen-Kiebitze hantierte noch mit seinem mobilen Fernsprechapparat herum, als die Sphinx eine Rakete vom Äquator losschickte und die auch prompt im linken Angel einschlug – 62. Sekunde, einszunulle. Dieser linke Huf unterlag mithin dem 3. Hauptsatz der Thermodynamik, demzufolge Energie nie verloren geht und sich lediglich umwandelt. Hier: von Spann über die Ballistik mit einem Affenzahn in die Gäste-Reuse. „Das fängt doch mal gut an!“, dachten sich die Drängler in der Prostkurve und tatsächlich zog Traktor einen akuraten Zirkus ab und ballerte in schöner Regelmäßigkeit Tore. So Linde, ebenfalls aus Süden mit links: kurzes Aufditschen der Pille und hier schon erkannte der Hajduk-Kiepa, dass er heute nicht seinen allerbesten Tag haben würde. Die Weißen versuchten allerdings mitzuhalten und zwangen in der 19. min den Boxenwächter Herrn Pupetta zu einer Weltparade: der kratzte mit langen Kunstnägeln nämlich die Murmel um die rechte Stange noch – wie, kann keiner wissen (vorher der Große hätte das Dritte machen müssen). Und jener sah sich kurz darauf „Fußball“ an: Linde mit dem Herrn Nilsen legte ein profanes Duett auf links hin und das Sammerle in der Mitte lochte ein. Dieser irische Quadratschädel spielte offensichtlich nicht auf seiner angestammten Postion hinten rechts, sondern tummelte sich ganz frech im Sturm herum, allerhand! Und verwandelte, wieder kurz darauf, die Murmel in eine Glaskugel und hellsah zwischen seinen Treibungen darin ein großes Solo; absolvierte selbiges dann auch sehr gekonnt – 24.`, 4:0.
Hajduk nach einer halben Stunde wehrte sich und Boxhagener ließen das auch gönnerhaft zu, allerdings nur bis zu ihrem Strafraum. Hier war Endstation und wer bis dahin überhaupt gekommen war, musste spätestens jetzt hinfallen. Überhaupt waren die Weinroten wie die Kletten: ständig an den Rockschößen ihrer Gegner, ständig auf den Füßen der Hajduken, ständig Panik und Schrecken verbreitend. Ekelhaft, es sei denn, du spielst bei denen…
Allein die Sphinx machte den aufkeimenden Allüren der KölleNeuer ein jähes Ende und hämmerte eine Freistoßablage ins Netz, siehe oben, 34.`.
Das war zuviel, das ging doch etwas zu weit! Erste Knipserei für die Angereisten, nachdem sich Ivan wunderschön mittels dreifachem Rittberger in den Sperrbezirk eingesprungen und auf seinen Sturmpartner mit der 8 abzulegen sich in die Lage gebracht hatte.
Der Große im Anschluss wurde zum x-ten Mal gelegt und dafür nun bekam der 2er den gelben Karton (ebenfalls später noch der Achter und pflichtgemäß der ArgentumSechser); ging auch gleich einsichtig runter… Der Phönizier rächte diese Aktion dramaturgisch perfekt mit dem ersten halben Dutzend – Gäste kurz vor der Pause mit ihrem Zwooten. Puh, völlig ungewohnt, so viele Tore!
Jedoch die letzten 45`gestalteten sich analog zu den vorherigen. Mit einem Unterschied: Traktor zelebrierte nunmehr jauchzend und völlig entfesselt ein Pressing, wie die sich das wohl selber gar nicht zugetraut hätten. Es war wirklichkeitsnah eine Freude, von draußen zu sehen, wie die rannten, als ob es um ihr Leben ginge. Das musste ganz kurzfristig Erfolg zeitigen: so Linde mit millimetergenauer Ablage auf den Phönizier – 7:2, 50.min. Ähnlich das Sammerle vier Minuten später, klack. Der Große in all seiner energischen Geschmeidigkeit holte sogleich noch einen Neuner heraus und Linde lochte majestätisch ein. Das rief übrigens einiges Unverständnis bei vielen in der Arena hervor, sollte doch der Gospodin Bolschoi endlich den Lohn seines immens intensiven Spiels sich abholen dürfen. Aber nee, is ja nich.
Hajduk mit dem 3:9, soll sein! Und in der 63. Minute dann wechselte sich Herr Blazevic höchstselbst ein, um vielleicht noch zu richten, was nicht mehr zu richten war. Aber immerhin, die Kroaten sind ein würdiger Gegner immer und stets in der Lage, ihr gefälliges Kombinationsspiel aufzuziehen (beredtes Zeugnis davon legte das 4:9 ab). Allerdings nicht heute, wurden sie doch arg gescheucht von den Boxhagenern! Und jene machten -dann endlich endlich endlich in Gestalt des Großen- auch postwendend das Zehnte. Gigantischer Jubel brandete auf, weil sich wohl niemand in den letzten beiden Jahrhunderten ein Tor so verdient, weil erarbeitet hat wie der weinrote Siemer heuer!
Der Phönizier am Ende köpfte die aufrechten, aber narkotisierten Hajduken noch 2x mit Köpfchen – erwähnenswert hier die superben Eckstösse des Nilsens! Ende.
Pille und Ronny mit Marzahnschmerzen waren schwer begeistert. Entgeistert jedoch besichtigten die beiden ein sich anschließendes Liegestütz-Festival einiger gastgebender Irrer. Donnerlittchen!
Es bleibt festzuhalten, dass einerseits Ivan endlich sein Pendant gefunden hat (der 8er machte alle vier Tore für die Weissen, brillant!) und andererseits die Traktoristen das Fehlen zweier der elegantesten Kampfschweine des Berliner Freizeitfußballs (Trude Unruh & Saphir) nicht etwa nur kompensieren, sondern gar vergessen machen konnten. Dafür verantwortlich waren ebenfalls noch der Zonk, die Schildkröte, Achim und Hurricane. Alle diszipliniert, alle schwer an Geschehensbeteiligung interessiert.
Wie üblich gab es danach an Martins Luke noch ein Volksgemurmel und alle unterhielten sich artig und respektvoll miteinander. Hajduk hat heute nur eine kleine Delle in seiner Erfolgskurve hinnehmen müssen; und Traktor? Traktor gab ein wenig Kunde von dem ihm offensichtlich innewohnenden Potenzial. Nach dem doch etwas seltsamen Gebahren im letzten (Pokal)Spiel. Könntamasehn.

14.11.11 Moosmännlein – Traktor 2:7 (2:2, POKAL)
Ein großes Kompliment an den traditionsreichen „FussballClub Berliner Moosmännlein“- wegen Kampfgeist, Hingabe, Selbstlosigkeit und Aufopferungsvermögen!
Die Gäste bestachen durch Vollzähligkeit und am ehesten von denen zu erwähnen sind vielleicht noch der Zonk und der Herr Nilsen, weil die sich in ihrem Stillsein voll auf die Mannschaftsdienlichkeit konzentrierten (Rest siehe Statistik).

04.11.11 SV Traktor Boxhagen – SG Raddatz 4:3 (2:1)
…Ernte vorbei, Tenne voll.
Der Große (hach, was ist der aber auch in Form!) noggerte links draußen eine ganze Weile einen vor sich hin – nachdem im Vorfeld die Gäste schon ein paar Schänksjen kreieren konnten- um dann (durch den Herr Nilsen freundlich in die Szene gesetzt) zur Führung einzulochen. Mit links. Kanna (30.`).
Der ganz ausgezeichnete Schieri Frank-Michael Konieczka musste kurz darauf den Blauen einen Neuner pfeifen (die Schildkröte tauchte daneben und ein zweiter weinroter Irrwisch hatte schnell die Schnauze voll von dem Getanze) – der Halslose mit der 3 auf dem Kupferrücken und Binde am Oberarm stanzte souverän mittig ein.
Bis dahin Raddatz mit Vorurteilen (Grüße an Walter hier in den Orkestagraben!) und mit Jannik hinten drin auf der Trieloff/Dörner-Position. Als taktisches Mittelchen in Ordnung; von Respekt zeugend. Traktor seinerseits u.a. mit Hurricane, Graf Schenk, dem Saphir, Sterni und Achim am Start (siehe unten).
Die Sphinx in erwähnenswerter Unterstützung des Großen verantwortete die Führung für Boxhagener und das gereichte zum Pausentee. Mit Bauchschmerzen beim Rubbel (wink einmal!), der KrachBummEnte, dem Numismatiker, Werner John Maynard, Jensen, dem TrosinaStäff (dem gefiel der GästeSechser sehr) und noch einem auf den Traversen. Ebenfalls interessiert war „EL Destructor“ und zudem zeigte ein ganz sympathischer ehemaliger Raddatz-Capitano Neigungen – von Niklas wiederum war nichts zu sehen.
Nebenbei – für Statistiker bei dieser Gelegenheit: Ben im Reinickendorfer Kahn wird wohl mglw. Vergangenheit sein – Sebastian-Patrick ist seit einer geraumen Weile der Neue! Und der machte seine Sache wirklich gut! Und übrigens: eine uralte journalistische Grundregel besagt ja, dass man mit Namen keinen Unfug betreibt. Deshalb hier nur ganz schlicht noch einmal:“Sebastian-Patrick“!
Noch besser allerdings machte seine Sache der Boxenwächter Herr Pupetta, welcher nach Wiederanpfiff zwar zwei klasse Gästetore nicht verhindern konnte (weil seine Vorderhüpfer unorganisiert noch im Halbschlaf waren – Raddatz brezelte innerhalb von 52 Sekunden die Führung heraus, sehr schick durch die Mitte!), aber fürderhin seine Mannen klug in Szene setzte und dann das Nötige hielt. Sprich die tatsächlich vorhandenen Possibilitäten der Gäste (heute -wem auch immer sei Dank- nicht im Wellensittichkostüm, sondern in klassizistischer Robe) fantasievoll vereitelte.
Traktor also im Rückstand und tiefkalt erwischt – was geht? Mondaugen. Echtmajetzte!
Derlei Sachen schreien natürlich einen Lieda an und in der Tat gab es einen in Reihen der Traktoristen: organisierte die Trude Unruh erst noch ein hübsches Eigentor der Gäste nach einer fulminaten Granate (der Gäste-Capitano war so freundlich, hier unterstützend zu wirken), so schmetterte die dann 5 Minuten vor der Sirene den Siegtreffer in den rechten oberen Dreiangel.
Die Weinroten hatten das Geschehen schon längstens im Griff, wollten die Sache jedoch (das zeichnet die ja wirklich aus) wieder einmal richtig eng machen. Möglichst an den Pfosten und dergleichen… Nützlich aber und insofern erwähneswert die Läufe des Phöniziers, der seinen Gegenspielern immer öfter diverse Knoten in den Beinen ansagte und auch beinhart dann machte. Es träumt gerade eine weisse Strickmütze davon.
Boxhagen mit 12 Mann am Start – Raddischen mit zwei Wechslern. Das machte den kleinen Unterschied, vermutlich. Apropos `Unterschied`: 14 Gegentore (allerhand!) in der Gesamtbilanz bisher sollten dann schon stören die Hauffgründler… Nicht wahr. Aber dies am Rande.
In summa war es heute ein harter Kampf, sehr abwechlungsreich und herzkaspermäßig anzuschauen. Boxhagener mit guter Mannschaftsleistung – ein jeder der Erntehelfer haute sich voll rein. Is ja ooch keen Pokal, gelle? Und Ihr Autor darf deswegen im „Hotel Libau“ ein schönes gesundes Karg schlürfen.
Raddatz fetzt. Traktor auch. Undundund.
Ich hörte die Sichel rauschen.
Sie rauschte durch das Korn.

30.10.11 Reinickendorfer Fussball Amateure 1 – Traktor 2:2 (0:0)
Die Traktoristen ach in ihrer Scheune: da saßen sie unter der Woche, erschöpft und schwer gezeichnet von ihrer landwirtschaftlichen Tätigkeit und überlegten sich in den wenigen Zeiten, die ihnen zur freien Verfügung standen, ob sie die Schissbucksen nicht schon anhatten etwa oder zumindest ihre Herzen wenigstens dort hinnen gerutscht waren. „Oh, wenn Erol erstmal aufdreht!“, „Ah, wenn der Strategos Jochen einen guten Tag erwischt haben sollte!“ und „Uh, schon beim Gedanken an die Kutz-Brüder wird mir schwindlig!“
Derart zähneklappernd krallten sich die Erntehelfer bei Kälte und Kerze an ihre Seidel, fern ihrer so lieben Familien, und jeder scheute die leeren Augen des anderen zu blicken. Bleierne Müdigkeit, Angst gar legte sich auf die Gemüter der Weinroten. Bis, ja bis einer von denen seine Stimme erhob und tönte: „Die KrachBummEnte hat immer gesagt `Männer Boxhagens – gehet aufrecht!` und deshalbwegen lasst sie uns doch einfach wieder machen – die gute alte >Django-Reinhardt-Nummer<!“ ? Unsicher, nicht aber ohne Hoffnung schon blinzelten sich die Bauern an. Und fester wurde nun deren Gebahren, straffer ihr Antlitz jetzt. Die gute alte >Django-Reinhardt-Nummer<! Ja, das könnte hinhauen gegen die Reinickendorfer FussiAmatöhre…
Also raus in den Königshorst innerhalb der beiden einzigen Stunden, die der Erntechef wegzubleiben erlaubt hatte. Schnell, schnell, ihr Schnitter! Nur bspw. der Saphir, Linde, das Sammerle, die Sphinx sowie Herr Nilsen nebst der KrachBummEnte verblieben als Wache im Schober, um in den sich abzeichnenden weltweiten Hungersnöten wenigstens heute die Hamsterer aus der Innenstadt abwehren zu können.
Und so hopsten denn Herr Pupetta, der ArgentumSechser, Hurricane, die Trude Unruh, Achim, der Große, der Phönizier sowie Schaffi und der Stoiker auf den Hänger. Injizierten sich ihre gefürchtete Kampfeskraft und schoben ihre Unterkiefer nach vorne. Das war gar fein anzuschauen unter den blutunterlaufenen Augen! Also Zwischenstopp im Märkischen Viertel, um kurz den Gastgeber zu bespielen. Und so sah das aus: in einem auf taktisch höchstem Niewoh stehenden Kick zockten der Phönizier nach Ecke per Scheitel (60.min) sowie der Capitano nach Raketentest der Trude Unruh (66.`) zur Zweiernulle-Führung ein. Die RFA belohnten sich kurz darauf für ihr intensives Laufspiel mit dem Ausgleich. Traktor zeigte eine exzellente kämpferische Einstellung und hatte in der Innenverteidigung ganz Hochwertiges anzubieten. Der Gastgeber seinerseits verstand teilweise den Spielverlauf als schreiende Ungerechtigkeit und Ihr Autor kann bestätigen, dass die Grünen weit mehr Spielanteile hatten. Jedoch Recht haben wollen, Recht haben und Recht bekommen sind drei doch ziemlich verschiedene Dinge – am Ende waren jedenfalls alle mit der Punkteteilung (Regie führte mit Blasinstrument und einigen nicht wilden gelben Karten der gute Herr Schaffrath) zufrieden. Kollegiale und freundliche Verabschiedung inklusive.
Nun: Django-Reinhardt-Gitarrensolo eingebastelt also und zurück auf den Acker. „Schichtleiter, melden uns wieder zur Stelle!“
Bis weit in die Dämmerung dann arbeiteten die Boxhagener noch in den Kartoffeln und Rüben, während einer von denen (nicht der von oben) leise das „Schnitter-Lied“ anstimmte:
Es dunkelt schon in der Heide.
Nach Hause lasst uns gehn.
Wir haben das Korn geschnitten.
Mit unserem blanken Schwert.
Ach ja: Erol zeigte in der Tat einen Riesenkampf und machte große Schritte in Richtung „Emotionales Gehirn“ seiner Truppe. Jochen erwischte wie befürchtet einen Supertag (zeichnete für beide Tore verantwortlich). Und die Kutz-Brüder fehlten einfach mal. Das war noch nachzutragen. –
Die Traktoristen ach in ihrer Scheune: da saßen sie nun und lobpreisten die Spielkultur ihres heutigen Sport-Gegners. Anerkannten die Fähigkeiten der Reinickendorfer und hoben den Krabbentaucher auf den Schild. So sind sie eben. Und nächsten Freitag gegen Raddatz, da ist die Ernte wohl schon vorbei…

21.10.11 Traktor – FC Südsee 6:1 (4:0)
Weil die Traktor-Hohmpeedsch von vielen (auch Auswärtigen) gelesen wird – hier die „All-Stars“ in 2011 der Verbandsliga (und damit Moin Moin! auch):
Raddatzens Ben im Kahn, davor Borussias Christopherus, rechts hinten der LiraNeuner (DIE Entdeckung des Jahres!), links hinten käme vielleicht Markus von Hajduk in Frage, zentral natürlich der Herr Neumann von Ballcelona, Rechtsflitzer ist sicher Paule von Sporting und links der 12er-Phillipp von PBK. So in etwa lautet die Einschätzung diesbezüglich und der Ihnen zugeneigte Autor möchte gleichzeitig auch folgende Knöchelzauberer erwähnen – nicht, dass sich jemand zurückgesetzt fühlt und schmollend in der Ecke hockt, ja?! Als da wären: Hotze und Veron von Mutante, ein Bassist und der Halslose von Borsigs, Ballcelonas Clausi, der Knie-Harfist namens Patrick von Schlaff, Hajduks Ivan, Borussen-Alex (logo!), der 10erAndi von den RFA und neuerdings ihr Krabbentaucher (ja, warum nicht?), Thomas und der Rubio von Eislers, der Südsee-Kiepa… Ach, die Liste ist lang (wie immer tauchen nicht die emsigen Zuarbeiter auf, schade) und diese Meinung knallhart subjektiv. – Und dann noch die Ententrainer: Kiwi, Knecke, Dario, Zappo, Walter… Alles interessierte und der Sache also zugewandte Leute. Alle unter dem Ziebarthschen Rettungsschirm – der seinerseits seriös den VauEffEff-Laden zusammenhält (als graue Eminenz). Überhaupt – der Verband hat da also eine Liga am laufen, aus deren Atmosphäre schlicht Attraktivität hervorgeht. Ein sich selbst erklärendes und sich immer wieder reproduzierendes Freizeit-Kulturangebot quasi. Das ist in janz-Berlin-is-eene-Wolke der Erwähnung mal jetzt würdig – weil das mit Menschen zu tun hat! Mit Charakteren. Fein fein. Und sollte sich doch jemand zu Unrecht hier nicht wieder gefunden haben, so soll der schön fleißig sein und mit seiner Mannschaft das Wesentliche erarbeiten: Demut nämlich, Physis, technische Kabinettstückchen und Kollektivgeist. Oder Respekt vor Gegner und Schiri (!), sich selbst bescheiden einbringend. Auch: Spielberichtswesen (zu loben hier Mutante, RFA, Ü100, Ballcelona) betreiben…
Aber wir schweifen ja ab!
Stichwort „Südsee-Kiepa“: die von der verschwäbelten Rennbahn heute im Hauffgrund! Jedoch ohne ihren etatmäßigen Handschuhmann und der Bube, der den Kasten hütete, war von den ärmsten dann einer. Hatte viel zu tun, weil Traktor ein Riesenremmidemmi abzog und knüppelhart in jeden Zweikampf ging. Und knipste: Graf Schenk mit Rübe nach Ecke des Großen in der 78. sek., Phönizier in der 6.` mit granatenhartem Pass auf den Großen und der mit 8-facher Kurve um den Kiepa zum 2:0; das Sammerle zum Dritten sowie der Phönizier dann zum Pausenstand. Dazwischen gaben die Gäste fachlich eine gute Figur ab, erarbeiteten sich geschwinde Schanksen und waren durchaus ebenbürtig. Hurricane kurz vor dem Halbeglöckchen noch mit zinnobernem Hackentrick. –
Dann Auftritt der Trude Unruh: lochte die noch selbst zum Fünften ein, so war dieser „Extraktor“ und Soßenkocher in der 75. min augenweidlich das Schrapnell als ein diagonales Gedicht mit konkreter Flugbahn auf den Großen zu exportieren in der Lage – der Jang Schättafieth mit der „7“ nahm mit allen Kondenswassern gewaschen dankend an und rotzte glasigen Auges ein. Meine Fresse – wie schön!
Die Blauen immer im Bilde, nur scheiterten die an Herrn Pupetta wiederholt. Und an den Gräten des Saphirs und denen von Achim. Kurz vor Toresschluss gestattete Traktor den verdienten Ehrentreffer noch. Und war zeitspiels Amundsens weinroter Hauf(f)en.
Randnotiz: „Teile“ Südsees äschoffierten sich nicht nur über den Schiri (und fingen sich darob 2x Yellow wegen Ungezogenheiten), sondern auch darüber, dass zwei Traktoristen doch tatsächlich ihre Spieler-Pässe auf Montage vergessen hatten und also nur unterschrieben auf dem Bogen (darunter ein 44-jähriger Importierter, der Stoiker nämlich). O-Ton hier: „So eine Frechheit, da kann ja jeder kommen und spielen!“ Liebe Ballsportler aus der verträumten Südsee – seid versichert, dass die Boxhagener sich untereinander gut kennen und da alles mit rechten Dingen zugeht. Wir wollen doch hier nicht in Klausur gehen und etwa wild zurück kläffen (so nach dem Motto: es gibt ja auch Vereine, die 2 Tage vor Termin ihr Spiel erst bekannt geben; einen Tag vor der Angst wieder verlegen wollen; ihre Trikot-Rückennummern in der Straßenbahn verloren haben, den Beutel mit den Pässen auch; oder wo Leute in die Kabine kommen und fragen: „Servus, seid ihr Südsee? Ich soll hier heute für euch spielen!“) – nicht doch. Machen wir ja nicht. Ist nicht nach unserem Geschmäggle. Aber Danke für die Performänz! Löste breite Erheiterung in der Redaktion aus und dort ist man ja für die kleinste Abwechslung schon gerne zu haben.
Übrigens, lieber Leser! Vielleicht haben Sie sich bisweilen gefragt, warum in der Balltreter-Galerie oben kein Traktorist aufgelistet ist. Nun, sowenig wie die „All-Stars“ als MANNSCHAFT vermutlich funktionieren würden, soviel hat „Traktor“ als Truppe in 2011, inklusive güldenem Melkeimer, sehr wohl funktioniert. Deshalb werden hier also keine Einzelkandidaten von denen herausgestellt, sondern vielmehr verbeugt sich Ihr Autor an dieser Stelle virtuell vor diesen manischen Gottlosen aus dem Hauffgrund. „Trotzdem die Welt bald untergeht und Scheißchen uns zum Halse steht“ – diese Dekade Freizeitballtreten ist in deren Biographien eingehämmert! Jess! Und danke.
Post scriptum: Käptn Ahab alias Werner John Maynard hat heute Geburtstag. Gratulation an den grauen Kauz – der muckelt gerade in seiner Traktoria. Und da gehen wir jetzt alle hin. Trinken Vasen dunkles „Karg“ aus Murnau am Staffelsee und Tassen Wodka (richtigen, nicht diese Reaktorbrühe). 200 Gramm, handwarm. Und sind verzaubert; haben die Geschichten vom London-Jack über die Südsee im Vorderkopf…

16.10.11 SC Schlaff Berlin – SV Traktor Boxhagen 0:2 (0:1)
Was macht man, wenn man ein Problem nicht lösen kann? –
Der Gastgeber war den Traktoristen diesen heutigen Nachholtermin zu geben und sich selbst schwerstbewaffnet zu präsentieren in der Lage! Schlaff machte sich nicht etwa nur zur harten Nuss – nein, spielte hervorglänzenden Fußball und beschäftigte die Weinroten über alle Gebühr. Obschon Boxhagener mit diamantenen Kader angereist waren und lediglich Herr Nilsen und das Sammerle fehlten.
Heute ging eben nicht jeder Ball auf den Zehenmagier mit der 10, sondern viele andere auch auf die wieselflinken und kampfesmutigen Weissen derer von der Treseburg. Die spielten respektlos und einsatzfreudig unter der Sonne, holten allerlei Stöße von Ecken und -freie heraus; beschäftigten Herrn Pupetta auf das Grausamste und nur mittels größtem Angaschmang hielten die Traktoristen ihre Reuse sauber. Vorne aber konnten die 2x knipsen (Phönizier, 10.` sowie Großer, 61.min) und so das Ding gewinnen. Zahlenmäßig. Sonst waren Boxhagener heute viel zu verkopft und der letzte Eßpriieh fehlte einfach. Draußen der Rubbel und die KrachBummEnte sahen im Gegensatz zum letzten Punktspiel (die NullEinsNummer bei Bison) jedoch zwei Treffer und das reichte irgendwie. Und daß gegen Traktor die Tore selten wie reife Früchte fallen, ist -nun ja- bekannt.
Also, was machst du, wenn du aus einem Problem nicht `raus kommst? Du musst tiefer hineingehen! „Denn im Zentrum des Sturmes ist es ruhiger als an seinen Rändern“, meinte mal Tom Wolfe („Fegefeuer der Eitelkeiten“ – das ist der Schmöker, der schon vor gut 20 Jahren Aufstieg und Fall von Finanztaikuhnen schilderte; siehe aktuell die Besetzung der Mauerstraße und sonstwo).
So begaben sich alle Weinroten heuer `intuh sie Ei offse harrikähn` und darin schön kennen die sich doch ziemlich gut aus… Respekt.

06.10.11 VEB Berlin – Traktor Boxhagen 0:10 (0:5, POKAL)
Grüezi! So ab der 20. Minute hatten die Vertreter des Vereines Europäischer Brüder (danach kommen ja nur noch die Kosmopoliten) ihre beste Phase in diesem Spiel. Für 13 Minutotschkis. Erarbeiteten sich Möglichkeiten und konnten viel zu oft durch die teilweise perforierte Abwehr der Gäste sich schlängeln. Schlingel! Die Heimballtreter sahen mit ohne Rückennummern ein klein wenig wie eine venezianische Gauklertruppe aus: Deren Schlitten gingen so in Richtung Lok`sche oder Braunschweig (leider kamen diese Anziehsachen im Schatten der Eichen und zierlichen Lämpchen des Grunewaldes kaum zur Geltung). Vom Vermögen und der Kampfeskraft allerdings waren deren Tätigkeiten unbedingt erwähnenswert und nur die Auswechselbank zeigt 0,5 Mann an. Das ist natürlich in einem Pokalkampf eher kläglich besetzt und es hatte dann doch allen Anschein, dass der VEB die Sache vorher schon abgehakt hatte. Die sind ja übrigens in der 2. Liga mit den Moosmännlein die kuhle Truppe, welche alle und immer gerne an sich vorbeilassen. Nach oben wiewohl nach unten. Sehr schön.
Traktoristen sortierten sich ihr heutiges Torfestival säuberlich über beide Halbzeiten und waren fleißig unterwegs: Linde hatte seine Bronchitis irgendwo in Schöneberg aus der Kutsche geschmissen (2 Trefferchen), der ArgentumSechser zockte abgebrüht wie je seine Bälle in die Maschen (2x, immer mit der Innenseite des Außenristes der Ferse des Wadenvollspannes), Hurricane (1x) gewohnt mit Erdbebenfaktor, Achim und die Trude Unruh (!) selig lächelnd sowie Sterni, der hinten einiges zusammenhielt. Noch mehr zusammen (bis auf ein winziges Klöpschen) hielt die Hornisse auf der Boxenwacht und treibt derart den Wahnsinn im Torhütertrainerkollektiv bei Weinroten auf die Höhe wohl. Anerkennung vom honorigen Publikum heischend… (Präses, Rubbel, Fanjalle). Gut gemacht, Fabi! Mit Grüßen nach Karthago an Herrn Pupetta!
Na, und dann waren da ja noch 2 Kollegen, die immer Bock haben zu knödeln und denen kein Umweg zu weit und keine Schwierigkeit zu groß ist. Die befreiten sich von ihren Zwängen, tanzten alle aus (Großer, 2 goals) und kopfballten eine Hans-Rosenthal-Gedächtnisflanke in des Gegners Reuse (Phönizier, 72.min).
Das Sammerle am Ende krönte seine starken Leistungen der letzten Zeit mit einem pups-trockenen Flachschuss aus 20 Meter kurz vor der Final-Tröte (1x Gelb übrigens gegen Gastgeber plus Eigentor).
Das war also der Donnerstagabend am Kühlen Wege; das war der Tag, an dem der Ober-Apfel-Mann in einen sauren selbigen gebissen hat; und das war auch der Tag, an dem Robert Zimmermann mal wieder nicht den schwedischen Schreiberpreis erhalten hat. Langsam wird`s eng und das wäre dann gar nicht nobel!

02.10.11: Rudower Kicker/ SC Bison Team I – Traktor 1:0 (1:0)
Der Gastgeber mit dem etwas umständlichen Namen hatte zu HaiNuun nach Britz geladen. Der Sommer war da und Ihr Autor weg; konnte seiner Lieblingsbeschäftigung (nämlich Traktor beim Kampf zuzugucken) nicht frönen: War der doch mit anderen Dickschädeln in mecklenburgischen Gewässern paddeln (in einem knallroten Gummiboot – Dank an Herrn Kühl-Poirot) und verpasste so ein Ergebnis, welches wohl nicht allzu häufig erzielt wird im Kleinfeldballtreten: einszunulle – Klassiker!
Hier die wichtigsten Gedankenstriche, vorgeschlagen von Hurricane (wirklich besten Dank für Co-Autoring!):
Traktor zu zehnt und mit gar lustiger Kapelle: Achim war sich nicht zu schade, in Dettas Habitat zu hopsen und markierte dort sein Revier mit Handschuhen gänzlich solide. Hurricane und der Zonk würfelten sich auf links hinten die nächste Baroness aus – dem Saphir (der deklassierte jegliche Heimangreifer und schoss denen spitz die Hörnchen weg) und dem Sammerle bei ihren Aufräumungsarbeiten zuschielend. Vorne probierten sich der Capitano/Graf Schenk/ArgentumSechser, der Phönizier, der Große sowie Herr Nilsen herzlich aus. Unterstützt von einem Veteranen: dem Stoiker aus oberen Altersgefilden. Nett und man möchte die fehlenden Fußgranaten aus Boxhagen alle gar nicht aufzählen… Weil braucht man auch nicht, da alle Weinroten unbefangen und konzentriert ihr Pensum absolvierten.
Nach ca. einer halben Stunde organisierte sich „Bison“ (wir bleiben der Einfachheit halber dabei, ja?) einen Neuner, indem sich ein Angreifer vom Saphir fällen ließ. Das war DAS Tor. Ganz simpel genutzt. Bison verfügte über einen beträchlichen Schanksennachteil und war vorrangig wegen Traktors Stumpfheit vorne tatsächlich dann den Dreier einzufahren in der Lage! PiffPaffPuff – sauklewwa!
Boxhagener sollen ein wenig an ihrer Effizienz im Sturm feilen; haben ansonsten aber einen erfrischenden Eindruck hinterlassen.
Gar nicht müde soll man übrigens werden, die Bisons wegen Kollegialität und Fairness zu loben. Da gibt es nie Brabbeleien, Androhung von körperlicher Gewalt, Beschimpfungen, Handgemenge und Rudelbildung. Niemals. Gar nicht. Kannst du völlig ausschließen. Iwo. Nein nein.
Das sahen auch und konnten bezeugen: die KrachBummEnte, Rubbel und der Lilatsch (nimm mal die Hände vom Sack!). Haben allerdings vom Haareausreißen wegen ausgelassener Möglichkeiten jetzt alle drei eine Fleischmütze.
In Boxhagen summen Leader fröhliche Lieder und an dieser Stelle sei es erlaubt, noch schnell ein Zitat von Celibidache einzubasteln: „Ein Bauer, der auf dem Traktor `Hänschen klein`pfeift, hat mehr mit Musik zu tun als der größte CD-Sammler.“ Was das mit Bison zu tun hat? Kommen Sie nie drauf. Tschüssi und bis neulich!

18.9.11: FFC Lichtenrade Ost – Traktor Boxhagen I 1:4 (1:1)
Eine reine Wasserschlacht; und Händel hat dereinst den ßaunträgg dazu komponiert: die Markgrafenstraße war pitsche und der Platz patsche. Jedoch pünktlich zur Antröte riß der Berliner Himmel auf (in Vorwegnahme seiner Wiederwahl durch des Sonnenkönigs Hand – wow!ereit) und die ambitionierten HeimBlauen sagten Punkt elfe nonverbal an: Kampf!
„Ach was!“ und „Gut, dass das jetzt passiert! Guuut, dass das jetzt passiert!“ So gab es also ein Geschliddere, Gegrätsche und Gefoule, dass es eine reine Freude war und der sowohl kommunikationsfreudige als auch exakte Schiedrichter konnte ordentlich an sein Revers greifen und mit Yellow fuchteln (dies ist natürlich immer ein adrettes Zeichen für Ihren Autor!). Immerhin recht früh vermochte der ArgentumSechser zur Boxhagener Führung einzuknechten – schön verwaist am langen linken Pfosten. Da war der LiraNeuner in seiner Eigenschaft als rechter Abwehrer kurz mit Offensivgeist noch befasst. Zudem gibt der nominell den verkappten Spielmacher und knallte außerdem den Ausgleich per Ferngranate ein. Vorne der 13er und der 22er gaben bewegliche Stoßstürmer und hatten beide auf den Rippen was von Format und im Kopf; kämpften vorbildlich wie all ihre Lichtenrader Spielkameraden. Aber auch Traktoristen wie Kraken und Muränen auf dem „Geläuf“: ständig dazwischen, beinhart und brutal selbstbewusst im Zweikampf. Getreu ihrem Motto: „Ein Leben ohne Traktor ist möglich. Aber sinnlos.“ Schüttelten bspw. eingangs noch einige blonde Buben vom Aufsteiger ihre Köpfchen über das Gebahren des Saphirs, so ist denen doch hintenraus möglicherweise ein Lichtlein aufgegangen: Fordere nie solcherlei Gestalten in einer offenen Feldschlacht! Die nehmen mitunter auch schon einmal Kärtchen wegen unerlaubten Handspiels und sowas in kauf… Darfst du einfach nicht machen, sonst wird es eklig! Na jedenfalls in Halbe Zwoo arbeiteten sich die Südberliner hübsch an den Weinroten ab und beherrschten das Spiel. Allein die bizarren und rasanten Eröffnungen des Boxenwächters brachten mehrmals Erfolg für Gäste über den rechten Flügel, wo die Complizen von Herrn Pupetta mondäne Konter dann fuhren und direktemang Spielzüge der höheren Güte veranstalteten. Tore hier durch die Sphinx, das Sammerle (kieck an, dessen Offensivspiel beherbergte doch interessante Informationen!) sowie Hurricane (der übrigens vorgestern eine Delegation zur Hochzeit des Weinroten Zehners leitete – allet Jute, Falle & Anja!).
Lira immer noch bissig, musste sich allerdings nun vermehrt um das Lecken der eigenen Wunden kümmern. Denn Traktor besichtigte hingebungsvoll und im Sextett jeden noch so schlichten Ball und hatte die Sache willentlich zum Ende hin gut im Griff. Und dabei fehlte bei denen doch glatt die komplette erste Sturmreihe (Herr Nilsen, der Große und der Phönizier mussten ackern) und umso mehr ist die kollektive Leistung der Gäste erwähnenswert. Mit auf dem Hänger noch Linde, Achim und der Bolzhauer (trotz fieser Erkältung chalant dabei). Nebenbei: die Trude Unruh kann man zwar täglich in der Flimmerkiste bewundern, deren Präsenz täte allerdings durchaus auch den Weinroten mal wieder gut…
Der Gastgeber hat eine schmucke Kapelle am Laufen und wird eine gute Rolle in dieser Saison spielen. Eine derzeitige kleine Verunsicherung fand in der zynischen Verabschiedung („Danke für alles!“) ihren zarten Ausdruck – das gibt sich. Leute, die Redaktion hat sich als Antwort hierauf folgendes Gleichnis von Hacksens Peter rausgesucht:
Stell dir vor, du willst als Jüngling anheuern und hältst in der härtesten Hafenkneipe nach einem Kapitän Ausschau. Und siehst: Nur randvoll mit Rum abgefüllte Seemänner. Und fragst: „Trinkt ihr denn eigentlich nie Wasser?“. – Und hörst: „Isst DU Landratte denn etwa Erde?“
Das nächste Spiel ist auf Bitten der Marzahner verlegt worden. Borussia?: Ehrensache!

09.09.11: Traktor – PBK 2:5 (0:1)
Diese Paarung verspricht doch immer vieles: Konnte Traktor vor einem halben Jahr noch drehen das letzte Spiel, so drehte heuer der Gast voll an den KnöpfenPupöpfen! Sofort war zu bemerken ein schnelles, zweikampfbetontes und beinhartes Gebahren, aus dem die Eislers den größeren Nutzen zu ziehen in der Lage waren. Weil: die BlauSchwarzen marodierten extrem violent im Boxhagener Sperrbezirk herum und waren zudem mit einer ungeheuerlichen Effizienz beschlagen! Isso! –
Nach 13 Minuten durfte das zahlreiche Publikum im Schönen Hauffgrund -wie immer bei Heimspielen: Freitag abends – die erste Granate der Sphinx (die belagerte einstens in irgendeiner Mythologie ein Städtchen, um sich dem Ödipusse, welcher vorher noch schnell seinen Alten um die Ecke gebracht hatte, geschlagen zu geben und der dann ganz lässig seine Mutter belohnungsmäßig zur Frau nahm) begutachten. Traktor mit Herrn Pupetta im Kahn, Hurricane, Saphir (der gewann in seiner Eigenschaft als Hydrant gegen den Rubio jeglichen Zweikampf in der ersten Hälfte), Linde, dem Phönizier sowie dem ArgentumSechser. Wechsler bei Tinto: Günther (als Gast vonna Zwooten) sowie Achim, Herr Nilsen und Sterni. PBK brachte seinerseits zwei Zusatzspieler mit in die Manege.
Traktor hub an das Geschehen zu dominieren. Aha. In der Südkurve ein Muezzin gab Kunde von seinen Qualitäten im Bereich des Oberton-Gesanges. Leicht verhackstückt.
Schnöder Niesel begleitete die Paarung und Günther entschloss sich darob spontan, die Pilsvase von Schaffi zu zerdonnern. Ja?: so ganz symbolische Pässe und Schüsschen wurden zelebriert. Hingegen die eislerschen Likedeeler und Vitalienbrüder hatten einen Plan: Konnte der Boxenwächter noch einige nett vorgetragene Angriffe des Gegners abgrapschen, so fiel allerdings das 0:1 (35.min) doch recht konsequent – hier durch Knäcke (ejh-die „alten“ Leute mitm Zopf, wa! – Kiwi: lässte wieder wachsen?) im Nachfüßeln. Sterni als Gastspieler der Traktor32er galoppierte nun auf das Feldchen. Und gleich in die Pause.
PBK mit kollektivem Löwenherz wieder raus; Traktor unwissend um das Spiel bemüht. Der Rubio alleine knallte von der Mittellinie eine Banane in die Boxhagener Reuse – Marke „Tor des Tages“. Wunderschön: schnell antizipiert, gar nicht pikiert, gewollt.
Tinto zu kompliziert am Werkeln – auch hinten: Lindes Abwehrversuch nach steilem Gastvortrag landete im eigenen Netz. Hoppla, 0:3. Kurz drauf organisierte sich der GästeVierer (65.min) einen bunten Fleppen und durfte duschen. Große Aufregung, weil ja gleich erkannten einige Traktoristen: „Wir sind in Überzahl!“ Na fein; und richtig.
Folglich rummste die Sphinx ihren von ihrem linken Huf versandten Ball unter den Querpfosten (so würde das Ricky Maserati beschreiben, trefflich!) und erzielte das erste Trak-Tor. Unterdessen Günther sah sich dreimal in ansprechende Situationen gebracht – ohne Ertrag. So Sachen mit Hacke, auch Graf Schenk. Die Eislers verteidigten fortan klug und mit allem erlaubten Simsalabim; rochen die drei Punkte fetten. Und konterten -alles im petto, was dazu nötig war- das 4:1 ihrige heraus.
An dieser Stelle darf Ihr Autor gerne die „Pike“ zitieren: „Wenn du im Kleinfeld-Balltreten gewinnen willst, musst du mindesten 4 Tore schießen!“. Oh Göttchen, diese Weisheiten! Nicht wahr.
Nun: Linde war in Sachen Sätisfäkschen unterwegs und staubte an der langen Stange zum 2:4 ab. Hoffnung?
Sterni unterband kurz darauf einen Angriff von Eislers um den Preis eines gelben Kartons. Allein diese Vorbildlichkeit fand als Saat keinen Humus in Boxhagener Reihen und es fiel tatsächlich das 2:5: völlig unkompliziert schametterte ein BlauSchwarzer die Pille in den Winkel und veranschaulichte derart das Unvermögen der Gastgeber. Also weder Nutzen aus der Überzahlsituation ziehen zu können noch endlich mal das Loch zwischen den beiden Troikas mittig zu schließen. Herb.
Meine Fresse, es soll dies hier keine Auskennerei werden, aber Ihr Autor hatte eingangs dieser Saison -auf Vorfrage- dem großen Dario von Hajduk gesteckt: „PBK und/oder Ballcelona: einer/beide von denen werden oben bis zum Ende marschieren!“ Was Eislers angeht, wissen zumindest die Weinroten heute, warum. Und die hatten wegen eines Trauerfalles nichteinmal ihre Brüder (also inklusive ihre 12er Phillips) am Start… War so!
Die Gäste holten sich ganz verdient den Sieg – „holen“ im Sinne von Erarbeiten und Nutzen ihrer Schanksen. Traktor seinerseits darf mal mit drei Händen an den Riechkolben greifen und sich fragen: „War das zur rechten Zeit oder haben wir ein Problem?“ Guten Morgen.
Es wird so schön diese Saison; so schön! Borussia bedeutet die erste Instanz, Hajduk hat sich ein wenig vervarazdinisiert, Neumis Fußballrockzirkus darf man bestaunen, die Aufsteiger werden nicht absteigen, Raddatz ist 80 geworden (Fritz J. zumindest), Mutante kommt mit Urgewalt und Ü100 macht DIESES Jahr schon den Nichtabstieg klar. Leute: diese Liga fetzt – Freizeitballtreten isses! Oder?

27.8.11 / SUPERCUP: Traktor – SG Raddatz 3:4 (2:3)
Eine Sphinx allein reicht nicht!
11.15 Uhr uffm Grüngürtel – der Verband hatte geladen auszumurmeln den Supercup (Meister vs. Pokalsieger).
Raddatz mit voller Kapelle bis auf Niklas, Traktor vermisste die Trude Unruh, den Saphir, Hurricane und die KrachBummEnte schmerzlich. „Tinto“ spielte anfangs stilvoll, malte diverse Hooklines in den Sand, der ja eigentlich Teppich sein sollte und konnte eine Ecke ominös einlochen (8.min). Bei Ballbesitz dann bediente ein Boxhagener im Vorwärtsgang ganz liederlich einen Papageien und Raddatz spielte mit Jannik und dem Halslosen den Kurzkonter lässig zu Ende. Wieder die Sphinx holte ihren in Butter geschwenkten Linken Huf raus und knatterte die Führung dann ein (12.`, wie immer vom Äquator). Und: Traktor vertändelte abermals und keine Minute später der Ball und baute die Borsigmänner erneut auf, Ausgleich – ratlos machend. Aber Walters Buben zeigten nun, daß sie es auch ohne Unterstützung der Weinroten können und machten mittels genialem Spielzug die 3:2-Führung.
In der 2. Halben dominierte dann 30 Minuten der „Gast“ (inklusive viertem Tor) und Traktoristen drohten in die Agonie zu verfallen. Rafften sich jedoch großartig wieder auf und wollten das Ding zu Ende verfechten. Die Sphinx erneut zerdellte das Innenalu der Raddatz-Reuse und brachte ihre Männer wieder ran. Und Chancen jetzt im 4/8el-Takt: Herr Nilsen, der Große, der Phönizier… So gehörte die letzte Viertelstunde eindeutig den Boxhagenern, ohne das die noch das Remis gemacht hätten.
Raddatz hatte die bessere Spielanlage und war den einen Tick konzentrierter bei eigenen Ballstafetten – insofern geht der Sieg sicher in Ordnung. Auch war es diesmal weit fairer als sonstens und der Pfeifenmann kam tatsächlich ohne Fleppen zu zeigen aus. Für Traktoristen eher bedenklich…
Mit auf dem Trecker-Hänger waren noch die Schildkröte, das Sammerle, Herr Pupetta, Graf Schenk und Linde.
Kronspieler der Partie waren der 33er von Raddieschen sowie, na klar, der Weinrote 3er. Zuzüglich beider Torwächter! –
Ihr Autor lässt bitte den kurzen Bericht entschuldigen, ja? Muss seinen Zug kriegen und dampft mit vielen anderen Traktoristen gen Süden, um den Karwendel unter die Hufe zu nehmen. Ahoi!

19.08.11 Traktor – Sporting Mutante 4:1 (1:1)
Es gibt ja um diese Jahreszeit (Frühherbst) immer wiederkehrende Dinge: Börsenkollapse (halten Sie Ihre Feinunzen solange fest wie möglich – da geht noch was!), Clasicos mit Haue auf Iberien, Einschulungen und – richtig, VFF-Saisoneröffnung! Und dies gleich mit einem Knaller, siehe oben. Die Feinmotoriker aus Rudoff beehrten also den Schönen Hauffgrund und die alles überlagernde Frage war doch: würde der Pfeifenmann funktionieren? Denn jeder Balltreter erinnerte sich an die letzte Paarung uffa Haarlemer, als Mutante schwer benachteiligt wurde und bspw. Hotze völlig unberechtigt vom Platz flog und insofern wegen Sperre heute nicht dabei sein durfte. Gleichfalls Paule (sehr gute Genesung bitte!) bei den Gauchos verletzt – bei den Gastgebern allerdings waren der Saphir (der Dreikampftitan weilte vorzugsweise noch im Urlaub) und der Große (Kinder-Hüten geht vor) die komplette Meistermannschaft nicht zu vervollständigen in der Lage (und Sterni hat sich mit dem Falken zudem in die 32er verpisst). Waren aber gewillt, das arbeitsbedingte Fehlen der KrachBummEnte streng zu kompensieren. Darauf gibt es im Boxhagen-Universum schönerweise Antworten… Also, Auftakt jetzo und damit herzlich willkommen in 11/12!
Sporting hatte schnell Betriebstemperatur und konnte sich auf ein konkretes Mittelchen verlassen: erstens von hinten hoch nach vorne und dann völlig unterkühlt in die Spitze durchstecken. Dani versuchte 2x den Boxenwächter abzutrocknen und verfehlte knapp bzw. nutzte Alu (9.`) nur. Dazwischen kloppte die Sphinx einen Eckstoss weit auf achtern und die Trude Unruh hämmerte volley zur Traktor-Führung ein (3.min). Die Gäste stets und fürderhin diszipliniert; dann auch mit Belohnung: Timbo erneut nach eisigem Steilzuspiel mit dem Ausgleich. Da war übrigens das Sammerle das 2. Mal im Hauffgrund aufgeschlagen – hatte der doch glatt seinen Pass vergessen. Auf der Ringbahn. Spielte aber fortan nur noch „Pässe“. Und tickte das Spiel gut mit an. Obligat in dieser Phase: Yellow für den ArgentumSechser. Welch ein Einheimser – war aber immer verbal on woog und schüttete seine Leute im weinroten Kaftan mit Abmahnungen zu. Nötigerweise. Kollege Bolz-Hauer hörte mit am lauschigsten zu – spielte stark. Ein jeder Traktorist arbeitete sich dann kollektiv ins Geschehen… Mutante hätte führen müssen.
Anfangs der zwooten Halbe waberte das Geschehen her und hin: Schanksen hüben wie drüben. Die im Gegensatz zum Mittwochspiel der 32er eher spärlich besetzte Tribüne (hier mit Bestnoten: Papa als Gast mit Furio) konnte dann aber ein immer stärkeres Übergewicht (Detta ist hier nicht gemeint – hielt seine Reuse exquisit sauber) von Boxhagenern bemerken. Ausdruck dessen war eine konziliant verbrachte Flanke durch die Trude Unruh in den Vorfümwa und der Phönizier war erstklassig abzuschließen in der Lage (mit der Platte). Der Scorer mit der 11 seinerseits hatte Witterung aufgenommen, tanzte den „Müse“ aus und verantwortete 30 Sekunden später das 3:1 (so ungefähr hat sich weiland Huck Finn durch alle Schwierigkeiten jeweils aus der Bredouille gebracht). Wichtig hier: Fernschschüsse dürfen auch mit „G“ geschrieben werden. Hurricane auf dem Traktor bissig; Achim aufgetaut.
Bald konnte sich Chris im Gaucho-Schlitten einen gelben Fleppen abholen und Kiwi rief seine Leute zur Konzentration auf. Allein: Traktor entwickelte mehr und mehr seine läuferischen Qualitäten (Herr Nilsen) und konnte mittels des Linken Hufes der Sphinx sogar noch erhöhen (schön anzusehen dabei die Yoga-Haltung von Linde). Der Rest war ein Bächlein, welches vor nicht allzu langer Zeit noch ein Strom war. –
Ach ja: der Schiri ward angenommen und trug zu einem ahnsehnlichen Spiel bei. Mutante verlor zu größeren Teilen das Ding auf der fast nicht vorhandenen Auswechselbank und Traktor hatte eine Trude Unruh heute in Reihen, die schlicht das Mätsch dominierte.
Draußen hockten noch Hajduken zuzüglich Alex von Borussia und bereicherten ebenfalls den Hauffgrund; durch „den“ nach dem 2:1 eine musikalische Beschallung dauerhafte organisiert wurde. Nicht wie etwa in Hoffenheim…
Sporting Mutante hat sich teuer verkauft und stark gespielt. Ihr Autor möchte an dieser Stelle dem heutigen Gegner alles erdenklich Gute wünschen und raunt nebenbei, daß Traktor noch immer zehrt von Erfahrungen, die durch das Auftreten der Rudoff-Gauchos gemacht werden konnten bisher.
Glück auf! Siehe Gladbach.
Der Spätsommer übrigens ist auch die Jahreszeit der Gedankenschweifereien, der Weitwanderungen sowie der üblichen kosmopolitischen Betrachtungen. Machen Sie genau das, bitte!

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Saison 2010/2011

08.06.11 Traktor 1 – RFA 1 5:4 (2:1)
Die erschütternste Nachricht vorweg: Hans-Hubert Vogts, der weltgewandte Bummler, dieser Galileo der messerscharfen Analyse, der gebenedeiteste Fußballer und beliebteste Bundeskasper ewwa, den Teutonien je hervorgebracht hat – dieser bescheidene Mensch nun wurde letzten Sonntag in Baku von aserbaidschanischen Rüpeln in Reporterverkleidung verkloppt (u.a. mit einem Toosta, kein Scheiß!). Was war geschehen? Der kleine Nachbar Kasachstan (wo man allerdings weiß, wie man Lebewesen ins All befördert, immerhin) hatte sich getraut zu gewinnen; gegen die Fußballgroßmacht Aserbaidschan! Das warf natürlich Fragen auf, nur mit geschürzter Unterlippe Hans-Hubert antwortete: „Ich bin geholt worden wegen meiner Erfahrung!“ Zack, das hätte doch sitzen müssen, oder? Aber nein: Verkloppt, verhauen, demoliert! Ist es zu fassen! Vom „eigenen“ Verband, Leute, Leute… Das ist natürlich gemein und niemand hätte das in einer Zweigstelle eines so seriös und transparent geführten und der Ethik und warmherzigen Menschlichkeit zugewandten Vereines wie dem der FIFA (zweitgrößter Konzern der Welt; nach den Klerikern) für möglich gehalten.
Sofort und wie selbstverständlich formierte sich eine breite Front der Empörten – in vorbehaltloser Solidarität mit dem Tatort-Kleindarsteller: R. Bonhoff (als Pausenklon einst beim DFB für diesen Halbzeitsatz zuständig: „Wir wechseln erstmal nicht!“ – obwohl der „Wechsel“ doch ein „Klacks“ ist, wie wir seit Tante Käthes Stromwerbung wissen) beispielsweise ergriff sofort Partei für den Terrier und sogar aus argentinischen Knästen kamen Grußschreiben angeflattert. Von ehemaligen Uniformierten, denen unser HänschenHubert `78 astreine Demokratie-Zertifikate ausgestellt hatte. Sehr schön. Für den Blatter-Sepp allerdings irritierend: Wenn das mal nicht der Stein ist, der aus dem Turm der Zürich-Connection herausgenommen wurde mit größerer Wirkung dann. Eiterbeulen des Bezahl-Fußballs…
Schwenk zum Freizeit-Balltreten: Heute trafen sich im Hauffgrund zufälligerweise die Verlierer der Halbfinals des Pokalwettbewerbes und sowohl Traktor (1:5-Klatsche gegen Raddatz) als auch die RFA (1:9-Debakel gegen die Enkel von Onkel Ho) wollten an diesem vorletzten Punktspieltag etwas für ihre Reputation tun. Mal angenommen!
Und tatsächlich: Es wurden immerhin 9 Tore gemurmelt! Das waren zwar 11 weniger als beim letzten Treffen hier (den entsprechenden Spielbericht finden Sie in gewohnter Weise ganz selbstständig im Archiv), jedoch sahen reichlich vorhandene Zugucker viele ansprechende Szenen. So propellerte der Phönizier 2x über rechts ein und servierte jeweils auf die Sphinx und den Großen. Das waren schöne Tore! Traktor hatte die Sache gegen ihre freundlichen Gäste im Griff – nur kurz vor der Halbzeitbimmel nutzten die RFA eine ihrer überschaubaren Schanksen und piekten mittels Nummer 4 in weißer Hose zum Anschluss ein (44.`).
In den folgenden 10 Minuten fand sich Juliane Werding im Mittelkreis des Hauffgrundes ein und flötete innerhalb ihres kurzen Konzertes: „Am Tahahag, als Traktor Meister ward…“
Erneuter Anpfiff. Der Phönizier –zuletzt eher mit Sorge beladen ob Problemen in seiner Heimat- zuckte einen Eckball vom ArgentumSechser trocken ein und belohnte sein ungeheures Engagement heutiges auf seine lakonische Art. Peter in grün stellte allerdings sofort den Anschluss wieder her (50.`) und die Partie war nun weit offener als anfänglich. In der 64.min bediente der Herr Nielsen den Großen und es stand 4:2. Graf Schenk als Capitano versüßte sich seine Saison ganz partikular und volleyte das Fünfte (75.`). Die Sphinx als Abwehrchef war da schon längst verletzt draußen (hatte vorher mehrmals das Alu geprüft) und die Gäste spähten sich dies aus: Kamen noch auf und erzielten 2 Tore (79.`- Peter?, 89.`Andi). Und über ein Remis hätte sich Traktor am Ende keinesfalls beschweren dürfen! Weitere Aktivisten aus Boxhagen mit Goldforke heute: Detta, Saphir, Schildkröte, Achim, Hurricane & das Sammerle.
Nun. Was nach dem Spiel im Hauffgrund (so mit Feuerwerk, BalkanBeat, Polizei, Krimjuice etc.) und später in der „Tagung“ abging, muss Ihnen hier aus Gründen der Sittlichkeit mal verschwiegen werden.
Lieber Leser, die „Schmerzen-tun-nicht-weh!-Revue“ neigt sich ihrem Ende entgegen. Es gibt noch einen letzten Spieltag und Traktor darf nach dem heutigen Sieg -und dann also schon als Meister etikettiert- beim Bison SC antreten. Die Spieler aus Boxhagen waren mit einer fulminanten Rückrunde die Schale zu holen in der Lage und in deren Namen bedankt sich die Redaktion von „Unterschichtenäther Friedrichshain“ bei allen geneigten Lesern und Hörern für Interesse.
Der Berliner Pokalsieg übrigens sollte ebenfalls Weinroten (hier: den anderen aus der KonnyWolf) gehören. So die bei Stern 1900 (Oberliga/Großfeld) parallel heute gewonnen haben. Glück auf! Und Grüße nach Baku.

01.06.11 SV Traktor Boxhagen – SG Raddatz 1:5 (1:1, POKAL)
2.6., Mahlzeit! Ihre Redaktion ist noch auf der Suche nach einem Außenrepor – ah, da issa ja! So, wir übergeben augenblicklich an Leif Kremser!
„Mann, isdit hier schaukelich uffm Kutschbock. Und denn die Jäule erst, lahm wie nüscht. Äh, wattwa nochma meene Uffjabe? Achsoja, ick soll mir a-innan an jestan. Wissense, ich bin jetzt noch oda schon wieda tinte! War dit schön inne Tagung nach dem Pillentreten. Die Boxis nehmen wohl den Karwendel untade Stiefel bald (O-Ton: „Wenn wir dann aus den Tälern hinabsteigen..“?) und taten janz köstlich amüsiert. Und ick dachte, die hamm valoren. Spinna. Anjeba. Könn sich nichma richtich ärjan. Vastehicknich. Bumms! Dit war meene Omme. Ick gloob, der Übablick is flöten…“
Ja? Können wir Ihnen nicht zumuten, oder? Deswegen klaut die Redaktion die Wichtigstkeiten aus dem Ticker der Agenturen. Bitte:
Die ruhmreiche SG Raddatz gestern im Hauffgrund. Daselbst hockten mehr als 4 Dutzend Zugucker und wollten sehen das Pokal-Semifinale. Traktor hatte Mugge angeschlossen und bei Martin stapelten sich geschwind die Scheine. Legendäre Atmosphäre: Freizeitballtreten? Fetzt urst ein!
Weinrot pochte ans Alu (Freistoß Sphinx, 1.`) und markierte durch einen feinen langen Ball von halbrechts die Führung (Großer, 9.`). Der Boxenwächter musste sogleich mit 2 Weltparaden seine Mitspieler an deren sportliche Pflichten erinnern, die eigene Verteidigung nicht zu vernachlässigen. Prompt wurde das übersehen und Gäste erzielten durch eine schmucke Kombi über rechts den Ausgleich (12.`). Um dann, so ab der 20. Minute, den Traktoristen einen tiefen Blick in den Schlund der Erkenntnis zu gewähren und ihnen unmissverständlich zu verdeutlichen: Eure Heimstärke könnt ihr euch ans Knie nageln, wir haben einen Plan!
Der ArgentumSechser holte sich in der 35.min seinen obligaten gelben Fleppen ab und kurz vor der Pause tat es der Raddatz-33er nach. Bis dahin hatte der sehr gute Schiri eine temporeiche, harte, aber extrem faire Partie sicher im Griff. Aus der die Torwächter herausragten und die Traversenfritzen teils in ungläubiges Staunen versetzte. Dort tummelten sich übrigens -neben vielen anderen zwielichtigen Gestalten- Ligagäste (Borussia, Ü100), Stadtteilhistoriker und Zigarrenraucher. Aber leider auch Väter, die offen zugeben, ihre Söhne bis heute nicht verstanden zu haben…
Walter hatte im Päuschen seine Herren gut eingestellt und die waren fortan in ihren Papageientrikots bereit, die alte, echte „SG Raddatz“ zu geben. Kurz, es war die Reinkarnation ihrer selbst, was die dann in der zweiten Halben anboten: Kombinationsfußball, trockene Abschlüsse und hervorragende Kampfmoral. Traktor seinerseits drückte, drückte und drückte. Konnte aber nicht netzen und dabei wollten die Ultras ständig seufzende doch sehen, wie Bens Reuse perforiert wird… Beispiel: Nachdem der „Mann ohne Hals“ (schön, wie sich Künstlernamen verselbstständigen und zu Eigennamen werden, nicht wahr?) in der 49.` brillant eingelocht hatte, stand der BoxiKäptn (der Phönizier hatte zuvor über rechts ordentlich den Pflug durchs Gras gezogen) am langen Pfahl frei und war doch tatsächlich die Murmel daran vorbeizuadressieren in der Lage. Und so ging es fort. Das Spiel. Fort ging es und verloren für die Gastgeber (hatten vorsichtshalber schon mal ein Fässchen Wernesblauer mitgebracht für die Reinickendorfer, nette Scheste!). Die Konter der Bunten saßen (wieder der Halslose und dann Jannik in der 70.min), die wütenden Angriffe der Traktoristen brachten keinen Ertrag. Sinnbild „1“ für deren erfolglose Spielweise war eine erwähnenswert unterirdische Eröffnung von hinten – Marke: „Komm, wir malen eine Sonne!“, die dann zum 1:5 führte. Sinnbild “2“ war der in der Nachspielzeit gepfiffene Handneuner, welcher vom Phönizier in die Pfoten des Sikstineiners zurückgegeben wurde. Der damit zum Helden des Abends avancierte, nachdem vorher seine Leute konsequent die Murmel nur noch rausgekloppt hatten. In sicherer Erwartung ihres Sieges.
Die Traktoristen gratulierten dann auch artig, durften sich über eine sich in Grenzen haltende Überheblichkeit der Sieger freuen und kamen bestimmt bald zu der Einsicht, völlig verdient verloren zu haben. War ja in letzter Zeit auch schon langsam unheimlich – die Siegesserie der Boxhagener. Sakra!
Insgesamt war es ein netter Pokalkampf mit einem würdig ermittelten Finalisten: Glückwunsch an Raddatz!
Übrigens wird die Mannschaft, welche den Pott dann holen wird, hoffentlich doch noch aufsteigen. Denn unsere vietnamesischen Freunde vom BeÄffZehZwoo gehören eindeutig in die Verbandsliga! Ernsthaft.

29.05.11 Sporting Mutante – Traktor Boxhagen 1:5 (1:1)
Guten Tag. Was soll man dazu sagen?: In der 2.min schredderte die Boxhagener Sphinx den Pampl (ein feines Urgestein der Rudower – mit größtem Anfahrtsweg immer). Der und Kiwi reklamierten (wie man das so macht, nichts Böses) und bekamen dafür beide Yellow. Aussa Kalten. Und das war der Moment, wo jedem hätte klar werden dürfen, mit welchem Schiri hier heute zu rechnen war: Du mußt die Schnute halten, egal was vorher passiert ist. Diese Pfeifweise ist natürlich völlig in Ordnung, nur sollte der Regelhüter diese brachiale Etablierung doch mit mehr Feingefühl umsetzen, weil so etwas hat bisher noch niemand erlebt! Schnell sei hier der Bogen in die (ca.) 60. Minute gespannt: Linde in weinrot foulte den Sporting10er weit in dessen Hälfte. Hotze war zurecht erbost und flog prompt mit Doppelgelb vom Platz! Ja, Sie lesen richtig! Und das macht man einfach nicht. Nicht in dieser Situation und schon gar nicht mit einem der energischsten, fairsten und auch besten Spieler der Liga! Und da war mitnichten etwa eine Schiri-Beleidigung im Spiel… Oder so. Wenn Dani der Kopf der Gauchos ist, so stellt Hotze den Inspirator, Kurbler, Vollstrecker und emotionalen Anführer dar – ein Sportsmann aus dem Bilderbuch! Und sachlich gesehen hätte der Traktorist einen gelben Fleppen sehen müssen…
Spiel war damit kaputt, obschon Traktor da bereits mit 2:1 führte (Dani nach einer halben Stunde mit Birnen-Ball nach Ecke, Sphinx zum Ausgleich sowie Linde mit Schussflanke von hinten -50.`). Fürderhin spielte der Gastgeber in Unterzahl, verkaufte sich gut und kämpferisch (Detta und der Saphir bekamen das schmerzhaft zu spüren), hatte aber nun wenig Chancen gegen die laufstarken Traktoristen (Goals durch die Sphinx, den ArgentumSechser -ebenfalls mit Gelb markiert- und nochmal Linde). Paule musste ebenfalls raushumpeln kurz vor der Sirene und Mutantes Pfeil war damit im Köcher verklebt.
Schade, alle hatten sich auf ein Schlagerspiel gefreut und das wäre es mit Sicherheit auch geworden. Der Pfeifenmann allein zog eine (unbedingt des Merkens würdige) Linie durch, mit welcher kaum einer klar kam. So gab es wie immer eine kollegiale Verabschiedung, jedoch aus genanntem Grunde entließen sich alle Freizeitballtreter dieser Partie in eine gewisse Ratlosigkeit.
Boxhagen brachte 5 Zugucker mit (die konnten parallel ein seltsames Mätsch zwischen Hajduk und Ü100 auch beglotzen) und noch aktiv auf dem Traktor waren: Achim, Großer, Phönizier, Herr Nielsen, Hurricane (Yellow, 27.`), Schildkröte und Zonk (!). Tschöh.

20.5.11 Traktor – Prenzlauer Berg Kickers 97 4:3 (1:3)
Es ist schon erstaunlich: Wo früher Traktoristen noch mit -bei allem Respekt- reaktionären Biertrinker-Fußball die Manegen zum Wackeln brachten, zeigt sich mittlerweile doch der eine oder andere bezaubernde Ansatz einer sich stetig vermehrenden Spielkultur. Als beispielsweise Cesar Luis Menotti die Albiceleste in den 70ern übernahm, war das ein ähnlicher Moment. In der Milchstraße des Balltretens. Silberland spielte fortan atemberaubend schön und hatte da einen Knaben in Reihen, der Ihnen, lieber Leser, mit Sicherheit bekannt sein dürfte. So ein Lockentrolli, der selbst im Schlaf jonglierte und einen fabelhaften Gerechtigkeitssinn aus seinem Barrio mitbrachte….
Also Traktor mit 2 souverän gewonnen Spielen letztens (Böswillige meinen über den FC Südsee ja: „Die sind der Furunkel am Arsch der Verbandsliga!“ – also bitte!) und derzeit fest in der oberen Tabellenhälfte etabliert. Und womit? Mit Recht. –
Die Brezelbörga hatten im Frühling zwei neue Leute eingebaut und das reichlich vertretene Publikum war gespannt auf die Künste dieser Kräcks. Und tatsächlich: der 12er-Philipp drehte einen extremen Kreisel in der ersten Hälfte um die Boxhagener Abwehr und hatte in SteffenRubio einen kongenialen Partner. Da haben sich zweie gefunden und sind ein Geschenk an die Liga! PBK mit schnellsten Vorstößen und länglichen Bällen auf ihre pfeilschnellen Stürmer – Traktor war perplex. Führte zwar mit einsernulle (der Große, 6.), musste sich aber mit ansehen, wie Philipp die Dinger kontinuierlich eintütete: 3x bis zum Pausenpfiff. Auf abgezockte Art und Weise, sehr schön! Dazwischen fanden die Gastgeber einfach keine Mittel, sich konstruktiv und interpretierend mit dem kompakten Konterspiel der Blauen auseinander zu setzen. Traktor sollte das Spiel machen und konnte nicht. Hm. Pause.
Und in der muss dann irgendetwas passiert sein! Einer von Eislers vermeldete, sich vom großen Regen, der unterdessen niedergegangen war, erholend, milde: „Die bekommen gerade heiße Ohren!“ in Richtung Traktor-Kabine. Wie auch immer, der merkte einfach nicht, dass die tolle erste Halbzeit seiner Männer nur ihre eigene Inkubationszeit gewesen sein sollte. Er konnte nicht wissen, welch ein Sturm jetzt heraufziehen sollte, nicht der leiseste Ansatz einer Ahnung der tödlichen Gefahr wohnte in ihm – sonst hätte er doch alle Knochen aus Prenzelberg in den Tresor noch schnell wegversichert! Er konnte schlicht nicht wissen, welche Epidemie jetzt ausbrechen sollte, mit welch roher Urgewalt die Traktoristen das Spiel an sich reißen würden und dem ihren Stempel, so groß wie das Fundament des Fernsehturmes, aufdrücken sollten!
Na, die Weinroten, so geknickt sie reingetrottet waren, so gestrafft betraten sie also wieder den heiligen Hauffgrund – bereit zu historischen Taten. Und hatten offensichtlich umgestellt: die Sphinx rückte auf die zentrale Position in der Abwehr, um den Zwölwa kaltzustellen, der Saphir machte sich auf halbrechts daran, den Rubio abzukochen. An dieser Stelle darf hier Ihr Autor seinen Respekt vor der KrachBummEnte bekunden, die mit diesen taktischen Kniffen nicht etwa nur reagierte, sondern tatsächlich dem gesamten Spiel seine Wendung gab (jaja, früher in „Sport aktuell“ hatte Ihr Autor nur Sinne für die Balltreter – erst jetzt wird dem klar, wie unendlich wichtig eine gute Führung von der Trainerbank aus ist). Jedenfalls Matti machte hinten erneut ein überrragendes Spiel und war omnipräsent (damit war das heutige Fehlen der Trude Unruh mal wieder hübsch kompensiert – Grüße an den Set!).
Der Große ging in der 73.min engagiert in den Sperrbezirk und konnte endlich den Torwächter der Gäste (Thomas: Bombenspiel!!!) überwinden. Vorher war der schon weich geschossen worden und nun brandete eine Flut von Ecken, Flanken und Raketen auf. Es war ein Festival der Chancen, eine Rhapsodie der Ballkunst, ein Gewitter des Willens. Sämtliche Traktoristen rissen sich erneute 25% Zusatzkraft aus ihren Herzen, liefen wie Geparden auf der Jagd nach der Gazelle. Die Blauen kamen nun kaum zum Atmen, ein Pressing der Traktoristen verhinderte dies. Die Sphinx krönte sich en passant und holte den linken Huf raus. Vom Äquator. Sollte wohl offiziell ein Pass werden, aber die Murmel war mit allen guten Wünschen ausgestattet und fand direkt ihren Weg in die Maschen (83.`). Ausgleich.
Nun entwickelte der Rest der Partie einen ungeheuerlichen Verlauf: nahm Züge epischen Ausmaßes an und es darf an dieser Stelle vorweg genommen werden, dass es das intensivste, aufregendste und spannendste Spiel von Traktor seit jeher war! Weinende Männer lagen sich in den Armen, andere waren schon leichenblass unter der Reling kollabiert und murmelten ohnmächtig, aber doch geschlossene Sätze wie „Einfach Wahnsinn!“ vor sich hin, den Sabber an ihrem Kinn negierend.
PBK hatte 2 große Schanksen in der zwooten Halben und verwertete die unverständlicherweise nicht. Traktor im Gegensatz warf wirklich alles in die Waagschale und wurde in der vorletzten Schlusssekunde durch den Lacki Pansch (Weltsituation des Großen, der rechts am Strafraum eine fußballerische Ballade dichtete und die heranrauschende Sphinx dann bediente – peng!) belohnt. Unglaublich, magisch, irre (diese Zeilen übrigens sind, auf den Knien und in tiefster Dankbarkeit verfasst, eine offizielle Würdigung dieser heutigen Leistung; aller)! Aber das Ding war noch nicht durch! Der gute Schiri (2x Yellow an Traktor, drunter machen die es nicht mehr) pfiff noch einen Freistoß für die Gäste. 16 Meter. Thomas stellte sich vor Detta – Torwächterkopulation. Traubenbildung. Ablage, Schuss. Der Sekundenzeiger blieb stehen. Der Boxenwächter überlegte. Fausten? Fangen? Übergreifen! Über die Latte lenken, na klar! Abpfiff. Ejakulation.
Helden des Abends neben den Erwähnten: Graf Schenk, Hurricane, Linde, Herr Nielsen, der Phönizier, das Sammerle, Achim und die Schildkröte.
Ebenfalls beeindruckend dann war das gemeinsame Einnehmen von Erfrischungsgetränken zusammen nachspiels. PBK ist ja ein „Fossil“ der Verbandsliga, seriös geführt und hat mit dieser Truppe doch alle Zukunft…Da standen dann weit über 40 Menschen zusammen, klönten, lachten, analysierten und versicherten sich ihrer gegenseitigen Achtung. Freizeitfußball! –
Das also war angaschiertes und herzhaftes Balltreten der Männer in weinrot. Jesus! Menotti übrigens hat weiland tatsächlich noch mehr an der Seitenlinie gequalmt als die KrachBummEnte heute abend. Ach, Menotti! „Eine Mannschaft ohne Abenteurer ist wie ein Land ohne Poesie“, so sprach der einst. Ein Wissender, der das „juego bonito“ etablierte, sich 78 von Videla nicht zum Mundial gratulieren ließ und dann nach Katalonien sich aufmachte… Aufmachen werden sich Traktoristen übrigens nächsten Sonntag Richtung Golfplatz „Taiga Wutz“ (ky), um bei den derzeit echtesten europäischen Gauchos von Tante Mu anzutreten. Das wird schön! Erstaunlich schön. Auf die Völkerfreundschaft!

14.5.11 FC Südsee – Traktor Boxhagen I 0:4 (0:1)
Es wird kolportiert:
Dass der Gastgeber wie immer ein einziges optisches Harlekinkostüm war.
Dass die erste Halbzeit eine der härtesten war, die Boxhagener je erleben durften.
Dass Südsee sich hinten rein stellte und mit ihren schnellen Leuten auf Konter lauerte.
Dass das auch gut klappte, Traktoristen in einen Riesenkampf mussten und mehrmals Glück hatten, nicht in Rückstand zu geraten.
Dass die Trude Unruh heute vorne spielte und rund um die Halbzeit die ersten Tore verantwortete.
Dass der Große (besonders starke Partie wohl) und Hurricane in schöner Regelmäßigkeit erhöhten.
Dass den Blauen hintenraus die Luft ausging und Gästen kleinödliche Spielzüge gelangen, inklusive Versemmelungen von Welt.
Dass ein Schiri da war, viele Karten zückte und von draußen jeweils gepöbelt wurde.
Dass der Filius Ihres Autors an diesem Tage seine Jugendweihe beging.

06.05.11 Traktor – FC Berlin 05 7:0 (4:0)
Endlich mal wieder Heimspiel in se holy Hauffgrund! Diese arroganten Auswärtssiege gingen einem doch ganz schön auf den Sack in letzter Zeit und heute Abend verschönerten 16 Zugucker den letzten Rest der Werkwoche – geballter Sachverstand auf den Traversen. Die „Schmerzen-tun-nicht-weh!“-Revue also gastierte heute daheim, oder wie Manu Chao auf die Frage „Wo ist Ihre Heimat?“ antworten würde: „In diesem Moment!“.
Die schönen Hohenhausener brachten 2 Wechsler und eine reichliche Punktausbeute von vergangenen Wochen mit. Haben offensichtlich ihr Rezeptchen gefunden, vielleicht sogar auf Anempfehlung seitens Boxhagenern (siehe Spielbericht vom 21.11.10). Und haben einen tollen Torwächter!
Der Gästeplan war so genial wie einfach: angreifen, Traktor schwindlig spielen, schnell viele Tore machen. Der ging auch fast auf; nur die letzte Komponente wurde nicht umgesetzt. Ansonsten: Neumanns Ballstreicheleinheiten verzückten die Protagonisten beiderseits, Pfosten zerdellten unter den Raketen der GrünWeißen, Boxenwächter im Dauer-Alarm. Einwurffestival für Angereiste, Ballverluste der Heimmänner – Motto: „Wenn ich mal an einem Gegenspieler hängen bleibe, bin ich ganz doll und offiziell empört!“
Die KrachBummEnte hatte nach 16 Minuten genug von diesem Firlefanz gesehen und schickte den ArgentumSechser auf das Feldchen. Und das war das Zeichen für die Sphinx, ab sofort das Spiel ihres Lebens zu machen: Pass auf Graf Schenk, 1:0. Capitano wusch nach, 2:0. Der weinrote 3er war fortan an jeder Situation beteiligt, sprintete von einer Eckfahne zur anderen, holte die Bälle für die Mitspieler, beballerte die Gästereuse, spielte herzerweichende Pässe – selten war jemand so eindeutig der Mann des Spieles! Machte höchstpersönlich das Vierte (auf Initiative des Großen; vorher noch der Pönizier nach bekanntem Solo-Galopp) und führte die Mannschaft als Regent. Keck, bescheiden und schöpferisch.
Die Gäste verfielen baldigst in tiefe Einsicht; interpretierten aber ihre Rolle immer ambitioniert, sportlich und höchst fair. Deren 13er bspw. ist ein Recke von der geschwinden Gestalt, ihre Stürmer sind findig und beweglich und über ihren Kiepa sind ja schon lobende Worte gefallen.
2 Sachen noch zu Halbe 1: Relativ zeitgleich verletzten sich der Saphir und Kollege Neumann bei Gästen (so um die 20.`). Während allerdings letzterer sich an der Seitenlinie fortan dem Laster hingab und verträumt seinen Kameraden zusah, kam der Traktorist nach einer halben Stunde auf den Teppich zurück. Hatte seinen Porzellanknöchel schlicht ausgetauscht bezettweh ignorierte sein Problem. …Schmerzen tun nicht weh! – dahammwattja.
Ein feinfühliger Schiri besah sich nach dem Päuseken eine erneute Druckperiode der GrünWeißen, analog zum Beginn (zückte allerdings mit Recht 2x hellen Karton gegen sich wehrende Traktoristen). Herr Pupetta musste sich nun öfter ganz lang machen und sämtliche Ecken seines Bassins austauchen. Mühselig, die „Null“ aber schon fest im Visier habend.
So um die 55. Minute übrigens öffnete das Boxhagener Kuriositätenkabinett für einen Moment seine Pforten, als der Große gelegt wurde und der seinen Freistoß innerhalb des Sperrbezirkes zusammen mit Herrn Nielsen ausführen wollte. Irgendwie sagten sich alle anderen: „Hejh, dit is dochn Neuna dann, wa?“, nur die beiden Mondaugen besprachen sich eine Ewigkeit und tüftelten zahlreiche Varianten aus. Alle waren paralysiert und erst als der Schiri mit seinem rechten kleinen Finger auf den Punkt zeigte (da war der „Freistoss“ tatsächlich schon ausgeführt, mit 2x Innenpfosten) und der für diesen Unfug wenig Verständnis zeigende Phönizier den Penalty gnadenlos eingehämmert hatte, war der Spuk vorbei.
Aber der Große beschritt nun den Pfad der Erkenntnis und machte das halbe Dutzend selber voll kurz darauf. Linde dann (nach 8 Wochen Verletzung mit Kammbäck heuer) mit viel Stil setzte den Schlusspunkt. Alles unter der göttlichen Regie und Hilfe der Sphinx, wie schon erklärt.
Auf dem Traktor zudem rauschten heute noch Kollege Bolz-Hauer und das Sammerle durch die Sinne der Ultras draußen. Olivenöl von Kreta und Vinylscheiben wurden da ausgetauscht, 20%-ige Gehaltserhöhungen verkündet und über markigen Sprechblasen schimmerte eine ausgedehnte Zufriedenheit durch die Pupillen der Menschen in weinrot.
Schönes Wochenende.

30.4.11 N.K. Hajduk Berlin – Traktor Boxhagen 1:11 (1:1) – (POKAL)
„Two Gallants“ sind tot! Sicher, Adam Haworth Stephens ist da gerade ein superbes Pop-Album gelungen. Allein ohne seinen Schießbudenbeisitzer Tyson Vogel ist das alles nur ein Viertel wert: Das Verschwitzte, das Gepresslufte, das Schräge, das Apokalyptische und vor allem das Ehrliche fehlt einfach und so fährt Freund Adam die Sache wohl zuverlässig an die Meenstriehm-Wand. Selbst mit Ukulele.
Apropos „Viertel“: Traktor heute in KölleNeu auffa Haarlemer bei den dalmatinischen Räubern im Quarterfinale des Heiderich-Pokals zu Gast!
Die Geber mit begrenzten Wechselmöglichkeiten (teilweise angeknackst auch) ausgestattet und Goran war erst gar nicht dabei. Traktor seinerseits mit vollster Kapelle, konsequent kompensierend das Fehlen einiger Führungsspieler inklusive Übungsleiter. Schiri im schönsten „albiceleste“. Ring frei!
Boxhagen zog das Spiel überraschend mächtig an sich, organisierte mondäne Eröffnungen, zartbittere Abschlüsse sowie stoische Verteidigungszeremonien. Machte in Minute 30 die Führung durch Herrn Nielsen (nach Balleroberung der Sphinx nebst güldener Ablage). Stand semipressend bei den Hajduken und belies die gedrückt in eigener Hälfte. Allerdings mit reichlich mangelhafter Schanksenverwertung. Der große Dario wechselte sich dann ein und siehe: Füchslein roch die Möglichkeit und schob den Ausgleich durch die 43. Minute.
Ein Halbzeitergebnis, welches auf den Rängen noch ein enges Spiel versprach…
Aber ach! Die weinroten Abwehrer Saphir (Kopfstoß nach Ecke) und Achim (zog mal von rechts hinten los und zimmerte das Kügelchen ins Eck) übernahmen Verantwortung und brachten Traktor mit 3:1 in die Führung. Dies nun fanden alle Complizen interessant und donnerten fürderhin einen Hagel in die Hajduk-Reuse: 2x Großer, der Phönizier, 2x Sphinx (nach teilweise schönem Flankenwechsel durch Tommy), Trude Unruh (durfte sich auch mal wieder vorne ausprobieren), Graf Schenk sowie Kollege Bolz-Hauer (als heutiger Neu-Reinriecher). – Dahinein ragten 2 dicke Möglichkeiten von Dalibor und einige Freistöße für die Gastgeber; alles ohne Ertrag. Gelber Karton wurde auch noch gezeigt – je 3x.
Endliche Analyse ist relativ einfach: Hajduk verfügte heute nicht über ausreichend stabile und variable Kräfte und scheiterte daher an der physischen Überlegenheit von Gästen. Nicht mehr und nicht weniger.
Interessante Rand-Details: So leise hat der Osthafen Britz wahrscheinlich noch nie die Spieler in Nike-Weiß erlebt, Hurricane und Herr Pupetta entpuppten sich bei den Weinroten als starke Steuermänner eines nüchtern inszenierten Vortrages und ein drolliger Zugucker („El Furio“ – manchmal schier von der Leine gelassen) fungierte als Namensgeber für heutige Boxhagener Spielweise: furios.
Die oben erwähnte Platte von Adam Stephens übrigens titelt unter: „We live on cliffs“. Traktoristen springen auch mal gerne drüber. Und leben weiter.
Ihr Autor hat sein „Viertel“ in der Raucher-Lounge des „Hotel Libau“ jetzt hinter der Binde. Nächstens darf es dann schon ein „Halbes“ sein. Gegen Raddatz, na bitte.

16.04.11 FFC Friedenau – Traktor Boxhagen 4:7 (2:4)
Nach dem Nichtkampf letzte Woche gegen Nordpol endlich wieder Spiel für die Weinroten! Innerhalb ihrer „Schmerzen-tun-nicht-weh!“ – Revue. Heuer bei den freundlichen Blauen derer von der Friedlichen Aue: Gegen den FFC taten sich Traktoristen in den letzten Jahren allerdings immer recht schwer…
Gastgeber mit einem Wechsler, immerhin. Boxis mit dreien, darunter der TrosinaStäff als 4ziger Import (sollte noch schwer wichtig werden, jawoll!). Hurricane mit frisch skalpelltierter Pfote coachte an der Slack-Line, da die KrachBummEnte kurzfristig erkrankt war. – Samstag 10.00 Uhr auf dem Vorarlberg; Sonne.
Schon in der 3.`ergab sich eine Großchance für den Phönizier nach edlem Vortrag des Saphirs – Pfosten. Allein die Blauen gaben früh schon zu erkennen, mitspielen zu wollen und antworteten nach 5 Minuten mit einem scharfen Ball, den Herr Pupetta auf der Boxenwacht unter Aufbietung all seines Könnens fangen konnte (war in seinem Vorleben immer die Strohpuppe beim Völkerball). So ging das eine Weile und vorrangig Traktor war an der Nutzung von Chancen desinteressiert. Erst Herr Nielsen nach 21.min machte dem Null-Spuk ein Ende und knatterte eine Rakete unter aufmerksamer Zuhilfenahme eines Blauen in den Vorhang. Alles als logische Konsequenz des Bisherigen. Doch keine 4 Sekundenzeigerumdrehungen später foppte Friedenau zurück und erzielte den Ausgleich, nicht schlecht! Jetzt ging es Schlag auf Schlag: Traktor wütend mit dem Großen über rechts unterwegs und dieser Schachboxer zimmerte doch einen blendenden Pass in des Gegners Abwehrrücken, so daß der ArgentumSechser (Sperre abgesessen) sein Eisbein nur noch dran zu halten brauchte – 1:2. Dies sich genau besehend, ging der Phönizier in einen seiner beliebten Sprints und machte nach, alleine. Also quasi als sein eigener Flankengeber und Vollstrecker, 1:3. Der Blonde im Gastgeberverteidigerzentrum herrschte seine Kollegen an mit: „Ihr steht nur rum!“. Verehrtester, das ging bisher noch jedem so und wenn die Kanonenkugel auf dich zurollt, flüchtest doch auch Du aus Deiner Gießerei bzw. machst Dich am liebsten unsichtbar. Alles eine Frage der Relation und hier darf also angemerkt werden, daß die Blauen eben nicht etwa zu langsam waren und schon gar nicht gedachten, zu verlieren (trotz dieses erfrischenden Auftrittes des pfeilschnellen 32ers in weinroter Schürze). Kämpften schön und spielten ihren trockenen Stiefel, Motto: „Nur der Mittelmäßige ist ständig in Bestform!“. So auch in einer Situation, als die Trude Unruh nach Pferdekuss am Boden lag und dessen Traktoristen die Pille nicht erobern konnten oder ins Aus wenigstens murmelten – 2:3.
Und ab hier entwickelte sich ein völlig anderes Spiel, alldieweil neben dem Libero selbst auch noch der Saphir humpelnd das Geläuf verließ. Zwei der elegantesten Kampfschweine des Berliner Freizeitfußballs kamen geduscht zur 2. Hälfte zurück und fehlten also fortan ihrer Mannschaft. Kurios dann die Aufstellung phasenweise: der Falke als linker Außenabwehrer, Graf Schenk zentral vor Detta – wirklich zum Schmunzeln (Herr Nielsen hatte noch kurz vor der Bimmel das Vierte für Gäste fabriziert). –
Herr Pupetta im exklusiven Halbzeit-Interview schon orakelte: „Ich habe kein gutes Gefühl!“ – und, ja, sollta recht behalten! Traktor (nach recht vernunftbegabten Wiederbeginn, z.B. die Sphinx mit herrlichem Sturmlauf und gutem Abschluss) jetzt konfus, ohne jede taktische Ordnung. Seiden und trist wurden elend lange Sololäufe gestartet, die zuverlässig versandeten. Ballverluste, himmelschreiende. Reklamationen, Rechthabereien fürchterliche. Friedenau, schlau schielend, erkannte die Chance und lochte 2x ein, Ausgleich verdienter.
Der TrosinaStäff hatte übrigens sein Balltreter-Kostüm im Kabinchen übergezogen und ging nun auf den Platz als Geronto-Traktorist. Machte allerlei derbe Faxen vorne, nur nicht auf seiner zugewiesenen Position hinten rechts. Und einmal rasselte der im Luftkampf mit dem Friedenau-Kiepa zusammen (74.`) und beide verweilten kurz auf dem Teppich. Ein Schiri hätte möglicherweise „Angriff im Fümwa mit Yellow gegen Boxhagen“ gepfiffen. Na, jedenfalls schlug jetzt die Minute des blauen Zehners (welcher ständig seine emotionale Betriebstemperatur inzwischen erhöht hatte): der setzte sich nämlich mit 2 akuraten Vollspannstößen in Szene – an Hals und Kopf des Liegenden in weinrot. Rudelbildung, Deckungen gingen hoch, die Haken waren kurz vorm Rauskommen. Juhu und heidewitzka, da ging der Punk ab! Das Ding stand jetzt kurz vor dem Abbruch und die Gäste hatten alle Hände voll zu tun, ihren Mann aus dem Getümmel zu schleppen. Draußen dann -nach längerer Abkühlungsphase- kümmerte sich ein jetzt offensichtlich erschrockener Täter dann rührend um sein Opfer, selber also unten bleibend. Die Meute hatte unterdessen auf „Weiterspielen“ gedrückt und leicht beschämte Gastgeber gestatteten den Traktoristen in Unterzahl 3 weitere Tore (Eigentor und die beiden ganz starken Stürmer Großer und Phönizier), nicht ohne selber auch eine sensationelle Parade von Detta erzwungen zu haben. Achim noch mit Stangenschuss. Draußen Deliquent und Malträtierter im angeregten Plausch über das Große und Ganze; Muppet-Balkon.
Nun, „Arbeitssieg“ wäre der falsche Begriff. Es war ein rundweg schwieriges Spiel mit unwürdigen Szenen. Nur gut, daß die Parallel-Partie zweier G-Jugendmannschaften früh schon zu Ende war. Den Buben wären die Augen rausgefallen und ihre Eltern hätten echte Irritationen durchleben müssen. Ekelhaft. Einzig das Resultat geht aus Gästesicht in Ordung: Dittisja, wie wenn sich Olivia Newton-John daun beise Bänks offsieh Oheijo räkelt und anmutig sirent „Na, habta euan Angstjegna jeknackt?“.
Kleiner lukullischer Tipp am Rande: Hühnerhaus am Görli. Die Hafthähne sind göttlich und 2 Traktoristen futterten vor Schichtantritt noch herzhaft. Glück auf!

03.04.11 SG Raddatz – Traktor Boxhagen I 0:2 (0:1)
Wechsel an der Tabellenspitze? Es sind ja zur Zeit ligaweit einige Imponierte, Verärgerte, Entzückte oder auch Verwunderte damit beschäftigt, diese VL-Saison zu interpretieren. Und all jene, die eingangs vor der grünen Lampe geunkt hatten, „diese Serie ist so stark wie nie bestückt“, haben gerade gutes Recht.
Also, wie spielt heute wohl Borussia Berlin? Bei einem Sieg nämlich sind die sportlich gesehen ganz vorne – wenn man ihre 3 Punkte gegen Nordpol im Herbst dazu zählt. Der Meister hat noch gar nichts abgehakt und kommt mit 7-Meilen-Stiefeln angeschmettert; hat eine beeindruckende jüngere Bilanz vorzuweisen und spielt während des Entstehens dieser Zeilen bei den 05ern („Neumann – 3x klingeln!“). Nur gegen Traktor, da gab es dieses sagenhafte 1:1 im Hauffgrund…
Ja, und hier, lieber Leser, hier nun weisen wir auf den Zusammenhang hin: Boxhagen heute zu Gast bei der SG Raddatz. Mal nicht in den Borsigbeeten, mal in der Aroser Allee. Eine der feinsten Ecken Berlins. Lässig Sonntag früh um Neune.
Bei den Gästen hatte unter der Woche der Phönizier eine Hochzeit glatt abgesagt, um an diesem Mätsch teilnehmen zu können! Zudem konnte die Sphinx, mit ohne Zähne, die Arena betreten. Dafür Linde und Sterni am Großen Wummsee in der Reha. – Raddatz seinerseits hatte das komplette Swing-Orchester aus Erstwählern und Burschenschaftlern aufgebaut und Walter flanierte mit Taktstock im Futteral an der Seitenlinie; sinnierte mglw. noch über die Pleite gegen die FußiAmateure letzte Woche…
Spiel: Gleich in der 1.min kreierte Hurricane (über den Großen und Herr Nielsen, beide ständig ballaffin) eine erste größere Chance; hatte ja noch im Herbst Raddatz fast im Alleingang füsiliert. Einen Husten später rechtfertigte Herr Nielsen seine Startaufstellung mit einem formidablen Schuss und Ben im Gastgeberleihhaus hatte alle Hände voll zu tun. Im Gegenzug zwang der „Mann ohne Hals“ den Boxenwächter zum Ausdruckstanz auf der Linie. Ging gut los und von draußen konnte kein anderer Eindruck zutreffen, als daß hier alle Freizeitballtreter wussten, um was es heuer ging. Traktoristen hatten übrigens eine 11-köpfige Ultra-Hydra mitgebracht und heimsten so den Traversen-Dominanz-Pluspunkt schon mal ein.
In Minute 9 zwirbelten die Weinroten zwei Ecken durch den Sommerwind – dies machte Raddatz fünfe drauf ebenfalls; keine Früchte jeweils. Ab der 20.min drehte die Heimcombo dann richtig auf und Herr Pupetta war mehrmals in der Folge zur Auszeichnung verdammt. Auch glitten einige Striche am Kästchen vorbei und Raddatz war nun im Spiel. Jedoch der Phönizier erkannte die Wichtigkeit von Gegenwehr: zelebrierte einen seiner Freude verbreitenden Flügelläufe und rollte sich und Ball in den Sechzehner. Es war, als würde Bonnie Tyler dem CockerJoe ihr Mikro zuwerfen – geballtes Reibeisen ging da durch des Gegners Abwehr. Hinterließ Spuren wie Kyrill am Rennsteig 08 – eine Rodung. Wie der Lenker eines römischen Kampfwagens, wie eine „Königin mit Rädern unten dran“ infiltrierte der die weiße Hintermannschaft, um dann in deren Fümwa wie Phönix aufzutauchen und, eine heillose Verwirrung vorher noch anrichtend, einen interstellaren Pass auf Herrn Nielsen zu körpern. Dieser hatte sich einiger wichtiger Verpflichtungen wegen schon länger im Raddatz-Sechzehner aufgehalten und haute den Komet in die Reuse – 0:1 (29.`).
Es wogte. Freistöße und Ecken en gros auf beiden Seiten. Seitfallzieher der Sphinx hauchdünn daneben. Großchance des Phöniziers in der 44., als der alles richtig machte und in den Abschluss kam. Und die Pille ganz seltsamerweise vorbeisemmelte. Optimaler wäre hier noch das Abspiel auf Hurricane gewesen. Dies frustvoll erkennend, organisierte sich die Kanonenkugel einen gelben Karton wegen Aufgeregtheit. Pause.
Raddatz mit Pauken und Trompeten wieder auf den Teppich und wollte kämpfen. Kein Problem für die Traktoristen und in der Folge sahen die Zugucker eine Schlacht mit doch größeren Vorteilen für die Reinickendorfer. Schiri konsequent, immer die Tröte im Mundwinkel. Nur einmal, so ca. nach einer Stunde, holte der Luft statt zu blasen und verweigerte Jannik einen Neuner. Hätte man durchaus geben können! Das Sammerle im Gegenzug holte einen Freistoß an der Mittellinie heraus und Herr Nielsen eine gelbe Karte (wegen Entrüstung). Detta wieder unter Dauerfeuer, hatte aber mit sich und den drei Abwehrern aus Boxhagen das Glücke des Tüchtigen auf seiner Seite.
Raddatz verhielt sich übrigens prinzipiell fair, in allen Situationen. Da hat Walter seine Jungs doch gut im Griff und ist auch ansonsten nicht einer jener, die ihren Hund „Uwe“ nennen, einen Apple-Aufkleber auf ihrem Baumarktfahrrad haben und sich längst jenseits der 40 noch die Haare geelen. Jepp!
Amüsant die 75.min, als Raddatz einen Hunderter Nagel als Standard ins Trak-Tor feuerte, sich aber schnell bewußt wurde, daß das Ding eben nur „direkt“ ausgeführt wurde. Detta lies lethargisch passieren und kannte die Regel. Vorne bei Gästen arbeiteten noch der ArgentumSechser (manchmal noch im Nebel der Unantastbarkeit) und der Falke engagiert – hinten organisierte die Trude Unruh ihren Laden mit Achim und dem Saphir ganz konzentriert. Zeit verrann.
Jannik, immer stürmischer werdend, legte den Letztgenannten und bekam ebenfalls Yellow. In den letzten 10 Minuten gab es wieder ein Gleichgewicht auf dem Feld, nur draußen kollabierte der „Eiffabibbsch-Fanklub“ vor lauter Aufregung. – Und jetzt der Höhepunkt des Spieles: Schiri zeigte noch 4 Minuten Bonifikation an. Ben (mit der knallhärtesten aller Torwächter-Nummern – 69) vielleicht hatte das nicht mitbekommen und spielte nun schon auf der Mittellinie mit. Und in einem Anflug von Wahnsinn stürzten drei Weinrote auf den drauf, eroberten das Spielgerät und der Phönizier im Schneckengang netzte ein. Ein Wort zu dem noch: die oben erwähnte Hochzeit war seine eigene…
Pumpe.
In summa waren die Raddieschen einen Tick besser und spielten volle Pulle. Allein Traktor war kaltblütig und hatte nur den Mittagsbraten im Sinn. Herr Pupetta seinerseits kann sich eine „Null“ an die Tapete malen und im Boxhagener Land (da findet aus Gründen gerade eine Sammlung für die KrachbummEnte statt) ist man sorgfältig begeistert. Und hat nicht „Buxe voll“.

27.03.11 Hajduk Berlin – Traktor Boxhagen 3:4 (0:3)
Haarlemer, oben, halb 12. Schiri da, Zugucker auch. So bspw. der ArgentumSechser bei Gästen, der heute seine Rotsperre aus dem Schlaff-Spiel ein 2.x abhockte, Maynard, schaue Kinderchen oder auch ein Paar Rudower. Auffällig auch, daß Hajduk alle Kämpen an Bord hatte (teilweise allerdings noch angeschlagen), aber Traktor eine relativ „neue“ Mannschaft an den Start brachte: Herr Nielsen, das Sammerle und Schaffi fungierten als Gäste aus der Zwooten bzw. der 4ziger. Und das war ein dicker Schlüssel zum Erfolg, weil diese Traktoristen torgefährlich waren und dadurch tatsächlich das schmerzhafte Fehlen der verletzten Außenboxis sowie der „Sphinx“ (au Backe!) vergessen machen konnten.
Traktor spielte die erste Halbe gefällig und belohnte diverse Flügelläufe mit Erfolg (Phönizier, Saphir, Schaffi). Die Gastgeber fanden noch keine richtigen Mittel, um ihre gefürchtete Dominanz auf dem Teppich zum Blühen zu bringen. Das übernahmen erst einmal die Weidenkätzchen am Teltow-Kanal.
Aber dann: Früh nach Wiederanpfiff verbrachte Goran einen astreinen Neuner an Herrn Pupetta vorbei in die Boxhagener Reuse. Und die Hajduk-Spieler wurden immer stärker jetzt! Da hinein fiel das 1:4 durch das Sammerle, welches vorher schön mit dem Phönizier und Schaffi über rechts kombiniert hatte (Abstauber). Der Trude Unruh (machte fast alle Stiche gegen Ivan) schwante hinten indes einiges und nach erfolglosen Traktor-Angriffen netzten die Weißen zweimal. Können die ja immer superb, im Sperrbezirk die Murmel laufen zu lassen und den freien Nebenmann zu antizipieren. Goran gar hatte den Ausgleich auf dem Fuß, erschrak aber wohl kurz über den sich schnell zum Michelin-Männchen aufgeblasenen Boxenwächter und schnibbelte das Rundstück nur an den Balken.
Hajduk hatte jetzt aufgemacht, doch die Traktoristen vermochten keinen Konter mehr zu setzen (Gastgeber hatten auf der Torwächterposition umgebaut und ihren Zyklopen mit dem kriegerischen Wesen nach vorne erfolgreich beordert; Traktor noch 2x Alu) – verteidigten dafür aber hinten hervorglänzend schön (stark die Umsetzung nach Balleroberung von Achim durch den Großen und Hurricane!) und rettete den Dreier ins Ziel.
Yellow gab es auch mehrfach, egal: beide Mannschaften gaben alles, spielten gut zur Ansicht und verhielten sich prinzipiell fair. Die Weinroten am Ende etwas glücklich, aber nicht unverdient Gewinner.
Der Oldie mit den langen Haaren und der 10 auf dem Rücken übrigens kutschte Ihren Autor dann smofte ins Hotel zurück und überließ dem sogar noch eine Vase „Karg“. Welch eine Wertschätzung!

11.03.11 SV Traktor – SC Schlaff Berlin 7:2 (4:1)
Irgend etwas ist los in der V-Liga: schlechte Stimmung, vergiftete Atmosphäre, Politik am Grünen Tisch… Dazu später mehr.
Wieder Flutlichtspiel: immer freitags, immer im Hauffgrund, immer bei Martin. Maynard kam auf einer weinroten (!) Simson (Bj. 1950) vorgerudert und die Gäste brachten eine imposante Brigade Spielerfrauen an den Start. Die müssen da irgendein Hahn im Korb haben – sehr schön.
Traktor praktizierte den Sinn des Spieles gleich nach 2 Minuten erfolgreich, als Sterni einen fühligen Pass von rechts auf den ArgentumSechser zu adressieren in der Lage war und der Kapitän mit leichter Unterstützung der weißen Abwehrer einschieben konnte. Nun ließen die Weinroten hübsch die Murmel laufen und vergewisserten sich ihrer mittlerweile erhöhten Spielkultur. Früher kompensierten die ja noch ihre spielerischen Defizite mit den Urtugenden des Kampfes, heute geht schon mal einiges auch fußballerisch. Je nun, in diese Phase des Berauschens an sich selbst brach ein Weißer rechts in den Strafraum der Boxhagener ein und erkämpfte seiner Truppe einen Neuner: Das war der Ausgleich (12.`) aus dem Nichts. Die Traktoristen waren leicht irritiert und wandten in der Folge ein Mittel erfolgreich an, welches sie bis dahin eher in ihrem Repertoire versteckt gehalten hatten – den Fernschuss: Großer (18.`), Phönizier (23.`) und die Sphinx (29.`, nach biblischem Zuspiel von Bauhaus). Alles hart, platziert und zwingend. Allerdings verletzten sich noch vor dem Pausenpfiff beide Boxhagener Außenabwehrer schwer (glatte Bänderrisse, wie sich später herausstellen sollte) und die KrachBummEnte warf Achim und die Schildkröte ins Rennen (Achtung: Hier setzt kein Klagen über Unfairneß beim Gegner ein – Linde und Sterni nahmen es markant sportlich und humpelten unter die Dusche).
Die letzten 45 Minuten begannen mit Yellow für den Schlaff-Zehner (Patrick hatte sich heute ganz listig die 5 übergeworfen und sollte immer stärker jetzt werden) und für den Phönizier. Erste Pöbeleien. Die Trude Unruh, in ihrem überzeugten Gefühl, sich auf die neue Situation in ihrer Abwehr trotzdem verlassen zu können, schlich sich 2x nach vorne und rummste fett ein. Damit war das Ding durch, 6:1. Kurioserweise machte sich aber Abed (als Libero der Weissen in dieser Zeitung schon mehrmals als „Mann mit großem Sportlerherz“ beschrieben) auf und trieb sein Privat-Duell mit dem ArgentumSechser immer mehr auf die Spitze. Der Traktor-Kapitän ist ja nun keiner, den man so schnell aus der Ruhe bringen kann. Der ackert lieber im Stillen und so mancher Gegenspieler musste lernen, das Abprallen von dem elegant zu Ende zu bringen. Jedenfalls rutschte Abed nach einem Zweikampf („Du komm mal wieder aufs Feld, dann bist du dran!“ zu Graf Schenk) die Hand aus und der Schiri schickte beide mit Rot runter (ca. 73. min). Während der Sechser der Traktoristen besonnen von der Seite weiter zuglotzte, schimpfte der Schlaffspieler wie ein Rohrspatz und führte Rumpelstilzchen-Tänze hinter seinem Tor auf. Das F-Wort fiel mehrfach (nicht galant vor den eigenen Bräuten, gar nicht!) und spätestens bei dem Satz: „Die sind ja genauso wie Raddatz!“ stutzte Ihr Autor doch und wurde hellhöhrig. Nun ist es ja den Schlaffis nachzusehen, daß die durch die unsäglichen Vorkommnisse beim Raddatz-Nachholspiel (landet hauptverhandelt Dienstag vor dem Verbandskadi) etwas irritiert sind. Kann jeder gut verstehen. Aber Traktor damit gleichzusetzen – das geht zu weit, lieber Abed und lieber Aladin! Die Boxhagener schlagen nicht, sie entwürdigen ihre Gegner niemals und schon gar nicht bringen sie Hunde mit und bedrohen die Anderen. Sie säen und ernten, erziehen ihre Kinder und hoffen, daß die Kernschmelze in Japan ausbleibt. Aber für 90 Minuten explodieren die und freuen sich, „Traktor Boxhagen“ zu sein. Dürfen die nämlich. Und geben jedem die Hand nachher und verabschieden sich vorbildlich, auch nach Niederlagen. Bei den Gästen taten dies heute nur deren Capitano (unter „Daniel R.“ als Feingeist und bester Reduzierer im Blätterwald bekannt) und Patrick. Und der hätte nun am ehesten Gründe gehabt, sauer auf die Boxis zu sein: rieb sich doch dieser Knöchelzauberer in unzähligen Kämpfen mit der Traktor-Abwehr auf und wurde x-mal auf den Teppich geschickt…Machte übrigens das 2:6 und holte kurz darauf noch einen Neuner heraus. Jedoch Aladin (?!) setzte die Kugel über die Latte. Diese Demütigung -überhaupt die Idee, vom Torwächter des Gegners im Penalty attackiert zu werden- vergrätzte Detta doch sehr und er schubste die Murmel ein letztes Mal zum Großen, der in der allerletzten Minute einnetzte dann.
So. Nochmal: Das Freizeitballtreten ist ein Wert an sich und wird weiter an Zulauf gewinnen. Weil viele Jungen ihre Profiträume realistischerweise ad acta legen, anständige Berufe lernen und nur nebenher kicken. Die Zeit der Theken-Truppen ist vorbei und jahrelang haben Mutante, Borussia, Varazdin, Friedenau oder auch die Concordia aus Mahlsdorf hier schon Vorbildliches geleistet. Die verbalen Entgleisungen in der Liga müssen schleunigst aufhören und manches Gejammere über zu viel Härte ist unangebracht. Traktor steht für ehrlichen Fight und hat den Anspruch, das mit fairen Mitteln unter der Regie eines Pfeifenmannes zu praktizieren. Für Boxhagener existiert kein Hass oder dergleichen. Okay? In der Überzeugung, daß sich Abed längst wieder beruhigt hat (dessen Verein ist einer der am überzeugendsten geführten in der Stadt) und sich seiner eigenen besten Eigenschaften besinnt, verbleibt Ihr Autor mit einem freundlichen „Schönes Wochenende!“.

04.03.11 Traktor Boxhagen I – Borussia Berlin 1:1 (0:1)
Die Heimat hat sich schön gemacht und Tau blitzt ihr im Haar…
Märzen mit Schmerzen? Das Programm für Traktoristen aus der Verbandsliga ist, gelinde gesagt, anspruchsvoll in den nächsten Wochen. Eher opulent, Tendenz fett. Umso interessanter, weil konkret, ist das Erscheinen der Borussia als Meister im Schönen Hauffgrund später. Das Kiez-Chronometer dümpelt gerade um die vüttl sechs nachmittags rum (freitags) und nachher wird Martin seine Kandelaber anmachen, ein kalter klarer Abendwind durchweht möglicherweise die Arena und ein Freizeitfußballfest geht dann vonstatten. Welches Ihnen von „Unterschichten-Äther Friedrichshain“ leif reportiert werden wird – schriftliche Auszüge in bälde hier zu finden. Bis dahin!
„Guten Abend allerseits und herzlich willkommen im Kaskelkiez! Zu Gast heute die Torfabrik der Liga – Borussia Berlin. Laufen auf mit langen schwarzen Jerseys, haben, Moment noch für den Überblick, alle ihre Cracks dabei. Ja: Pille, Atzen, Alex, Martin, Chris, Zappo, Konsorten, Norman -der gab den Achilleus letzten Sonntag noch gegen Raddatz- und oh!: Krauses Dirk gibt den Handschuhmann! Gut, also bis auf Ronny und Gerry allererste Saale da aus Marzahn. Boxhagener gucken schräg, sind längst aufgewärmt – Antröte. 2. Minute: Boxis Linksverteidiger Linde legt den EgoShooter, klare Zeichen werden hier von Anfang an gesetzt… Wieder Linde schickt 60 Sekunden später die Trude Unruh, die kann noch den Borussenkiepa umkurven, verzieht allerdings im Abschluss…Langer Ball auf Atzen, der Traktor-Libero Saphir schiebt – Freistoß…Der ArgentumSechser wirft sich in den Ball von Herrn Piskorski…Traktor macht jetzt etwas das Spiel, sieht hintenrum nicht schlecht aus, was Sterni und Detta da machen, uh! der Große fängt eine Borussen-Eröffnung ab, schickt steil Linde…der Kollege ist ja überall…doch Pusteblume. Die Fouls häufen sich jetzt, Buben kullern über Kunstgrün, der Schiri hat keine klare Linie. Pfeift manchmal zu spät oder auf Zuruf. Naja, kann sich ja noch konsoli – jetzt Sterni über links, 19.min, uiih! Kriegt das Leder auf den Pinsel, Achim kommt rein. Abschlüsse hat Traktor zwar, doch alles harmlos. Der Falke ist jetzt im Spiel, der Weinrote Zehner…da geht er nicht energisch genug rauf, Martin durch, zieht ab mit links, volley – Tor! Kann Detta nicht sehen, war verdeckt und schlägt raketenhaft ein. Das war eigentlich die erste richtig gute Chance im bisherigen Spiel und so nutzt das ein Meister. Die Borussia in Führung – wie reagiert der Gastgeber? Atzen spielt erstmal Linde schwindelig, haha, schöne Aktion! Äh? Da hinten: der Saphir humpelt, oh Gott, mussa raus? Ja. Verletzt. Ende für den Zweikampftitan. Herber Schlag ins Kontor bei den Weinroten, ganz bestimmt. Die Trude Unruh geht sofort ins Abwehrzentrum…löst sich aber sofort von da und hämmert in der 25.min die Murmel an den linken Pfosten. Krause bis hierher souverän, kann alles wegfangen. Allerdings erstes Ekeln jetzt bei diesem Bumms ans Alu…Freistoß am rechten Eck des Strafraums, Falle flach und scharf in die Borussenmeute; verpufft aber. Auf der Gegenseite: Martin trinkt Zielwasser und zelebriert seinen 2. Torpedo – Herr Pupetta kann gerade noch übergreifen und klärt zum Eckchen…Der Weinrote Zehner geigt hübsch mit Linde auf dem linken Flügel, das Stilett in Gestalt einer Nähmaschine geht durch – Außenpfosten…Traktor wartet auf den Phönizier. Der steht auf dem Spielbogen, ist aber immer noch nicht aufgeschlagen!? Halbe Stunde rum, ach, da kommt ja die Kanonenkugel! Jess, Boxis nunmehr vollzählig, 12 Mann am Start. So wie oft in jüngster Zeit, haben die sich bestimmt von Borussia abgeschaut… Trude Unruh hat das Spiel vor sich, dirigiert, thront. Ansehnlich. Nach wie vor viele Unterbrechungen, hart umkämpfte Partie. Wieder Freistoß für Borussia, 20 Meter. Bauhaus hechtet in die Granate von Martin, toller Einsatz!…Mann! Jetzt klärt der Boxenwächter zweimal in größtem Alarm, 31.min – das muss doch das 2:0 sein! Herrlich gespielt von den Gästen, noch schöner pariert. Überhaupt hat das Match Niveau hohes, gute Technik, schnelle Sprints – sehr unterhaltsam…Wieder Detta – gegen Alex, riesengroß! Erst reingeworfen in den Schuss und dann die Tentakeln teleskopiert; hat die Murmel. Puhh, Traktor mit viel Können im Glück jetzt, 32.min. Fehlpässe seltsame im weinroten Mittelfeld, rechts geht Atzen durch, gegen Achim…wieder Schuß von Martin, aber Detta kann die Dinger jetzt besser einschätzen und hat Klebstoff an den Pfoten…Traktor fängt sich wieder, schickt mehrere Intervalle auf die Borussenreuse, setzt konsequent nach. Jeder ackert für seinen Nebenmann, die Wechsel sehen sortiert aus…Und die Trude Unruh ist erneut durchgebrochen, Dirk hält glänzend, Ecke! Sechs Minuten bis zur Halbzeit – kommt der Phönizier noch auf den Teppich? Ja, während Hurricane in die Wolken ballert und Martin mit Dani für Borussia einen Freistoß nicht adressieren können, schleicht sich die 32 auf den Platz…Erster Ballkontakt direkt ins Aus. Das ist ein gutes Zeichen, weil der dann recht bald bissig wird…Einroller rechts von Sterni auf Hurricane, der macht seinen berühmten Haken, spielt auf den brillant postierten Linde, Zweikampf, mussa lösen, lösta, zieht nach innen, zieht nach innen, ziiieht nach innen – jetzt kommt der Paß…ahh! Der Phönizier am langen Pfosten kommt einen Hauch zu spät – Großchance für Traktor, Leute, Leute! Sonne Faxen lässt sich Gäste-Chris nicht gefallen, merkt was und setzt Zeichen, großer Sologalopp in den Boxhagener Raum…Immer gefährlich, wenn der Kollege Piskorski nach vorne geht… Abstoss, Phönizier hat keinen linken Huf, spielte vorher noch hübsch mit Hurricane…Pause. Auf der Kommentatorenbühne erzeugt die vom TrosinaStäff geführte Meinung, eine exquisite erste Halbe gesehen zu haben, nickenden Konsens. Mehrere Zugucker sind da und machen den Lukenmann reich. Der hat übrigens seinen Fettstangen-Heißmacher erstmals in diesem Jahr draußen…Der Saphir ist geduscht und reiht sich auf der Traverse in seine Truppe ein.
So, Halbe zwo! Und wieder gleich mit Signalen: Bauhaus lässt den Norman kugeln, das F-Wort fällt aus der Gästegusche, Yellow für Bauhaus. Geht klar. Der Junge macht, nebenbei gesagt, ein richtig gutes Spiel, läuft nützlich und hat eine kämpferische Einstellung…Linde geht über rechts durch, schnelles Spiel, erkämpft eine Ecke, rasch ausgeführt, Graf Schenk bekommt den Ball, verliert ihn prompt…Die Trude Unruh -mit ihren hinreißenden Handschuhen, also das ist ja wirklich eine Augenweide, damit promeniert die lässig an der Kotti d`Azur- checkt mal wieder, was vorne geht…wird gelegt, Freistoß, Yellow, weiß gar nicht – für Alex oder Pille? Keene Ahnung…Borussia baut nun gut auf, hinten rum, Metergewinn, machen die abgebrüht. Linde auf der Gegenseite schlicht omnipräsent im weinroten Gewand. Hurricane erobert jetzt öfter hübsch das Rundstück, bindet den Phönizier mit ein. Chancen sind ja da…10 Minuten gespielt, der Große kommt rein…Einwurf für weinrot…Frau Unruh bekommt den Ball, der Phönizier geht schön in die Lücken rein, kann man nicht meckern, fällt, steht wieder auf, Sterni am langen Pfosten…Und wieder die Kanonenkugel, windet sich durch das Gestrüpp von Zappos Beinen, zack, geht vorbei, geht durch, rechter Flügelsprint, Guckchen kurz nochmal hoch, Phöniziermachet, jetzt: Ablage quer und der Große locht konsequent ein! Ausgleich! Wir haben die 59.min am laufen…Okay, der Treffer ist nicht unverdient, alles wieder offen! Beide Truppen übrigens dürften jedoch mit einem Pünktchen jeweils nicht zufrieden sein. Vielleicht eher noch Traktor, die bisher immer gegen die Wittis geluscht haben…Wo ist eigentlich die Sphinx bei den Boxhagenern? Die würden sich bestimmt freuen über ein Wiedersehen…
Borussia drückt, will sich einen Neuner errufen, Schiri stumm, nein, er marschiert zur Traktor-Bank, was macht er jetzt? Doch Abstoss. Hurricane ganz stark jetzt, komplett aufgetaut, läuft geölt, sehr vorbildlich…Traktor selbstsicher jetzt in dieser Phase, merkt seine Kraft…Nehmen alle Abwehrer immer mit und haben mit der Trude Unruh einen filigranen Turm da hinten drin. Ecke Borussia, kommt hoch auf den Punkt, Torwächter wehrt per Hand ab. Neuaufbau, 15 Minuten 2. Halbzeit. – Der Falke wartet auf seinen Libido, große Möglichkeit für den Gastgeber, Ecke. Hullala! Und wieder Falle wird überlaufen, hält fest, kriegt Yellow. Yellow für den Weinroten Zehner, oochmawatneuet! Hat heute aber immer noch nicht seinen Jawollomaten ausgepackt…Borussia setzt sich an der rechten Ecke fest, viele Einroller, Detta muss wieder klären. Pille geht nach vorne, jetzt kommt Alex, Atzen…aber Falle klärt. Zur Ecke. Gegeneröffnung – uuha, krasser Fehlpaß vom Sechser, Borusse geht durch… Detta hält. Gäste werden immer stärker. Dauerdruck. Der Platzwart mach sich übrigens bemerkbar und moniert das Rauchen an der Seitenlinie – Borussen glotzen pikiert. Gehört das zur Taktik der Heimmannschaft? Wäre doch eher albern…Yellow für Graf Schenk, Freistoß von links für die Gäste…Kein Ertrag nicht…Der Große auf dem rechten Flügel, macht sein wunderschönes Tänzchen, nimmt den Grafen mit, der verzögert – abgefangen. Phönizier jetzt ganz groß, keult über rechts, holt eine Ecke…macht sie auch selber, Viertelstunde noch. Viele Zweikämpfe, Schiri hat latent die Griffel am gelben Karton…Sehr schönes Auftauchen von Achim auf rechts, neiin, mussa abziehen!…Hinten bei Traktor wird viel gesprochen, Borussia wird vom Tor fern gehalten…Wechsel klappen, niemand ist zweitrangig, die KrachBummEnte organisiert ihre Meute vorzüglich…Detta muss richtig gut halten, wieder zur Ecke. Viele Chancen drüben wie hüben, irritierend das 1:1…Unterbrechungen. Traktor spielt über die Flügel, jetzt wollen beide die 3 Punkte. Borussia in Überzahl, gefährlich, in letzter Not Linde mit Preßschlag, schnief…5 Minuten noch, Schiriball… Volleyschuss von Hurricane, Krauses Dirk auf dem Posten…Spiel wogt hin und her, völlig offen, sehr schön anzuschauen. Traktor wechselt taktisch klug, bringt Sterni und den ArgentumSechser nochmal rein…Yellow für Borussias Martin, toller Fußballer, echte Verstärkung bei denen im Sturm! Doch: Aus, aus, aus! Remis, meine Damen und Herren, sieh an! Tja, mein Fazit als Ihr Reporter: In einem kurzweiligen Spiel gibt es keinen Sieger. Hier war heute alles zu sehen, was das Freizeitballtreterherz begehrt, herzlichen Glückwunsch! Und damit zurück ins Funkhaus.“

27.2.11 Ü100 Team Berlin – Traktor Boxhagen 1:3 (0:2)
Sonntagnachmittag Monumentenstraße – für Traktor Neuland unter dem Pflug. Die Zwoote hatte kurz zuvor miterleben dürfen, wie sich eine Ambition in Luft auflösen kann: RW Hellersdorf trat einfach mal nicht und kommentarlos an – und ab. Liga zu wegen 3. Verfehlung; Eiermaler. Schön für Traktors Erste, fuhr doch die halbe Mannschaft plus Fuldaer dann nach Schöneberg mit.
Dort erwarteten die Gastgeber ihren Dauergegner mit viel Wut und Angaschmang. Traditionell sind diese Partien immer haarig und stehen auf Messers Schneide – so auch heute: Ü100 mit ihren jungen wilden Kanten drückte, kämpfte und grätschte, was das Zeug hielt. Die sind fair (unter den Augen ihres wachen Präsis Andi) und ambitioniert; schnell und reaktionsintelligent. Kurz – verlangten den Boxhagenern alles ab und machten im Anschluss ihrer 16. Ecke (von insgesamt 22 !) per Schädel ihr verdientes Tor, dann allerdings schon zum 1:3. Vorher ging Traktor äußerst fahrlässig mit seinen Chancen um und verfügte so auf der Habenseite über lediglich 3 Trefferchen: in der 25.min stellte der Weinrote Zehner die Regelkundigkeit des Heimkiepas auf die Probe und ließ seinen Freistoß direkt auf denselben zischen. Anstatt nun aber bspw. einfach die Quanten zu öffnen und das Ding durch zu lassen, übernahm ein Reflex die Körperlichkeit und zuckte durchs Hirne – festhalten! Klappte aber nicht. Linde setzte nach und staubte ab. Ebenfalls Linde markierte nach schnellem Flügelspiel eine beruhigende 2:0-Führung für die Gäste. Deren Fan-Mob war mittlerweile auf 10 Leute angeschwollen…
Der Phönizier wurde in Halbe zwoo immer stärker und testete seine diversen Gegenspieler mit allerlei teils aufwendig inszenierten Sprints und Raufereien. Und hatte die dann bei einer Unachtsamkeit erwischt und erzielte das Dritte. Auf seine unnachahmliche und spezielle Weise: Den hohen Ball im Fümwa brusten, sich drehen und per Scherenschlag einknallen – dem Kiepa direkt durch die Augen.
Insgesamt darf festgestellt werden: Traktor brennt keine Feuerwerke ab, nirgends. Nagelt dafür hinten fast alles dicht und steht beinhart. Die Männer in weinrot sind quasi die Verwalter einer Sachlichkeit und verlieren in den 90 min selten den Überblick. Gut, vielleicht tun die manchmal so, wer weiß. Können jedenfalls immer Ursache und Wirkung auseinander halten und stellten heute mit Sterni, Achim, Bauhaus, Graf Schenk, Hurricane, Herrn Pupetta, dem Großen (huch, wo ist denn dein Tor?) und dem Lilatsch (neben den schon Erwähnten) eine imposante Kapelle. Ganz ohne die Mittelachse etwa, welche zwecks Konzentrationübungen derzeit den Chimborazo besteigt – Grüße an die Trude Unruh & die Sphinx.
Mann des Spieles war aus Sicht der Gäste aber der Saphir, welcher die klare Anweisung seines Thiemschäffs („Du absolvierst deine Zweikämpfe bitte zu 70% in der Waagerechten und den Rest knapp über der Grasnarbe!“) stilvoll und leise in Taten umsetzte.
Übrigens spielte morgens noch in der Witti eine bärenstarke Borussentruppe unter den Augen ihres Autors die Raddatze an die Wand. Und die Marzahner kommen Freitag zum Flutlichtspiel in den Hauffgrund. Das wird ein Fest, gell?

18.02.11 Traktor Boxhagen – FFC Friedenau 4:1 (0:0)
Welch ein Kiepa! Den die Gäste da zwischen die Stangen gestellt hatten! Oha.
Erste Halbe war ein Nullinger und nach einer Stunde fegte der Phönizier, erstmals befreit von taktischen Zwängen, die Boxhagener Führung ein. Friedenau bis dahin sortiert und erinnerte sich an das letzte Spiel (Frühsommer 2010 auf dem Vorarlberg) gegen Traktoristen: Hoch in der Fümwa und dann auf Fehler hoffen. Klappte ganz exzellent und der Boxenwächter wurde überköpft (71.`). Allerdings konnte der „Traktor-Spieler 2010“ zeitspiels beweisen, diese Wahl eher mit Recht gewonnen zu haben – stand und hielt seinem Widerpart in nichts nach. DettaPupetta – Hexer, Tribun und Motivator! Dessen Perücke war übrigens wieder schönstens drapiert und die Kauleiste komplett saniert; nach dem denkwürdigen Freizeit-Unfall am Gasometer… Und einen Traktoristen gab es zudem, der willens und omnipräsent genug war, einen Heimsieg herbei zu organisieren: Linde hustete in der 85.min einen Strich ins rechte Triangolo und verantwortete somit den Befreiungsschlag. Den konnte selbst der schlicht überrrragende Friedenauer Kiepa nicht verfangen.
Die letzten Minuten reichten den Traktoristen, mittels konsequenter Arbeit von Achim und dem Phönizier den Endstand her zu stellen.
Dabei noch waren Sterni, Hurricane, Graf Schenk, die Trude Unruh, der Weinrote Zehner sowie Bauhaus und das Sammerle. Die alle bis zum Schluss an sich klaubten und glaubten. Unter der Ägide schönen der KrachBummEnte.
Schwere Sache das. Für Traktor kann das nimmer reichen, was größere Ambitionen angeht; der FFC dreht gerade eine gute Runde. Ohne sich einem Plagiats-Vorwurf ausgesetzt zu sehen. „Von“ und „zu“, Sie wissen schon.
Die Boxhagener Mannschaft widmete ihren Erfolg dem heutigen Geburtstagskind Martin -als Seele des Hauffgrundes- sowie einer verletzten „Sphinx“ und dem Dauermalocher „Großer“. Die kommen ja auch noch; mit dem „Saphir“. Die halbe 4ziger stand übrigens in der Prostkurve und kann jetzt brüllen: Schönes Wochenende!

06.02.11 Ü100-Team Berlin – Traktor 1:3 (0:1) POKAL
Achtelfinale am Gasometer! Der Gastgeber prominent besetzt, u.a. mit BlaueHoseIngo & Thilo aus der 4ziger und auch sonstens stark aufgestellt. Traktor wiederum knallte 12 Recken hin und hatte einige interessante Typen mit am Start. Hurricane (der bei 2 torbringenden Freistößen kokett ablegte) machte zudem seine Reise von Sundevit her und ließ die Ostsee kurz alleine; die Sphinx (Yellow in Halbe zwoo) ließ sich den Nil nach Norden noch hinabtreiben (der war es gerade zu unübersichtlich an den Pyramiden und hatte den Auftrag, die -schlicht geklaute- Nofretete wieder mitzubringen); die Schildkröte bildete mit dem Sammerle das rechte Abwehrer-Bollwerk und Herr Nielsen durfte seine ansprechenden Trainingsleistungen unter der Fuchtel der KrachBummEnte belohnt sehen.
Im Grunde wurde recht schnell deutlich, daß die Hunderter ein Kampfspiel (?!) wollten und neben ihren doch feinen technischen Fertigkeiten die Fähigkeit einer selbstlosen Physis zur Anschauung brachten. So kullerten denn einige Traktoristen hübsch durch die Luft (machten aber durch Lindes linke Klebe in den Angel die Führung) und brauchten eine Weile, sich zu sortieren. Erst in der 42.`, als sich der Saphir und der ArgentumSechser zusammen entschlossen hatten, innerhalb einer schrulligen Abwehraktion ihren Torwächter zusammen zu treten, wachte Traktor auf. DettaPupetta fehlten jetzt 3 Reißzähne, welche sich unter einem Blut speienden Katt auf dem Skalp bis dahin doch recht hübsch gemacht hatten. Alleine der Boxenwächter ist nicht nur einer jener, die noch gelernt haben, die Fliegen mit der Pinzette zu fangen; nö, schüttelte sich kurz, grunzte: „Männer, ich spiele weiter!“ und lief mit Turban erneut auf!
Konnte jedoch verschmitzt einen langen Freistoß der Gastgeber mit der Quante berühren und bot den Ausgleich dar. Welche List allerdings wirklich dahinter steckte, wurde recht deutlich in der Restzeit, als er dann tatsächlich alles hielt. Und das war einiges und ebenfalls scheiterten die Heimballtreter wiederholt an ihrer bekannten Abschlussschwäche (deswegen, und genau nur deswegen sind die momentan! in der Liga Letzter).
Nun aber drüben galoppierte der Große immer schneidiger im 16er der Schöneberger rum (nachdem der Falke per Standard die Führung eingeritzt hatte) und holte einen Neuner raus: Graf Schenk zog die Kapitänsbinde fest und lochte ein (65. min).
Der Schiri hatte bis dahin alles gepfiffen und blieb seiner Linie zeitspiels treu. Noch nie durfte Ihr Autor ein solch zerfahrenes Spiel bestaunen: Permanent gab es Ecken und Freistöße, kaum waren flüssige Angriffszüge zu sehen. Ständig gab es Unterbrechungen, Mistverständnisse und Reklamationen. Brrr!
Lediglich hinten raus setzte Linde mit ungeheurem Laufpensum seinen Trabanten Phönizier ein und dann ging es mal zackig, unverblümt und luftig zur Sache. Nur: es fehlte einfach die Feinjustage. Insofern waren die Hunderter ein äußerst starker Gegner und dürfen sich an dieser Stelle zu einem gelungenen Beitrag/Pokalkampf gratulieren lassen!
Die Boxhagener ihrerseits aber haben inzwischen gelernt, nach folgendem Motto sich zu präsentieren: „Achte auf deine Gedanken, denn sie werden deine Worte. Achte auf deine Worte, den sie werden deine Taten. Achte auf deine Taten, denn sie werden dein Charakter.“
So tuckerte also der Traktor (bei sprichwörtlich schönstem Sonntags-Niesel) ins Viertelfinale und hat nächstens hinter Ostern Hajduk vor dem Grill. –
Hiphip…! Das war die Stelle, an der ganz individuell, aber crossmedial der Leser mit einem ehrlichen „Hurra“ vokalbasiert ins Informationsuniversum hätte eingreifen können. Taten Sie es?

21.1.11 Traktor – Hajduk 2:4 (1:1)
Ein gutes Dutzend Zugucker fanden sich ein im Hauffgrund, um diese traditionell fetzige Paarung mitzuerleben. Freitagabends unter Flutlicht: der Teppich war weiß nochmal geworden und Martins Bouletten sind dieses Jahr aus einer Weltcharge. Bestes Rundum also und beide Truppen betraten vollzählig und fein geföhnt die Manege.
Traktor ging dann auch gleich zur Sache, nietete mehrmals den Ivan hinten um (inklusive Yellow für den ArgentumSechser – danach immer latent orange) und machte vorne in Minute 7 nach Eckstoß der Trude Unruh durch den Phönizier die EinsNullFührung. Wie, kann kein Mensch wissen – Ihr Autor hatte folgenden Eindruck: rechte Hand am Boden, linkes Eisbein auf Augenhöhe. Ungefähr so agiert dieser fabelhafte Balltreter am liebsten, quasi als Kugel. Immer rund, nie umzuschubsen (bis auf einen rätselhaften Schnitzer seines Kollegen Bauhaus in der 55.`) und ständig die gegnerische Reuse im Augenwinkel…
Die Gäste allerdings ließen beizeiten schon durchblitzen, ihre Kuhlniß auch heute wieder wirken zu lassen. Wenn die gefordert sind, also wirklich richtig gefordert sind, werden die ganz stark und aus ihren herrlichen Einzelkönnern wächst eine schlagkräftige Mannschaft. Dazu gehört natürlich die Anpöbelei untereinander, aber das ist ihrem System inklusive und Traktor wusste genau: wenn die Maulereien losgehen, wird`s eng, sofort.
Das war dann der Fall in Halbe Zwoo (Ivan hatte natürlich sein Törchen gemacht vor dem Pausenpfiff), als die Gäste gut sortiert standen und über ihre beiden Außenverteidiger Martin und Markus sowie Goran -zickezacke Hühnerkacke- das 4:1 herausballerten. Da wirkte die rechte Traktor-Abwehrseite mehrmals desorganisiert und irgendwie waren die Boxhagener nach diesen Backpfeifen leicht umnebelt, bekamen sie doch bis dahin kein richtiges Offensivspiel zustande und mussten jetzo reagieren. Machten sie: Die Sphinx (heute in der vorderen Reihe eingesetzt) ließ die ganze Bandbreite ihres Könnens sehen und schüttete ihr Füllhorn der Fantasie über dem Hauffgrund aus; allein keiner der sowohl monochromen als auch dekadenten Schüsse schlug im Kasten des Kriegers mit der Zyklopengestalt ein. Der Aktionsradius dieses reinen Straßenfußballers aber war beträchtlich (in den ungewohnt kurzen Einsatzzeiten) nun und es stellte sich die Frage: Macht jemand mit? Na klar, sagten sich bspw. Sterni und der Große ( zuverlässige Knipse in der 78.` am langen Pfosten – leuchte, mein Stern, leuchte!) und boten den Kiebitzen einiges.
Aber so richtig kamen die Weinroten nicht in Schwung, obschon ein jeder von denen aufopferungsvoll ackerte. Da waren also auch noch Linde, Achim, Hurricane und das Sammerle (als heutiger Gastspieler der Zwooten mit eindeutigen Perspektiven) zugange. Nur: Hajduk hatte einen bärenstarken Tag erwischt und stand souverän. War spielerisch besser und hatte Chancenvorteile, gewann also völlig verdient. Bester Mann auf dem Platz war der Schiri (profitierte von der Kenntnis beider Mannschaften und ihren sozialen Fähigkeiten untereinander; Yellow noch für Linde wegen Unfreundlichkeiten), bestes Duell war der Kampf zwischen der Trude Unruh und Ivan (der Saphir war beruflich verhindert und so stellte der Boxhagener Übungsleiter sein Offensiv-Gehirn ins Abwehrzentrum; und das fehlte dann vorne…).
Nach Abpfiff hub an eine gewaltige Fachsimpelei, die Reihen mischten sich (das grenzte schon fast an Verbrüderung – nur Herr Pupetta war leicht geknickt und brauchte Trost von seinem weinroten Thiemschäff), Urlaubsziele an der dalmatinischen Küste wurden klargemacht und ein klein wenig über die Liga geschwiegen. Das ist doch mal schön!
Und die beste Nachricht zum Schluss: Dario wird diesen Sommer alles versuchen, damit seine Truppe an den „Boxhagen Open“ teilnehmen kann. Das wird immer schöner.

16.1.11 RFA – Traktor 2:6 (1:4)
Bei dem Satz: „Django Reinhardt sitzt im Publikum!“ befiel Emmit Ray zuverlässig seine Phobie, die er immer zu unterdrücken suchte gar schwer – und war fortan paralysiert. Emmit hielt sich für den besten Gitarrenspieler der Welt, bis auf „naja, vielleicht diesen Zigeuner aus Frankreich da“. Emmit hatte klar die schrillsten Hemden aller Genialen an, und er suchte und fand in einer erwähnenswerten Stupidität des „Züge-Anguckens und Ratten-Schießens“ seinen Ausgleich und seine Zufriedenheit (vgl. Sie dazu den Woody-Allen-Hammer „Sweet & Lowdown“ mit einem göttlichen Sean Penn im Hauptröllchen).
Stupide wie oft in letzter Zeit agierte heute auch eine Traktortruppe im Königshorst; stupide deshalb, weil sich die Typen in weinrot allmählich automatisiert haben und also zwar mit viel Ehrfurcht bei den Fußi-Amateuren antraten, auch anmaßend nicht waren, jedoch vollzählig, kaltschnäuzig und selbstbewußt in den Kampf gingen. Daran waren die RFA allerdings weniger interessiert – spielen die doch eher ein feines technisches Stiefelchen und sind als reine Diabetiker eher am Vernaschen ihres Gegners interessiert…
Der Saphir wurde gleich in der 2.min von links glitzernd in Szene gesetzt und drosch dem Kiepa drüben die Murmel durch den Bauchnabel. Da wusste dieser „Titan del Bronze“ noch nicht, das der 1. Torschütze in der Halbzeit des Spieles das „Traktor-Tieschört 2010“ überreicht bekommen sollte. Spielt sich dieser Schwarzschopf eh nicht gerne in den Vordergrund, so sind seine Tugenden und seine Einstellung höchst hintergründig immer und fast niemand gewinnt gegen diese persische Katze einen Zweikampf! Tja, und knipsen kanna ooch.
RFA lochte engagiert zum Ausgleich ein (6.`) und es begann ein offener Schlagabtausch mit leichten Vorteilen für die Grünen (2x Alu u.a.). Boxhagener piekten nun durch den Phönizier nach feinem Soloritt zum 1:2 ein und der Teppich qualmte ob der vielen schönen Spielzüge beider Mannschaften; das blieb so bis zur 30.min, als Linde in seiner einzigen nicht ganz perfekten Situation des Spieles die Ärmchen leicht aufblies, um einen Einschlag zu verhindern. Neuner also und der ArgentumSechser befahl dem Boxenwächter: „Den hältst du!“. Gemacht: Herr Pupetta tauchte nach einem doch präzise getretenen Stoß vom 10er-Andi und kratzte das Rundstück aus der linken Ecke. Seine Traktoristen dankten es und erzielten die Treffer 3 (Trude Unruh) und 4 (Phönizier) bis zum Pausenpfiff.
…und kein Django Reinhardt zu sehen in den vorderen Reihen.
Was nun folgte, war ein bleiernes Gemetzel der Gäste: Die waren Löwen jetzt und hingen den Grünen an ihren Kaftanen. Jagten entweder gemeinsam oder suchten sich Individuen aus der Reinickendorfer Herde aus und erzielten außerdem vorne das Fünfte (Großer) und Sechste (Bauhaus, nach spitzem Durchstecken der Trude Unruh). Bauhaus wollte dieses Tor und war eigentlich schon ausgewechselt, aber mit breitester Wut unter den Lidschatten verflocht er das Plaste mit links daselbst dann hin in die Gäste-Reuse. War ja letztens an dieser Stelle schon angekündigt worden. Guter Mann; mit mehr Disziplin sehr gut.
RFA schaute agonisiert zu, wie Traktor seine etlichen Schanksen dann liegen lies und machte kurz vor Ultimo noch das letzte Tor. Ganz verdient (3 dicke Dinger vorher) und durch ihren Obertrickserwiesel vorgetragen. Allein Ihr Autor vermochte sich des Eindruckes nicht zu erwehren, daß die Gastgeber nicht in der Lage waren sich durchzuringen und eine adäquate Antwort auf den Traktor-Rummel zu finden. Stets freundlich und besonnen aber waren sie wie immer aufrecht und sind die Sympathiekusse der Liga!
Beide Torwächter übrigens verdienten sich die Bestnote und bei den Boxis machten alle noch nicht genannten (Hurricane -!-, Achim, Falle und die Sphinx) eine ausnehmend gute Figur.
Am Ende war es ein Witz seiner Band und die klärte dann noch vor dem Konzert unseren guten Emmit auf, dass Django Reinhardt natürlich nicht Zuschauer war. Und so spielte Mr. Ray dann auf – virtuos und völlig von sich überzeugt. Großes Kino.

21.11.10 FC Berlin 05 – Traktor Boxhagen 3:8 (1:2) Pokal, 2. Hauptrunde
Erneut in den Vorsteppen Kasachstans, Prendener. Die GrünWeissen popelten sich letztens mit einem Heimsieg dort gegen Nordpol aus dem Tabellenkeller der Liga. Das wurde ja auch Zeit – ist doch Hoffis Truppe ungemein laufstark und ballsicher und verkörpert edelsten Sportsgeist. Die mucken nämlich nicht rum auf dem Platze und gehen Streitigkeiten eher aus dem Wege. Vielleicht dann aber zu sehr: Könnten die schönen Hohenhausener um ihr Universalgenie Neumann8 eine knallharte Kernzone bilden, wären sie bester Mittelfeldplatz-Kandidat. Wenn…
Heute nun war Pokalkampf und Ihr Autor traute fast seinen Augen nicht: Nach 3 Siegen am Faden zuletzt fanden sich vorrangig Koma-Patienten im weinroten Kittel ein! Die Äuglein hingen devot in der Kniekehle und eine allgemeine Verkleisterung in den Bewegungsabläufen der Traktoristen war nicht wegzubemerken (kommen aber trotzdem alle, weil das Interesse am Projekt weiter zunimmt). Schwerfällig sehr arbeiteten sich die Gäste also in die Partie, behäbig und vom Erfolg verwöhnt war ihr Gebaren. Hurricane schlug zwar schön das Ei in das Sieb (5.min), musste aber fünfe druff den Ausgleich mit ansehen (der 2er aus Libero-Position mit glattem Durchschlag). Das wollten Traktoristen möglicherweise so, führten sie doch ihren Gegner damit auf den Leim des Truges, weil Kampfes. Eine rasante Partie entwickelte sich, mit Schanksen auf beiden Seiten. Pokal eben. Neugierig verschachtelten sich Sterni, Manhattan und Achim in die Abwehrarbeit, lautstark musste der Handschuhmann der Gäste (bekam seit langem mal wieder 3 Gegentore) seine Phlegmaten vor sich steuern. Erneut Hurricane verantwortete in der Sekunde vor dem Pausenglöckchen die Führung für Boxhagener, uff!: die Sphinx nahm über rechts die Sturmbahn in Rekordzeit, semmelte die Murmel von der Eckfahne weit nach drüben auf den Schädel des Großen und der wiederum direkt sah den Dreizehner, welcher sich zum Zwecke des Einnickens gerade rechtzeitig im Fünfer eingefunden hatte. Tor des Tages!
Die 05er steckten im Kämmerlein viel Sand in den Kopf und kamen erneut zum Ausgleich, völlig verdient (51.`). Bis dahin hatte die Trude Unruh auf dem Letzter-Mann-Thron gespielt, um seine verpeilten Schläfer vorne zu bedienen bzw. bei Alarm der einzige mit Überblick zu sein hinten. Allerdings waren mittlerweile dessen Kumpane erwacht (vor lauter Ekel über den Spielstand wohl) und so konnte der Boxhagener Übungsleiter seine Mittelachse installieren, um die Dinge nachhaltig zu organisieren. Der Rest war Formsache: ArgentumSechser nach Flügellauf des Großen, der Große selber sowie der Phönizier ballerten das 5:2 heraus. Dann stach die Trude Unruh 3x gnadenlos zu, ohne Souffleur, mit ziselierter Gewalt. Kollege Neumann mit grüner Turnhose noch hob einen Ball über Herrn Pupetta hinweg zum Endstand dann.
Die Traktoristen überwintern jetzt also im Pokalwettbewerb und dürfen Anfang Februar in Vorarlberg bei den Ü100ern antreten. Das wäre dann der dritte Verbandsligist, der diesen im weitesten Sinne nicht uninteressanten Friedrichshainern vor die Flinte läuft…
10.11.10 PBK – Traktor 1:10 (0:6)
Einer. Einer konnte den Zusammenhang zwischen Frau Wilson und dem Südsee-Spiel letztens (siehe Spielbericht) herstellen. Das war der verdiente Freizeit-Balltreter Kiwi aus dem schönen Rudoff, der lässig hauchte: „Iraptschn!“ In der Tat: Es war eine Eruption und die Frage unterm Wochenende lautete: Wie soll das weitergehen? Ihr Autor mit Glimme und Korn also schwupps zu Eislers, um mit weiteren weishaarigen Ultras sich das Ganze anzublicken.
AugenRibery! Irgendwas musste die KrachBummEnte ihren Männern gesagt haben, jedenfalls legten die los wie entfesselte Höllenhunde und knechteten ihre Gastgeber auf das Konkreteste. So gleich nach 5 Minuten, als die Sphinx einen ewig langen Ball auf den Phönizier (insgesamt 5 Netzereien, der Kollege ist eine Augenweide!) zirkelte und der sich dachte: Brust, Knie, Spann. Gemacht, eine Bewegung! Oder Linde: nach erstem albernen Versuch feuerte der erneut mit seiner linken Klebe auf den Feuerwehrmann im Kasten drüben, mit Erfolg. Überhaupt scheint dieser Abwehrspieler mit hervorglänzendem Offensivpotenzial nicht etwa nur angekommen zu sein in dieser Mannschaft, sondern drückt ihr mehr und mehr seinen Stempel auf. Kann hinten alles und wechselte sich dort mit Sterni, Achim, der Sphinx (erneut überrragend) und Manhattan (erstes Pflichtspieltor nach rasantem Flügelritt) ab.
Vorne gackelten Hans (toller Assist in Halbe Zwoo, noch tollere Gelbe), Hurricane (Pflichttor, wie immer gegen die Brezelbürger), Graf Schenk sowie der Weinrote Zehner (ja, Sie lesen richtig – in Zeiten des Aufschwungs war sich der Übungsleiter nicht zu schade, diesen mit vielen Meriten ausgestatteten Raubvogel zu reaktivieren) ordentlich rum und zelebrierten eine vorbildliche läuferische Arbeit. Ein Problem gab es aber: Der Große draußen wurde so um die 75. min von Maynard vorwurfsvoll gefragt „Und? Haste nochjanich jetroffen, odawat?“, um verärgert darüber nach seiner Einwechselung dann 2x bitterböse winkelhämmernd einzulochen.
Die Gastgeber waren vorneraus mit 2 Schanksen unterwegs (alleine vorm Boxenwächter sowie schöner Kopfstoss nach Ecke) und ließen diese liegen; hatten Mitte der Zweiten Halben ihre beste Phase und machten durch ihren pfeilschnellen 10er Dampf. Lohn war der Ehrentreffer, als die Blauen einen Freistoß zwar an den Schlussmann der Weinroten schossen, im Nachsetzen dann aber einen hatten in ihren Reihen, der weit gedankenschneller war als die 3 zuglotzenden Traktoristen. Drollig.
Kurz vor Schluss: Öde, kahl und leer befand Herr Pupetta auf der Boxenwacht seinen Strafraum, ständig auf der Suche nach dem Kräutlein „Nies`mit Lust“, unterm fahlen Mondenschein. Um durch einen Pfiff und johlende Wechseltraktoristen (drittemal in Folge mit voller Kapelle!) geweckt nach vorne gerufen zum Penalty-Punkt zu traben, nicht ohne unterwegs noch zu murmeln: „Wenn ick vaschieße, hau`ick ne Schachtel Budweiser rinn!“. „Jaja!“ war die Antwort der Durstigen. Und so kam es dann auch, denn soviel Demütigung lies sich der Kiepa derer vom Berge nicht gefallen und hielt fabelhaft.
Insgesamt war das Spiel tendenziell gleichwertig, nur fehlte gestern Eislers erstens ihr SteffenRubio und Traktoristen zweitens waren ziemlich eiskalt beim Knipsen. Das machte den Unterschied.
Die abschließende Frage an die Boxhagener aber kann nur lauten: „Was macht ihr eigentlich, wenn IHR mal das Spiel bestimmen sollt?“ Wer will das wissen? Solange nämlich spielen die Traktoristen unterdessen -und mittlerweile auch ahnsehnlich- ihr „Knick & Rasch“, immerhin. Na und?
Und hier endet leider der Spielbericht, gerade jetzt, wo die Gedankengänge interessant werden. Ihr Autor muss schnell an den Herd eilen und sich um seine ostkarpatische Waldarbeiternahrung kümmern. Alaaf und Tschüss!

05.11.10 SV Traktor Boxhagen – FC Südsee 5:1 (1:1)
Aha!
Neben der nach innen gerichteten Ambitionsambition, ob man wohl gegen die (wie immer seltsam organisierten Schwaben – mit Pluderhose, roter Hose, brauner Hose, himmelblauem Oberteil, ohne Rückennummer und wer weiß noch was) freundlichen Gäste würde erstmals bestehen können, ging es doch für die Boxhagener eher vorranggig darum aufzuzeigen und der interessierten Öffentlichkeit klar zu machen, den Torwächter-Qualitäts-Entscheid zu ihren Gunsten zu klären. Siehe Resultat; das Ding geht an Herrn Pupetta in der Boxhagener Reuse.
Ansonsten waren die Gastgeber schnöde ruppig (3x Yellow – ArgentumSechser,51.`; Saphir 75.`; Phönizier 80.`) und zeigten an einen ziemlichen Kampf, wie ihn der Hauffgrund (und der hat schon einige Erdbeben erlebt) noch ganz und gar nicht kannte. Es war ein Gedicht – legitim und gleichsam des Rauchens von schwarzem Tabak zelebriert: Linde, Saphir und Sterni spielten hinten versunken in sich, technisch beschlagen und adäquat besetzt mit Manhattan und der Sphinx. Männer kugelten durch den Orbit, der Schiri musste dauerhaft in sein Instrument blasen und auf den Traversen rauschte Zucker durch die Augen – welch ein Fight!
In Minute 10 klöppelte mit Tamtam der Phönizier (nach Assist der Trude Unruh) die Gastgeber-Führung ein, um seinen Mannen zuzuglotzen dann, wie die den Ausgleich nahmen (Freistoß in der 30.`, im Nachköpfeln).
Dies war taktisch wertvoll, wähnten sich doch die Antarktiker auf dem Oberwasser; nur: Pause.
Om als nordkoreanischer Freund und möglicher Torwächter der Zwooten fand sich ein im Hauffgrund und besah sich eine Halbzeit folgende, die sämtliche Geranien an den Balkonen im weiten Rund erneut erblühen lies: Linde spielte einen absoluten Weltpass auf den ArgentumSechser (52.`) und der ließ seine kolossale Gestalt effektiv genau dort hineinrauschen zur Führung. Minute später gab es Neuner und die Sphinx merzte herzlos, gleichwohl süffisant in die Ecke linke. Auch: die Trude Unruh trümmerte nach Pass von Hurricane ein (62.min – das war der Moment, wo Martin aus seiner Luke eine spontane Runde schmiss) sowie der Große vermochte einen knorke Angriff vom Saphir abzuschließen (67.`). Pfostenschüsse drumherum der Weinroten inklusive. Die Gäste brauchten nach Abpfiff Meterware Pflaster. –
Es gab mal eine Zeit, so um neunzehnachtzig herum, als ein schwarzes Mädchen mit weissen Perlen im Haar (ganz im Sinne der Band „Omega“ – den hungarischen Rudies) und einer himmlischen Zahnlücke förmlich aus dem DDR-Fernseher heraus die Leute anwinkte und sang: „One-way-ticket to the blue“. Menschen in Köpenick und Weissensee sprangen spontan hoch, ja, sie wollten sofort aufbrechen. In die Südsee. Doch merkten sie, dass Precious Wilson unerreichbar war und mit ihr der Traum von der Sonne und den Cocktails unter Palmen. Die Großmutter des Autors (eine jener, die noch im Hühnerstall Motorrad fuhren) unterdessen meinte begeistert mit Blick auf die Mattscheibe: „Endlich holen wir auch mal die Stars!“ …
Nun, Stars hat die aktuelle Traktor-Mannschaft zwar nicht. Braucht sie auch nicht. Was sie aber hat, ist ein als kompakte Einheit daherschmetternder Glaube an sich selbst.

31.10.10 FC Berlin 05 – Traktor Boxhagen 1:4 (1:0)
Halloween in Ostberlin! Während gestern ein sichtlich verfetteter Entwicklungsmysterer (sein Chef, die Westerdelle, zeigt ebenso einen leichten Hang zum Doppelkinn) zur Südamerikareise aufbrach und dort von den Inkas hoffentlich ein paar schöne Leviten gelesen bekommt (man ekelt sich heute noch, wie der vor einem Jahr im Kamerun mit seinem Gebirgsjägerdeckel ganz hochmütig umherstolzierte), traten schalanke Traktoristen zu zwölft bei den Urfreunden der 05er an. Ja, schade, dass der charmante Schotterplatz nicht mehr deren Heimstätte ist – das gab der Liga doch immer einen besonderen Reiz! Für die Boxhagener wiederum war das ein tiefer Blick in die Vergangenheit, feierten die doch in der Prendener einst fröhliche Urständ (bei den 32ern anno 06). Da war Hurricane übrigens schon dabei und der fungierte heute als spielender Coach. Und zog in der 2. Halbzeit einen taktischen Joker aus dem Ärmel, der das ganze restliche Spiel gedrehte bestimmte: die Sphinx rückte auf links außen und pochte 2x ein.
Vorher konnten bärenstarke Gastgeber durch ihren Multicrack Neumann in die Führung kommen; leicht unterstützt von DettaPupetta. Der sich dann exaltiert sagte: „Das wars aber auch für euch!“ und dafür sorgte, fürderhin schön angeschossen zu werden und seinen Laden dicht hielt. Vorne machten Bauhaus (dessen nächstes Tor ist schon zu riechen, viel Erfolg bei der Renovierung Deiner Hütte!), Hans, der Große und Graf Schenk Betrieb, um zweimal noch die Trude Unruh schön in Konter einzubinden.
Hinten arbeiteten der Saphir, Achim, Sterni und Linde in ihren persönlichen Hamsterrädern und dominierten so einen Kosmos, der den heutigen Sieg nicht unverdient erscheinen lassen darf. In summa also waren die Traktoristen vollzählig engagiert und agierten wie einst Tupac Amaru und seine Truppen im Kampf gegen die Conquistas: Bissig, überfallartig und enthusiastisch. Diese Geschichte und deren Ausgang ist bekannt (aber einen festen Tritt von Evo in Niebels Hintern dürfen wir schon erwarten!), völlig unbekannt hingegen ist die Entwicklung dieser Traktor-Mannschaft. Fakt ist, dass die bspw. gegen Südsee noch kein eigenes Tor zustande gebracht haben, bisher.
Allerschönstens war die Unmenge der Boxhagener Unterstützer am Rande dieses Sonntages: Präsi, Numismatiker, Falle oder auch der Phönizier. Plus schaue Kinderchen. Die heute nachmittag ganz heiss sind auf das schwachsinnige Halloween…

24.10.10 Borussia Berlin – Traktor Boxhagen 5:2 (1:1)
Borussia gegen Traktor – das ist die Paarung, wo sich die Friedrichshainer immer anstellen wie die Vaganten: Sehr viel Mut, viel Kraft, einiges an Können, wenig taktische Clevernis, null Ertrag. Ever, ihre Redaktion hatte Sie ja schon etwas vorbereitet.
Nachgezogenes Spiel, die Marzahner institutionalisiert mit Pilsetten und Juche am Start, allerdings genau wie die Gäste mit einigen Ausfällen. Die Weinroten schmerzte das besonders, war doch ihre Mittelachse Sphinx/Trude Unruh (letztere entwickelt sich immer mehr zum Kopf der Mannschaft) nicht in der Arena bei Wittenbergers. Der Boxhagener Übungsleiter musste zudem in der Halbzeit auf den verletzten Phönizier verzichten und brachte andererseits einige Schnupperer aus der Zwooten an den Start, Motto: Wer eignet sich besser zum Beschnuppern als der Meister?
Die erste Halbe war durchaus ausgeglichen und beiden Truppen war eine kleine Unsicherheit anzumerken. Wind war da, Zugucker auch, Sonne manchmal. Nach 34. min erzielten die Marzahner ihre Führung (Nr. 15, insgesamt 3x) und trotzige Hagener boxten zurück: der Lilatsch konnte eine feine Vorarbeit des Großen verwerten, unaufgeregt (43.`).
Borussia zog in den zweiten 45 merklich die Konzentration hoch (der 8er als emotionales und Herr Piskorski als fußballerisches Gehirn sagten jetzt den Kampf an) und machte innerhalb von 5 Minuten (73.-77.) eine 4:1-Führung. Zerschnitten, jede Lücke sehend, mit einem Taktik-Florett das bis dahin gut funktionierende Maurische Mosaik von Traktoristen; klackten ihre Pille nunmehr organisiert ein. Komm, wir löffeln Nervenzellen! Ein Lob aber an dieser Stelle dem Boxenwächter Herrn Pupetta, welcher mit ziemlichen Weltparaden seine Mannschaft bis dato im Spiel gehalten hatte! Und natürlich der traurigste am Ende war von allen. Da änderte auch der 2:4-Treffer des Großen (starke Leistung!) in der 78.`nichts mehr dran, weil 180 Sekunden vor der Sirene der Endstand hergebastelt wurde. Traktoristen hatten da schon länger ihre hintere Ordnung aufgegeben – seltsam. Insgesamt allerdings war das ordentlich bei den Boxhagenern und ein Punktgewinn gegen die Recken der Verbandsliga scheint nicht mehr fern – wenn es alle wollten. Und kämen. Könnten.
Und diese Kämpfer stiegen heute auf den Traktor noch: Achim, Saphir, Linde, Herr Nielsen, Tien, Bauhaus (sehnt sich wohl doch eher nach dem Großfeld?) und Graf Schenk. Sangen ausgangs dann sonor den „Badewannentango“, vom „Mann mit dem Panama-Hut“ und „Laß die Finger von Emanuella!“.
Um sich Mittwochs im Hauffgrund zu treffen und, dem Bouletten-Gott einige Kilo abkaufend, vorher noch schön Reparatur betrieben zu haben.

15.10.10 Traktor Boxhagen – FFC Nordpol 6:3 (1:1) POKAL
Die 4 Zugucker aus der Zwooten schnitten sich dicke Scheiben ab. Vom Geschehen und Gesehenem. Weil die Traktoristen heute wieder mal alles in die Waagschale warfen, die Gäste jedoch ebenso zu einem Spiel beitrugen, welches den Titel „Pokalkampf“ nur allzu sehr verdiente. „Mann, war dit schnell“, „Boah, der Schenk lässt sich ja nie umschubsen“, „Kieck dir Max an, der jeht ja ab wie Schmidts Katze“… murmelte die geneigte Traverse in ihre Biernuckel. In der Tat: Boxhagener traten gegen die immer willkommenen Nordpoler mit neuer Taktik an und das nun ist ja interessant! Der Phönizier als heutiger Neuling (2 Tore) konnte glänzen im Zusammenspiel mit der Sphinx plus Trude Unruh (3 Knipsereien) und so stetig einen Lauf- und Kampfvorteil heraus arbeiten. An dem dann alle Gastgeberrenner partizipierten. Auch spielerisch waren einige karamellisierte Ansätz zu sehen – die Apostel der Fantasie sehen mittlerweile nicht mehr nur aus wie Klagegeister, Zauderer und Zweifler!
Die BlauSchwarzen gingen durch einen Birnen-Ball ihres starken Neuners in Führung (es darf Ahmet seine Beförderung zum Stammspieler der Ersten hier ernsthafter nachweisen) und bekamen zudem kurz darauf einen Penalty. Den allerdings hielt Herr Pupetta in Rhodos-Manier und Trakor wurde wach (der Sphinx übrigens war es vorbehalten, in der 2. Halbzeit ebenfalls einen Strafstoß zu versemmeln).
Gäste glichen zum 2:2 nochmal aus, um dann die Weinroten aus den Augen zu verlieren (inklusive Eigentor nach zwingender Vorstellung von Linde). Lediglich kurz vor Ende-Tröte konnten die mittels Linksdrehschuss noch ihr Drittes erzielen. Schiri schau; auch zogen noch der Numismatiker, die KrachBummEnte und der Saphir (oh wie wertvoll ist dessen Rückkehr!) ihre Töppen für die Boxhagener über.
Insgesamt war es ein sehr intensives und hochklassiges Spiel der Vertreter beider Combos und da sagt doch ihr Autor „Danke“ zu! Der sich wie Bolle übrigens freut auf das Duell inder Wittenberger nächsten Sonntag, wo Traktoristen mal wieder ordentlich auf den Skalp kriegen werden. Oder? Und jetzt Scheiben schneiden geht.

03.10.10 FFC Nordpol – Traktor Boxhagen 1:4 (1:2)
Ja, gegen Nordpol gibt es für Traktoristen immer ähnliche Geschichten (Ihr Autor spricht bisweilen auch von gelebter Vereinigung – siehe Datum): Spielen dessen Vertreter doch auch leiiicht defensiv und versuchen stets, ihre Ordnung zu halten. Man kennt sich seit Jahren, nur fällt zunehmend auf, dass die BlauSchwarzen konsequent ihre Verjüngungskur hinausschieben. Dafür aber heute versuchten, den Boxhagenern mit deren ureigenen Tugenden zu kommen und denen den Schneid abzukaufen. Kampf und so. Konnte nicht gut gehen, ganz bestimmt nicht. Das ist von der Prämisse her des Wagemutes zu viel: mehr und besser fighten als Traktor? Also bitte!
Die Gäste, deren Neuzugänge sich zunehmend als Verstärkung entpuppen, liefen mit einem Wechsler auf, anfangs (Bauhaus gesellte sich in Halbe Zwoo quietschverschielt dazu). Spielten ökonomisch und kontrollierten das Spiel, Motto: „Gegner machen lassen“. Machten selber aber einfache Törchen (nach Eckstoss von Linde nagelte der ArgentumSechser nach Birnentäusche von Samir ein; Flugkopfball-Verwirkliche des Großen nach Abpraller des Torwächters der Arktiker) und ließen nur eines wiederum zu (2 Blaue schlichen sich mal listig durch, 42.min). Durch übrigens spielte auch die Traktor-Abwehr mit Linde (Tor des Tages nach Weltzuspiel von Graf Schenk), Ahmet und dem Numismatiker in der Mitte. Alle Achtung!
Vorne noch zugange waren Hurricane und Samir (markierte das 3:1 kurz nach der Pause im Nachfüßeln) und folgendes sei hier bemerkt: die Mannschaft der Weinroten macht mittlerweile einen ganz ruhigen Eindruck (weil sich ihrer Mittel und Methoden immer sicherer werdend) und hört ihrem Übungsleiter zu. Der belohnte seine Männer schlicht damit, seine Jacke anbehalten zu haben.
Nordpol immer im Bilde – nette Chancen nicht nutzend, aber von den Tugenden her bestimmt reif für reale Siege in Zukunft! Dass die Traktoristen dann schnell abdampften und das traditionelle Erfrischungsgetränk mit den FFCern nicht einnahmen, lag an Arbeitsverpflichtungen bzw. daran, der Zwooten in den Hauffgrund zuzueilen und allerhand Tore sehen zu wollen. Was dann auch so kam – Helau!

24.09.10 Traktor Boxhagen – SG Raddatz 4:2 (2:1)
Endlich vollzählig, fast zumindest! Traktor seit langem mit 4 Wechslern am Start und der implantierten Mittelachse Trude Unruh/Sphinx. Kann man nicht knacken, kann niemand. Dazu ein genesener Hurricane zurück in der Manege – mit drei Trefferchen der Held des Abends! Linde hinten links lag als Scharfschütze auf der Lauer und versandte giftige Geschosse in des Gegners Quanten. Sein Pendat (Neuling Manhattan) ebenso wirkungsvoll in der Abwehr und mit ansprechenden Szenen in der Spieleröffnung (Ahmet und der Numismatiker verkomplettierten den Beton-Guss).
Raddatz mit großer Truppe am Start und wie immer juvenil und mit hoppsassa unterwegs. Alleine der Esprit von Jannik verpuffte an der Ideenlosigkeit seiner Mitblauen und die diversen Kopfbälle, nun ja, waren dankbares Fallobst für Herrn Pupetta in der Boxhagener Reuse. So kann den Gästen zwar ein insgesamter Chancenvorteil attestiert werden – effektiver waren allemal die Weinroten. Heute vorne noch mit dem Bauhaus (toller Pass zum 2:0), Graf Schenk (der ArgentumSechser und Capitano zog einen beinharten Stiefel durch – gut, dass das jetzt passiert!) und Tien unterwegs. Traktor fing das einzige Gegentor in der ersten Halben durch Handneuner (Bauhaus blinzelte entschlossen unentschlossen in die Kandelaber des Hauffgrundes); ging in die letzten 10min mit einem 4:1 (Trude Unruh nach einem Jahrhundertsprint) und nahm noch eine Kullerei der Raddieschen in Kauf.
Der Krabbentaucher im Kasten drüben (der fühlte sich mit seiner androgynen Flatterhaftigkeit mindestens so wichtig wie Bill Kaulitz) wurde übrigens zur Pause ins Brillen-Putzen ausgewechselt . Und kann jetzt sagen: „Ich war nur zur Hälfte schuld!“ Sein Schauli mit der 69 (aus welchem Hut haben sie den denn gezaubert?) riss zwar den einen oder anderen Baum aus, aber einpflanzen, einpflanzen, Herr Specht! konnte der auch nichts. Walter mit Größe am Ende, so wie alle.
Heute war TRAKTOR – verkorkst und verzapft von „Pahlgruber und Söhne“!

17.09.10 Traktor – SC Bison Team 2:3 (0:1)
Haben Sie es gehört? Erneut 40 Milliarden für eine Bank (Geldhaus)? Milliarden. Wie viele Nullen sind das? Oder dies: Atom-Meiler dürfen brennen bis, naja, bis wann eigentlich? Einen Meiler hatten die Köhler -herkömmlich und handwerklich- immer im Griff, seit dem Vor-Mittelalter. Aber das Land braucht Energie! In der Lausitz könnte es Kupfer geben! Alles sehr seltsam. Fühlen Sie sich auch manchmal überrollt? Von den Verhältnissen? – Machen Sie Pause für 90 Minuten und die Eigenart hört doch nicht auf. Auch nicht beim Freizeit-Kicken VauEffEffMässig. Sehr eigenartig.
Eigenartig? Jeweils exakt 13 Minuten nach Eröffnung der Halbzeiten erzielte heute der Gast seine Tore. Heißt 1:0-Führung zur Pause und Ausbau dieser in der zwooten Halben. Traktoristen mit abermals völlig neuer Kapelle konnten verkürzen mittels erstmalig wirklicher Kombination nach einer Stunde, um dann im intensiven Kampf das Dritte nehmen zu müssen. Bis dato verhinderte Herr Pupetta als Ersatz für den mit doppeltem Rippenbruch beim Schlaff-Spiel lädierten Boxenwächter Rubbel eine größere Komplikation. Mit allem Engagement, mit aller Klasse. Nun: die Traktor-Abwehrer funktionierten leidlich, der Sturm indes verdiente seinen Namen nicht.
Was tun? Allgemein gesehen ist es ja so: das Wunder ist das Angebot der Götter -also quasi die freundliche Ermahnung- und ansonsten ist das Konkrete doch sehr menschlich. Sagten sich ein Widerstandskämpfer, die Trude Unruh (welche zeitspiels daran krankte, keinen brauchbaren Kampfgefährten neben sich zu sehen) und Graf Schenk (Rist-Knipse in den rechten Winkel); wie oben beschrieben, nach 61 min.
Bison, besonders prätentiös, machte Wende mit der Post und kloppte das Dritte in die Boxhagener Reuse, die -was kann man anderes sagen?- exquisit geschützt wurde; von dem zuständigen Wächter (hier fällt Ihnen, lieber Leser, möglicherweise eine gewisse Wiederholung auf – das allerdings mit Recht!).
Hurricane am Ende nahm sein Herz in beide Hände (im Zusammenspiel mit Pony & Kleid) und pochte von der Mittellinie dem hintersten Bullen die Murmel durch die Hufe. Mehr allerdings war nicht drin und die Traktoristen standen dann noch Stunden später, weit nach Allende, unter dem fahlen Mond, um sich ihrer gegenseitigen Zuneigung zu versichern. Aber auch, um fest zu stellen, dass SIE heute nicht unter den Heuristikern waren. Ist das die Wirklichkeit?
Der Gast heutige übrigens zeichnete sich sowohl durch kulturelle wie auch zwischenmenschliche Größe aus – da braucht es ganz gewiss nie einen Schiri. Diese Bereicherung kann Traktor ganz spontan nur „Willkommen“ heißen in der Verbandsliga.
Um sich seinerseits schon auf den Raddatz-Kampf zu freuen, jetzt schon, da die Hoffnung auf eine Vollzähligkeit unter der Woche nie erlöschen möge. Die Boxhagener übrigens traten an heute zudem mit Herrn Nielsen, Bauhaus, Jensen und dem Numismatiker. Alles wird gut. Kannste wissen. Schon alleine deshalb, weil die PilsetteNullFünfer bei Martin immer noch 1,2 Öre kost. Kostet. Köstlich. Kostreich. Korswandt. Korsar. Kursiv. Kulminant. Konziliant. Komisch. Kute Bässerunk!

12.09.10 SC SCHLAFF – Traktor Boxhagen 5:3 (2:1)
Welch eine Sonne über der Treseburg!
Traktoristen allerdings verblüfften sich mittels Verletzungen und Nichterscheinen (!) gegenseitig und so konnte die uralte Leier, gesungen vom 10er-Patrick der Schlaffis, erneut angestimmt werden. Und es wurde heute eine Ballade, ausgeschmückt mit allen fußballerischen Finessen, die den Gästen die Kotze aus der Röhre malmte. Nicht zu stellen, dieser Zehen-Magier, polierte ständig den Traktor16er. Schema F war für die Boxhagener erneut zu groß, kamen sie nicht mit klar. Und, vorweg: Die Weissen hätten zweistellig gewinnen können, aber ihr Problem, dass niemand außer ihrem Sturmtank treffen kann (bis auf den linken Verteidiger mit der 6), kennen sie wohl selbst am besten. – Geht aber auch so; gegen eine weinrote Truppe, die in dieser Formation so noch nie gespielt hat und sich dafür achtbar schlug, kann man mal sagen!
Die lag nach 10`hinten, zog aber durch die Trude Unruh immer mehr das Spiel an sich (welches hätte ganz gut einen Pfeifenmann vertragen können) und konnte sich Chancen erarbeiten. Ecken viele wurden jedoch kläglich vergeben, niemand hatte ein Knipser-Gen. Niemand? Achim und der ArgentumSechser spielten dann doch mal hübsch Doublette und der Capitano piekte ein. Ausgleich, soweit noch ganz gerecht.
Kurz vor der Kurzpause nun verlangten die rechten Traktor-Abwehrer noch das 1:2: mittels unterirdischem Verhalten beim Ball-Nicht-Wegschlagen bzw. Einrollen – bekamen sie prompt. Erste Anzeichen von mittlerer Wettkampffähigkeit (auch sozial) waren unterdessen die Zusammenkracher von Rubbel und Herrn Nielsen (jeweils mit Gegner) sowie die interessante Pirouette in weinrot, eingesprungen vom Bauhaus und Graf Schenk miteinander. Das waren addierte 183 Kilo und der Teltow-Kanal schickte einen kleinen Tsunami ans Ufer.
In der zweiten Halben existierten die Gäste nur noch begrenzt (hart an der Grenze des Guten Geschmackes, weil exzellente Schanksen liegen gelassen) und Schlaff schoss unterdessen den famosen Boxenwächter berühmt bzw. kegelte hervorglänzende Ratten in die Büsche. Immerhin sprang noch das Dritte heraus und so war der Traktor-Fanmob sicher: mehr ist hier heute nicht zu holen! Aber, wie aus dem Nichts (das muss ja auch irgendwo sein, gell?) organisierte mittels technischer Meisterleistung Achim eine lange Flanke mit linkem Volley-Aussengliedmaß in die Reuse. Hoppala, Marie -häng dich uff, ick hängda ab morjen früh, Anschluss!
Kurz darauf Herr Nielsen wollte auflegen der Trude Unruh, aber Aladin grabschte sich die Murmel und verhindert den sicheren Ausgleich. Das war es aber auch bei den weinroten Epidemikern und der Geschorene mit der Harfe in der Kniekehle zog seinen Zirkus derart gemein auf, dass seine Gegenspieler aus dem Friedrichshain diese persönliche Naturkatastrophe am ganzen Leib verspüren durften. Lediglich das Bauhaus als Neuzugang konnte nach exaktem und wasserdichtem Zuspiel Marke „Pfirsich Melba“ hintenraus noch Ergebniskosmetik betreiben.
Am Start für die Bohagener weiterhin waren Schaffi, Linde (keulte durch) sowie der Fuldaer. Und eine KrachBummEnte an der Seitenlinie, der aus der verrauchten Redaktion an dieser Stelle ebenso wie Hurricane, Sterni, dem Numismatiker und dem Saphir gute Besserung gewünscht wird!
Die Sonne, die Sonne und du…

03.09.10 Traktor Boxhagen – Ü100 Team Berlin II 5:2 (3:2)
Ngyuen Vahn Be – das war der vietnamesische Armist, der mit einer Haftmine auf den Ami-Panzer sprang, starb, und sich in den Herzen seines Volkes unsterblich machte. Zeugnis davon legt ab seit den Siebzigern eine Briefmarke, welche Ihr Autor als Ikone in seinen Alben führt, jahrelang. Und nun -just- taucht ein Vertreter dieses Gehabes auf, als Freizeitballtreter bei Boxhagenern, mit großer Posaune (Jungs, nachm Spiel is mein Ainschtant!). Müde warf der Rang (heuer 16 Kiebitze!) zurück: Wir nehmen deine Pilsetten nur, wenndä n Tor machst! –
Die Hunderter verkloppten ausgangs der letzten Saison die Weinroten ganz gehörig – haben diese sich wiederum gemerkt: Gingen durch den ArgentumSechser nach 58 Sekunden in die Führung (mit links), um sich allerdings zeitig auf ihrer rechten Abwehrseite vernaschen zu lassen – Ausgleich (2.`). Gäste offensichtlich nicht perplex nach der Schlaff-Schlaffe (letztes Wochenende, 2:11), spielten einen ansehnlichen Ball. Nun oblag es Linde (als interessantem Neuzugang), die Traktor-Führung zu organisieren, 2x Knipse (30.`, 36.`). Der Gast verkürzte noch in der vierzigsten, filetierte dabei ansprechend die weinrote Innenverteidigung, Pause.
Traktor verabredete sich, die kommenden Großschanksen der Tempelhofer zu ignorieren (oh Gott!) und machte durch den apokalyptischen Freund aus asiatischen Gefilden (65.`, aus dem Gewühl im Fünfer) sowie den Großen den Heimsieg klar. Zwischendurch wurde es noch ein klein wenig ruppig auf dem Platz – sämtliche Alphabeten kriegten sich dann aber schnell wieder ein und beendeten das Spiel im Frieden. Soll sein! Weitere Mitwirkende, neben den Schützen, waren beim Gastgeber: Achim, Numismatiker, Sphinx, ein Prä-Fuldaer, die Trude Unruh sowie der Boxenwächter Rubbel.
Prinzipiell war viel Freude bei den Zuguckern vorhanden (wenn dann erstmal das Bauhaus und der Phönizier in den Wettkampf eingreifen, bleibt auf den Berliner Plätzen kein Auge mehr trocken!) und genauso prinzipiell werden sich die weinroten Aktiven mit ihrem Übungsleiter auseinander zu setzen haben, fürderhin. Deren Capitano lehrte heute eine physische Zweikampfführung und generell waren alle Traktoristen nicht nur willig, sondern versprühten einen spürbaren Heißhunger. Nach was auch immer.

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Saison 2009/2010

27.6.10 Ü100 Team Berlin II – Traktor 7:2 (4:0)
6 Tore waren in den letzten Jahren für die Friedrichshainer in Vorarlberg immer drin; sogar vor einer Woche, als allerdings die erste Niederlage eingeheimst werden musste – aber welch Offenbarung heute: Boxhagen war fast nicht in der Lage anzutreten! Mit einer interessanten Kapelle (unter Zuhilfenahme von Kräften aus dem äußeren Traktor-Universum) stellten sich jedoch die Weinroten der Mittagsglut und vertraten ihren Verein auf das Würdigste. Der ArgentumSechser in fremden Schuhen, Wuchtbrumme Saphir, Herr Pupetta sowie Swänne (na endlich, da isse doch – die Premierenknipserei!) ragten ein klein wenig aus der homogenen Mannschaft heraus. Ali besorgte das Zweite kurz vor Feierabend und ansonsten sollten die Gäste, so sie denn mal wieder geschlossen zueinander finden, ihre ganz offensichtlich vorhandenen internen Problematiken zuspitzen und klären.
Selbstverständlich trugen auch die gastgebenden Hunderter mit ihrem beherzten Spiel dazu bei, die latente Wettkampfunfähigkeit der Traktor-Mannschaft(en) zu beschreiben. Das Stichwort „Vernünftiger Saisonabschluss“ kann Ihr Autor indes auf seinem leeren Blatte zerknüllen und in den Eimer feuern. Trotz alledem: Auf, Traktor, auf!

20.6.10 FFC Friedenau – Traktor Boxhagen 7:6 (2:5)
Tja, so ist das mit den Komplimenten: Manch einer verträgt sie gut, mancher kriegt Höhe und einige verlassen den Pfad der Tugend ganz ohne Not! – Sonntag morgen auf dem Vorarlberger Rummel und überall spielten die Vertreter des omnipräsenten Ü100-Vereins. Lediglich für 90 min. durften die von der Friedlichen Aue gegen die vollzähligen Boxhagener (4 Wechsler!) ran, welche gleich nach 120 sek. durch den Großen in Führung gingen – schön von rechts eingeschlenzt. Es schlossen sich an diverse Ballverluste der Weinroten und diese Traurigkeit wurde durch den Ausgleich (ins hohe Eck gebirnt) bestätigt. Hier nun stellte der Gastgeber sein Können hinreichend zur Schau und gab Kunde von seinen Mitteln. Traktor im folgenden eroberte durch Janis zentral die Murmel, schubste die rechts zu Schaffi und der sah die KrachBummEnte – Formsache. Friedenau vom Anstoß gleich spielte mit Schaffi und durch dessen Vertrödelung fiel prompt der Ausgleich.
Welche eine Unruhe bis dato, welch eine Zerfahrenheit im ganzen Spiel! Schaffi war (vorne, hinten -wattdennuh?) wiederum beteiligt an der Traktorführung zum 3:2: des Großen Granate touchierte der leicht und das Rundstück schlug durch des umtriebigen FFC-Kiepas Achselhöhle ein. Jetzt gab es etwas Butter bei die Fische: Swänne nahm mortal-mortal die Pille an und bediente die KrachBummEnte; die pengte erneut abgezockt ein. Reichte den Weinroten nicht und der nach längerer Kaputtheit heute wieder anwesende Saphir nahm sein Herz in beide Hände, ließ sich noch von der KBE bedienen und ditschte den Ball melancholisch über die Linie. Friedenau seinerseits war kontinuierlich mit langen Bällen unterwegs, auf welche sich die Traktor-Abwehr allerdings und nunmehr immer besser eingestellt hatte. Halbzeit.
Doch jetzo konstatierten die Zugucker einen epochalen Schwächeanfall bei Boxhagenern! Deren Spieler linsten lethargisch den selbstverständlich weiter dauerhaft hereinsegelnden Bällen hinterher und es war quasi wie in Nachbars Garten, wenn die fetten Birnen Anfang Oktober allein von den Ästen rauschen: In feiner Regelmäßigkeit tasteten sich die Blauen bis zum Ausgleich vor und küssten sich immer wacher. Oje! Zehn Minuten vor der Schluss-Bimmel übernahm Sterni noch einmal Verantwortung, ging nach vorne und bediente den ArgentumSechser mittels Lupferpass. 6:5 für die Gäste. Allein die sehnten schon den Mittagsschlaf herbei und gestatten erneut den Ausgleich. Raten Sie, wie! Nicht ohne auch vorne noch allerbeste Possibilitäten liegen gelassen zu haben…
Die Krönung vons Janze war ein berechtigter Hand-Neuner für die Blauen – Heimsieg.
Heute ergeht daher ein Kompliment an den FFC Friedenau, dessen Vertreter sich nie aufgaben und völlig zu Recht die Überheblichkeit und ein streckenweise haarsträubendes Unvermögen bei Traktoristen erkannten und zu nutzen in der Lage waren. Welche offensichtlich arge Probleme hatten, ihre Fernsehsessel mal zu verlassen. Landsleute übrigens tun sich ebenfalls schwer beim Mundial am Kap. Kap der Angst.

13.6.10 FC Berlin 05 – Traktor 1:2 (0:0)
Es gibt sie noch, die guten alten Schlachten – ruff uffn Schotta, ab jehta!
Zwar wächst in den Ecken der ehrwürdigen Heimspielstätte der 05er doch hie und da ein zähes Schlacke-Gras, von emotionaler Wüste jedoch zu palavern wäre weit daneben gegriffen. Noch immer nämlich sind die Duelle zwischen diesen beiden Truppen (Aufstiegspartner im Sommer 08) speziell und so ist es wahrscheinlich allen Beteiligten ein Bedürfnis, hier die Beine zu kreuzen, immer wieder…
Traktor stellte erneut eine sich interessant zusammen setzende Combo in den Ring (die mussten öfter ganz schön hin- und herbauen in letzter Zeit): Herr Pupetta debütierte als Libero und der Weinrote Zehner reüssierte nach längerer Abstinenz; auch halfen Janis und die Schildkröte als Verstärker aus der Zwooten aus und ebenfalls sprang Schaffi bei. Rubbel stieg wie Phönix aus der Asche (war sich nimmer zu schade, seinen Kasten rein zu halten – Staub ist dessen neues Element!) und die heutigen Strategen waren Sterni, der Numismatiker und der ArgentumSechser. Was diese drei Überblicker boten, war schlicht brillant: eisenharten Balleroberungen folgten feinste Spieleröffnungen. –
In der ersten Halben allerdings dominierte der Gastgeber mittels schnellem Passspiel und großem läuferischen Engagement. Nur einnetzen konnten die nicht – sieht eben in der Erwärmung immer wichtiger aus als dann im Wettkampf. Boxhagener verteidigten klug und warteten schläfrig auf ihre Chancen.
Die ergaben sich in Hälfte Zwoo und nach 60min. kloppte Graf Schenk nach hübscher Vorarbeit von SchaffiKröte ein. Weinrot nun mit mehr Spielanteilen – Beispiel: Sterni erobert zehn Minuten später zentral das Spielgerät, geht, schickt den Falken, der murmelt in den Rücken der Weißen (ein Zuspiel epischen Ausmaßes!), Sterni durch, kurze Annahme, rechts unten eingeschoben.
Die Schottermänner gaben sich nicht geschlagen und belohnten ihren beeindruckenden Fleiß mit dem Ehrentreffer kurz vor Allende. Die imposant vertretene Boxhagener Anhängerschaft (fümpf Fänns) nickte beifällig.
Eine übergeordnete Spielbeschreibung könnte wie folgt gehen: Kennen Sie den „Tom-Sawyer-Trick“? Der geht so: Ich überlasse mittels Anpreisungen die Arbeit den Anderen, nicht ohne auch noch dafür entschädigt zu werden! So ungefähr agierte Traktor heute – schlau, hart und als Mannschaft. Kompliment!

08.06.10 Borussia Berlin – Traktor Boxhagen 4:2 (2:1)
Neulich bei „Domke“, Ecke Kopernikus-/Warschauer Str.: Hier, wo die zungenkräftigen Bauleute ein- und ausgehen mittags, hier, wo der Schinken noch schön fett ist und hier also, wo Lancelot öfter einmal seine Zwischenbilanz zu ziehen sich in die Lage bringt – hier nun traf neulich Ihr Autor einen Chinesen, der, überwältigt von seiner Geschmacksnervenexplosion, im hinteren Kämmmerchen der Weltfleischerei einen Mördakloppa von einem Eisbein verzehrte. Es war ein Anblick, der zu Tränen rührte: Ein Reisender dringt in die Tiefe der Gesellschaft ein, lernt das Volk auf eine Weise kennen, wie es nicht viel besser geht (seine Schaulis trotteten wahrscheinlich über die Stralauer und beglotzten die Kopien der Ostseitengalerie). Mit dünner Brille auf den 1,60m, aber einem triumphalen Blick brach der ganz offensichtlich eine Perle aus der Krone der Schöpfung – was wohl heißt „Eisbein“ auf mandarin? Und: Sie haben es raus, worum es hier geht? „Authentizität“!
Authentisch nämlich gerierten sich heute auch die Balltreter von Traktor Boxhagen – beim Tabellenanführer Borussia. Dienstag Abend, Nachholspiel. Die Gäste gingen in der 3. min durch einen Kopfball von Hurricane in Führung. Und spielten fortan lustvoll und leidenschaftlich. Kein reaktionäres Defensivverhalten, eher eine massierte dialektische Einheit, was Traktor da anbot – frei nach dem Motto: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!“ Marzahner ihrerseits waren wie immer amüsiert und ließen den Gast toben; machten zur Sicherheit aber 2 Tore durch ihren 15erChristoph (linker Flügellauf, Kopfstoß nach Eckstoß). Pause. Die Zugucker Zonk, Ali, Maynard, KrachBummEnte und Detta waren begeistert.
In der zweiten Halben wurde es ein wenig hektisch und der souveräne Pfeifenmann präsentierte öfters jetzt den gelben Karton (Traktor: Rubbel/Sphinx). Borussia, wieder schnell über links, machte das DreiEins und bekam kurz darauf einen Neuner. Den verhexte jedoch der Boxenwächter auf gewohnte Art, indem er sein ganz spezielles Fengschui ausbreitete und die Murmel am Alu vorbei organisierte. „Spannung“ (unter uns: leicht irre ist der Typ ja tatsächlich, aber was solls – brauchbar in jedem Falle, klasse Leistung heute)!
Die Weinroten bekamen im Gegenzug dann einen Freistoß zugesprochen und die Sphinx zirkelte per Außenrist (was ist da alles drin in diesem Linken Huf!) das Geschoss in die Reuse und belohnte sich derart für ihr überrrragendes Auftreten. Anschluss nach einer Stunde und dies erzeugte leichte Unruhe auf der Borussenbank. Aber, aber, nicht doch! Mittels sensationellem Spielzug gelang denen hintenraus ihr Viertes und so wurde den Angereisten der Unterschied zu einem Meisterschaftsanwärter sichtbar gemacht. Insgesamt waren die Traktoristen mit etwas weniger Spielanteilen ausgestattet und der Gastgeber konnte über einen Chancenvorteil verfügen. Der allerdings ungewohnt schwach verwertet wurde (Feinjustage vernachlässigt) und so die Traktoristen aufbaute: Welche heuer zwar verloren, sich ansonsten aber doch mit einigem Ruhm bekleckern konnten! Verantwortlich dafür waren neben den Erwähnten noch Graf Schenk, Sterni und der Numismatiker (der fährt immer mit geladenem Revolver im Handschuhfach durch die Stadt). Herausragend die 3 Verstärker aus der Zwooten: Janis, Schildkröte und – Swänne! Dessen konkrete Entwicklung ist mittlerweile nicht nur ein Auge mehr wert („Kommt `n Zyklop zum Augearzt.“)…
Weit nach Spielende, im Nachtwind schon, hielten 3 Traktoristen auf dem Mont Klamott noch eine Wache. Um danach im „Dritten Ohr“ eine BoWu zu verzehren, wie sie wohl auch bei „Domke“ nicht besser sein könnte.
…und Sonntag bei den Schottamännan, Stichwort Mont Klamott!

02.06.10 Traktor – FC Berlin 05 10:3 (2:3)
In Zeiten der medialen Verwahrlosung dürfen Sie, lieber Leser, sich schon einmal fragen lassen: Ist Ihnen der Unterschied zwischen „Rücktritt“ und „Zurücktreten“ geläufig? Wenn nicht, so darf hier der Versuch unternommen werden, mittels eines Fußballspieles einige Erklärungen abzuleiten:
Traktor begann umständlich, ja behäbig. Kein Wunder bei diesen Zuspätkommern und Trantüten. Die Gäste dagegen waren reine Kunsthalm-Quirle: läuferisch enthemmt, gedanklich auf der Höhe. Das machte sich bezahlt nach einer halben Stunde: Da nämlich hatten die Weissen eine weinrote Führung (Großer in der 10. min nach Assistänzchen von Sterni und die KrachBummEnte mittels Gewaltschuss von der Mittellinie) in ein 3:2 verwandelt! Entsetzen auf den Rängen, ungläubiges Darmhaarschütteln bei den Auskennern! Alle drei Tore wurden akkurat von Kickern des Gastbebers vorbereitet (keine Namen jetzt!) und Höhenschönhausener antizipierten jedes Mal schnell und murmelten konsequent ein. Ganz verdiente Sache. Boxhagener vollständig gelähmt, jeder versteckte sich hinter dem Unterarm des Nächsten, niemand war weit und breit zu sehen, der diesem kollektiven „Rücktritt“ Einhalt hätte gebieten können. Und wer wollte da ausgerechnet von den Verstärkern der Zwooten Ahmet und Schildkröte (die fluchte wie ein Holzfäller, der sich gerade das Bein abgehackt hat) erwarten, dass die Verantwortung übernähmen? Allgemeine Ratlosigkeit unter den Ultras im Schönen Hauffgrund (moin Wuppertaler, schön, Dich mal wieder zu sehen!), nur einer bemerkte staubtrocken die nicht vorhandenen Wechselmöglichkeiten bei FCB-ern… Der große Augsburger dichtelte schon 1953 (Spätherbst) dazu:
„Ginge da ein Wind
Könnte ich ein Segel stellen.
Wäre da kein Segel
Machte ich eines aus Stecken und Plane.“
Pause.
Nach der allerdings durch offensichtliche Umstellungen -gemacht von des Übungsleiters ruhiger Hand- alles anders lief! Jetzt wurde „Zurückgetreten“, nun machten die Traktoristen Dampf und organisierten ein Torgewitter, welches die Zugucker in erhebliche Freude versetzte! So bspw. 2 Minuten nach Wiederanpfiff, als Sterni mittels drittem Assist die Trude Unruh in ein Fanal setzendes Verhalten delegierte – Ausgleich. Die 54.min sah eine doch relative lange Findungsphase zwischen dem Großen und der KrachBummEnte mit dem Resultat des Tores durch letztgenannten Spieler. Der sich übrigens auf seiner neuen Position pudelwohl fühlte und, spontan seine Angi Napectoris vergessend, die Sphinx zu einem Tango einlud. Lasziv durchschritt diese das ganze Ausmaß des Feldes, doppelter Doppelpass mit Andi und Tor durch Matti. Die Gäste ihrerseits gingen nicht ein, spielten immer mit und kamen weiterhin zu Chancen, so war das ja nicht! Allein die Sphinx auf der 3er Position ließ in Zusammenarbeit mit seinen Außenabwehrern kein Tor mehr zu und spielte so seine Halbe „Zu Null“.
Traktor leckte jetzt Blut und es schlossen sich an pistazienfarbene und nach Orangen duftende Spielzüge, sich selbst erklärende Kunstwerke, Orgien des Bewusstseins quasi. Die Dshigiten in Weinrot zerlegten nun ihre freundlichen Gäste, denen tatsächlich die Luft zu schwinden begann. Schade auch, dass heute der so begnadete Achter (beste Grüße an Herrn Neumann!) der NullFünfer nicht die Bühne zu betreten sich in der Lage sah…
Das halbe Dutzend voll machte die Trude Unruh nach einem beinharten und punktgerechten Zuspiel der KrachBummEnte – nach ca. einer Stunde. Irgendwie sah das einstudiert aus und kurz darauf kopierte der Numismatiker diese Variante auf den langen Pfosten erneut – die KrachBummEnte schnatterte nicht lange und räusperte entschlossen ein. Erwähnenswert in der 75.min eine Großchance der Gäste, ganz leicht drübergehoben über Rubbels Reuse; ähnlich die 85.: Aussennetz! Andererseits wurde nur noch eingeschoben: der Große spielte den ArgentumSechser brillant im Fünfer frei und Graf Schenk hielt die Zehen hin. Das Neunte verantwortete wiederum die Sphinx, welche durchstartend von der Trude Unruh (bring mal Wein mit von der Reichenau, bitte!) penibel versorgt wurde. Den Schlusspunkt setzte der Große mit dem Abpfiff, glänzend vorher in Szene gesetzt von der Ente. So.
Touchieren wir jedoch erneut die Eingangsthematik: Die Vertreter solch ehrenwerter Berufsstände wie die der Köche und Köhler verpissen sich -mir nichts, dir nichts! Treten also auch Sie zurück, ehrlich! Oder zumindest kürzer, nicht wahr? Vor Jahren übrigens gab es mal folgendes Bilderrätsel im „Eulenspiegel“: „Ich (Konterfei eines US-Präsidenten mit breiter Kauleiste während der Kuba-Krise) Leiterin (Porträt einer CDU-Ministerin mit sieben Kindern) -Schauspielgruppe!“ Was um Himmels Willen haben ein John F. und eine Ursula gemeinsam, dachte sich Ihr Autor damals?! Mittlerweile wissen wir möglicherweise mehr…
Das heute nun war das letzte Heimspiel der Ersten Traktor-Mannschaft innerhalb 09/10 und der Hauffgrund ruft der -mit einer Träne im Knopfloch- zu: „Adieu!“

26.05.10 Traktor Boxhagen – Borussia Berlin 2:7 (1:4)
Gott-oh-Göttchen, wann hat diese Traktormannschaft das letzte Mal mit 5 Toren oder mehr Differenz verloren? Ja, auch ihr Autor musste kurz blättern (10.12.08, die Packung gegen Tante Mu), nein, die Art und Weise der Niederlage konnte in Boxhagen heuer niemandem gefallen und draußen in der Prostkurve brach es dem verletzt zuglotzenden Saphir schier das Herz.
Borussia als aktueller Tabellenanführer (und durchaus auch als heißester Titelkandidel) vollzählig im Hauffgrund – merke: 5 Wechsler (Christoph segelte zur zweiten Halben ein), Dauergrinsen und Doppelschachtel Hopfenkaltschale am Gürtel. Machen die gut, Ostbirnen haben ein enormes Selbstbewußtsein und niemals Marzahnschmerzen (lieber Leser, Ihr Autor -das darf an dieser Stelle einmal verraten werden- ist selbst eine Ostbirne und 11 Jahre Marzahner Jugend und Adoleszenz prägen; man erkennt sich untereinander übrigens an den schiefen Stirnplatten, alldieweil die damaligen Architekten alles mögliche bedachten, nur nicht, dass es dann unheimlich ziehen würde zwischen den Arbeiterschließfächern und der Wind manchmal kräftiger dann war als rund um Rügener Kreidefelsen).
Die Traktoristen lagen nach 11 Minuten mit NullDrei hinten und fortan stabilisierte sich deren Verteidigung. Allgemein gesagt hatten die Weinroten auf vier Stammkräfte zu verzichten und die Aufgabe der sportlichen Leitung war es, für dieses doch gewaltige Problem (fröhliche Grüße auch an den Zehner, die Sphinx und die KrachBummEnte!) eine Lösung zu finden. Das nun war konkret schwierig. Können die Borussen doch allesamt etwas mit der Pille anfangen und ließen Spieler des Gastgebers ein ums andere Mal ins Leere laufen (Sie kennen diesen magischen Trick, ja?: stehen, ausholen, antäuschen, überstürzten Gegner an sich vorbeirauschen sehen, Pass oder Schuss). Sind prinzipiell abgeklärt wie Beth Gibbons am Mikro von „Portishead“ und ängstlich nie.
Ein exzellenter Schiri pfiff einen Neuner noch herbei (die Trude Unruh wurde gelegt) und Graf Schenk war sicher zu verwandeln in der Lage – ein TrakTor, tatsächlich!
Die zwoote Hälfte war dann ganz ähnlich: Boxhagen kloppte hinten fast alles raus und konnte sich nie richtig nach vorne entwickeln (teilweise wirklich unansehnlich) und Borussia war minimalistisch tätig. Die machten ihre Törchen und kauften jedem Weinroten den Schneid ab. Einzig der Große vermochte den Gast zu beschäftigen (schönes 2. Tor ins lange Eck) und der Numismatiker stand dreimal frei bei den wenigen Angriffen der Weinroten. Sonst tätschelte Borussia noch mehrmals das Aluminium und die Zweistelligkeit war keine Utopie aus deren Sicht. Beließen es aber gnädig bei der „Sieben“.
Irritierend auch das Verhalten einiger Traktoristen, welche sich nicht nur vor und nach dem Spiel mit den Gästen verbrüderten, sondern auch während des Matches. Wie weit darf Zuneigung hier gehen? –
Von den Minuten nach Abpfiff kann Ihre Sportredaktion nur Gutes berichten: erstens klappt die Sache
mit Werners Bar (Ankitzeln der Kehle des Zapfhahnes korrekt am 11.6. bei Schreiners) und darüber hinaus ließ sich nach vielen Jahren wieder einmal der weltbeste Hallenkicker Norman blicken. Der Hauffgrund streichelte sich in diesem Moment wohlig über seinen grünen Bauch und möglicherweise haben die 4ziger da eine Verstärkung bekommen.
Ansonsten: viel Erfolg, Zappo und Konsorten! Ihr Autor kräht nur: Geissenweide, Feuerwache, Schusterjunge! Das war das Bermuda-Dreieck im 2. Wohngebiet. `82 Spätherbst… Da übrigens ging der Stern des besten Futbolistas aller Zeiten auf (checkte sich auf Iberien allerdings mit einem Foul gegen einen Uringelben selbst aus dem Mundial) und Ihnen sei insofern folgender Dokumentarstreifen ans Herz gelegt: „Maradona“ von Emir Kusturica (2008): Diego in Belgrad, als gelebte Kirche, fast auf der Bahre oder auch als Schlagersänger. Müssen Sie gesehen haben!

12.05.10 Traktor – FFC Friedenau 8:3 (4:1)
Es ist so erfreulich: der Weinrote Zehner ist letzten Sonntag (in Moskau sagt man „Tag des Sieges“ zum 9.
Mai) Vater geworden – „Ella Wetter“ und Grüße an die schaue Mutter! Und natürlich brauchte dieser seit jeher ohne Argwohn ausgestattete Traktorist keinen heutigen Torerfolg, nein, er versuchte (versuchte!) seine Mitspieler vernunftbegabt einzusetzen. Konnte der früher weit besser, aber jeder naschte nachgangs gerne an dessen Pilsenerschachtel. Herzliches Galückwünschene von allen Weinroten, Falle!!!
Glück übrigens brauchten die Boxhagener heute -des Mittwochs abend- auch gegen ihren vollständig sortierten Gegner: waren doch die Gäste im Hauffgrund zeitens in der Lage, ihr amüsantes Kurzpaßspiel darzubieten und generell ihrer Reputation, seit Äonen erfolgreich in der Verbandsliga mehr als ordentlich mitzukicken, gerecht zu werden. Die Blauen führten recht bald mit EinserNulle (Eigentor Sphinx – ohne Schuld!) und Traktoristen durften sich ansehen ein feines „Hintenherausgekicke“ von Friedenauern. War klar, können die gut. Und: allzeit über das gesamte Spiel hatten die immer wieder gute Chancen, weil: spielten ihre Angriffe aus, gaben nie ihre Ordnung auf.
Jedoch irgendwie vermochte Traktor (heute ohne die -sehr wohl aber zuglotzenden- Kräfte „Numismatiker“ und „Saphir“, aber mit einem stärksten Sterni auf dem Teppich) das Ding ungewohnt zeitig zu drehen (nachdem der FFC dann mit 17 min. Verspätung zum Anpfiff bereit war): in der 16.min wurde die Trude Unruh eingewechselt und organisierte mittels Rakete den Ausgleich. Gleich darauf sah sich benannter Torschütze zum Abwehrer degradiert („Macht mir nüscht!“) und schickte den Großen ins Nirvana, aus dem der wiederum sauber abzuschließen in der Lage war. Es schloß sich an eine Ecke auf die Sphinx, die locker einnetzte. Der Große setzt nach – 4:1 zum Päuseken.
Man weiß nicht, was in der Kajüte ausbaldowert wurde, jedenfalls spielte die Sphinx einen rechtzeitig langen Ball (nach Wiederanpfiff) auf die KrachBummEnte und die konnte mit ihrer versammelten Erfahrung flach einnetzen. Dies nun ließ sich Friedenau nicht gefallen und spielte im Boxhagener 5er das zweite Tor heraus. – Hin und her. Die Schildkröte ging rechts durch, beste Flanke -Trude Unruh pfefferte volley ein, 6:2 (Hurricane unterdessen hörte auf, zu überlegen und machte allerlei intuitive Sachen, wichtig!). Es schloss sich an ein überzeugendes Kraftspiel der Gäste mit dem extremen Resultat eine doppelten Innenpfostens. Der unikate Boxenwächter erhaschte gedanklich die Sache und konnte abwerfen auf die Sphinx – deren Sprint verpuffte und die Gäste mit all ihrer geballten Cleverness verkürzten auf 3:6 (schön am langen Pfosten).
Unter uns: Friedenau spielte wirklich überlegt, stattete sich mit einer öffentlich wahrnehmbaren Legitimation aus und hatte weit mehr zu bieten als Geräusche hinterm Fernseher. Ganz beeindruckend.
Allein, Traktor machte das Säckchen zu. Aber: Bitte melden! Welcher Boxhagener zeichnete für das Siebte verantwortlich? Es war nämlich so: die Sphinx mit ihrer bemerkenswerten Langsamkeit konnte einen Ball abfangen, um dem Großen zum Tor des Tages aufzulegen: Lupferli, punkt aus, „Hab Acht!“. Da kann schon einmal ein Tor vorher unerklärt bleiben bei ihrem einhändigen Reporter. Bitte melden Sie sich, Traktorist!
Eingangs übrigens war von Freude die Rede. Der heutige Boxhagener Übungsleiter meinte ausgangs des Spieles nur: „Ohne Freude, das Gebahren der Weinroten!“ Haben Sie eine Ahnung, was das bedeuten könnte?
Im Kümmerling-Regen dann endlich wurde klar, dass mehrere Traktoristen ihrem Verein auf Dauer nicht zur Verfügung stehen können und für die nächste Saison passen. Bestürzend, aber: wer soll das glauben?

05.05.10 Traktor I – Ü100 Team Berlin II 13:1 (1:0)
Einige Weinrote waren bei der Einweisung durch ihren Übungsleiter um 19.40 Uhr wenn nicht schon baff, so doch auf alle Fälle reichlich beeindruckt: Da wurden 7 Traktoristen auf das Feld geschickt, die so noch nie zusammengespielt hatten! Rubbel in der Reuse, Libero die KrachBummEnte, links Ahmet (heutiger Gastspieler der Zwooten) und rechts der Saphir als Abwehrer; weiter vorn der Numismatiker rechts, ArgentumSechser zentral sowie der Weinrote Zehner über halblinks. Rrrumms! Verdiente Kämpen wie die Sphinx, Sterni, die Trude Unruh oder Hurricane blieben draußen, schnappten innerlich nach Luft und dehnten die Halsschlagadern. Der TrosinaStäff hatte erstmalige Vollzähligkeit seiner Männer konstatiert und wollte dies nutzen, so der leicht zu durchschauende Plan. Wie er allerdings die Formationen bastelte, wie er blöckeweise wechselte und wie er damit eine erstklassige Spannung in seiner Meute erzeugte, war schon eine Überlegung höherer Güte! Sollte und konnte das gut gehen?
Die jungen und gewandten Gäste jedenfalls beschäftigten den Boxenwächter dreimal ordentlich und die Boxhagener liefen hinterher. Aber sie liefen, ständig ihr Tempo ganz unmerklich steigernd. Und als in Minute 25 die KrachBummEnte der Sphinx Platz machte, spitzte Ihr Autor seinen Bleistift: nach einer halben Stunde schlug es dann ein bei den Hundertern – Linker Huf vom Äquator, ein beliebter Klassiker und Hingucker in Boxhagen! Mürrisch drehte Matti bei, verkroch sich auf seiner Position und lief zusammen mit der Trude Unruh alles ab. Der Gast ambitioniert, beweglich, mit guten Resultaten zuletzt auch. Aber ganz langsam fingen die Blauen an zu hecheln, konnten nur einen Wechsler aufbieten und verloren immer mehr Zweikämpfe. So endete eine offene Halbzeit, aber jeder konnte sehen, daß die Weinroten etwas flüssiger agierten, immer mehr die taktische Oberhand bekamen.
In Halbe Zwoo dann sollte sich die Strategie des Stäff voll auszahlen. Hatten doch seine Mannen bis auf wenige Ausnahmen den vorteilhaften Sinn der interessanten Prämisse akzeptiert. So marschierte Sterni nach Wiederanpfiff los, bediente die KrachBummEnte – 2:0. Auch vom Anschlusstreffer (der Saphir vertändelte einen Ball nach Stockfehler) ließ sich niemand im Hauffgrund, der Sympathien für Traktor hegte, beunruhigen. Der letztens an dieser Stelle näher vorgestellte Abwehrtitan wußte nun genau, wessen Pflicht er Teil war und machte das 3:1, postwendend (66.min, Assist Max). Das nun ist das Holz, aus dem ein echter Traktorist geschnitzt ist! Und gleichzeitig bedeutete diese nonchalante Aktion das Pieken in den Tempelhofer Luftballon. Ü100 brach jetzt komplett ein und die TrakTore fielen wie der lasziv wehende Blütenstaub in einer bemerkenswert dichten Abfolge: In der 70. setzte Hurricane den Weinroten Zehner in Szene – der hämmert links oben ein (weitere Tore von Falle in der 78. und 80.min). Eine Minute später legt die Sphinx nochmal das Wiederholungsvideo ein, Linker Huf – Sie wissen schon. Nach einem Ecken-Festival hatte Graf Schenk irgendwann die Schnauze voll und kloppte schnöde ein. Dies wiederum besah sich der Numimatiker und jagte einen Strich aus vollem Lauf in die Maschen (in einer Phase, in der Sterni mal den Libero gab), vor denen ein geknickter Gästetorwächter nicht einen Piep mehr von sich gab. Wie übrigens dessen gesamte Mannschaft sich paralysiert auf dem Altar zur Opferung darbot. Da war kein Leader, niemand bäumte sich auf, verbale Stille. Den Traktoristen ihrerseits fing das Ganze natürlich an Spaß zu machen und die konnten wirklich hübsche Tore noch erzielen: Die Trude Unruh (81.`) nach Vorarbeit von Don Norberto organisierte das Zehnte, dem Numismatiker gelang das Tor des Tages (wollte mannschaftsdienlich sein und flanken, Senkelrutscher, Winkeleinschlag – O-Ton: „Kacke, schönes Tor!“) und schließlich benahm sich die KrachBummEnte, wie wir sie kennen. Mit Brillanz seine Gefährten einsetzen (Hurricane ganz knorke mit dem Absatz) und selber netzen, zweimal noch (84.,/86.min – ein letzter Assist von Frau Unruh soll hier nicht verschwiegen werden) – mit links sogar!
Und so setzte sich also die Planung des Stäff durch, mittels physischer Überlegenheit durch ständige Rotation den Gegner in die Knie zu zwingen. Ganz nebenbei übrigens weiß jetzt jeder Traktorist, daß es keine Erbhöfe und Stammplätze mehr gibt. Dies vielleicht sogar ist die wichtigste Info heute.
Mann des Spieles war Hurricane, der durch seine ständige vorbildliche Laufarbeit viele Löcher in die Ü100-Abwehr riss, intelligent mitspielte und geradezu des Trainers Ansinnen verkörperte. Auch wenn der dies bis zuletzt ablehnte…
Auf der anderen Seite trainierte der Garrincha die übrigen und zwei neue Traktoristen – so soll das sein!
Weiter gehen nun die Heimspielwochen, nächsten Mittwoch dürfen sich die Friedenauer vorstellen. Glück auf!

28.04.10 Traktor – PBK 6:2 (3:0)
Wie sang es doch aus der alten Punk-Band „Boney M.“ heraus?: „By the rivers of Babylon“ nämlich, mitten auf der Heerstraße, gebaut von den Sklaven Alexanders des Großen, irgendwo in Mesopotamien, gebar eine stolze Frau -entsprungen einem alten persischen Kalifen-Geschlecht- einen Sohn. Und gab ihm den Namen „Samir“. Der wurde groß und stark, seine ebenmäßigen Züge verraten nun einen Mann, der die Zuverlässigkeit und das Leise in sich vereint. Nebenher spielt er als Freizeitballtreter bei „Traktor Boxhagen“ und avancierte dort zu einem gefürchteten Abwehrtitan; im gestrigen Nachholspiel fiel ihm die Rolle des persönlichen Bewachers von Steffen „Rubio“ zu (der wiederum als Stürmer der Brezelbörga ist für Ihren Autor so etwas wie der heimliche Star der Verbandsliga – schnell, geistig beweglich und mit einer sensationellen rechten Hacke ausgestattet). Je nun – dieses Duell würde den Spielausgang nachhaltig beeinflussen, so die Überlegung des Boxhagener Übungsleiters. Innerhalb der Mannschaft indes verursachte diese Filosofie erhebliches Stirnerunzeln: „Wie antiquitiert ist das denn, Manndeckung!?“ Egal, der Saphir nahm diese seine Aufgabe an und ernst und, um es vorwegzunehmen, stellte den Rubio kalt. Eiskalt. Nur einmal, dann schon 5 Minuten vor Ultimo, konnte der knipsen (zum 2:5).
Die Frage übergeordnete war doch, ob Traktor innerhalb einer Woche sein drittes Spiel vergeigen würde – Motto: „Mal verlieren wir, mal gewinnen die anderen“. Aber nein, die Weinroten rissen sich zusammen und hatten zudem mit den Gästen eine Hinspielrechnung offen (3:4)! Die übrigens mit stattlichen 13 Gardisten erschienen (keine Angst, deren neuer brasilianischer Wunderstürmer war nur zum Schnuppern in Uniform gesteckt worden) und auch sonstens stets freundlich diesem Teil der Welt gesonnen sind.
Spiel: Traktor schickte die KrachBummEnte auf rechts außen (erinnert immer ein klein wenig an Helena Vondrackova: nicht mehr ganz jung, vielleicht nen Tick zu blond, aber mit einer unheimlichen Bühnenpräsenz!!!) und von dorten kegelten „PotzBlitz!“-Bälle in den Sperrbezirk der BlauSchwarzen, die die Sphinx (volley, 4.min) und der Saphir (28., wenn der unterfordert ist, machta eben ne Bude vorne) vital zu nutzen imstande waren. Sechzig Sekunden später wurde der Numismatiker eingewechselt und dieser Troubadour holte ein Weltpässchen aus der Turnhose, welches der ArgentumSechser in S-Dur am langen Pfosten einfidelte.
Prenzelberg spielte artig mit, ging allerdings mit wenigen Chancen umständlich um. Traktor spielte bestimmt nicht besser als noch gegen Hajduk und Südsee, fand aber über den Kampf ins Spiel. Und immer, wenn es schnell und das Kurzpassspiel als Mittel erinnert wurde, sahen die Boxhagener gut aus. Vergaßen sie dies, verkrampften sie sofort.
Hurricane nach dem Pause-Mate brachte die Pille zum Vierten am wie immer saustarken Gästekiepa vorbei, musste allerdings zweimal hinlangen (48.`). Und dann endlich, endlich entschloss sich der Weinrote Zehner, Mitglied in der Schützenliste 2010 zu werden und zirkelte das Runde ins lange Eck (56.min) – der Shanty-Chor draußen johlte dankbar auf! In Bayern hätte man gesagt: „I witz a Ohlitsch!“.
Nebenbei: aus Gründen der paneuropäischen Solidarität mit den Hellenen veranstaltete Martin eine „Griechische Woche“. So durfte Ihr Autor den Wein von Samos kippen und telefonierte gleichzeitig mit Vicky Leandros und Costa Cordalis, um einen Hilfskonvoi von der Bundesdruckerei nach Marathon zu organisieren. Mit Eulen und Beulen. Aber wir schweifen ab! – Der Schreiber ist aktuell von Rubbel in der Boxenwacht der Ersten abgelöst worden (einmal Traktorist, immer Traktorist!); kann in Ruhe bei den 4zigern kiepan. Und nicht zuletzt wird sich dies im Berichtswesen niederschlagen – freuen Sie sich darauf!
Also, interessant auch das hier: Der Außenlinien-Artist der Weinroten ließ gleich einer Volleyball-Mannschaft alle seine Kerle rotieren. Brachte dann folgende Kuriosität hervor: auf einmal waren nur noch Abwehrer auf dem Feld und die nun hatten soviel Spaß am Stürmen, dass Rubbel ganz schön allein gelassen (64./85.`) und die Prenzellümmel forsch wurden. Sofort griff die KrachBummEnte ein, stellte die Ordnung wieder her und ging Augenblicke vor Abpfiff selber vorne rein, wartete auf des Falken Hacke noch und spielte Bande mit dem Feuerwehrmann im Gästekasten – Endstand. Neben den Genannten waren ehrenvoll auch Sterni und die Schildkröte -beide mit sehr ansprechender Leistung- auf dem Traktor.
Zwischen den Pappeln über dem Hauffrund hing ein Mond dann still. Kein grüner von Mahagonny, kein roter aus Bilbao. Nein, einer, als wenn jemand in Boxhagen Eierkuchen gemacht hätte und bei der Wurf-Wende das Ding am Himmel kleben geblieben ist. Magisch.

24.04.10 FC Südsee – Traktor Boxhagen I 3:0 (1:0)
Fünf Öre pro Tor – ganz schön happig! Musste Ihr Autor doch vehement die Berliner Taxigilde unterstützen, um pünktlich auf der Rennbahn zu sein. Aber nur drei Tore? Für Freizeitballtreten eher mager, die Gesamtausbeute…
Der Gastgeber vermochte wie im Hinspiel dreimal zu knipsen (damals inklusive Eigentor) und verdammte die Traktoristen in die Bedeutungslosigkeit. Hätte mindestens die doppelte Ausbeute in den Weissen See versenken müssen! Ebenfalls war Südsee weit besser der Regelkunde mächtig und konnte nach einer seltsamen Rückgabe eines Traktoristen das noch seltsamere Gebahren des Boxenwächters in einen indirekten Freistoß schreien (Handspiel von Rubbel innerhalb einer negativen Supernova, 73.min). Das war der 2. Treffer (Führung über die linke Angriffsseite der Blauen in der 40.) und der Gebissrausriss bei Weinroten. Zehn Minuten vor Allende dann der stringente Konter über den blonden Zweier – Gnadenschuss!
Die Boxhagener kamen weder mit dem Geläuf klar („Hurra, endlich mal auf Rasen!“) noch konnten sie irgend kreativ ihren Gegner bedrohen. Auch pilgerten sie mit lediglich 2 Auswechslern an (dass sich die Sphinx mit Blaufuss nach einer Stunde ins Sauerstoffzelt zurückzog, machte die Sache natürlich noch schlechter) und dies nun war der falsche Weg gegen einen höchst ambitionierten Gastgeber, der das Laufen, Grätschen und Kämpfen seit diversen apostrophierten Polschmelzen gut praktiziert.
Unter Pappeln im Sommerwind schließlich machten die Aquanauten von achtern eine schöne Schachtel Pilsener auf – die Weinroten schlichen wie geprügelten Hunde in ihre Hütten. Und heulen den Mond heute Nacht an.
Ihr Autor fand dennoch kurz vor der Sportschau ein paar Resttaler und konsumiert schmunzelnd, während diese Zeilen entstehen, ein allerbestes Hefe vom Kloster Andechs. Und freut sich trotzdem auf Mittwoch. In der Hoffnung, einen „Traktor“ in voller Größe zu sehen und keinen „Matchbox“-hagen.

21.04.10: Traktor Boxhagen – Hajduk Berlin 3:6 (0:2)
Es schwimmen gar mächtige Recken jedmorgens durch Sava, Drava, Kupa und Lonja. Und pflügen abends die Adria quersee. Treffen sich ab und an als Balltretergrüppchen in Berlin; haben einen Plan. Sind von roher Gewalt, stolzestem Blute und edelster Kunst. Praktizieren eine innere Homogenität, tauschen die Rollen, verstecken während der Schlacht ihre Kühnsten immer mal wieder und bringen gleichsam der Haut einer Zwiebel ein ständiges Problem in die Manege: „Ich schäle mich lässig und lasse dich weinen.“
Die Vertreter des Hajduk-Vereines also zu Gast im Hauffgrund (Mittwoch, 19.45 Uhr, vorgezogenes Punktspiel). Hier die kurze Erklärung, warum die bisher ungeschlagen die Saison beherrschen: Das sind Männer, diese kroatischen Eisenbieger! Die wissen ganz genau, was sie tun, da ist jeder hellwach und trotz der teilweise beachtlichen Körpermaße sind die physisch topfit. Und dann haben sie in ihrem 2er einen Stoßstürmer, der gut und gerne bei den Geldverdienern in oberen Ligen noch mitwirken könnte. Kriegt jeden langen Ball, macht seinem Gegenspieler mit Pranke, Schinken und Blick klar: „Du? Komm her. Du nicht!“ und spielt dann entweder schön Duett mit dem Siemer (welch ein Spielmacher!, tolles Solotor in der 61.min zum 2:5) oder aber knallt die Murmel höchstselbst ein (exemplarisch in der 46. und kurz vor Schluss – Düpierung von weinroten Statisten). Der Rest der Blauen funktionierte blendend, angetrieben von ihrem kriegerischen Torwächter und ihrem Clan-Chef Dario (gute Arbeit, mein Freund!).
Zugegeben, die Traktoristen nahmen sich der Sache leidlich an. Ja, sie hatten nicht zu viel Angst. Nein, sie wollten nicht aufgeben. Allein: sie hatten keine Chance!
Die Sphinx (30kg leichter und flirrend aktiv) war ein gefundenes Fressen für den 2er. Nach einer Viertelstunde konnte Matti den nur noch legen – Neuner, Führung. Der Große unterdessen wurde zweimal bei Zweikämpfen durch die Luft gerollt und nahm fürderhin mit deutlichem Respekt am Wettkampf teil. Damit war der juvenile Vorsprung von Boxhagenern aufgeraucht. Einzig Rubbel vermochte mit mehreren Glanzparaden (welcome back!) eine deutlichere Pausenführung der Gäste zu vermeiden, uff!
Die 51.min gebar einen schönen Traktor-Angriff und über 3 Stationen (Hurricane, Großer) vermochte der ArgentumSechser famos einzuklöppeln (1:3). Ganz ähnlich nach einer Stunde: Sterni gewann einen Preßschlag und bereitete das 2:4 vor (mit Umweg über Falle) und schloß höchstselbst mit dem Solar Plexus umtriebig ab. In der 73. min nahm die inzwischen auf die Liberoposition gerückte KrachBummEnte ihren rechten Außenläufer Schildkröte mit und die Verteidiger zeigten den Stürmern, wie es geht, pling durch Tommy. Das war es und über irgendwelche Lattentreffer vorher braucht hier kein Buchstabe vergeudet werden.
Traktor ging gewiss nicht unter, konnte aber auch nicht auftauchen. Neben den Genannten trugen heute noch Jensen und der Numismatiker den weinroten Fetzen; gleichzeitig darf Ihre Redaktion hoffnungsvoll von der baldigen Wiederkehr des Saphirs (hockte in Katalonien unterm Ascheschirm fest) und der Trude Unruh (im Wallis zur Schönheits-OP) ausgehen. – Übrigens: 3 mal Yellow gab es (einmal Sphinx, Hajduk-7/8) von einem ordentlichen Schiri, das störte keinen großen Geist.
Traktor Boxhagen hat heute einen meisterlichen, mit allen Wassern gewaschenen Gast gesehen, fungierte selbst als Geselle. Immerhin – vor einem Jahr waren die noch Lehrlinge in Sachen Verbandsliga. Und schwimmen, ja schwimmen haben die auch schon gelernt. Zur öfteren Praxis empfiehlt sich die Rummelsburger Bucht, der Werbellin-See oder aber die „Spitze“ der Steinhavel bei Kleinmenow. Hasta Julio, Hajduk!

11.04.10 NK Varazdin – Traktor Boxhagen 0:15 (0:10)
Ein Lob den insgesamt 6 Vertretern des ehemals ganz wichtigen Vereines „NK Varazdin“, welche heute ihre Knöchlein in den sprießenden Gründen der Rehberge hingehalten haben – mit Wettbewerb allerdings hatte das nichts zu tun.
Traktore: Sphinx 6, Großer, Graf Schenk, Hurricane und Sterni je 2, Numismatiker 1.

24.03.10: Traktor Boxhagen – Sporting Mutante 4:3 (2:1)
„Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande.“
So hat Beethoven das Allegro seiner 6. Sinfonie („Pastorale“) genannt. Und ungefähr so kann man auch das Eintrudeln beider Mannschaften heute in den Schönen Hauffgrund beschreiben. Mittlerweile kennt man sich und etwaige Verkrampfungen -wie noch manchmal bei anderen Truppen zu beobachten- sind längst gelöst. Kurze Analyse der VFF-JHV inklusive. Dickster Frühling, schickster Fan-Mob. Nebenan trainierten unter der Leitung des Garrincha die vielen Traktoristen übrigen und die aktuelle „Mutter aller Schlachten“ konnte beginnen (früher mal waren das die verbissenen Kämpfe zwischen den Boxhagenern und den 05er Schottermännern, aber das ist her schon lange und die Traktoristen hatten im bisherigen Verlauf der Saison wie ihre sich jetzt in der 2. Spielzeit befindlichen Mitaufsteiger `09 -Norpol und eben FCB- keineswegs Bäume ausreißen können).
Taktisch war der Gastgeber gebrieft auf Wiederholung des Hinspieles. Was sollten die auch anders machen? Sporting hat noch Meisterschaftsambitionen und nichts können Traktoristen besser, als über den Kampf ihren Mannschaftsgeist zu institutionalisieren. Ab und an. Heute kam noch eine zweite Qualität hinzu: die umgestellte Abwehr machte den Mutanten mit allerlei technischen Mätzchen schnell klar, dass deren Pressing nach hinten losgehen könnte. Sterni und die Sphinx haben ja nie die Hose voll, aber die gegnerischen Stürmer zu stellen, auszuspielen und dann noch loszustiefeln – dazu braucht es doch ziemlich viel Selbstvertrauen! Folge war ein Doppelschlag gleich zu Beginn (KrachBummEnte in der 2.`und Hurricane in der 6.`). Da kam einiges auf Kiwis Gebälk und der Gast schickte alsbald seinen Veron auf den Teppich, um die Sache in den Griff zu bekommen. Bekam er, machte durch einen feinen Schlenzer ins rechte Untere den Anschlusstreffer (Chris, 21.min). Und dominierte fortan das Geschehen. Zwischendurch und nicht nur sporadisch konterten die Weinroten und waren sich einige gute Möglichkeiten zu erarbeiten in der Lage (z.B. Falle mit einer Pfosten/Pfosten-Rakete!). FitzeFatze, „Szene am Bach“ und „Lustiges Zusammensein der Landleute“.
Im Pausenkämmerchen dann meinte der Boxhagener Übungsleiter: „Männer, das war gar nichts, ihr müsst noch viel mehr machen, da draußen geht gleich die Post ab!“ Die Trude Unruh hörte am aufmerksamsten hin und besorgte nach Wiederantröte mit einem Alex-Chilton-Gedächtnisschuss den nächsten Treffer für den Gastgeber (49.`). Ein Wort übrigens an dieser Stelle zum Mann des Spieles: Der im letzten Herbst rekrutierte stille Typ mit der 11 konnte heute nach diversen Balleroberungen in viele Sprints gehen und sorgte so für ständige Gefahr und hat es nunmehr sowohl im Kopf als auch im Oberschenkel, das gewisse Etwas.
In der 61.min kam Tante Mu erneut heran (Hotze) und spielte vorbildlich ihren Stiefel: nie aufgeben, Brust raus, Gegner unter Druck setzen, eiskalt zuschlagen. In diese Phase hinein nun trat energisch die KrachBummEnte (oh wie wichtig ist deren Wiederkehr!) auf den Plan und versorgte Frau Unruh mit einem finalen Pass – ruhiger Einschieber. Aber weiter! Sporting pflügte den Boxhagener Acker und deren innere Organisiertheit ist einfach beeindruckend. Dani als Lohn einen Abpraller drückte ein in der 85.min. Wollte mehr. „Gewitter, Sturm.“ Traktor warf Janis als heutigen Gastspieler der Zwooten ins Rennen. Der Saphir rechts machte gleich gar keine Pause und vorne rannten sich Falle, der ArgentumSechser und Hurricane die Lunge aus dem Leib. Draußen mit EwigFluppe im Maul der TrosinaStäff kam aus dem Jauchzen nicht mehr heraus.
Tendenziell hatten sich heute die Traktoristen durch Tüchtigkeit den Sieg verdient und hielten ihn fest. Widmeten ihm sogleich dem Großen, der als Mann der Saison verletzungsbedingt nur Zugucker sein konnte (schöne Genesungswünsche auch an den Numismatiker!).
„Hirtengesang. Frohe und dankbare Gefühle nach dem Sturm.“ Wenn das der alte Zausel Beethoven gewusst hätte, dass er mit seiner Frühlingssinfonie mal den Soundtrack für ein Schlagerspiel in der Verbandsliga beim VFF schreiben würde…

21.03.10: FFC Nordpol – Traktor Boxhagen 0:6 (0:4)
KrachBummEnte da, Saphir da. Traktor solide aufgestellt – Schaffi drei Tore, Großer drei Tore und die generelle Beobachtung geht wie folgt: Boxhagener mittelmäßig – Nordpol abgeschmolzen.
Hurricane präsentierte sich stark verbessert und die Trude Unruh räumte vieles ab; der Übungsleiter der Weinroten hat alles richtig gemacht!
Vierter Satz: der ArgentumSechser schaute vorbei.

10.03.10 Traktor – SC Schlaff 3:6 (2:2)
Gestern noch standen wir am Abgrund – heute schon sind wir einen Schritt weiter.
Zur Sache: Den aufmerksamen Zuguckern im Hauffgrund und den interessierten Lesern unter Ihnen ist sicherlich schon länger eine gewisse Unzulänglichkeit im Aufbauspiel der Boxhagener Balltretersportgruppe aufgefallen. Zumindest wurde dies hier öfter besprochen. Auch gilt es die berüchtigte Abschlußschwäche erneut zu konstatieren: Seit Monaten werden Angriffe bei Traktor, so sie denn bis in den Gegner16er gelangen, höchst unsauber ausgespielt und die Quantität der eigenen Torerfolge ist imposant mickrig. – Diese Zeilen könnten von Herbst letzten Jahres sein, sind zeitlos; und ganz offensichtlich war das Mutante-Spiel der berühmte Ausreißer nach oben.
Heute abend trat der SC Schlaff an, vor ca. einem Jahr hier im Hauffgrund die Zwoote innerhalb des Pokales rauskegelnd. Zwischendurch konnte Traktor am Treseburger Ufer im November gewinnen und das hatte Gründe. Jene wurden heuer schwer vernachlässigt und es schlug die Stunde des weissen Zehners. Der schaute sich jede Lücke bei Weinroten aus und vernaschte die permanent. Zuerst feuerte er einen Anstoß zum 1:2-Anschluss in die Boxhagener Reuse, um hernach einmal seinen Kollegen in Szene zu setzen, Egalität (TrakTore: Jensen nach Ecke Großer und Trude Unruh nach beherzter Vorstellung halb rechts unter Anleitung des Numismatikers) herzustellen.
Nach der Pause durften alle Beteiligten eine Ein-Mann-Show bewundern. Gleich viermal am Faden semmelte bewußter Kollege die Pille in die Maschen, immer nach der selben Masche: Spielgerät anfordern, drehen, behaupten, losknechten, dribbeln, Traktorist auslachen, peng. Wunderhübsch! Der Gastgeber war völlig paralysiert, fand keine Antwort auf dieses Phänomen.
Sicher, Chancen waren vorhanden, aber entweder schossen die Boxhagener den Gästekiepa berühmt (der eigentlich sonst ihr letzten Feldspieler ist und ein großes Sportlerherz hat) oder aber sie sahen nicht ihren freien Kombattanten. Das übrigens ist -aus Sicht der abhängigen Presse- das besonders Ärgerliche bei der Sache: Die Murmel rollt nicht, der Traktorist stolpert los, „lässt seine Mitspieler schlecht aussehen“ (O-Ton des Boxhagener Übungsleiters im anschließenden Krisen-Interview), bringt sich in Bredouille und entledigt sich des Balles ohne Not. Fürchterlich!
Dem Großen war es vorbehalten, zu guter Letzt noch einmal zu netzen, dann allerdings schon zum 3:6 (Granate Numismatiker, Abpraller).
Hier noch etwas für Freunde der Statistik: Der einzige Heimsieg von Boxhagenern (die gefallen sich immer mehr darin, die Sanguiniker zu geben) datiert vom September 09 und war das erste Spiel der Saison. Fragen?
Wurden in Ihrer Zeitung schon einmal die Worte „Abstiegskampf“ und „Abstieg“ benutzt, so dürfen Sie gerne erneut davon lesen. Um aber den Namen „Traktor Boxhagen“ und die Erste (!) Mannschaft nicht vorschnell aufzugeben, sei denen zugerufen: Auch Zwerge haben einmal klein angefangen!

07.03.10 SG Raddatz – Traktor Boxhagen 5:1 (1:0)
Wichtiges Aufatmen nach 11 Wochen Starre: es kann wieder gekickt werden! Sonntag, tennoclock.
Traktor durfte heute bei sonnigstem Schein (aber noch Nassen!) in die Borsigbeete reisen. Hier hängen die Trauben seit jeher hoch und auch dieses Mal waren die Gäste zum Jäten verdammt: Mit einem Wechsler (nach der Halben gleich mal ganz ohne – Verletzung Hurricane) angetreten, konnten sie insgesamt kämpferisch überzeugen, allein spielerisch war eine gewisse Limitierung (wegen Kräftemangel) nicht zu übersehen. Allerdings waren die Raddieschen ebenfalls noch lethargischfett vom Bunten Teller bzw. derlei Sachen und nur durch eine kleine Unentschlossenheit in der Boxhagener Hintermannschaft („Nimm du ihn, ich hab ihn schon!“) gab es eine Ein-Tore-Führung zur Halbzeit. Die Erste dauerte übrigens exakt 38 min. und Walter& Co. beschwerten sich zu Recht. Nun, die Schiedsrichtergilde mag ja prinzipiell verunsichert sein, hier aber lag folgender Fall vor: der Kollege mit den Fleppen in der Brusttasche (1x gezückt gegen Tegeler) musste baldigst noch nach Moabit, ein anderes Match zu trällern (jaja, ein kleines Zubrot ist nicht zu verachten, wirklich!). Kurios – milde dann gaben sich die Aktiven.
Nach Wiederanpfiff drückten die Gastgeber mehr und kraftvoller und raubten den Traktoristen ihren rauhen Schein. Jetzt stachen die durch ballerten den Kanarienvogel bunt. Der Boxhagener Schweiß schwoll an zur Flut und gerade als das Debakel seinen Lauf zu nehmen schien, genau dann ließen sich die Gäste ihre Ehre nicht nehmen und löcherten zum Ehrentreffer ein (der Große, gewohnt).
Raddatz also komplett dominant, Traktor machte das Machbare. Diese kämpferischen Jungs in weinrot waren dabei: Falle, Saphir, Großer, Sterni, Schildkröte, Numismatiker, Hurricane, Knaua. Und die grüßen an dieser Stelle ihre vielen verletzten und verhinderten Mannschaftskameraden, vorrangig den ArgentumSechserKapitän. „Gute Besserung“ wird ins Spital gesendet!!!

09.12.09: Traktor – FC Südsee 1:2 (0:1)
Kennen Sie den Kellermeister des Klosters Mittelzell auf der Reichenau? Der macht liebevoll in Burgunder, rot wie grau. Und ist ansonsten schwer in Ordnung, schwätzt von der Schönheit des Bodensees und seiner fleißigen Anwohner. Fahren Sie mal hin, lohnt sich.
Eventuell treffen Sie dann auch die Mitglieder der Südsee-Mannschaft auf Heimaturlaub, die meisten von denen kommen da weg – „Ich bin der Günther Oettinger!“. Kein Wunder, dass traut und zusammen die Traktoristen mit ihren Gästen nachspiels oben in Martins Stübchen saßen und das erfolgreiche schwäbische Gekicke in der Schampusliga glotzten.
Vorher konnte im Schönen Hauffgrund der Boxhagener Verein keine Punkte machen! Südsee hatte eine umfangreiche Horde am Start und konnte einmal (10.min) durchstechen und die Führung erzielen. Traktor hatte die Partie bis zur Pause gut im Griff, doch Chancen blieben ungenutzt und eine gewisse Großkotzigkeit nach den unverhofften Mutante-Punkten spielte möglicherweise auch eine Rolle. Allerdings wurde die Qualität des weinroten Spiels deutlich schlechter nach Wiederanpfiff und im Grunde ließen sich die Möglichkeiten, Tore zu erzielen, an einer halben Hand abzählen. Zu tun hatte das mit einem zu behäbigen Spielaufbau, ausrechenbaren 30m-Diagonalbällen, amorphen Passungenauigkeiten, taktischer Unruhe bei Wechseln und einem Weinroten Zehner, der seine Urlaubsplauze vor sich herschob, summend: „Siems itt newwa reents ün Saßahn Kalifornja!“. Zu allem Überfluss erlaubte sich der Kaprioladse mit der 1 im Trak-Tor noch einen gigantischen Fehlabschlag in die Staksen des Gegners, wurde mit Umkurven bestraft und verschuldete so das 0:2 (75). Mit Verzögerung, weil Wolle seinem Kiepa noch zu Hilfe eilte, die Murmel aber Fahrt in Richtung Gemächt aufnahm und der Traktorist sich mit den Pfoten schützte. Südsee stellte aus allen Kehlen die Maximalforderung: „Rot und Handneuner!“ Na klar, machenwa gleich!
Derart musste der Gastgeber die letzte Viertelstunde gar in Unterzahl spielen, konnte aber als Lohn für jetzt aufopferungsvolles Verhalten ein Kopfball-Eigentor der Südseer entgegennehmen. Mehr war nicht drin und Boxhagen hätte bis Mitternacht kein Tor erzielt! So landen die also wieder auf dem Boden der Tatsachen und dürfen sich aus sehr verschiedenen Richtungen fragen lassen:“Welche Rolle wollt ihr eigentlich spielen dieses Jahr?“
Übrigens tauchten die Schwaben in schicken Argentina-Adidas-Klamotten auf. Achtung Mutante, schützet euch vor Apologeten und Epigonen! Ansonsten machte Südsee eine gute Figur (hätte heuer sogar noch 3-4 Dinger mehr machen können) und Traktor sollte wirklich mal den Wein von der Reichenau probieren – dieses ewige Berliner Pilsener macht doch eher blöde!

06.12.09 Sporting Mutante – Traktor Boxhagen 1:6 (0:2)
Lieber Leser, einen Spielbericht der letzten Partie von Verbandsligisten aus Boxhagen müssen wir Ihnen leider vorenthalten (zu Recht von Kiwi heute früh moniert), da ein Autor Ihrer Sportredaktion bei dem uninspirierten Match gegen Nordpol (die spielten einen kühlen Stiefel) nicht zugegen sein konnte. Und von den Ballpraktikanten in weinrot auch nicht einer spontan in der Lage war, den Gänsekiel in die Hand zu nehmen (2:4). So.
Die Ausgangslage heutige war für die Gäste extrem angespannt: Die Traktor4ziger gaben ein paralleles Pokalspiel gegen den FFC Lichtenrade-Ost schlicht ab, um mit ein paar Männern älteren die Erste zu verkomplettieren. Die wäre sonst nicht spielfähig gewesen und Mutante war im Vorfeld schon nobel genug, die Partie Nummer 042 auf den Nikolaus zu verlegen. Jaja, der Rudower Fußball-Adel ist nicht nur in dieser Hinsicht noch immer das Maß fast aller Dinge – Danke!
Unfair in diesem Sinne verhielten sich die Traktoristen, indem sie sofort das Spiel an sich rissen und die erste halbe Stunde sich mehrere gute Chancen zu erarbeiten in der Lage waren. Eine nutzte in Minute 10 die Trude Unruh mit ihrem Hammerbein (Tequila!) und der frisch aus Florida eingeschwebte Falke konnte abgeklärt wie je die 22. min zu SEINER erklären. Sportingistas dominierten von da an die Partie, ohne allerdings entscheidende Durchschlagskraft entwickeln zu können. Das lag zum einen an dem Kompendium aufgetragenen des Traktor-Betreuers (taktisch hervorglänzend eingestellt) und andererseits arbeiteten die Weinroten konzentriert und amüsiert, jeden Augenblick: die Nautiker der Mittelachse (Sphinx und Graf Schenk) waren ständig mit Federboa und Cajalstift unterwegs und markierten ihre Gegner; Trude Unruh mit der 11 praktizierte erstklassiges Stellungsspiel und die Außenabwehrer verbissen sich in jeden Zweikampf (so wie weiland Suzie Quatro und Chris Norman auf den Bühnen der Unterhaltungsindustrie). Der Sturm nun war jederzeit gefährlich für Chris, Pampel & Co. und schnell wurden die wichtigen Zonen der Wutzky-Kampfbahn überbrückt.
Nach der Halben spielten die Boxhagener stoisch ihr System weiter und surften auf den Angriffswellen von Mutanten. Frau Unruh pengte in der 47.min das Dritte in das Leihaus („Mir nach, Kanaillen!“) und der Große kopfballte die Ecke der Sphinx durch die Augen von Kiwi (der rief davor noch mehrmals: „Der 8er, der Achter, mensch!“) – 54.min.
Jetzt warf der Gastgeber alles nach vorne und drückte und rackerte, allein Graf Schenk konnte zwei Konter auf seine aristokratische Art abschließen (64., 85.). Frei nach dem Motto: „Ich bin nicht frei, ich kann nur wählen!“ – hunzend in die freien Ecken. Dazwischen landete ein Gewaltschuss von Hotze zum 1:5 im Käfig des Kanarienvogels, welcher sich bei seinen Boxhagener Vorderleuten (hinreichend bekannt, diese Anmut, wenn die Einstellung stimmt) bedanken kann.
Kiwi versprach nach Abpfiff: „Im Rückspiel setzt es Prügel!“ Sicher, mit Dani sieht das in Zukunft auch wieder besser aus, allerdings fehlten den Boxis ebenfalls solch Edelmänner wie der Saphir oder auch die KrachBummEnte.
Ihr Autor jedenfalls besah nach dem Heimweg sich in der Hotel-Einfahrt einen Personenkraftwagen mit dem Kennzeichen „FF …“ und entsann sich schmunzelnd der diesbezüglichen Übersetzung seines Großen Vaters: „Viel Vergnügen!“

08.11.09 SC Schlaff Berlin – Traktor Boxhagen 3:5 (1:3)
Schon gestern gab es drei Punkte – mit schönen Grüßen aus Flensburg allerdings! Die rührten her von der rasanten Fahrt in den fränkischen Kirschgarten Mitte September, wo einige 4ziger das Jubiloleum von Herrn Kühl-Poirot feierten. Übrigens sollten heute die 4ziger ebenfalls eine besondere Rolle spielen, indem der Boxhagener Übungsleiter 2 Oldies in seine Formation einbastelte. Aber dessen Überlegungen vorab hörten damit längst nicht auf: Traktor durfte seinen Ur-Torwächter nach langer Abwesenheit begrüßen und der Sphinx wurde die Rolle des Abwehrchefs übertragen. Alles Maßnahmen, die den heutigen Erfolg fundierten.
Dazu kamen die Spielintelligenz und Torhungrigkeit des Weinroten Zehners sowie eine saubere Arbeit der Außenabwehrer. Der Falke nahm in der 15.min drei Gegner aus, passte noch picobello auf den ArgentumSechser, bekam die Kugel zurück und vollendete meisterhaft. Der Traktor11er legte kurz darauf -huschhusch- nach und im Ganzen sah das Spiel der Gäste vollendet und sortiert aus. Hier schälte sich die Truppe der vergangenen Saison heraus, heute wurde erstmals leidenschaftlich gekämpft und mit Auge agiert. Bitte!
Obschon der Aufsteiger einen schönen Freistoß verwandelte (30.), waren dessen Aktionen etwas stereotyp auf den Zehner zugeschnitten und somit für informierte Traktoristen beherrschbar. Kämpfen allerdings können die Männer von Schlaff ebenso und mit ihrem Abwehrleader haben sie einen großen Sportsmann in ihren Reihen, sehr beeindruckend. Heute zeigten sich die wenigsten der Versammelten zu sehr geltungsbedürftig, am ehesten noch war der Schiri von zweifelhafter Natur (der hatte vor genau einer Woche das Pokalmatch Schlaff-Raddatz auch schon verpfiffen). Also: harter, aber fairer Kick.
Was der Trosinastäff kurz zuvor noch falschmachte, absolvierte der Falke dann weitaus routinierter – Kontertor vor der Pause.
Nach dem gleichen Muster verfuhr der Weinrote Zehner erneut in der 50.min und glitzerte das Vierte in den Gobelin. Dies übrigens war sein vorletztes Traktorspiel und in einer Woche ist er schon auf Lidschattenlehrgang auf einer Halbinsel, die früher einmal zu Spanien gehörte…
Das 1:5 verursachte der Gastgeber ganz alleine und ihr Angriffsführer schnaubte darob erbost noch zweimal in die Tüte (Kopfstoß 75., Solo 85.min). Insgesamt allerdings ging die Heimtruppe zu fahrlässig mit ihren durchaus vorhandenen Chancen um und das Resultat spiegelt ganz gut die Verhältnisse wider. Traktor seinerseits zelebrierte eine schöne Metamorphose und schmiss ordentlich den Riemen uffde Orjel. Bester Mann in weinrot war der Wirbelwind mit der Nummer 11 – welch eine Trude Unruh!
„Schönen Sonntag!“ schallt es aus dem Hotel Libau; Ihr Autor zieht sich sehr zufrieden in die Raucherlounge zurück, um in aller Ruhe darüber zu sinnieren, wie es wohl wäre, wenn die KrachBummEnte sich einmal wieder meldete – die Sache mit den drei Punkten soll doch fortgeführt werden…

21.Zehnta 09: Traktor -BSG Umbau Berlin 4:5 (1:3) – 1. Pokalrunde
Die Traktoristen konnten jüngst konstatieren eine erwähnenswerte 2. Halbzeit gegen den Berliner Kleinfeldmeister „SG Raddatz“. Vermochten sie daran „anzuknüpfen“? Teppich? Aktuell präsentierte sich die sympathische Gästetruppe von Umbau Berlin um die Haudegen Mirko und Jens im Schönen Hauffgrund. Also: …anzuknüpfen? Durchaus – bis zur 22.min, da führten die Weinroten durch des Zehners Treffer mit EinsZuNullle (9.) und hatten weiterhin auf der Habenseite 2 leckere Schüsse des rechten Abwehrers (seit heute firmierend unter dem Namen „Numismatiker“) sowie eine DoppelGalanzParade des Kiepas. Doch: ein freier Stoß in Minute 22 sah den Traktorenzaun wenig auf dem Posten und der Umbauer einer konnte lässig rechts unten einkacken. Jetzt war Essig mit Boxhagener Spielkultur und die Traktoristen schlitterten in einen 1:3-Halbzeitstand (37.: Unabsprache „Mitte“, 42. direkt verwandelte Ecke von rechts). Na schön: der ArgentumSechser hatte Spielrecht von der „Besseren Hälfte“ bekommen -trotz Geburtstages der Holden- und versiebte jeden zwooten Ball, andererseits die Umbaustürmer waren treffsicherst fast jeden Angriff abzuschließen in der Lage. Ziemlich konkret. Die sich anhäufenden Yellow-Fleppen können hier unerwähnt bleiben (je 2mal pro Seite) – Pokalspiel!
Nur: genau dieses Thema hatten die Gäste schon im letzten Winter geklärt und seitdem gewannen sie jedes Spielchen gegen Traktoristen, ach was! Die ihrerseits bis heute im Tiefschlaf sind Absinth…
In der 62.min fiel das 1:4: der linke Traktorabwehrer (oh wie lecker ist die Weihnachtsgans! ) brachte den Umbau-Schützen auf den rechten Triangel-Weg und das Fünfte der Gäste war dann schlicht ein Eigentor der Weinroten (wieder Ecke, wieder NullOrdung). Der Begriff „komisch“ ist schon und noch immer NEGATIV besetzt!
Falle ballerte die Murmel in der 75. an das Alu und der Boxenwächter wiederum musste kurz darauf seinen linken Angel freihechten. Imposant. Gelernt daraus machte der Weinrote Zehner in der 76. das 2:5 (nach Ecke) und jetzo begann sich etwas zu regen im Traktor-Universum: Sterni löffelte ein listiges Heberchen in die Reuse (84.) und die Sphinx knorkatorte keine 2 Minuten später zum interessanten Anschlusstreffer ein. Ein Remis allerdings war weit entfernt – Sterni sollte noch ein taktisches Foul begehen müssen, um nicht noch das Sechste zu nehmen.
Also und Erstens: Der geschätzte Gast gewann verdient. Auch: Traktor Eins ist zur Zeit keine MANNSCHAFT zu stellen in der Lage! Ohne Engagement und Leidenschaft spielst Du möglicherweise gegen deinen Nachbarn im Urlaub beim Tischtennis und schielst dabei heimlich nach seiner Ollen – aber doch nicht gegen so eine ambitionierte Mannschaft wie „Umbau“! Deren Entwicklung übrigens wird weiter anhalten und so sollte ein Aufstieg genauso selbstverständlich sein wie eine Pokalfinalteilnahme („Wisst ihr eigentlich, wer Willi Sänger war?“ „Na klar, `n Antifaschist, wir legen jede Woche Blumen hin!“).
Das „Aufbäumen“ kam zu spät – Traktor hatte keine wirkliche Schankse, sich ins Neunertreten zu retten. Die sollten sich eher schleunigst zusammensetzen, um ihre Perspektive zu bereden und die Urtugenden „Kampf“ und „Kampf“ mal wieder in die schale Schale zu werfen. – Der Numismatiker jedenfalls kippte sein Bier in die Büsche (Martin wird` s freuen in dieser Dürre) und war bitter enttäuscht. Kann Ihr -auch unabhängiger- Reporter verstehen.
Seltsam dies: Während Reste der Zwooten und der 4ziger ein Paralleltraining veranstalteten, waren alle humpelnden Zugucker nicht gewillt, ihre Mannschaft mal anzufeuern. Die suhlten sich in ihren besserwisserischen Arztgeschichten oder aber stellten sich als stille Auskenner dar. Hätten mal wenigstens ihren Weinroten eine Aurora Borealis an den Nachthimmel waschen können…

14.10.09 SV Traktor Boxhagen I – SG Raddatz 5:9 (2:7)
85. Minute: Bolatti, gerade eingewechselt, markiert den Siegtreffer für die Albiceleste in Montevideo und schickt die Silberländer (dann hoffentlich ohne El D10z) ans Kap der Guten Hoffnung (lesen Sie bitte diesen Namen ganz ruhig ein zweites Mal!). Der Uru Caceres sah 60 Sekunden davor den von gelb zu rot gewordenen Fleppen und der Argentum-Joker stach. „La Brujita“ Veron spielte durch, Tevez kam für Messi in der 87., egal.
Ihre Sportredaktion (und damit Guten Morgen!) hatte eine qualvolle Nacht, aber hallo! War schon die Niederlage von Traktoristen auf heimischen Geläuf gegen die Amphetamin-Combo aus den Borsig-Beeten eine Strapaze, so tanzten die Herzkasper einen Pogo hinsichtlich der Unsicherheit, ob sich Maradonas Wilder Haufen würde qualifizieren können.
Nun ist es amtlich und so darf der Blick noch einmal nach Boxhagen gerichtet werden: Traktor dachte nach dem 2:3 durch die Sphinx (na endlich!) in der 19. min im Spiel zu sein (davor Herr Marx nach Assist des Zehners zum 1:2) – Irrtum! Die Gäste ihrerseits gingen gefestigt aus dem letzten Mutante-Spiel hervor und zeigten mit ihrer Zatopek-Mechanik, wie man seinen Gegner müde rennt. So fielen die meisten der nächsten fünf Treffer über außen und die weinroten Abwehrer waren öfter schlicht zu spät gekommen. Der lange Zweier der Raddieschen machte per Schädel in der 25. min ein schönes Tor, 3 Sekunden verharrend in der Hochparterre – PlatschQuatsch.
In der Pause gab es eine kollektive Abmahnung für die Boxhagener und diese kehrten schier verwandelt vom Büffet zurück! Der Große mit all seiner Geschmeidigkeit spielte ganz burlesk mit Sterni (rehabilitierte sich damit für einige krasse Ballverluste in der ersten Hälfte) und vermochte diesen Ringelpietz erfolgreich abzuschließen. Herr Marx dann setzte nach und donnerte das Vierte in den Vorhang. Jetzt jazzten die Weinroten, jetzt machten sie ihrem Publikum Freude! Raddatz verlor fast jede Pille und Traktor kam zu Chancen. Agil und kompetent zelebrierte der Gastgeber seine bisher besten 45 Saisonminuten; man fiel ja auch schon fast vom Glauben ab nach den ganzen Faxen jüngst…
Raddatz konnte in die Druckphase seines Gegner hinein ein hübsches Konterkopfballtor durch ihren Mann ohne Hals (wunderbar, diese Nummer 3!) erzielen und mußte außerdem eine Verletzung ihres Zweiers (dessen Frisur teilweise an die des Bassisten von KajaGooGoo erinnert) hinnehmen. Der geriet jetzt öfter in aufreibende Zweikämpfe mit dem Saphir („Habe die Ähre!“) und das bekam ihm gar nicht. Der Große dann machte schlitzohrig (meint das Herausreißen des Zimmermann-Ohrringes) das Fünfte und seine Truppe nahm schlussendlich noch das Neunte. Schön also, dass es nicht zweistellig wurde, schön aber auch zu sehen der gesteigerte Mut, mal wieder die Metaebene betreten zu wollen.
Nächste Woche sind Pokalspiele – da ist der Verein noch Digedag! Und dann wird auch der ArgentumSechser wieder dabei sein, welcher heuer schmerzlich vermisst wurde.
„Verdammte Intrige!“ pflegte des Autors Mutter zu sagen, wenn etwas besonders gut klappte. Die wäre gestern 70 geworden. Dank an Traktoristen also für die 2. Halbzeit!
Die allerbeste Nachricht wie immer zum Schluss: der Boxhagener Ur-Libero Pike ließ sich nach gefühlten Jahrhunderten wieder bei seinen Leuten blicken (Paralleltraining der Restmeute) und man möchte ganz herzlich dazu gratulieren – mögen denn die Bänder halten zu Gnaden! Ach, und Jensen: wenn Argentinien durch geht, geht auch Portugal durch. War doch verabredet. Weil ein Mundial ohne Messi und dem christianisierten Ronaldo is doch wie ne Bockwurscht ohne Sämpf, wa!

07.10.09 Prenzlauer Berg Kickers – Traktor I 4:3 (2:1)
Es kann nicht immer „Patagonien“ sein! Waren die Boxhagener bisher erfolgreich gegen ihre nördlichen Nachbarn in der Sportart „Balltreten-für-Jungs“, so spielte nicht zuletzt immer das Wetter eine Rolle, gekennzeichnet von kaltem Regen, viel Wind und trittschwachen Verhältnisssen. Heute abend allerdings fühlte man sich eher ins Alfred-Brehm-Haus versetzt und jeglicher Bio-Rythmus kullerte aus der Bahn, war es doch weit über 22 Grad heiß und schwül dazu. Insofern darf Sie Ihre Sportredaktion schon eingangs über einige Konditionsschwächen der Gäste informieren.
Sonst aber hatten die ihr Hajdukspiel gut verdaut, tanzten unterdessen einen „Apo-Calypso“ noch und gingen vollzählig in die Eisler-Arena. Doch O Weh! Prenzelberger schickten ihren langen Rubio ins Gefecht (adretter Vollbartansatz!) und konnten sich hinten auf ihren ganz ausgezeichneten Torwächter verlassen. So funktionierte der Rest der Truppe gut abgesprochen und dominierte die erste Hälfte. Traktor geriet hurtig in Rückstand, zeigte jedoch seinem mitgereisten Fan-Block „UB 40“ (dazu gehörte mit Schaffi der aktuelle Gunner des Vereins -7 Dinger in drei Spielen-, ist jedoch als Strafe dafür verletzt jetzt) durchaus Qualitäten und so kann das kämpferische Niveau gelobt werden. Gut, eventuell ist die Spieleröffnung etwas zu schleppend, möglicherweise bedarf es vorne größerer Präzision. Alles in allem aber waren die Boxhagener gut dabei und konnten durch ihren Zehner nach 30 min. ausgleichen.
Doch weitere Male kamen die langen Bälle auf den Rubio an (dem ist anzuschauen seine Freude beim Umgang mit dem Spielgerät) und so durfte der Boxenwächter mehrmals seine Traktoristen im Spiel halten. Einmal klingelte es noch und der Gastgeber ging führend in die Pause.
Hälft zwo dominierten die Boxhagener und vermochten nach dem Ausgleich (wieder der Zehner) mittels sensationellem Tor des Großen sogar in Führung zu gehen: mehrere Geschosse konnte der Handschuhmann entschärfen, gegen die eingesprungene Doppelpirouette mit anschließendem Hackentrick dann war er machtlos! Dieser Pawel Kortschagin! Lässt es also auf ganz artifizielle Weise „PalimPalim“ machen und ist seit Wochen der engagierteste und zweikampfinteressierteste Traktorist.
Bei seinen Kollegen allein wurden ein klein wenig die Stelzen morsch und das Spiel immer blutleerer. Dachten wohl, das 3:2 nach Hause verwalten zu können? Zudem zerbrach erneut der Porzellanknöchel von Hurricane und der Sphinx wurde ganz zärtlich die Achillessehne malträtiert – schlechte Nachrichten! Also: das vierte Boxi-Goal fiel nicht (da hatte der beste Mann des Spieles im schwarzen Kasten einiges dagegen) und langsam wirkte die tropische Materie: die Gäste dösten bzw. praktizierten die Habgier der Magnaten und bemerkten nicht die Gefahr. In der 77. min fiel der Ausgleich (Prenzelbuben kämpften, grätschten und rackerten nämlich vorbildlich bis zum Abpfiff) und anstatt den einen Punkt zu nehmen, wollte jeder Traktorist mit dem Siegtreffer glänzen. Das ging 120 Sekunden vor der Ende-Tröte gründlich in die Hose, als -natürlich- der Rubio einen Konter sauber abzuschließen in der Lage war. Leck mich fett!
Boxhagen also wird es nicht einfach haben im Abstiegskampf, zumal deren Keeper kurz vor Mitternacht auf den Gleisen der Wühlischstraße öffentlich seine Handschuhe verbrannte (wie weiland Jimi sein elektrisch verstärktes Zupfinstrument) und lauthals äußerte: „Für diese Pisstruppe spiele ich nie wieder!“ Das ist natürlich blöd und hilft dem Verein (jetzt gänzlich ohne jeglichen Torwächter!) eher nicht – so ein Pflaumenaugust!
Die anderen Weinroten dagegen waren nach Spielende ein Schmerz und eine Kehle.

04.10.2009 Hajduk Berlin – Traktor Boxhagen I 8:6 (2:2)
Mercedes Sosa ist tot.
Obschon sich einige für immerjung halten (aber Achtung: irgendwann ist das Naschen an jedem Chagrinleder einmal zu Ende!), hält Einzug jetzt der Herbst des Jahres und weht und dröselt durch die Stadt. Wunderbar: Traktor-Wetter?
Beide Verbandsligisten konnten ihre Auftaktspiele gewinnen und trafen sich nun, den 1. Spieltag nachzuholen, im Hofe des Tempels. Die Hajduken schanghaiten sich sommers Leute vom ehemaligen Mitwettbewerber „A.R.B“ und ließen früh schon durchsickern, diese Spielzeit extrem gut abschließen zu wollen. Traktoristen hingegen sind ja eher statisch und hölzern, was ihre phantasielose Nachwuchsarbeit angeht – die generieren wirklich alles aus ihrer eigenen Mischpoke. Immerhin kamen heute die Traktorenstürmer aus den Wattekästchen bzw. schnell aus LeipzigEinUndLeipzig oder aber aus der Nachtschicht eingetrudelt, semivolle Kapelle!
Führten denn auch durch des Grafen Schenk Törchen bzw. einen Freien Stoß (Sphinx nach 11.min) mit zweiernulle und dachten das Spiel im Griff zu haben. Reines Gedanken-PiPaPo! Der Gastgeber -gewohnt ruhig- brachte sich mehr und weniger ins Match und vermochte zur Hälfte die Sache ausgeglichen zu gestalten, wie folgt: Immer auf die Eins und der Abpraller landete bei der Zwei. Gewöhnlich. Aber effektiv! Traktoristen hatten einmal schon eine bessere Rezeptur – doch: das war letzte Spielzeit…
Konnten sich beim Schiri bedanken, der auf Nachfrage beim Boxhagener Torwächter („War vielleicht nicht drin!“) ein ganz offensichtliches Tor nicht gab. Zu Recht posaunte der Hajduk-Chef: „Jetzt ist das Spiel kaputt!“ -Petiküre-
Der hatte die Sache wirklich erkannt – nunmehr waren die Gäste völlig von der Rolle und gewannen weder einen Einkampf noch irgendwie die Kontrolle über das Spiel, ganz traurig! Hajduk war sortiert, haute jeden Kubikmeter in das Pflaster und spielte schön über außen, zawingend. Die Traktoristen lagen denn auch glatt mit 2:6 nach einer Stunde hinten und bemerkten zudem auch nicht ihre Schwachstellen. Eingeschläfert. Na schön, ein Aufbäumchen war inklusive und auch ein Ranrobben: 3:6, (3:7), 4:7, 5:7, (5:8), 6:8. Torschützen für Traktor waren Matti erneut, ArgentumSechser (Capitano: Stell` deine Mannschaft hin!!), Ahmet und Hurricane. Allein, dies alles war zu dürftig und die Boxhagener waren vom Resultat her noch gut bedient, locker hätte es auch 12:3 stehen können (müssen). – Einige verbale Entgleisungen dachte man übrigens das letzte Mal vor 2 Jahren gehört zu haben, da sind offensichtlich einige Hirnhamster in weinrot noch nicht wieder auf dem aktuellen Stand!
Lichtblicke gab es dennoch und so darf die unabhängige Journaille einerseits die immer wirksamere Arbeit des Trosinastäff bemerken, andererseits die konziliante Spielweise des „MünschOpänSiegers“ (rechter Traktorabwehrer). Gewohnt stark der Auftritt vom Saphir, ungewohnt schwach die Abtritte vom Weinroten Zehner und (verletztungsbedingt) Hurricane.
Das Resultat also beschreibt mitnichten die Überlegenheit des Gastgebers – Boxhagener sind mit drei Veilchen zum Kuchen bei Schwiegermuttern angetantzt…
Mercedes Sosa ist tot – die Stimme Lateinamerikas schweigt jetzt. Traktoristen sind Internationalisten – heute Nachmittag husteten sie nur.

25.09.09 SV Traktor Boxhagen I – NK Varazdin 10:1 (3:1)
Alarm im Zirkus! Wie aus schlecht unterrichteten Kreisen im Vorfeld zu hören war, hatten die Boxhagener einen eklatanten Stürmermangel zu beklagen: sowohl der Weinrote Zehner als auch die Sphinx zogen es vor, nicht in der Stadt zu weilen und so stellte sich die Frage, wer wohl heute aweng Tore zu produzieren in der Lage sein könnte. Wenigstens gesundete unter der Woche der ArgentumSechser und nahm seine Rolle als Kapitän wieder an. Auch schön: Hurricane beendete seine Rekonvaleszenz und wechselte sich klammheimlich (lässig geduldet vom Coach) in die letzten paar Minuten ein. Den Kohl fett machten zwei Gastspieler aus der 4ziger („Gib mir die versteckten Stiefel wieder, da draußen schreit mein letzter Tag!“) und also konnten die Traktoristen eine vollzählige Mannschaft auf die Kampfbahn schicken.
Varazdiner ihrerseits wollten all die blauen Augen der letzten Saison kühlen und waren ebenfalls motiviert bis in den letzten Molar. Die können ja alle mit der Pille etwas anfangen – waren schwer von selbiger zu trennen und hatten tatsächlich das Match im Griff (ca. 70% Ballbesitz im gesamten Spielverlauf).
Ulkigerweise war es jedoch am Gastgeber, die Tore zu erzielen und so können die sich bei Herrn Marx bedanken, ständig in Front gelegen zu haben. Beispielweise vermochte der Große (insgesamt 4 Knipsereien) an eine ewig lange Flanke von rechts seine Rübe dran zu halten und den ersten Treffer zu verantworten. Weiterhin Marx lief zweimal den Gästen weg und schoss die Boxhagener zur 3:0-Führung. Breiteste Überheblichkeit duldete dann das völlig verdiente Varazdintor und insofern war der Unmut des Trosinastäff in der Kabine zu verstehen: „Leute, ein 3:1 ist hübschhäßlich, schöneklig und gefährlichgut – Obacht!“
Na toll, Traktoristen verschenkten nach Wiederanpfiff erneute 10 Minuten – aber dann: Schottische Schwerter, in irischem Feuer gehärtet, glitten durch eine ranzige Butter und erledigten den bis dahin latent vorhandenen Mut der freundlichen Gäste! Doppelpässe in der Oktave (Graf Schenk), kaltschnäuzige Abstauber (2x Schaffi) und unwiderstehliche Antritte von Marx kaleidoskopierten das ansehnliche Boxhagener Spiel. Zuschauermeute draußen war zufrieden (auch ein Detlef wird irgendwann spielfähig!), Trainer ebenso. Über die beinharte Abwehrarbeit braucht an dieser Stelle nicht weiter geredet werden – exorbitant gut!
Nach Abpfiff gab es noch einen Plausch mit den Hajduk-Bossen (man spielt ja nächstens gegeneinander) über das Große und Ganze, sehr angenehm. Zelebration der alten Davor-Suker-Tore, sowas halt. Übrigens meinte doch der eine dann von denen: „Eure Spielberichte sind viel zu kompliziert, schreibt doch einfach über Fußball, verdammt!“ Diesem Ansinnen kommt die Ihnen, lieber Leser, geneigte Sportredaktion selbstverständlich nicht nach. Das Traktor-Universum gilt als speziell- so war es, so ist es und so wird es immer sein. Heureka!

11.09.09 Traktor Erste – BFC Eichkamp II 3:2 (3:1)
Ein später dann ganz peinlich gewordener Sangeskünstler dichtelte 1978 (Spätherbst): „Gitti Kleinlich wollt`es mal besser haben.“ Da war sie also wieder, die alte Schuldzuweisung an die Unterschicht, an die graue Kosumentenmasse: An eurem Elend könnt und wollt ihr nichts ändern, ein wenig Sehnsucht nur sei euch erlaubt. 20 Jahre später dachten „Die Sterne“ aus Hamburg sehr darüber nach und kamen zu folgender Erkenntnis: „Das bisschen <besser> wär`das Warten nicht wert“. Na endlich – es gibt sie also doch noch, die radikale Kapitalismuskritik!
Sie fragen sich, was das mit Fußball zu tun hat? Mit Recht! Vielleicht konnten Sie vor drei Minuten den Relaunch der Internetseiten von Traktor Boxhagen bemerken. So licht und hell und der Zukunft zugewandt gibt es auf der Startseite das wunderhübsche Marley-Zitat „Fußball ist Freiheit!“ zu lesen. Den winzigen Rest des Zusammenhangs stellen Sie, lieber Leser, bitte selbst her und erfahren folgend das Wesentliche zum heutigen Abendspiel (Pokal-Qualifikation) im Schönen Hauffgrund:
Die sattbekannten und heuer ganz offensichtlich ambitionierten bis leicht überdrehten Eichkämpen trudelten vollzählig (mit allerlei Groupies im Schlepptau) in die Manege – eine Melange aus Bushidos, nordvietnamesischem Widerstand und Leuten aus dem Hoolywood. Klasse Außendarstellung! Gut geführt von ihrem Coach in weisser Alpakatoga waren sie jedoch allemal fair und spielten ihren traditionell leidenschaftlichen Fußball. Traktoristen hatten damit einige Mühe, konnten nach einem Dutzend Minütchen jedoch durch den Weinroten Zehner eiskalt einmurmeln. Der Gast war wenig beeindruckt und nutzte seine erste richtige Chance zum Ausgleich (30.). Wiederum dem Falken oblag es, die Dinge zu verbessern und so raketickte er einen satten Strich (nach schelmischem Täuschungsmanöver von Mäxchen) in die Reuse (32.) Nun waren die Boxhagener etwas aufgewärmt und starteten die schönste Aktion des lauen, flutlichtdurchwebten Abends: Falle mit Freistoß auf Jensen am langen Pfosten, der bongte eine Flanke quer und der Große ging durch den 16er wie Lützows Reiter einer und konnte eindreschen, konsequent (42. min).
In der 2. Hälfte dann drückten die Eichkämpen der Partie ihren Stempel auf, vermochten allerdings ihre 3-4 ordentlichen Chancen nicht im TrakTor unterzubringen. Boxhagener machten es ebenso – mit dieser Abschlußschwäche sind die ein klarer VL-Abstiegskandidat! Wenn also der BFC aufsteigen sollte (ist mit den Wasserstädtern und den Umbauern in der BL 1 leicht favoritisiert), träfe man sich nächstes Jahr erneut in der Landesliga… Der Anschlußtreffer der Gäste kam in der 87. min zu spät – die Heimballerinas retteten ihren dürftigen Sieg über die Zeit. –
Der Müller Marius aus Westernhagen hat dann noch folgende Zeile in seinem Epos „Gitti Kleinlich“ untergebracht: „Gitti wollte gerne mal reisen nach Paris…“. Stichwort Paris: Bei den Verhandlungen zur Pokalsiegerprämie sagte die Vereinsleitung im Erfolgsfalle zu, bei Jim Morrison eine dicke Tüte zu dampfen, von der Pongnöff zu spucken, unterm ArkdäTriompff bei Calvados an Remarque zu denken oder aber in der MuhlangRuusch den Mädels beim „Yes, we CanCan!“ zuzuglotzen, alles gemeinschaftlich. Und welchem Edelkloschahr schnippen Traktoristen dann 2 bis 3 Centimes zu? Gunther Emmerlich! Na dann, bis die Tage…

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Saison 2008/2009

03.07.09 Aufschwung Pankow – Traktor I 1:10 (0:7)
Last game, Freitagabend, mit Strohhut! Klar, dass alle Kanoniere aus Boxhagen hinaus ins Buchholz wanderten, auszumachen unter sich den „InsEckigeGehauen-King“ der Saison. Da machten sich noch einige Hoffnungen und so lief denn der erste Sturm komplett auf. Nur der Saphir war unpässlich – dafür rückte die Sphinx ins Abwehrzentrum (die lag eh` mit 50 Trefferchen ganz vorne). Aber Vorsicht – der Gastgeber war noch leicht abstiegsgefährdet und insofern hatte das heutige Nachholspiel für die Pankoffer einen reinen Endspielcharakter!- Dies zu den Zeichen vorigen.
Da die erste Riege nicht sogleich zündete, vermutete die weinrote Sphinx die Verantwortung ganz richtig und holte in der 8.min seinen Linken Huf raus, um von der Mittellinie einzukloppen. Fünfe druff ergaunerte sich der ArgentumSechser einen Freien Stoß und klebte das Spielgerät ins Trafohäuschen – Haschen in Maschen! Das sah denn schon ganz ordentlich aus und der mitgereiste Fanblock „Eifabibbsch!“ war reichlich amüsiert. Pankower (ohne Wechsler) wurden exakt nach einer Viertelstunde düpiert, als Sterni per Hacke dem Weinroten Zehner auflegte und der Falke als gelernter Tennisspieler millimetergenau eintütete. Reichte dem längst nicht, verbog das Alueck der Gastgeber mit einem satten Volleyabnehmer kurz darauf. Das 0:4 wiederum beschreibt in seiner Entstehung allerbestens die Traktor-Taktik: Den Ball ins eigene Toraus kullern, die Ecke abzuwarten, diese dann abzufangen und per Konter drüben einzulochen (Matti und der Große/20.,28.min). Weiter: Nach einem flinken Einrollball des Grafen konnte nach einer halben Stunde der Große richtig Fahrt aufnehmen und die Murmel schön einpochen. Noch augenweidlicher war in der 44. die knochentrockene Winkel-Banane von Hurricane! –
Oberflächlich und flatterhaft kamen die Weinroten aus der Kabine, heimlich Richtung Bierkiosk schielend. Rubbel musste 3x eingreifen, scharf auf die Null und die viertbeste Ligaabwehr. Denkste, Celtic Pankow konnte sich in Minute 65 mit dem Ehrentor belohnen und der Boxenwächter war arg vergrätzt. Libero Matti fühlte sich etwas schuldig und knallte (wieder vom Äquator) das Plasterund exakt 53 Sekunden später humorlos in den Vorhang.
Die Schildkröte sah sich das Geschehen teilnahmslos an und wartete geduldig auf ihren Moment. Der kam in der 75., als Ahmet eine Ecke des Falken auf den Panzer zu leiten in der Lage war und der Krötenmann mit technisch beeindruckender Stilistik vollendete. –
Der Aufschwung war längst im Wochenende und die Traktoristen gaben sich allmählich zufrieden, da blitzte es in des Falken Gehirn („zweistellig, zweistellig!“) und die Mannschaft involvierte ihn in einen rasanten letzten Konterspielzug. So machte der Zehner das Zehnte und das Resultat spricht doch Bände, si! Die sich anschließende Siegesfeier dann war reichlich normannisch und einige fuhren konkret über Lübars nach Boxhagen zurück. Komisch nur, dass am „Dritten Ohr“ einer weniger ausstieg als eingestiegen… Sprang vorher vom Hänger mit Harndrang und dann war der Traktor weg, tsisssiss!
Tja, lieber Leser, das war`s. Für Sie zumindest und die Redaktion. Die I. weinrote Mannschaft derweil setzt sich allerdings übermorgen nach dem Traktor-Turnier (ahh, schön: 10 Truppen spielen den Boxhagen-Cup aus!) in den Chartersegelflieger, um einerseits im honduranischen Hochland zu trainieren und andererseits bei der Wiedereinsetzung des rechtmäßigen Präsis Zelaya in Tegucigalpa zu helfen und Putschisten zu besiegen. Nebenbei schaut die KrachBummEnte vielleicht bei ihren alten Fischerfreunden vorbei und erinnert sich an die Tage ihrer Prägung…
Epilog: Diese Mannschaft von Traktor Boxhagen hat sich kontinuierlich entwickelt, nie irgendwelche Absagen getätigt oder aber die Köpfe hängen lassen nach unangenehmen Resultaten. Ist zu Recht bester Aufsteiger geworden und wird hoffentlich weiterhin die Redaktionstuben mit Fußball-Lametta zu versorgen in der Lage sein. Schönen Sommer vorm Balkon! Und denken Sie immer daran, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen, aber nicht so: „Urin-stinkt.“

26.06.09 Traktor Boxhagen I – Aufschwung Pankow 4:1 (1:1)
Die Saison in ihrer Endphase und der Traktor kommt langsam raus aus den Feldern, reich beladen der Hänger mit frischer und hochwertiger Ernte! Was haben die Boxhagener geackert all die Monate, mit einfachsten Geräten, schwieligen Ballen und bei jedem Wetter – jetzo geht es in die Abrechnung, nun wird ausgezahlt. Brigadiers und Werkstattleiter, Tagelöhner und Schuftikanten: ran an` Speck!
Ein vorletztes Mal durfte gekickt werden, der Aufschwung derer von der Panke stellte sich im Hauffgrund vor. Alles Hühnen bzw. im Kubik ganz ordentlich, allerschönstens jedoch die Trikotage: Celtic Glasgow, herrlich! Übrigens kickte dorten im letzten Jahrzehnt mal ein -außerordentlich berühmter- Berliner Junge. Ganz weit davor war dieser auch einmal in weinrot gewandet… Also:
Kaum war der Autor, hetzhechelnd vom Nöldnerplatz kommend (hoffentlich benannt nach dem langjährigen FuWo-Chef und DFV-Nationalspieler Jürgen Nöldner!) im Hauffgrund aufgeschlagen, sah er schon das erste Traktorgoal (ArgentumSechser alias Käptn alias Graf Schenk in Minute 1). Hach, wie der seinen Schuss aus der Hüfte holt und furztrocken einknallt, ist schon immer wieder ein Hingucker. Obwohl man meinen könnte, der liest vorrangig ein Buch und spielt nur so nebenbei und angewidert mit seiner Silberpille, rein aus Rücksicht vor den Mitspielern. Weiß aber ganz genau, was ein taktisches Foul ist und reicht dann jedem Geknickten höflichst seine Pranke, still und mächtig.
Anschließend war für lange Zeit Essig mit Traktor-Spielkultur, die Koffer glitten leicht und ansehnlich über die Panke, hatten doch die Buchholzboys schon in Minute 5 durch eine ansehnliche wie einfache Kombination den Ausgleich erzielen können und bestimmten fortan die Partie. Doch nach einer halben Stunde etwa war (zumindest von den Traversen) zweierlei Manko im Gästespiel zu sehen: eine klare Abschlussschwäche und die Realität einer leise abnehmenden Kondition, da wenig Wechsler mitgebracht. Dies entschuldigt allerdings nicht das reichlich lethargische Spiel von Traktoristen und diese legten dann in der Halbzeitpause ihre Häupter auch ganz brav und von allein in die stronge Wäsche ihres Trainers.
Das hat noch immer etwas bewirkt und innerhalb der sich anschließenden Boxhagener Druckphase fruchtete Sterni (56.) aus dem Gewühl mit links ein. Hinsichtlich des taktischen Lernprozesses darf ebenfalls Erfolg bei den Weinroten vermeldet werden: die wissen mittlerweile, was Rhythmus ist und ziehen dann gegebenenfalls ihren Joker aus dem Hut. So war der Große zwei knorke Pässe (Graf Schenk bzw. Ali) sicher zu verwandeln in der Lage (60./64. Min) und holte sich damit seine öffentliche Reputation ein dickes Stück zurück. Die Restzeit dann wurde runtergelullert – Pankow konnte nicht, Traktor wollte nicht. Erwähnenswert noch die langen Pässe der KrachBummEnte, fanden leider keine entschlossenen Abnehmer. Pilsenerschachteln wurden schon stark frequentiert (neue Mitglieder schleichen sich dieserart clever in die jeweiligen Hierarchien ein – willkommen Roy und Tim!) und die Sphinx vermeldete „Grünes Licht!“ für ihren Einsatz nächsten Freitag bei Chamissos. Ein letztes Mal dann kommt diese merkwürdige (des Merkens würdige!) Truppe dann zusammen, analog wie letztes Jahr an selber Stätte, als man die Moosmännlein mit 12:1 demontierte und dann aufstieg. Doch nein, da ist ja noch das Traktorturnier, und das Umbauturnier, und die Mitgliederversammlung, und die Mitgliederwerbung, und der September, und dann geht’s auch wieder los, und die Vuvuzela-WM… Werner, machste dann deine Bar wieder auf? Wer weiß, was es nächsten Sommer alles zu feiern gibt…

20.06.09 Eintracht Berlin versus Traktor Boxhagen 5:4 (2:3)
Ach, die schöne Rosenhecke! Vor hundert Jahren fanden hier die Schulsportfeste des damals jungen Autors statt, seinerzeit noch mit Aschenbahn. Den 400m-Lauf (beste Grüße an Alberto Juantorena!), die Königsdisziplin, konnte er, anschließend mit einer Silbermedaille dekoriert, erfolgreich bestreiten. Starterfeld: 2 Leichtathleten.
Heutzeits spielt hier die Concordia aus Mahlsdorf, inmitten der hübschen Häuser, die den angekommenen Aufschwung als Tünche auf dem Putz tragen. Im Hinspiel legten sich die Boxhagener selbst unters Beil, unansehnlich (1:4 in eigener Tenne). Das sollte doch besser gehen! Je nun, die bekamen allerdings mit Krach und Schnupf gerade mal ihre Kapelle zusammen (2 Wechsler) und so musste die KrachBummEnte erneut umstellen. Aber Traktor begann stark: war sofort auf Betriebstemperatur, ging voll ins Beet. Folgerichtig konnte Sterni in min. 13 die Führung erzielen, abgeklärt und kaltschnäuzig. Doch dann suchten die Weinroten in der 19. ein offenes Messer, fanden es und liefen direkt hinein (Konter in 3/2-Überzahl für den Gastgeber). Macht nüscht, wird wieder abjewischt! Nach einer halben Stunde legte der Zonk dem Hurricane auf – erneute Führung der Gäste. 120 Sekunden später praktizierte Sterni einen feinen Slalomlauf und wieder Hurricane garantierte den Erfolg. Verblüffung bei den Mahlsdorfern, die sich einigermaßen empört über das kampfstarke Auftreten ihres Widerpartes äußerten. Höhepunkt dessen dann war das Neunerwürdige Einschreiten der Schildkröte, ohne dass es zum Penalty gekommen wäre. Der Grund hier war das zweite Eintrachttor kurz zuvor, als der elegante 12er Tommy noch weggelaufen war; ein zweites Mal verbat er sich dies. Die Strafe gestoßene hätte auf dem Fuße folgen müssen… Zumindest hatten Traktoristen ihren Gegner jetzt da, wo sie ihn emotional haben wollten und hatten jetzt schon die Hinpartie vergessen machen können. Pause.
Weinrote lagen dann noch weitere 5 Minuten nach der Besprechung in den Hängematten, so dass in Minute 50 die Eintracht in Führung gehen konnte (Flachschuss/Ausgleich und Kopfball/4:3 – alles am langen rechten Pfosten). Jetzt wurde Matti nach vorne beordert und Andi ging ins Abwehrzentrum; ein Riesenkampf entwickelte sich und Boxhagener erarbeiteten sich nicht wenige Chancen, darunter drei wirklich dicke Dinger. Jedoch im Gegensatz zur ersten Hälfte fehlte das allerletzte Augenmaß oder aber die Kraft. Und logischerweise kam es zur Situation, in der die Traktoristen etwas steif und unorganisiert waren – wurden ausgespielt, hübsches Mahlsdorfgoal. Aber weiter ackerten die Bürger bäuerlicher Herkunft, weiter flatterte das Weinrot durch den schönen Sonntagmorgen – weit im Osten Boxhagens. Und so machte dann Hurricane (86.) sein Drittes und nichts wäre gerechter gewesen als eine Punkteteilung. Dass es dazu nicht kam, nicht kommen konnte, lag am Fehlen von gleich 4(!) Stammkräften. Hier kollidieren die Realitäten etwas mit den Ansprüchen, schade. Die Verbliebenen indes konnten ihren Traktorverein würdig vertreten, gingen letztlich nach astreinem Widerstand als zweiter Sieger vom Platz. Aussichten? Kille Kille Pankow (2x)!

12.06.09 SV Traktor I – Hajduk Berlin 7:4 (4:3)
Gestatten Sie bitte vorab einen kleinen Ausflug in die wundersame Welt der Reptilien! Es gibt da eine Spezies, welche schon seit Äonen Bestandteil (wenn auch mit angezogener Handbremse) der Evolution ist und mannigfaltigen Schwachsinn bis heute überdauert hat. Hauptcharakteristikum seines Wesens ist eine gewisse Behäbigkeit, auch: Langsamkeit. Mit Sicherheit kommt dieses Tier als Letztes in Ziel – garantiert lässt es seelenruhig alles an sich vorbeiziehen bzw. abprallen. Das betrifft jedwede Situation und man könnte bei Interesse feststellen, dass die Umwelt ein klein wenig genervt ist ob dieser zuverlässigen Ignoranz der Gravitation. Aber eines wohnt uns allen und so denn auch der Schildkröte inne: der Fortpflanzungstrieb! In diesem Sinne darf der Traktorverein seinem Mitglied Tommy zur Geburt einer Tochter (Grüße an die junge Mutter) gratulieren und ruft ihm zu: Wisse, am Ende überlebst du, deinem Künstlernamen Ehre machend, die Spötter alle und wirst locker Urururopa.
Bevor es allerdings dazu kommt, durfte wegen Zuverlässigkeit (sic!) und Leistungsvermögen die Schildkröte ins Aufgebot der die Boxhagener trainierenden KrachBummEnte rutschen, anzutreten gegen die Hajdihajdahajducken, welche mit der Empfehlung von 5 Siegen und 2 Remis ( so die aktuelle Erfolgsbilanz) in den Hauffgrund eintrudelten. Freitagabend, fortschrittlich perfekt, ca. 20 Ultras und Schiri anwesend.
Die Gäste zu siebt (plus 4 Fans), aber denen sind Umfeld, Wetter, Preußen und Lottozahlen völlig egal – spielen sie doch eh ihr immergleiches Spielchen: Bällchen zirkulieren lassen, Gegner locken und provozieren, körperlich robust sein, stoisch Tore machen. Wer keine Antwort darauf findet, geht ein. Aber nicht Traktoristen! Die hatten aus dem Schneehinspiel (1:1) einiges gelernt und waren ganz offensichtlich von der KrachBummEnte glänzend eingestellt, zu bezwingen die kroatischen Vertreter vom Hajdukverein Berlin. Und alle konnten sehen die vorgeschobenen Kinnladen der Weinroten, das verwurzelzauste Brauenhaar und die strammen Waden: In der ersten Minute benutzten Traktoristen 24 Ballstationen (wie weiland Argentinien gegen Serbien anno 06), ohne dass der Gegner auch nur den Hauch einer Chance gehabt hätte, die Murmel aus der Nähe betrachten zu dürfen -geschweige denn zu berühren- und Hurricane war „first of the gang with a gun in his hand“ – Volleyklebe, Führung. Ein Raunen ging durch den Hauffgrund. Schnell wurden noch die Erfrischungsgetränke besorgt und die Leute verorteten sich in ihren jeweiligen Fanblöcken – das könnte ja interessant werden!
Was sich jetzt vor den Augen der Zuschauer ausbreitete, war die mit Abstand schönste Viertelstunde in einem Traktorspiel überhaupt: der Große war eine Weltkombination sicher abzuschließen in der Lage (10.min), der ArgentumSechser konterte 60 Sekunden später die komplette blaue Abwehr in den Teppich und der Falke schließlich guckte sich ganz lamoryant den Torwart aus (wenn der dürfte, würde der auch während des Matches rauchen) und es stand VierNull. Ach du Scheiße! Dachten sich vermutlich die Gäste, strengten sich etwas an und machten ab Minute 30 drei Tore am Faden. Jetzt ging die Post ab, das Raunen im Hauffgrund veränderte sich Richtung Schreien, eine elektrisierende Nervosität durchzuckte die Materie. Es häuften sich die Standardsituationen, Yellow für den HajdukNeuner, beinharte Zweikämpfe…Pause.
Erwähnenswert folgendes Zuschauergespräch in der 55.min: „Äh, Ecke. Da hamwaja noch nie wat jerissn!“ „Doch, ick spüa dit irjendwie, mussjama klappm!“ Und siehe: Falle zog seinen gefürchteten Strich über das Grün (ca. 13 Zentimeter Dauerhöhe) und der Große (empfiehlt sich seit längerer Zeit für eine Spielberechtigung im A-Team) nahm direkt ab. Bisken später dann war der Falke auf keine Hilfe mehr angewiesen und vermocht einen Konter aristokratisch abzuschließen. – Längst waren der Platzwart und die verbliebenen Spartaner herangerückt, teilzunehmen an diesem wirklich interessanten Spielchen. Alle schauten sich nickend in die Augen, Motto: „Ja, sag ick schon längstens, Traktor – da issn jesunda Kern inna Truppe!“
Der Kampf hielt an, Hajduk sehr engagiert, mit Harken und Bösem. Das Gröbste konnte der Schri (bester Mann auf dem Platz!) immer verhindern, gab andererseits auch dem Saphir in Minute 61 Yellow; so wie im Hinspiel. Andi nahm diesen Titan der Liberozunft dann aus Schutzgründen für eine kurze Zeit vom Eis und übernahm -ohne Kreuzbänder und mit halber Leber- selbst diese Position. Und dann konnte man sehen, wer ein ausgebildeter Fußballer ist: Die Angriffe wurden sortiert abgefangen, die Spieleröffnung gestaltete sich exakt überlegt und flüssig. Lohn war ein gelungenes Schüsschen von Hurricane, dass wie ein silberner Hering im Netz von „Fischer un sin Fru“ zappelte (70.). Hajduk machte noch sein Viertes, ausdiemaus! – Im Namen der Zuschauer ergeht ein Dank an die Gladiatoren für diese Aufführung. Weiße Taschentücher! Dass die Boxhagener heute gewinnen würden, war dem Autor übrigens schon nachmittags klar. Dessen Töchterchen kam von der Klassenfahrt zurück und hatte einen Bärenhunger: „Papo, es gab noch nichts Warmes heute für mich!“ Allein, die Spinde waren leer, das Prekariat darbt. Aber halt, da fiel dem Alten ein, es einmal in seinen Wandersachen zu versuchen. Und wirklich, es fand sich eine Tüte Trockenfutter, erstanden vor langer Zeit im Trapperladen, daraus man ein Essen machen konnte. Zum Boofen geeignet, im Hotel verpönt. Egal, der Hunger treibts rein. Name des Gerichts? „Balkanreispfanne“! –
War oben von der Ankunft neuer Menschen im Diesseits die Rede (Ahmet wird als Nächster Vater), abschließend noch eine traurige Mitteilung: Fand sich Pfingsten eine Boxhagener Mannschaft zusammen, während eines schönen Tages (siehe Rubrik Neuigkeiten/Turniere) die Leibchen von „Cuba Si“ zu tragen, so ist der Mitbegründer dieser internationalistischen Solidaritätsorganisation vor 7 Tagen verstorben. Presente, Reiner!

07.06.09 FFC Nordpol – Traktor Boxhagen I 3:3 (0:1)
Jaja, es schlagen sich mehrere Anrainerstaaten, um die Ressourcen-Ausbeutungsrechte des Nordmeeres zu erhaschen (das Pol-Eis selbst wird, wie Sie wissen, in absehbarer Zeit dahin geschmolzen sein), allein die stolzen Vertreter des Heimvereines geruhten heute nur ein kleines Kontingent (nicht Kontinent) an die Exponenten der Boxhagener Region zu verteilen. Das ist dann auch schon aus Sicht der Traktoristen die positive Nachricht! Waren jene doch stets zu langsam, unsortiert und prinzipiell unbedarft. Nordpol hingegen machte mit seiner quantitativen Notkapelle im Märkischen Niesel das einzig Probate: kämpfen und aus der 2. Reihe abdrücken.
Ulkigerweise ohne Erfolg, Hurricane laschte nach einer halben Stunde die Kugel in den Iglu, listig vorbereitet von Norbert. Von den Chancen her war der Gastgeber weit vorne, das gesamte Spiel betreffend. Lohn dafür war der Ausgleich nach Wiederanpfiff – hinein in den kollektiven Tiefschlaf der Traktoristen. Die nun aber erwachten und den Zonk (Assist: Norbert) verdonnerten, in Minute 48 die erneute Gästeführung zu verantworten. Nordpol immer ambitioniert, bot den Weinroten den Kampf an, konnte in der 55. ausgleichen (schöner Torpedo des blonden Abwehrchefs).
Es entwickelte sich ein äußerst intensives Spiel, eng, körperbetont, auch psychisch anstrengend – ähnlich wie das letzte Match der Boxhagener bei den Prenzlauern. Da konnten die noch gewinnen, heute (mit einer umformierten Truppe und einer unzureichenden Einstellung) reichte es gerade so zu einem Remis: Nordpol gelang in der 80.min nach einem galanten Konter die Führung und alle weinroten Raben saßen schon im apokalyptischen Fenster des Königshorstes, da übernahm erneut Don Norberto kurz vor Ultimo die Initiative und feuerte das Dritte in die Maschen. Herzlich laut seufzte darob RubbelSven, hielt er doch seine Traktoristen wiederholt mit Weltparaden im Spiel! Torwart im Kleinfeld?: 50 %!
Nach Pumpe machten beide Truppen noch Kindl-Werbung, plauderten gemütlichst miteinander und versicherten sich ihrer gegenseitigen Achtung, na fein.

03.06.09 Prenzlauer Berg Kickers – Traktor Eins 4:7 (3:4)
„Eisler on the go“ sang im Spätherbst 1998 Billy Bragg zusammen mit der Weltcombo Wilco auf der Jahrhundertscheibe „Mermaid Avenue“ (lyrics by Woodie Guthrie). Im selben Liedchen gibt es noch diese Zeile:“I don`t know. what I am doing…“ Na, Traktoristen tuckerten heuer mal wieder in die Eislerstraße und sahen prompt einen neuen grünen Teppich und ähnlich patagonische Verhältnisse wie letztes Jahr an gleicher Statt. Es siebenschläferte, windete, strippte und genauso unstet präsentierte sich der weinrote Hühnerhaufen, lag bald mit 1:3 hinten. Natürlich hatte dies mit der Präsenz des Langen Rubio bei den Gastgebern zu tun, ohne den sie im März den Hauffgrund geschlagen hatten verlassen müssen. Heute spielte Prenzelberg aktiv, beherzt und schnörkellos: lange Bälle in den Halbraum, wo die Boxhagener ganze Tischdecken unbesetzt ließen; da dachte niemand an Bierdeckel. Der Saphir übrigens trat in seiner völlig unwichtigen Rolle als Libero mit Hallenschuhen an – bei diesen Platzverhältnissen die mit Abstand interessanteste Entscheidung, mein lieber Schwan! Erst die Hereinnahme von Don Norberto brachte die nötige weinrote Ruhe in ein vom Charakter her reines Kampfspiel. Darin allerdings kennen sich die Traktoristen ganz gut aus und es wurden dieserart schon einige Punkte eingefahren. Der weinrote Center, nennen wir ihn ab heute „Hurricane“, blies ins Horn, trieb seine Buben ordentlich an und, ganz zärtlich, keimte sie auf, die Hoffnung auf einen Sieg. Vor der Kurzhalbzeit dann die erstmalige Führung, siehe oben (Goals durch den Großen, Hurricane, Falle und Norbert). Fester nun rückten die Gäste zusammen, heftig wurde gestikuliert und gefightet, mehr Paroli bekamen die Brezelburger, deren Spiel noch immer ansehnlich war (letztmaliger Gleichstand zum 4:4 kurz nach Wiederanpfiff), jedoch ganz langsam und allmählich zu implodieren anfing. Zu wenig machten die aus ihren Chancen – ganz im Gegensatz zu Traktoristen. Konterwellen fluteten jetzt den 16er des Gegners, Möglichkeiten eröffneten sich. Falle und Hurricane nutzen davon zweie, wobei die hilfreiche Unterstützung des Torwächters derer vom Berge nicht ganz unwichtig war. Verzichten darauf dann konnte der Falke, welcher wie folgt den Abend mit seiner ganz persönlichen Krone zum Glitzern brachte: der Große verwickelte sich an der Eckfahne in einen Zweikampf (dauerte tatsächlich 3 Minuten – alle schauten amüsiert zu!), gewann denselben und hob einen Traum von einer Flanke an den langen Pfosten. Genau diese Zeit davor brauchte der Klosterbruder, um herangeschlichenerweise seinen Jawollomaten zu justieren und per Direktabnahme die Murmel mit links einzukleben. Entzückend, Hunderter Nagel! Hinten wurde unterdessen verleimt und geteert, Wolle war längst in die Partie hineingewachsen, KastenMicha spulte ein enormes Laufpensum ab, der Boxenwächter hielt ganz fabelhaft. Solche Dinger dreht diese Mannschaft mittlerweile, solche Matches zieht die Truppe. Gereift!
Erschöpft und zufrieden lagen sich die Traktoristen nach der Sirene in den Armen und widmeten ihren Sieg, dem gewollten, einem zurzeit eifrig studierenden Mannschaftskameraden. Gleichzeitig vergaßen sie nicht, ihrer freudigen Hoffnung Ausdruck zu geben, ihren Trainer bald wieder sehen zu können. – Und um sich abends noch mit den trainierenden Jungs aus der II. im Hauffgrund zu verbrüdern – welch ein Geist!
Alles hat ein Ende, nur der Durst hat keins, fürchterlich! Und das kann dabei herauskommen: auf dem Weg in die „Tagung“ (ja kriegen die denn nie genug?) verunglückte Käptn Ahab auf der gefährlichsten Kreuzung Boxhagens mit seinem Velociped – hui buh, wattn Schreck! O-Ton Werner: „Dekorativ, naja mein Gott!“ Nüscht passiert, Sonntag Richtung Lomonossow-Rücken!

20.05.09 SV Traktor Boxhagen I – SC Eichkamp 12:1 (7:0)
12 Hippies (bei einem Verhältnis von 6 Feldspielern und einem Torwächter darf jede Mannschaft noch 5 Wechsler auflisten) im Schönen Hauffgrund anwesend: Die Boxhagener als Gastgeber waren auch heute wieder vollzählig – sortiert, anarchisch und visionär, zu empfangen den Konkurrenten aus der geliebten Historie. Tja, schade: Letztes Wochenende machte der SCE seinen Abschwung gegen die Pankoffer perfekt. Um als zukünftiger Zweitligist (oder doch mal wieder gegen Horrido, gelle?) heute den Traktoristen als Gegner zur Verfügung zu stehen. Was um alles in der Welt konnte da rauskommen? Bei nicht zu wenig Respekt – es sortiert sich schon seit längerem die Verbandsliga neu: Spielstarke Truppen werden aufsteigen, Traditionsvereine kauen aktuell Gras. Hätten Sie`s gedacht? –
Eichkämpen vermochten in Minute 50 einen schönen Kopfball zu verrubbeln, dann schon zum 1:8; Ehrentreffer Pflicht. Vor- und nachher waren Traktoristen recht konsequent in der Lage, eigene Netzereien zu vollbringen: Matti (15., 20., 75.), der Große (16., 22., 27.), Falle (43., 57.) und Janis (eine Wenigkeit vor der Pause). Erwähnenswert sicher der Treffer von Candy (hart erarbeitet und luftig aussehend, weil volley) und die beiden Abschlußpiffpetten des Kapitäns. Da zeigte der Graf ohne Aufhebens seinen Kombattanten, wie es geht – ach du meine Nase! Wie langweilig. – Alle trafen sich abschließend in Martins Stübchen und: Ihr Autor hing mal richtig, denn die Söldner aus dem Donezkschacht obsiegten gegen die verwesten Bremer. Übertragen wurde das Spiel übrigens von einem Sender, welcher immerhin eine Kugel als Logo führt – war ja nur ein Finale. Danach stahl er sich davon, der Autor, leicht umnebelt, um im Hotel noch schnell die Schlussepisode des wunderbaren Dresen-Films „Halbe Treppe“ zu schauen. Hier nun die finale Frage: Wer geigte den Soundtrack? Hippies, 17 allerdings.

17.05.09 Sporting Mutante – Traktor Boxhagen I 7:4 (4:1)
… Waterloo. Der Korse von kleinem Wuchs übrigens hat sich dann, als klar war, dass die Alliierten seine Birne in Ruhe zu lassen gedachten, dem gewidmet, was er am besten kann: Kartoffeln und Tomaten züchten weit draußen im Ozean auf einem beschaulichen Eiland. Noch viele Jahre.
Das 1:11 von vor Weihnachten tat noch lange weh – damals das Endresultat des Hinheimspieles der Weinroten gegen einen völlig dominierenden Feinmotorikergast aus RudowBuckow.
Allerdings verstärkten sich die Traktoristen dann stetig, sowohl personell (die Edelsteine aus der II. bekamen ihre Chancen und entpuppten sich als echte Verstärkung: vorzugsweise der Saphir auf der Liberoposition sowie die Sphinx, überall und nirgends) als auch systematisch. Das kann man ja jetzt mal sagen: Hier wird saubere Arbeit geleistet, die moralische Integrität ist vorbildlich und dennoch kommt der Spaßfaktor nie zu kurz! Und dies, wo doch die Feldarbeiter, Erntehelfer und Werkstattleiter aus dem Boxhagener Land offiziell nicht zur bürgerlichen Intelligenzia zählen. Intuitive Projektarbeit oder : „Frei nach Plan!“
In diesem Sinne gedachten die Gäste heute bei den Wutzkys eine gute Rolle zu spielen („Raus den Kopf, auch wenn der Hals noch dreckig ist!“) und, vorweg, es gelang! Noch besser wäre es jedoch, einfach vollpünktlich zu sein und eine vernünftige und kollektive Erwärmung zu praktizieren. Das schützt vor zweierlei: Einem 0:3 nach verträumten 26 Traktorminuten (z.B der 13er Libero klassisch: Ferngranate zur Führung, DaniHotzewirbel, Überflankungen der Boxhagener Außenverteidiger; lauter solche Sachen eben) bzw. einer schweren Verletzung der KrachBummEnte im weinroten Pelz. Die jedoch vor dem Knall im Knie den Bolschoi-Alexej noch derart mustergültig bediente, dass jener mit all seine Schlauheit und dem weiten Blick in die Zukunft zum 1:3 einschmirgelte (29.).
Es war ein jetzt kämpferisches Spiel und die Gäste brandrodeten auf jedem Quadratzentimeter Kunsthalm im Wohnzimmer der Mutanten. Teilweise ging echt der Punk ab, Körper krachten zusammen, mopsfidele Pässe wurden gespielt, beide Torwächter konnten über zu viel Beschäftigung klagen. Aber wie das so ist: eine Spitzenmannschaft riecht „ihre“ Situationen und geht methodisch und effizient mit ihren Chancen um – so gelang dem Sportingrecken Numero Cinco das 4. Goal fünf Minutotschkis vor dem Halbzeitpfiff. Welcher übrigens nicht aus eines Schiris Posaune kam. Alle Wetter!
Hälfte zwoo begann mit einem Krachertor Candys, blendend vorbereitet von Matti. Der Gastgeber wurde zwar nicht nervös, unterhielt sich entgegen aller Gewohnheit nun aber doch ab und an intern. Auch: nutzte eiskalt seine Gelegenheiten (z.B. 50.min: 5:2). Hierauf nun konterte Matti mit dem dritten Traktor-Tor, um dann mit seiner Mannschaft erleben zu müssen, wie Tante Mu auf Sieben davonzog. Doch blieben die Weinroten immer im Spiel, erreichten eine latante Ebenbürtigkeit (mindestens Kinnhöhe), kämpften wie die Spartaner weiland in einer gewissen Schlucht („ich habe keine Chance, also nutze ich sie“) und belohnten sich in der 74. Minute durch des ArgentumSechsers Torerfolg, zelebriert mit einer Herrschaftsgeste. Weiter waberte es verschwitzt und rennschnaufend durch den Frühlingssonntagmorgen, das Empfinden und Verlangen, einem guten Freizeitfußballmatch beizuwohnen. Schöne Sendung, zeitlos, kollegiale Verabschiedung, Gesundung den Verletzten in beiden Truppen! –
Gut im Rennen liegt, nebenbei bemerkt, auch der Ballhohler der I. Traktormannschaft. Mit seinen Meisterschaftstipps, abgegeben am 15.08.08: Wolfsburg und Raddatz. Nicht schlecht, gar nicht mal schlecht. „Niveau“ ist keine Hautcreme!

12.05.09 FC Berlin 05 – Traktor Boxhagen I 0:7 (0:3)
Ungewöhnlich, aber machbar: der Gastgeber kam sportlich und verständnisvoll dem Anliegen der Boxhagener nach, den Spieltermin vom 3. Mai auf heute zu verlegen. Noble Scheste!
Das Kribbeln währte schon seit Wochen, die Lokalpresse bewarf sich jeweils mit freundlichstem Dreck und die ganze Region wand sich und stöhnte vor sich verzehrender Aufregung im Vorfeld dieses Klassikers. Mein lieber Scholli, und nun ist es soweit: Sie lesen anbei den Bericht eines denkwürdigen Abends, vom Flutlicht derer vom Schotterberg gleißend angestrahlt und umrahmt von einem einzigen Knistern und Ächzen der Materie. –
Sich der Größe der Herausforderung bewusst, betraten gegen 20.03 Uhr antike12 Traktoristen den charmanten Schotterplatz, zu singen ein Loblied der Logik und im Schlepptau eine 8-köpfige Ultragruppierung der „Haute-Volaute“-Fraktion. Hingegen der Gastgeber war nur zu siebt und die ansonsten reichlich vorhandenen Edeldamen zogen es heute offensichtlich vor, die Vereinshistorie des 05-FC zu zerhäkeln. Es ist mehr als wünschenswert, das die Vordenker und -macher aus dem schönen Hohenhausen dem Einhalt gebieten und auch fürderhin dem Premiumprodukt „Verbandsliga des VFF“ angehören!
Spiel: Die Boxhagener Sphinx zelebrierte mit einem Pfostenknaller in der 3.min den Initiationritus der Weinroten. Die waren ganz offensichtlich angereist, 3 Punktepupunkte mitzunehmen und hatten ein Aufgebot am rollen und rocken, welches nicht viel besser hätte sein können (ach Candy, Deine Gründe gelten – nur: was hast Du verpasst!). Konzentriert wurde gewechselt: Helge-Reinhold-Helge, das alte „Rein-und-raus-Spiel“, jeder hing sich voll rein und war so Teil einer Mannschaft, die der sportlichen Leitung Tränen des Glücks in die Guckchen trieb. In der 39.min dann machte Matti Ernst und staubte trocken zur Führung ab. Dammbruch! 180 Sekunden darauf war der auf öffentliche Entfesselung bedachte Große einen saftigen Pass an seinen Lieblingskollaborateur Matti zu adressieren in der Lage – linker Huf, 2:0. Und jetzt bitte: fahßtn ßiet bällts! Diese 44. Minuten gehört marmoriert und eingerahmt, ein Handgrand dagegen wirkt schlicht lächerlich!: Der Große gewinnt hinten rechts einen Dreikampf, spielt auf den ArgentumSechser (befindet sich direkt im Auge des Hurrikans), der weiter auf die Sphinx, alles volley und direkt, doppelter Doppelpaß, Juri Gagarin in der Umlaufbahn, peng! Intergalaktisch, das war der Moment, wo die Zeit stehen blieb, die Ultras flippten völlig aus, die zweite Schachtel Pilsener wurde angegriffen, Hattrick Matti, Blaupause. –
Lässiges Ausspucken des Kautabaks bei den Auskennern, die jetzt schon die Realität als Trainingseinheit für das sonntägliche Mutante-Spiel ansahen. Hurtz!
Mit einem Doppelschlag des Großen (47./52.) starteten die Traktoristen in die zweite Spielhälfte, wobei sich Sterni jeweils als Taktgeber souverän zu präsentieren wusste. Die Kräfte der 05er ließen jetzt sichtlich nach und so konnte Boxhagen ein eindrucksvolles Mittelmaß zwischen beinhartem Abwehrverhalten und kontrollierter Offensive finden. Ausdruck dessen war ein würdiger Volleywinkelknaller des Falken in der 70.min (Flanke von rechts: KastenMicha). Endgültig von seinem Sohn überzeugt, konnte nunmehr Klostermann sen. die Kampfbahn verlassen. Und nach geradezu glänzender Vorarbeit des Grafen gravierte Matti kurz vor der Schlussfanfare das Endresultat in den Mont Klamott. Das haute dann engültig dem Fass den Boden ins Gesicht!
Aus Sicht der befreiten Presse war Mann des Spieles: die KrachBummEnte an der Seitenlinie. Der Trainer verzichtete auf seinen Einsatz, gab der Mannschaft ein Gesicht und die entsprechenden Umstände, selbiges zu zeigen und machte so sein aktuelles Meisterstück!
Für den demütigen Stadthistoriker 2018: Mitwirkende heute waren Sven, Perserkatze, Schildkröte, Ali, Wolle, KastenMicha, Falle, Sterni, Raffa, Sphinx, Großer, Graf Schenk.
Zum Abschluß schenkten sich die beiden Gegner noch jeweils ein Gebüsch und leise blubberte es aus dem Dritten Ohr: Its oll owa nau, baby blau!

08.05.09 SV Traktor Boxhagen e.V. (I.) versus FFC Nordpol e.V. 6:3 (4:2)
Nachdem in Dezember vergangenen Jahres aufgrund von vereisten Borsigbeeten das zweite Aufsteigerduell noch verschoben werden musste (herrlich, endlich wieder Winter: rausholen die verrosteten Kufen, um zu kurven auf dem die Rummelsburger Bucht überziehenden Eis), trafen sich heute im Hauffgrund die beiden gut die Saison durchspielenden Truppen, auszumachen den Abendsieger.
Die Gäste mit dem wunderhübschen Namen und ihren im Leben stehenden Vertretern, bekannt für eine erstklassige Verteidigung, waren ganz frühzeitig anwesend. Da wurden von den Traktoristen noch Brieftauben versandt, zu organisieren eine Vollzähligkeit. Beim Anpfiff dann aber waren alle gelaunt und eloquent, aufi gings!
Die weinrote Sphinx brachte zweimal Sterni in finale Position (5./10.min) – zweimal pochte es im Gästeschrank. Mit bemerkenswerter Ruhe war hier der Torschütze die Pille zu adressieren in der Lage, ausgezeichnet. Jedoch gewann dann schnell eine gewisse Überheblichkeit die Dominanz über das Traktorspiel und so glichen die fleißigen und als Mannschaft erkennbaren Nordpooler mittels eines gekonnten Angriffes über die Mitte (seit jeher eigentlich die Domäne der Boxhagener) und durch einen Heber aus ca. 36,745 m aus (11./16.). Dies nun allerdings verstanden die Gastgeber als Aufforderung, ihre individuellen Stärken präziser und wirkmächtiger einzusetzen und so schnaubte Candy nach einer Rakete des Falken in den Staub (35.), um sogleich drei Minuten später selber einen rechten Huf in die linke Ecke zu knarzen – zitternde Maschen. Erwähnenswert weiterhin eine heiße Alutätschelei, verursacht wegen Zirkusallüren des Weinroten Zehners: Pfosten nach Seitfallzieher. Übrigens fungierte heute besagter Klosterbruder in Vertretung des Grafen als Kapitän. Dieser Verantwortung sich werdend bewusst, vermochte der Falke einen sauberst vorgetragenen Konter in der 73.min zu vollenden (Markierung des 5. Tores), nicht ohne seiner Verlobten auf dem Rang noch einen liebevollen Gruß zu entbieten. Das nun mögen die Ultras ja ganz besonders, diese menschliche Note innerhalb des stumpfen Pilsenerkonsums, hallelujah!
Gästen ihrerseits fehlte der Esprit und möglicherweise auch die sportliche Phantasie, die Kämpen aus dem Friedrichshain ernsthaft in die Bredouille zu bringen. Doch nutzten sie ihre Möglichkeiten und federten so nach einer ungeheuerlichen Trödelei in der Boxhagener Hintermannschaft ihr drittes Tor durch die Gichtfinger des Torwächters. Der seinerseits megacool seine Problemchen am Mittelohr und am linken Ringfinger zu überspielen in der Lage war. Ein Irrer!
Ach ja: Die KrachBummEnte gesellte sich ab der zwooten Hälfte auch noch dazu und ihr war es vorbehalten, acht Minuten vor der Sirene den Endstand herzurichten. Die unzähligen ausgelassenen Possibilitäten für Weinrote sollen an dieser Stelle einfach mal nicht erwähnt werden. Und pünktlich ab der Dusche setzte eine selbige naturale ein, Tabakfreunde fremdelten etwas und zogen es vor, im Trockenen sich zu freuen auf die Schottermänner 05 am kommenden Dienstag. Dazu lesen Sie dann demnächst die allerneueste Neu in dieser Zeitung. So Sie möchten.

FFC Friedenau – Traktor Boxhagen 2:6
Um es gleich vorweg zu sagen – es war ein ausgesprochen angenehmer Samstagvormittagausflug. Der erste Traktor hatte bei, oder vielmehr gegen Friedenau anzutreten. „Bei“ ist in diesem Zusammenhang insofern ein unpassendes Wort, als es für uns bei weitem nicht das erste Auswärtsspiel auf dem Platz am Vorarlberger Damm war. Auf diesem Riesen-Areal bestreiten offenbar hunderte Mannschaften ihre „Heimspiele“ – wiedermal ein Moment, sich des Privilegs der „eigenen“ Sportanlage zu erfreuen! Aber das sind eigentlich Nebensächlichkeiten. Ein Sieg musste es gegen die vermeintlich kampfstarken Friedenauer an diesem wunderbar sonnigen Vormittag schon sein. Und das mit einem Rumpfteam, in dem sich auch noch zwei Sportkameraden mit der ach so widerlichen Frühjahrsgrippe auseinandersetzen mussten. Aber: in den Köpfen der Spieler schien irgendwie die Tatsache mehr oder weniger vordergründig verankert zu sein, dass Traktor hier auf diesem Platz immer sechs Tore zu Stande gebracht hatte. Gedacht – getan, genau diese sechs wurden es wieder.
Eine fast schon gespenstische Konstanz, möchte man sagen.
Es ging also los und sofort war zu merken, dass hier und heute kein neuer Rekord in Sachen schnelles Spiel aufgestellt werden würde. Einige gute Tormöglichkeiten gab es zwar auf beiden Seiten, bis dahin jedoch ungenutzt. An dieser Stelle deswegen ein Hohelied auf unseren Torwächter (wunderschönes Netzer-Wort!) Sven Rubbel, der äußerst souverän agierte!
Vor allem in Halbzeit eins. In der fielen dann schließlich auch noch drei Traktor-Tore. Das erste erzielte Carsten nach sehr gekonntem, mehrfachen Doppelpassspiel mit dem Grafen Alex Schenk. Nummer zwei ging nach bekannt unwiderstehlichem Solo auf Falks Konto, das dritte steuerte Candy (einer der beiden grippal infizierten!) in guter alter Stürmermanier bei – Abstauber nach einem Falk-Schuss. Kurz nachdem der zweite Spielabschnitt begonnen hatte, dann doch ein Friedenauer Treffer. Flacher Schuss, recht platziert und scharf, kaum eine Chance für Sven.
Allein die Offensive gab Antwort. Eine so genannte Drei-gegen-drei-Situation: Falk spielt auf Carsten, der sieht den flinken Micha Kasten, der wiederum vollendet brillant. Das 1:5 blieb
schließlich dem zweiten Grippe-Opfer vorbehalten. Linksschuss – für den Friedenauer Keeper wohl schwer zu sehen. Spätestens da war der Glaube auf Friedenauer Seite an einen Sieg sicher dahin. Wie anders wäre es sonst zu erklären, dass wenige Minuten später Falk einen Ball nach gestochenem Pass doch noch unter Kontrolle bekommt, der ihm eigentlich
bereits von der Hacke weggehüpft war. Jedenfalls konnte darufhin der unermüdliche Candy sein zweites Tor feiern. Das anschließende zweite „Gastgeber-Tor“ ärgerte zwar unseren Spieler-Trainer Andreas noch sehr, änderte aber an einem souverän erspielten Sieg nichts mehr.
Nach dem Duschen noch dies: irgendwie kam die Rede auf die unvergessenen tschechischen Marionetten Hurvinek & Spejbl. Die würden sicher folgendes gesagt haben. „Noo, scheenes Wettr, scheene Tore, scheener Tag“!

18.03.09 SV Traktor Boxhagen I – Prenzlauer Berg Kickers 7:1
Der individuelle Komfort und dessen vermeintlichen Bedürfnisse sind nachrangig der Möglichkeit, für Traktor Boxhagen Fußball spielen zu dürfen.
Derart inspiriert, traten die Weinroten in den Schönen Hauffgrund, zu empfangen die Gäste von nebenan. Das Flutlicht leuchtete den Mittwochabend (Nachholspiel) aus und auf der anderen Hälfte trainierte die Zwoote. Gänsehaut-Szenerie!
Vor einem guten Jahr gab es diese Ansetzung innerhalb des Pokalgeschehens schon einmal und umso bedauerlicher war das heutige Fehlen des langen Blonden vom Prenzelberg, der doch jedem Match immer eine persönliche Note zu geben in der Lage ist.
Auf der anderen Seite darf das interessante Gebaren der Boxhagener erwähnt werden: die laufen geschlossen auf, begrüßen ihren Gegner als Mannschaft und verabschieden sich ebenso. Hier werden Maßstäbe für den Freizeitfußball gesetzt!
Zum Balltreten selbst:
Der wieselflinke Gospadin Alexej Bolschoi konnte Traktoristen nach 5 Minuten in Führung bringen – mittels sensationeller Geschmeidigkeit und nur so sprudelnder Kreativquelle. Danach sortierte sich die Partie einigermaßen und blueplätscherte so vor sich hin, bis der weinrote Zehner eine Idee generierte und nach 25.min einen ausgezeichneten Pass auf KastenMicha spielte – 2:0. Die Schwarzen mit den Blitzleibchen spielten artig mit, allein konnten sie der stoischen Innenverteidigung von Boxhagenern nicht gefährlich werden. Und dies erkennend, nutzte Sterni als eigentlicher Rechtsverteidiger seine Freiräume vorne und murmelte kurz vor dem Pausenpfiff das dritte Tor, technisch beeindruckend.
Ebenfalls Sterni war es, der in der 52.min einen listigen Freistoß an eine der Gräten des heutigen Gastspielers Janis zu legen wusste. Diesem wurde dann schlagartig klar, dass ein Mit-nach-Vorne-Kommen durchaus belohnt wird.
Schönstens dann war der fünfte Treffer des Spiels, in dessen Vorbereitung KastenMicha seinen privaten Flipperautomaten anwarf und durch des Gegners Reihen spazierte, ab und an den Ball ansaugend, dann wieder abgebend. Nur er wusste, wie die Kugel rollt – andächtig machten sich alle Anwesenden zu stummen Zeugen eines nicht aufzuhaltenden Tordranges. Der Abschluss war konsequent und ein den Strafraum sehr gut beherrschender Torwächter derer vom Berge konnte den Einschlag nicht verhindern. – Norbert schließlich war es vorbehalten, das halbe Dutzend vollzumachen: Versuche davor verpufften noch, in der 65. klappte es.
Und während die KrachbummEnte verletzungsbedingt das Geschehen von draußen steuerte und der Argentinische Sechser seine Truppe immer zusammenhielt, organisierte sich der Zehner seine ganz partikulare Satisfaction und lochte zum siebten Tor ein. Der Ehrentreffer der Gäste dann verstand sich von selbst. –
Ganz am Ende, bei der letzten Handhalben und lange nach Lichtaus, konnten verbliebene Traktoristen die alte Weggefährin HollaDieWaldfee dabei beobachten, wie sie noch ein Gespenst aus dem Schönen Hauffgrund jagte. Welches den Namen „Abstieg“ trug.
Ein anderes geht noch immer um in Europa und so soll es sein.

13.03.09 Traktor – Raddatz 2:6
Die Fans von Traktor sollten den Antrag stellen, Fußballspiele nach 60 Minuten zu beenden! Da nämlich führten die Gastgeber aus Boxhagen mit 2:1. Zu Recht, weil sie eine Taktik praktizierten, die den erkämpften Erfolg einplante. So wurde eng und hart am Gegner agiert (brillant dabei Samir), die Räume verkleistert und überfallartiger Konterfußball gespielt. Knapp 21 Ultras am Rande unterstützten großartig und die Radieschen aus dem Borsigbeet verstanden diesen Teil der Welt nicht mehr. Halbzeitführung durch das Tor vom Argentinischen Sechser in der 34. Minute.
Nach dem Ausgleich (Klassiker bei Radunskis: Ball noch mal quer durch den Strafraum gelegt, klack!) jedoch konnte Candy nach bemerkenswerter Vorarbeit von KastenMicha erneut die Führung herausknipsen – ein Donnerhall von einem Jubel ließ den Hauffgrund erschüttern. Da aber hatte der lange Zeiger auf des Schiedsrichters Uhr eben erst eine Runde gemacht.
In der Folge erarbeiteten sich die Gäste im strömenden Regen mehr und mehr Chancen, konnten durch ihre Laufbereitschaft (im Schnitt latent eine Dekade jünger als Traktoristen) die Partie dominieren. Und so kam es wie bisher üblich bei diesen Duellen, dass die Raddetzkys ihren Marsch bliesen und Tore machten. Der Gastgeber wurde am Ende nicht belohnt für seine aufopferungsvolle Mühe, sondern sogar noch gedemütigt und unter Wert geschlagen.
Die drei wichtigsten Gründe für die Niederlage der Boxhagener waren eine eklatante Qualitätsschwäche auf der Torwächterposition, die Verletzung ihres laufstärksten Spielers schon Mitte der ersten Hälfte sowie ein unbändiger Siegeswille der Gäste, welcher dann die leichten konditionellen Probleme der Weinroten in der Schlussphase erbarmungslos offen legte.
Die ihrerseits die Flinte ins Korn warfen, nicht ohne sich die Stelle genau zu merken.

08.03.09 Ü-100 I – SV Traktor Boxhagen I 4:11 (4:5)
Mit „Schnauze, Kinkel!“ pflegte einst der unterschätzte Altkanzler Kelmut Hohl die leisen Einwände seines Koalitionsjuniorpartners von der Demokritischen Partei mit dem Wort >Frei< drin zurecht zu stutzen. Das war zwar noch im letzten Jahrtausend, jedoch auch heute gilt noch immer: Unbelehrbarkeit ist die große Schwester des Hochmutes; die Sache mit dem Fall danach kennen Sie vielleicht.
Und wenn nicht der Trainer mit Wissen, kulturellem Kontinentalentwurf und Orch-Idee in der Halftide einige Korrekturen taktischer Art vorgenommen hätte, wäre es wohl heute kein Dreier für die Weinroten geworden.
Bis dato nämlich konnten selbige nur auf Grund des selbstlosen Einsatzes ihres Torwächters (in der Lichterloh lediglich 4 Treffer zulassend) sowie der zementartigen Zuverlässigkeit des KompostHaufenUmdrehers (3 Knallbonbonheber -8.,15.,20.min) im Spiel bleiben. Die 37. Spielminute dann sah den Gastgeber in der statistischen Führung (4:3). Keine sechzig Sekunden später allerdings entschloss sich der Weinrote Zehner, dem Spuk ein Ende zu bereiten und klebte den Ausgleich ein. Dies wiederum besah sich der Traktor-Libero nicht zweimal und holte zum ersten Male seinen von Boca, Nottingham oder auch Barca umworbenen Linken Huf (ja, wird groß geschrieben, issn Eigenname!) raus – Halbzeitführung 5:4 für Boxhagener, hollahie! Dem Autor unterdessen wurde immer noch mal klein wenig übel; Verwirrung ob der vielen Tore soll an dieser Stelle verziehen werden, bittschön. Aber darum geht es ja beim Balltreten, Salze in die Suppen! – Steigerungen möglich?
In der Tat: die Gäste standen konsequenter am Männchen, vermochten geistig schneller umzuschalten und dann wunderhübsch zu kombinieren. Und sie rochen Rauch! Erneut Candy (mit seinem vierten Goal in min.48 – nach einem Weltpass vom Argentinischen Sechser), der Falke nach weiteren 180 segundos sowie Graf Schenk persönlich (56. – alles über rechts) rollten mit ihren Törchen den roten Teppich aus für Matze! Der machte mit einem Hätt-Trigg (volles Erbe!) alles klar, um dann verletzt in der 75. Minute das Mekka des Rasenschachs (mit 4 Broilern im Feudel) am Voralberger Damm zu verlassen.
Die Restzeit verbrachten Traktoristen stupide sinnierend, warum wohl der Gastgeber (fast vollzählig) den Betriebsunfall vom Hinspiel nicht umzugestalten in der Lage war. Magischer Realismus!
Und so schrammten die Boxhagener also in der ersten Hälfte an einer Blamage vorbei, um dann in unterrichteter Weise ein liebliches Feuerwerk abzubrennen hintenraus. –
Heute übrigens fragt niemand mehr nach Leuten, die -gerne Saumagen verspeisend- ihre Gemahlin (alles Gute zum heutigen Internationalen Frauentag an Mehmet Scholl!) im Dunkeln eingesperrt zurück lassen, nein! Aktuell existiert doch nur eine Frage: Wann endlich kommt die Abwrackprämie für Fahrräder?

04.03.09 SVTraktor I – Eintracht Berlin 1:4
„Ich war 19″. Großartiger DEFA-Streifen von Konrad Wolf mit dem jungen Jaecki Schwarz in der Hauptrolle! – Neunzehn war rückennummerntechnisch auch die Summe der Eintracht-Kicker, die gestern den Traktor im Alleingang schrotteten: der Siemer und der Zwölfer spielten ein ums andere Mal die weinrote Abwehr schwindlig, mit Sohle, Hacke, trallala! Die restlichen Mahlsdorfer waren konzentriert und gleichfalls ballfertig. Führten zur Pause durch einen Freistoß (8.min – was schleudert die Gebetsmühle für einen Spruch da raus?) und eine respektable Einzelleistung (30.min) mit 2:0. Da hatten die Boxhagener das Fußballspielen teilweise schon eingestellt, waren sie doch erschrocken über ihre eigenen Unzulänglichkeiten: die wenigen Chancen wurden akkurat vergeben, bei Fernschüssen landete das Spielgerät teilweise im 6. Rang und bei einigen wurden prinzipielle kleine technische Unzulänglichkeiten offensichtlich. Die Eintracht-Mannschaft war verblüfft, frug sich vielleicht: Was ist das für ein pomadiger Aufsteiger, das sind doch höchstens die Ladykillers aus Treuenbrietzen?
Erst nach dem dritten Gegentor (65.min) fand bei einigen Traktoristen die nötige Hirnrandale statt und der Gärtner konnte kochend abstauben (75.min – mit schönen Grüßen von Peter Cornelius!). Die nun einsetzende Boxhagener Druckperiode karikierte der Gast effizient mit einem Konter zum Endstand.
Und irgendwie konnte man beim Betrachten des Traktor-Spiels den Eindruck bekommen, dass es chemisch nicht hinhaute unter Weinroten: Da wurde mal hier gepöbelt, dort beim Einwechseln gepennt oder teilweise einfach rumgeirrlichtert. Und das Argument mit der uneingespielten Abwehr ist keines, würden doch Traktoristen als MANNSCHAFT solcherlei Probleme immer gemeinsam lösen, wullewupp!
Genug der Schelte, man darf gespannt sein auf den Werdegang dieser Truppe – Potenzial ist allemal vorhanden. Und im Grunde geht es ja vor allem um das weitere Ausloten der Liga und die eigene stetige Entwicklung, sakra! Lernen, lernen, nochmals lernen…
Eine gute Nachricht haben wir noch für Sie: der letztens unter bemitleidenswerten Umständen obdachlos gewordene Weinrote Zehner fand gestern spontan ein Bettchen im Hotel. Raten Sie einmal, in welchem!

25.02.09 Traktor I – Aktivist Runder Ball 6:0
Laurenzia und „Moin, Moin“ auch, Sie Ballliebhaber! Nachdem vielerorten militante Antifaschingisten erfolgreich die „Närrische Zeit“ (abschaffen – für den menschlichen Ernst!) ein weiteres Mal unbeschadet überstehen konnten, waren heute Boxhagener in der Resistance – die ganze Nacht wurde im schönen Hauffgrund der Schnee vom Teppich gepellt, um nachgehen zu können dem ersten Hobby nach Verlassen des Fabrikplaneten. Die Herren Freizeitballtreter sind ja terminlich auch reichlich im Verzug, bekommen möglicherweise noch diesbezügliche Probleme.
Schön zu sehen, dass heute beide Teams gewillt waren, die Chance zum Kicken zu ergreifen und also zum Rückrundenstart der Verbandsliga antraten. Ein jeder Traktorist hatte das Hinspiel noch im Hinterkopf, als Candy, väterliche Instinkte verspürend, den Großen gegen allzu foule Angriffe des Gegners rigoros schützte. Kreuzspinne und Kreuzschnabel, so soll das sein!
Selbstverständlich war die wilde 13 (begnadeter Fußballer, dieser Schwarzschopf!) erneut in den Reihen von Aktivisten, allein traten diese heute zwar fairer denn je, jedoch auch mit weniger Mumm (offensichtlich esoterisch veranlagt) an. Und so zogen die Gastgeber ein schnelles und ziemlich effektives Angriffsspielchen auf, in dessen Verlauf 2x Graf Schenk (4., 9.min) sowie der Zehner (lupenreiner Hattrick in den Minuten 20, 35 und 40 ) eine 5:0 Pausenführung erzielen durften. Vorarbeitereien von Sterni und Andreas sollen an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.
Im Ganzen standen die Weinroten recht kompakt, waren den sprichwörtlichen gedanklichen Tick schneller und vermochten die Pille eben einzuknacken – teilweise in 86er Maradona-Burruchaga-Manier.
Des Trainers Parole in der Kajüte war, die Null hinten ganz zärtlich so zu lassen, wie sie war, und vorne eventuell nachzulegen. Einer knirschte, einer rumorte, einer brezelte sich auf für seinen Auftritt: und als es die 80. Minute schlug, schlug Candy zu! Diese Drehbewegung nach Ecke ist schon phänomenal, diese Sekunde war seine! – Ach: es darf noch von einem galaktischen Kopfball berichtet werden, welchen Companero Benitz 4 Minuten vor Abpfiff zielsicher an die Latte zu kleben in der Lage war. Die Traktorbetreuer konnten kratzen danach das Tor aus der Hauswand von hinnen…
Die Fußballredaktion Ihrer Zeitung übrigens ist sich längstens einig, Lob so sparsam wie möglich zu verteilen – heute allerdings kommt sie nicht umhin, den Argentinischen Sechser und Kapitän der Traktoristen als Mann des Spieles zu benennen! Und wennschon Lob, dann gebührt ein solcher auch dem Gästetorwächter – wie der seine rechte Pranke predigerhaft in den Nachthimmel hielt, alle Wetter!
So, jetzt beginnt für Boxhagener der Ernst des Lebens, 4 (!) Nachholspiele absolvieren zu müssen. Diesen Ausblick besprachen sie noch stundenlang auf dem russischen Ofen in der „Tagung“, um sich beim Scheidebecher dann zu sagen: Frühstück für immer!

07.02.09 SC Eichkamp – SV Traktor Boxhagen I 1:7
Nachholspiel des 11. Spieltages, Matchnummer 85. Auf erdigem, für Traktoristen Erfolg und Kühlung verheißendem Weg, jawoll!
Schon lange kennt man sich, dereinst im sportlichen Streite stehend innerhalb der „Ü32- Liga“ – damals, als der SC Eichkamp mit seinem Gesamtverhalten und auch fußimäßig dem jungen Verein SV Traktor Boxhagen ein Vorbild war (lies: und ist!). Was die Resultate mittlerweile anbetrifft, sind die Weinroten mehr als aus dem Schneider, die Sehnsucht nach den alten Schlachten allein ist noch immer vorhanden. Und so war die Freude gerecht auf beide Seiten verteilt (sich erkennend und begrüßend), ein fetziges Freizeitballtreten veranstalten zu wollen.
Vorweg: der Gastfeuerwehrmann mit Numero Fünnef musste nach einer halben Stunde verletzt passen – früher einer ihrer SchnellCoolsten. Dies war bei den Gästen die Erleuchtung und das Zeichen, die Defensivtaktik zugunsten des Elexiers von Fußballspielen (Sie ahnen es?) verändert zu gestalten: Die KrachBummEnte verfügte sich in den Sturm (konnte dorten in den Minuten 43, 61 sowie 78 wie der Hase im Rausch knipsen – für Leser im 3. Ohr: wenn Andreas mal bei euch ist, der hatte was damit zu tun!) und das nunmehrige Tandem „Jensen & Sven“ machte hinten den Container dicht – freilich sich kennend aus alten Tagen, sofort harmonierend. Der kleinen Reihe nach: Der Weinrote Zehner (eigentlich derzeit leicht abgelenkt vom konkreten Weltgeschehen), ließ sich in Minute 35 die Ecke von KastenMicha auf die Rübe klatschen und machte das Führungstor. 4×60 Sekunden später die nächste Erlösung aus Boxhagener Sicht – Candy grub kurz den 5-Meter-Raum um, spuckte schnaubend auf den entstandenen Humus und steckte die Forke in den Heuballen (0:2). Bis dahin allerdings hatten die Gastgeber durchaus ihre Möglichkeiten – erwähnenswert drei (!) Pfostenschüsse. Den letzten dieser Art durften sie dann einen Augenblick vor der Pause präsentieren: Foulneuner! Rubbel jedoch verhexte die Murmel, wäre womöglich auch so dran gewesen, Außenalu. –
Nach Erfrischung in den Katakomben des Kampes der Eichen holten die Weißen jedoch schnell nach, was kurz zuvor missglückte – 1:3 nach flacher Ecke. Mehr jedoch war dann nicht mehr drin, deren Kräfteverschleiß stand in keinem Verhältnis zu den kämpferischen Tugenden der Boxhagener. Und analog zum Hajdukspiel ging der Argentinische Sechser einmal rechts konsequent durch, bediente den mittig postierten Gärtner (75.min) – 1:5! Lohn dieses Laufes war dann eine buttermilchige Flanke des Falken, welche der Graf fünf Minuten vor Ultimo brachial einnickte. Und so endete die Partie, wie sie begann: Rübe hin, Kürbis drin!
Guckchen von draußen sagen der Feder in der Hand: Wenn beispielsweise das läuferische Engagement von Schaffi oder Sterni erwähnt werden darf, muss gleichsam die kompromisslose Arbeit eines Raffa angezeigt werden! Restliche Weinrote funktionierten ebenso, ganz hübsche Eintracht.
Eine solche hingegen scheinen die Mitwettbewerber vom SC Capri (Eichkämpen! Das Folgende kann EUCH nichts angehen!) verloren zu haben, meldeten die sich doch just vom Spielbetrieb ab. Kwatschmacha!
A propos Eintracht: Traktor hat heute (obschon kräftig) an die Laterne geschlagen. Deswegen aber fällt noch lange nicht das städtische Kraftwerk aus und die Leute blieben ohne Licht. Und wenn, dann wäre es Zufall…Kein Zufall nämlich (und bitte gähnen Sie kollektiv JETZT!) ist das Zitieren der alten Regel: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“ Falls Sie mehr dazu wissen wollen, sollen Sie vertröstet sein bis zur Mitte der kommenden Woche!

1.2.09 Hajduk Berlin – SV Traktor Boxhagen I 1:1
Eisig kalt pfiff es um die Ecke, leichter Schneefall eröffnete diesen Sonntag; um 10.00 Uhr auch dieses Verbandsligapunktspiel. Es ging für Traktoristen gegen einen Gegner, welcher in der jüngeren Vergangenheit kontinuierlich vordere Tabellenplätze belegen konnte. Möglicherweise denken Sie bei „Hajduk“ sofort an „Split“. Völlig korrekt, die Gastgeber zogen ein technisch versiertes Spielchen auf – wie bei Kroaten (inklusive Berlinern) nicht anders zu erwarten war. Beeindruckend. Und so war die Führung zum 1:0 (7.min) folgerichtig.
Die Weinroten ihrerseits brauchten danach jedoch keine weiteren Informationen – von nun an standen sie kompakt und wohl sortiert, um den Kontrahenten tief, aber wach zu empfangen.
Es entwickelte sich ein reines Kampfspiel – Gästen offensichtlich nur recht. Diszipliniert boten diese eine energische Leistung und kamen auch vorne zu zwei, drei Möglichkeiten. Erwähnenswert der Kopfball von Samir (Latte, 41min).
Im Verschnaufkämmerchen gab der Trainer folgende Parole aus: „Bis zur 60.min bitte den Status Quo aufrecht erhalten: Mit der >Sichel< abwehren, dann etwas charmanter nach vorne gehen und den >Hammer< rausholen!“
Und da die Gladiolen vom Hauffplatz ihre Anführer mittels Kompetenzbefund achten, geschah es genau so: Graf Schenk setzte sich in völlig aussichtsloser Position rechts an der Eckfahne durch, flüsterte zwei Hajduken noch ein Schlaflied ins Ohr, um dann einen Strich nach innen auf den 9erpunkt zu ziehen. Hier nun befand sich Norbert, strengstens gewillt, mit einem Törchen einen gewissen Lapsus aus dem Friedenau-Spiel vergessen zu machen. Klappte, elegant eingeschoben (66.min).
Nach dem Ausgleich wurde das Spiel offener, bunter (je 1x Yellow) und bissiger. Der Sperber-Schiri hatte einiges zu tun… Traktoristen verteidigten mit Mann und Maus (Literaturempfehlung hier: John Steinbeck: „Von Mäusen und Menschen“), mussten mehrere angekokelte Situationen überstehen. Doch mittlerweile hatte sich der ausgezeichnete Boxhagener Torwächter seinen Punktgewinn-Code auf dem Handschuh freige“Rubbel“t und hielt einfach alles. Derart wurden die letzten Scharmützel über die Zeit gebracht und Traktoristen konnten einen ersten Achtungserfolg in 09 erzielen. Sicher mit einigem Glück, ganz sicher mit viel Vermögen. –
In den Ausläufern des Kleines Zschandes übrigens, schon zur Kirnitzsch hin (Elbesandstein), prügelten sich während des Dreißigjährigen Krieges die Schweden ganz illuster mit den Kroaten. Es ist nicht ganz überliefert, wer die Schlacht damals gewann. Jedenfalls heißt die Gegend noch heute und tatsächlich „Croatenhau“ und der Ihnen geneigte Autor verabschiedet sich für heute mit einem „Alter Schwede!“.

10.12.08 Traktor Boxhagen I – Sporting Mutante 1:11
Mit Verlaub – Brüssel ist keine schöne Stadt. Gut, Waffen und Waffeln, das können sie. Damit hört es auch schon auf und der Krach zwischen Flamen und Wallonen währt fort. Vor den Toren der heutigen Europole allerdings liegt verträumt ein kleines Dörfchen, dessen namentliche Erwähnung einer skandinavischen Fischdosen-Combo 1974 den Sieg eines paneuropäischen Singewettstreites brachte ( die Musik dieser Kapelle wird von Kennern auch als „Brillantstaub“ bezeichnet; obere Schuhsohle z.B. der Titel „Tenzing Kwien“). – Milde 159 Jahre früher holte ein unter Minderwertigkeitskomplexen leidender Korse von kleinem Wuchs zum letzten Schlag aus. Er als Chef der Wenigen will Wellington und Blücher (eigentlich aber Gneisenau) erneut verkackeiern, ist schnell in Wade und Hirn, steht vor Brüssel. Nur hat diesmal sein Kommunikationssystem versagt, sein bester Marschall Ney (sozusagen die KrachBummEnte des napoleonischen Heeres) kam einen Tick zu spät in den Sandkasten. Der Rest sollte bekannt sein. –
Ganz ähnlich erging es heute Traktoristen aus Boxhagen. Auch sie kamen in bester Absicht, ein klein wenig am Rad der Fußballgeschichte zu drehen. Auch sie sahen sich als Unter-Hunde, bereit für den Kampf gegen eine schiere Übermacht.
Allein waren die Möglichkeiten heute limitiert, nach einem 0:5 in die Halbzeit zu gehen, war für Weinrote schlicht ungewöhnlich. Immerhin erlaubte sich Sterni, einen Ehrentreffer für seine Mannschaft zu erzielen dann, als die Zweistelligkeit für die äußerst sympathischen Gäste (reine Edelmänner!) schon Realität war. Gerne lesen Sie die „Lehrstunde“ auch mit einem doppelten „E“ anstatt. Der Aufsteiger aus Boxhagen seinerseits wird zu lernen in der Lage sein, auf dass Themen wie „System“, „Geistige und körperliche Schnelligkeit“ oder auch „Selbstbewusstsein“ auf der Agenda omnipräsente Pflicht sind. –
Zugegeben, im Wettbewerb „Schönste Spielklamotten der Liga“ rangiert Tante Mu noch immer ein klitzekleines Stückchen vor Traktor Boxhagen. Alles Ästheten! Zumal auch einige Weinrote das Gaucho-Nesselhemd mehr als gerne (im Training!) tragen, wurden und werden doch darin immer wieder Pillentreter aus Pais de Argentum (Silberland) groß und stolz. In ihnen vereint sich dann genau jene Mixtur aus Kampfkraft und filigraner Technik, die allemal zur Copa Mundial reichen sollte. Blöderweise haben manchmal Blöde aus dem Alten Europa oder die vom Zuckerhut etwas dagegen. Stellen Sie sich übrigens einmal vor, welche Gene (kurz vor Einschlag des Meteoriten 2000undKnäckebrot) der Sohn von Kun Agüero und Enkel von Maradona -dann als Weltzehner- mit sich rumtragen wird! Und sicherlich fungiert Romy Riquelme als Patenonkel und Lio Messi ist sein Steuerberater. Dios mio, caramba! (Kiwi, wir sprechen eine Sprache!) –
Charmanterweise existiert seit 1815 ein Synonym für grandioses Scheitern, welches aus Traktor-Sicht heute erwähnt werden muss: Waterloo!

21.11.08 SV Traktor Boxhagen – FC Berlin 05 5:6
Herzlich willkommen zu Ihrem Panoramablick auf die Mutter aller Schlachten! Buchten Sie Loge? Nicht wundern, auch im schönen Hauffgrund gibt es nur Stehplätze – zum Zwecke des natürlichen Fußballgenusses. Vielen Dank auch für das Ablatzen des Zuschlages, schließlich trafen am heutigen Freitagabend die Schottermänner 05, offiziell wohnend an den Ausläufern des Mont-Klamott, auf die gastgebenden Traktoristen aus den weiten Ebenen Boxhagens.
Aufsteigerduell! Stammleser werden sich erinnern: Der FC absolvierte anno rückwärts seine Saison ähnlich souverän wie einst ein noch heute unweit entfernt agierender Großklub mit drei Buchstaben und einem nützlichen Fahrraduntensil hintendran. Schnee von gestern; Martin hatte seine vier Kerzen rund um den Hauffplatz aufgestellt und bei semischönem Traktorwetter (jene meteorologische Situation, wo auf gewissem Geläuf nur noch schweres Gerät weiterkommt) klinken wir uns an dieser Stelle ein in die Rundfunk-Live-Übertragung von „Unterschichtenäther Friedrichshain“:
„Traktor in weinrot, wie erwartet. Gäste nährten sich vor Anpfiff mit etwas Pilssuppe, kommentieren wir nicht, sondern erwarten ein spannendes Spiel! Zu den Aufstellungen….Schiri vor Ort – Anstoß um 19.30 Uhr, der FCB führt den Ball. Für beide Mannschaften geht es um nicht weniger als den Anschluss an die hintere Tabellenspitze…Angriff auf halblinks, viertel Stündchen um, der FCB-Kapitän setzt sich durch, dringt in den Strafraum ein, Schuss – drin! Volley eingehoben, wie den Eischnee untern Teig! Rechte Boxhagener Abwehrseite düpiert…Welche Antwort haben Traktoristen? Befreien sich, kämpfen wie die Löwen, da ist der 10er – aus 8 Metern, bringt ihn rein! Keine Minute hat es gedauert. Mit Außenrist, dieser Klosterbruder, technisch allererste Saale!…Jetzt geht es schnell, höchstens 120 Sekunden seit dem Ausgleich vergangen. Wir sehen Don Norberto; der tänzelt, täuscht diverse Abspiele an, zieht selber los, geht durch auf rechts – Tor! Zack, Boxhagen führt verdient nach achtzehn Minuten…Schnelles Laufspiel, wir erleben zwei Mannschaften, die sich nichts schenken, einmal auf der Kommentatorenbühne umgehorcht, erwarten alle ein enges saftiges Match!…Weißgrüne drängen, oh! Lücke im Strafraum, da kommt der zwingende Pass – ja, gekonnt, der Ausgleich in der 28. Min! Schön gedreht, können sie wunderbar. Huh, rasant hier im Kessel und während wir noch notieren -da kommt die Ecke, da steht der weinrote Center, drückt ab, volley links unten – Tor! Macht Candy als coolste aller Antworten auf eine etwas abwertende Bemerkung seines Gegenspielers, die wohl alle gehört haben, so muss sein! Die Ecken vom Falken sind ja auch reines Segelgift…32. min: Traktorführung aufgeraucht, FCB kommt gern über rechts und lässt einige Ausgerutschte hinter sich, schlagen schöne Haken, sind selbstsicher und treffen in diesem Augenblick zum erneuten Ausgleich! 3:3,…Pause…
Der Boxhagener Trainer dirigierte bisher von draußen, versucht Stabilität aus Sicherheit plus Kampf zu verordnen. Kommt auch jetzt nach dem Tee wattiert aus der Kabine. So, jetzt wissen es alle Zuschauer, die KrachBummEnte wird heute nicht aktiv eingreifen. Hat sicher Gründe, kann man nicht erkennen von hier oben, vorab wurde etwas von böser Erkältung gemurmelt, Anpfiff. Die Weißen drücken, ah! verzetteln sich auf rechts, Falk kann am eigenen Strafraum abblocken, schaut, macht den Plan, schickt noch den Mitspieler weg und geht allein – Reise, Reise, immer noch – Toor! Eingelocht rechts unten, Fetzensolo! Welch ein Lauf und wie souverän abgeschlossen – boah!…Wir sind in der 51. Minute, Spiel ist angehalten, Ball liegt halblinks am Traktor16er. Wo ist die Mauer? Angetippt, Schuss, Einschlag! Oohh, welch Tiefschlaf: linker Verteidiger und Torwächter ohne Absprache, tja, wird sofort bestraft. Wieder Ausgleich…Her und hin wogt der Kampf, gelbe Karte für den FCB, rüde, aber taktisch klug den voranstürmenden Traktorlibero Matze von den Beinen geholt…Hintenraus waren Boxhagener anfällig in den letzten Partien, wissen das die Gäste?…
Anscheinend: 78. Min wird angezeigt, das 4:5 fällt tatsächlich! Das könnte es gewesen sein, der rechte Verteidiger drängt noch den Stürmer ab, der kommt trotzdem zum Schüsschen – nein!- der Keeper lässt sich auf dem falschen Bein erwischen. Mussa runta, kanna die Pille einsammeln!…Vermag der Gastgeber gegen die Schottermänner, heute ohne ihre am Knie verletzte normannische Trüffelkampfsau, eine Antwort finden?…Weiter Abschlag, gaaanz weit, Matze hält es nicht mehr hinten, sieht Candy, Candy die Lücke, da lacht der rechte Winkel, holt die Ambition aus der Kniekehle, haut den Drops aus der Rolle – Ausgleich! Ja isses denn zu fassen! Welch eine Moraaal, yessir!…82 Minuten um, wer die nächste Bude macht -und alle kämpfen leidenschaftlich!…Bude macht, ist durch, kann unter die Sektdusche. Hat auch keinen Anschein, als ob Frieden gemacht werden soll, beide Teams wollen den Dreier…Traktor vorne, Möglichkeit! – aber Torwart draußen, wirft sich dazwischen, hält den Gast im Spiel…Schiri schaut aufs Chronometer, da: der weiße Käptn geht durch zwei Weinrote durch, elegant, allein am Strafraum, 89. Minute bei uns am laufen, setzt den Schuss an, Tor! –
Herrgott, haben die Nerven, eiskalt, wieder kurz vor Ultimo. Das war er, der Todesstoß, aus Maus, Pumpe! –
Remis wäre heute gerechter gewesen, doch wie wir schon so oft feststellen durften: Resultate basieren nicht auf Gerechtigkeit, sondern entstehen aus dem Dreiklang >Willen, Vermögen und Situation<. Nun, einen solchen Fight sieht man eher selten, Gratulation und Hochachtung vor den Balltretern beider Truppen. Und damit zurück in Funkhaus.“ –
Gehen Sie jetzt bitte nicht mit Hängeschultern auf Ihr Hochbett und halten Sie dem SV Traktor Boxhagen weiterhin die Treue, denn: Rock`n`Roll ist, wenn man es trotzdem macht!
Ein Dank geht an Micha für Co-Autoring und die Truppe sieht sich in 72 Stunden am Nordpol wieder. Na dann mal rauf auf`s Floß!

16.11.08 Borussia Berlin – Traktor Boxhagen I 4:2
Kremserfahrt zum Vizemeister – beste Ausrede, sonntags um 10 nicht ins Gotteshaus pilgern zu müssen! Jetzt sind sie da, die schönen Kämpfe (der Vorverkauf in der Geschäftstelle für die kommenden Heimspiele läuft auf Hochtouren) und heute ging es für Weinrote aus Boxhagen stracks in Richtung des Plattentrabanten (als neuer Bezirk „Marzahn“ im Rahmen des DDR-Wohnungsbauprogramms bekannt geworden), wo Traktoristen beweisen wollten, dass sie kein wirklicher Abstiegskandidat sind.
Bei allerschönstem Spätherbstgesäusel legten die Gäste eine disziplinierte und effektive erste Halbzeit hin, in der in min.7 Jensen über seine Großchance unzureichend verfügte, Wolle aber genau 10 min. später das Zielwasser weit besser verschluckt hatte und trocken knipste. Borussia sah sich die ganze Sache eher verständnisvoll an (vollzähliges Schnuppern an den Duftmarken des Aufsteigers), um nach der Pause erkannterweise doch mehr zu tun. So ganz nebenbei ließe sich diese Sache gegen ambitionierte Traktoristen dann doch nicht lösen. Also klopften die Weißen in der 54. mal an den Pfosten und piekten ermutigt in Minute 57 zum Ausgleich ein. Auf und Ab in einem körperlich intensiven Spiel, nun mit allerleichten Vorteilen für Marzahner. Ignorierend in Minute 71 die Großchance für den Traktor-Center Candy, fiel 300 Sekunden darauf die Führung für Borussen, wie die letzte Birne des Jahres nicht weit vom Stamme.
Doch Hagen boxte zurück! Matze bediente Strafraumverwüster-Candy goldig und der konnte mit all seiner Routine abschließen. Ausgleich, 2:2 (80.) !
Langsam ermüdende Traktoristen sehnten das Ende nun herbei, in heimlicher Kalkulation des Punktgewinnes. Dafür allerdings waren deren Nasen heute noch etwas zu grün – die mit stärkerer Kondition ausgestatteten Borussen machten mit einem Doppelschlag (86./87.) doch noch den Sack zu. Womit klar war: die Angereisten verloren das Match auf ihrer mit einem Spieler spärlich besetzten Auswechselbank. Trotzdem: gut verkauft, erneut gelernt und fest verschweißt, Traktor!
Nach getaner Arbeit dann sitzt die Truppe an einem sich biegenden Tisch, auf dem es fett und reichhaltig Nahrung gibt. Sie können sich das wie auf einem Bild von Pieter Breughel (1525-1569) vorstellen, man riecht und hört das Feste förmlich. Versammelt haben sich die Gewerke der Recht schaffenden Boxhagener Zünfte, vertreten durch den Eggenmann, den Sensenmann (!) – Schlosser, Schmied und Drescher sind auch mit dabei. Es wabert das Ketzertum durch die Abendluft, ausgangs des Erntedankfestes gibt sich jeder seine Blöße, die Auskenner haben Oberwasser. Und manchmal gelingt es der Journaille, sich anzuschleichen und unsichtbar zu lauschen. Aber wehe, du lässt dich erwischen! Das sich unweigerlich anschließende Armdrücken verlierst du garantiert und den Saufaus musst du auch noch geben! –
Und irgendwann sinken dann die Landarbeiter und Traktoristen aus Boxhagen nieder, erschöpft und zufrieden mit ihren Taten, nicht ohne dass es noch für alle ein Betthüpferli gegeben hätte: ein Korn im Feldbett!

05.11.08 SV Traktor Boxhagen I – FFC Friedenau 5:5
Die vergangenen 2,5 Wochen Pause (exklusive innerbetrieblichen Pokalspiels -6:0 für die Zwoote) sollten doch gut getan haben. Immerhin: bei all dem Verletzungspech in Boxhagen (Pech?) dauerhaft 2 Mannschaften an den Punktspielstart zu bringen, bedarf schon gehöriger Organisationswut und Leidensfähigkeit der Sportler. Da versteht es sich von selbst, selbstlos zu helfen. Praktizieren so zumindest Traktoristen, wachsen zusammen dadurch auch. Und tatsächlich lichten sich die Reihen der gipsversteckten, humpelnden Lazarettgänger! Jetzt zählt wirklich nur noch Familie, Arbeit, Depression, höhere Gewalt oder eine US-Wahlnacht (Bigger Bang!) als Entschuldigung.
Doch heute kamen sie fast alle, die weinroten Verbandsligisten, Neulinge und Bereicherer, prächtig gelaunt und heiß onduliert, ins Hauffstadion eingeschwebt (der Falke stößt Freitag vom Himmel). Wie würde der in letzter Zeit sich etwas rar machende Trainer die Truppe aufstellen? Sollte die Punktehäufung fortwähren?
Traktoristen gaben Gast dem FFC Friedenau (ach wie schön ist der Handjeryplatz!). Bekannt für das Erzielen enger Resultate und liebäugelnd mit heute größerem Erfolg gegen den Aufsteiger, agierten die Weißgrünen homogen, konzentriert, erfahren und kampfesmutig. Überlegen die erste Hälfte gestaltend, verzweifelten sie nie an dem frühen Rückstand (Candy nach 6,5648 sek.) und zelebrierten ihr Motto „Wie schießen wir den gegnerischen Torwächter nachhaltig berühmt?“ ganz dauerhaft. Der hielt beispielsweise noch in Minute 29 fabelhaft, hatte dann aber 3 min. später in gleicher linker Ecke nur noch die Sanduhr als Finderlohn im Zopf. –
Halbzeit im grauen Niesel (1:1). Grauen selbst bereiteten Boxhagener weiterhin ihrem Publikum, indem weder Impulse über außen kamen noch sonst Spielideen beobachtet werden konnten. Schlimmer: Gemaule und Unfairness hielten Hof. Und wie Sie sicher ahnen, wird so etwas in der realen Fußball-Oper bestraft. Gäste gingen in der 49. und 64.min konsequent durch reichlich desorientierte Traktor-Reihen und lagen glatt mit DreiEins vorn! Verdient.
Aber dann: Endlich, endlich zeigte sich die fast nicht mehr erhoffte Traktoristenmoral, endlich entschlossen sich Weinrote, den Kasper von der Bühne zu verbannen und ernsthaft das angestrebte Drehbuch abzuarbeiten. Bezeichnend Candy blies zu dieser Unternehmung als erster ins Horn (65.). Don Norberto wollte nicht nachstehen und lulalupferte das Ei keine Minute später über einen ordentlichen Friedenau-Keeper. 67.: Graf Schenk machte das, was er am besten kann (außer Gegner stellen, Gegner ablaufen, Gegner erkalten lassen, Gegner demoralisieren): Fetzenschuß loslassen, einknacken.
Welch Wandel – Führung! In der 69.min dann demonstrierte der argentinische Sechser eine saubere Balleroberung und Norbert wollte und konnte das Ballett vollenden. So drehten die Boxhagener innerhalb von 5 Minuten ein ödes, von zumindest ihnen kaum geprägtes Match.
Doch Halt! Friedenauer kamen zurück und bestraften eiskalt eine nun aufgekommene Siegesfreude bei den Gastgebern mit zwei Treffern zum Ausgleich (70., 83.min). Beste Gründe dafür kennt der Trainer. Durchatmen und bei Schaffi für superbe Halterei bedanken!
Tja, spannend war es durchaus, die Punkteteilung spiegelt ganz gut den Spielverlauf. Geht möglicherweise als Lehrstoff in den Unterricht ein. –
Zweifellos wichtigst war heute die Unmöglichkeit für Frau Palin (wer?), 20cm neben dem roten Knopf Platz nehmen zu können. Die bleibt jetzt mit Artgenossen im Neandertal, um weiter ihrem försterlichen Hobby zu frönen. Und sitzt da, hört die Elche röhren, denkt schaudernd-entzückt nur an sich und ihren nächsten Frisörtermin. No more pitbulls with lipstick, ährcks…
Sport frei!

19.10.08 NK Varazdin – SV Traktor Boxhagen I 2:12
An der Panke hellem Strande
War der Traktor glatt imstande
Zu vollbringen jenes Wunder,
Was den Sonntag machte runder.
Zufriedenheit war auch dabei,
Drum war es uns nicht einerlei,
Zu sehn die Varazdiner Glatze
Am Hacken nur von Matze.
Ausflug uffn Wedding, nördlichster Zipfel. Wenn Sie dann noch über die Galeise hüpfen wollten, könnten Sie sommers im Bürgerpark (nun schon in Pankoff – wo existiert da der „Aufschwung??“) ein schönes Weißbier von Schneider und seinem Sohn schnabulieren. –
Heute schauten Traktoristen mal bei den Varazdinern vorbei, um weiteres Neuland unter den Pflug zu nehmen. Einige Hartgesottene blieben noch auf dem Acker (jaja, Arbeit gibt es in der Ernährungswirtschaft reichlich – Zocker wollen nicht am Magen hungern!) und ließen sich von einer interessant gewürfelten Brigade aus Boxhagen vertreten.
Gastgeber traten erst einmal mit fünf Feldspielern an, von denen zwei gar Hallenschuhe trugen. Was ist da los? Vollzählig waren Varazdiner, als sie 0:3 hinten lagen. Allein besorgten Traktoristen eine Atmosphäre, welche sich durch Stabilität, Spiel- und Kampffreude auszeichnete. Und dann verfügten sie heute über einen Candy-Heureka-Stürmer, der nur so sprudelte vor Lust am Pillentreten (7 goals). Die Abwehrstrategen (ArgentumSechser und Norbert) exerzierten je einmal den Torerfolg. Nur Sterni wartet noch; schön, wenn man soviel Zeit sich nimmt – Entschleunigung ist eine Zukunftsmaxime! Ganz schön war die 42.min: Candy legt einen langen Ball mit der Platte an die Strafraumgrenze. Dort schraubt sich Matti (3 Tore) auf ca. 3,85m Höhe und heftet das Ei volley in des Gegners Kasten. Sternstunden der Menschheit!
In der Halbzeit wurde den verträumten Boxhagenern noch ein Bällchen geklaut, die sich anschließende Verfolgungsjagd scheiterte an der Ortsunkenntnis. Zu diesem Thema lesen Sie bitte auch gerne den Spielbericht der II. Mannschaft.
Ansonsten macht die Redaktion 2 Wochen Ferien im Böhmischen, unter anderem aber auch, um Trainingslagermöglichkeiten auszukundschaften. Hasta la!

08.10.08 Traktor Boxhagen I – SC Capri 22:6
4. Spieltag in der Verbandsliga für den SV Traktor Boxhagen! Wie würden sich dessen Vertreter von der „Ersten“ nach der Raddatz-Klatsche dem eigenen Publikum präsentieren? Die Jungs von Capri sollten aus der Spielzeit 06/07 (Ü 32) noch in guter Erinnerung sein…
Nebenbei: Wie schwer wiegen ablenkend die interessanten aktuellen Entwicklungen an den Börsen der (vermeintlichen) Werte bei Freizeitfußballern? Konsens nach einer Blitzumfrage im Hauffstadion: „Geld? Geld… Geld spielt keine Rolle!“ – Profis haben möglicherweise Dauerkrisensitzungen mit ihren Beratern; die versuchen noch, die letzten Piepen umzuschichten. Hingegen Boxhagener erstehen Bouletten und Pilsener bei Martin, sehr übersichtlich, Dschiesis Kraist! –
Jetzt aber zum Balltreten:
Spätschicht bei Traktoristen: nicht unbeliebt! Die Gäste stellten den Schiedsrichter und ganz neue Regeln auf („hast du!“ war verboten; „40 Minuten reichen für eine Halbzeit“ etc.), allein waren sie zwar faire, aber beherrschbare Gegner. Deren „siemer“ bräuchte brauchbare Kombattanten, dann könnte „Capri“ Größeres vollbringen. So aber vermochten Weinrote frei aufzuspielen; das Ganze mündete in ein Festival der Tore, Tore, Tore.
Statistik: Andi 11, Falk 4, Candy & Norbert je 2, Wolle, Alex & Stephan je 1. Gegentore waren fein, halbes Dutzend unnötig! Schon abgehakt.
Zwei wichtige Sachen: Sich abzeichnende Diskrepanzen innerhalb der Liga bestätigen sich mittlerweile (bisher!) und Boxhagener Stürmer dürfen ohne Scham nach Hause kommen. In die offenen Arme der Armen… Und die schauen dann morgens nicht auf die „Kurse“ eines noch wie blöden „Index`“, sondern sagen: „Komm her zu mir, du bist ein Teil von mir!“ … Und sind reich.
„Wenn bei Capri (stimmen Sie mit ein!) das runde Leder im Netz versinkt…“

04.10.09 SG Raddatz – SV Traktor Boxhagen I 8:2
Chronisten und Vergangenheits-Verzückte werden sich erinnern: Im Frühling diesen Jahres verkloppten die Raddatze ganz gemein die Boxhagener im Semifinale des VFF-Pokales (7:1), um dann im Finale gegen offensichtlich heute schon nicht mehr existente Polonia-Männer die Kehle darzubieten. Die bissen prompt zu, verschluckten sich beim Verspeisen des Kadavers aus der Borsigregion und verschwanden. Um selbstredend den Supercup gegen Tante Mu nicht zu spielen. Eiermaler!
Egal, heuer tuckerten erneut Traktoristen nach Nordwesten, tunlichst bemüht, das Debakel von anno rückwärts aus den Synapsen zu eitern. Allerdings war man ganz smofte in die Liga gestartet, da sagten sich die weinroten Krieger: Gestern ist nicht Heute, und wir sind des Geyers Schwarzer Haufen! So schnürten sich denn die wilden Gesellen aus Boxhagen ihre Bundschuhe, bedacht auf Wiedergutmachung und nahmen sich vor zu praktizieren, womit weiland Müntzer betrunkene Landsknechte, bezahlt von feudaler Hand mit blauem Blut darinnen, überraschte: Attacke! – Dies zu den Ansprüchen.
Tatsächlich war die Moderne auf Seiten der Weißen, Boxhagener bewegten sich wie verprollte Haschnomaden durch mittelalterlich bleierne Zeit. Deescha-wü und Dauer-MayDay im Traktor-Sechzehner, zu schnell und direkt das Spiel von Raddatzkowskis. Immer wieder gab es ordentlich auf die Fontanelle, Happy Aua! Die Halbzeitpredigt (4:0) des Friedrichshainer Trainers war zu hören noch im Allende-Viertel; was tun?!
Kontra! wurde angesagt, weinrote Balltreter wollten eine Mannschaft sein; sonst wären sie hier gesichts- und ehrlos untergegangen. So aber fand doch noch ein latent offener Kampf statt und zwei Tore (Matti, Candy) waren eine kleine Belohnung. –
Die SG mit ihren jungen Leuten war heute für Boxhagener eine Nummer zu flink, willkommen in der Liga! Traktoristen sollen ihr Riechorgan abwischen und sich sagen lassen: Zum einen hat es Müntzer mal bis auf einen Fünfmarkschein gebracht, andererseits: Nicht grämen, immer wieder wächst das Gras!

26.09.08 Traktor Boxhagen I – Ü100 Team Berlin I 16:3
Doping bei Traktor Boxhagen? Kein Thema, wird praktiziert! Ganz ungeniert: jeder Kämpe in weinrot bekommt vor dem Kampfe in der Kleidertauschbox ein Bündchen des Kräutleins „Nies` mit Lust“ (konnten Sie, verehrter Märchenkenner, erkennen?) zur Anwendung nach Bedarf überreicht und -noch krasser-!- eine feurige Ansprache des Stellvertreters des 5. Trainers in den Gehörgang geblasen (da sollten Sie mal Mäuschen sein!). – Reicht. Nix mit Zaubertrank Epo oder ähnlich krudem Zeug aus der Drogerie. Nö, reine Freude an der Bewegung! –
Zum heutigen Spiel: Die hochanständigen und sattbekannten Jungs von der gegnerischen I gastierten. Feine Leute, und wie man hörte, arg schon gebeutelt vom Verletzungspech anfänglich des Spielbetriebes. Hier der Versuch, komprimiert die Ereignisse darzustellen (es ist nicht ganz einfach, puh; wirklich!):
1. Boxhagener hatten durch die sportliche Leitung wohl umgebaut. Ganz sortiert wurden hinten die Bälle abgefangen, um orkanisch vorne zu knipsen. Zweite Reihe („aha, Tor ist in der Nähe“) knallte stakkatoartig die Pflaume in den Korb. Widerlich konsequent.
2. Die KrachBummEnte spielte uneigennützig über die Bande, Bandenmitglieder brauchten nur funktionieren. So ähnlich muss es jüngst in dem -zig Kilometer-Tunnel abgelaufen sein, wo Schissenwaftler die Teilchenbeschleunigung testeten (natürlich in der Schweiz!). Weinrote als von der Wirklichkeit losgelöste Torpedokäfer. Selbst wer Augen hatte, hatte Mühe mit dieser Geschwindigkeit.
3. Augen für den Mitspieler jedenfalls hatten Traktoristen, zwei Beispiele: In der 25.min sah Candy den argentinischen Sechser, brachte diesen mittels seelenvoller Flanke in den Abschluss (volley zum 5:0). Oder: Stunde rum, Candy (dieser Mann stellt mittlerweile komplett neue Regeln auf!) antizipiert den startenden Janis, der piekt ein. Eisvogel!
4. Und so weiter. Für das Protokoll: Andi 4, Alex, Falk und Candy je 3, Janis 1.
5. Matti (2 Treffer) überirdisch. Weiterer Kommentar erübrigt sich.
6. und wichtigstens: Abwehr hochkonzentriert. Sogar die Kaugummis hatten die diesmal vorher ausgespuckt! Bei der Mutter von Muff Potter!
Die Übersetzung für „doping“ (engl.) übrigens lautet im technischen Sinne: schmieren. Für Boxhagener lief es heute wie geschmiert; das haute selbst den stärksten Eskimo vom Schlitten. Baskenmütze ab!

20.09.08: Aktivist Runder Ball – Traktor Boxhagen I 3:6
Hotel Libau, (die Sonnenblumen gehen langsam ein):
Wenn man etwas sieht, was nicht da ist, so spricht man von Illusion, auch Halluzination. Ist etwas da und man kann oder will es nicht sehen, geht die Rede von Wahrnehmungsstörungen bis hin zu absolutem Realitätsverlust. Ein solcher suchte unter der Woche die Berufsgruppe der Gesundbeter, Aufschwungverkäufer und Monetenverbrenner im Großen Apfel an der Mauerstraße und anderswo (Wiederaufbau, hä? – ab in die Anstalt!) heim. Klatsch, krach ging die doch so lustige „Finanzwelt für Jedermann“ (halten Sie auch Aktien?) in die Brüche. Dilettanten des Wunders!
Zoom Boxhagen: Derweil die Traktor-KrachBummEnte sich der aktiven Säuglingspflege hingibt (Glückwünsche vom Verein, diversen Fanblöcken und den 4 Herbstzeitlosen!) und wissend, dass die ersten Monate für ein Kind entscheidend sind, geruhte heute der weinrote 10er, Sportfreund Klostermann, seinen soundsovielten Geburtstag zu feiern. Das bedeutet in Boxhagen: Ringelpietz mit Anfassen, Süffeln vom weiterhin Freien Cuba (Leute: die Lage auf der Insel ist nach den Wirbelstürmen katastrophal, spendet!) und Handstand auf der Gondelreling.
Davor aber auch: Runter rollten sich die Traktoristen von ihren Heizkissen „Eines Morgens, in aller Frühe…“, um hinauszufahren nach Eichkamp, Gegner zu vermöbeln und schnell noch Pilsenerschachteln zu besorgen. Klappte alles blendend, hier einige nicht bekleidete Tatsachen zum sportlichen Bereich:
In der 14.min lochte ein bebrillter Weinroter, keine 3 Sekunden auf dem Teppich, zum Führungstor ein. Nach einer knappen halben Stunde eine Situation, die das Spiel selbst gut zu beschreiben sich eignet: der argentinische Sechser (Graf Schenk) brachte bronzeskulpturengleich die Murmel im Mittelfeld trotz erheblichen Störens eines Aktivisten unter seine Kontrolle, um sogleich kosmisch einzuknacken. Falle unterdessen spielte noch immer „Katze mit Maus“ am linken Flügel (mit Tunnel und so), konnte sich dann aber doch in min. 39 selbst beschenken. Dies die klare Halbzeitführung, Abwehr sortiert. Was sich in den 120 Sekunden nach dem Wechsel vor des Reporters Augen ausbreitete, waren Blitze, Beben, Schall und Rauch: Candy zweimal unnachahmlich, Richterskala 7,0. – Clevere Traktoristen nahmen jetzt die Luft etwas raus, so dass die vom Runden Ball noch drei Tore machen konnten (Micha zwischenzeitlich zum 6:1 – 65.min).
Leider musste der Große kurz vor Schluss mit einer üblen Ellenbogenverletzung runter (ab ins Sanatorium, schneller schlafen!). Das überschattete doch sehr diesen verdienten Premierensieg von Traktoristen in der Verbandsliga beim VFF.
„…bella ciao!“

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Saison 2007/2008

02.06.2008 FC Berliner Moosmännlein-Traktor Boxhagen 1:12
In nochmaliger Annäherung und Erweiterung des Glücksbegriffes (siehe auch letzte Spielbesprechung): In dem intensiven cineastischen Glanzstreifen „Into the wild“ (Regie: Sean Penn, 2007 – nach Vorlage von Jon Krakauer) geht ein junger Mann auf den ultimativen Erfahrungstrip, um absehbar an der Natur und ihren Dingen zu scheitern. Gründe dafür erfahren Sie in den unteren Zeilen.
Unterdessen wurden in den Redaktionsstuben schon Wetten auf das Scheitern von Traktor Boxhagen in einer Punktspielpartie feilgeboten, viel Zeit bleibt ja nicht mehr! Zögerliches Annahmeverhalten…
Heute führte der Weg den Autor hinaus nach Buchholz, wo die Weinroten noch eine Rechnung aus dem Hinspiel mit den Moosmännlein offen hatten (2:3). Vor dem Anpfiff allerdings erfolgte eine Kondolenz infolge Ablebens eines Moosmännlein-Gründungsmitgliedes. So schnell geht’s, immer öfter. –
Nun zur Phase nach dem Pfiff, und die ist schnell erzählt: Die Gäste hangelten sich mit einem 6:0 in die Pause. Zuverlässig eröffnete Candy (10.) den Torreigen, genauso legten Andreas (11.) und Falk (16.) nach. Nach einer spektakulären, dreimal praktizierten Balleroberung durch Micha (25. Min) konnte erneut Falk mechanisch vollenden. Hernach brachte Dirk eine äußerst zwingende Flanke vor den Buchholzer Kasten: Eigentor. In Minute 45 (aufpassen!) nahm die KrachBummEnte einen magistralen Paß mit dem rechten Oberschenkel an, um dann volley und formvollendet in den Winkel versandtechnisch zu vollenden. Schick! Nach der für alle nötigen Pause zwitscherten die Weinroten dann das Dutzend voll (je 2x Falk und Candy, logischerweise Andreas und nach feiner Vorarbeit von Candy auch der linke Läufer Olli). Der darin fallende Treffer der Grünen zum 1:9 (55.) war allerdings weit mehr als verdient!
Erwähnenswert noch das Comeback des grauhaarigen Kauzes bei den Boxhagenern, welcher mit einer gänzlich soliden Leistung diesen Abend interessant zu gestalten in der Lage war. –
Der Held des eingangs erwähnten Filmes (saustarke Musik von Eddie Vedder!) versucht im Angesicht der tödlichen Gefahr noch, in die Zivilisation zurück zu gelangen. Zwar fand er davor sein Glück, aber eben nur seines. Die Erkenntnis, dass wahres Glück nur geteiltes Glück ist, kam für McCandless zu spät. Nicht so für die Balltreter aus Boxhagen – die teilen herzhaft einiges. So zum Beispiel Lachen und Erfrischungsgetränke mit dem angereisten harten Kern des Fanblocks „Eifabibbsch!“, dessen Vertreter sich spontan in „Happy Mondays“ umbenannten. Ach so: Die Redaktion stellt hiermit wegen Langeweile den Berichterstattungsbetrieb ein. Der Rest ist sowieso egal. Prost!

30.05.2008 Traktor Boxhagen – Gartenstadt Staaken e.V. 9:0
Intro: Der Abend war für Kiebitze wie gemalt: Laue blaue Stunde vereinigte Interessierte, an der Luke („gib ma noch `n Hobel, mein Martinmann, aber kalt, verdammt!““) herrschte reges Treiben. Pünktlich betrat erhobenen Hauptes die Heimmannschaft den Pseudorasen. Die Sprinteier beulten die schwarzen Hosen, breite Brüste verbarg die weinrote Trikotage, die Stutzen stutzten ob der strammen Waden: Hier gingen unverkennbar Traktoristen ihrem Gewerke nach!
Und unter den wohlwollenden Augen des Traktor-Boxhagen-Sponsors (alter Berliner Drucker-Adel!) entwickelte sich eine kurzweilige Partie, während welcher die Boxhagen-Anhänger hinreichend auf ihre optischen Kosten kommen sollten: Der Führungstreffer rauschte gleich in Minute Eins herein (nach goldiger Vorarbeit von Sterni, durch Andreas konsequent verwandelt), nur sollte es dauern bis zur 20. Minute, ehe Candy nach einigen ausgelassenen Chancen der Gäste fulminant zum 2:0 netzte. Das war neu! Gegen sich tapfer wehrende Gegner konnten Weinrote vor der Halbzeit sogar das dritte Tor erzielen (Dirk in Minute 25. mittels Solo). Jetzt staken Staakener fest! Nach der Pause eröffnete Sterni mit einem ganz fabelhaften Schuss (49.Min) die unterhaltsame Restzeit. Stephan (2x), wiederum Andreas und Candy machten Tore, welche breit und klug herausgespielt wurden. Schönstens jedoch war klar das siebte Tor, in dessen Entstehung die Boxhagener KrachBummEnte ein gebuttertes Pässchen auf ihren Libero spielte, womit selbiger souverän umzugehen wusste (73. Min). Schnalzende Zungen auf den Rängen. Wenig erwähnenswert (weil garantiert) ist diesbezüglich die bis ins Mark solide Vorstellung von Jens und seines Hintermannes. An dieser Stelle darf es nicht verabsäumt werden, auch den angereisten Torwächter für seine ausgezeichneten Leistungen zu loben!
Extro: Eines stand am Ende für Traktoristen fest: Das hatte doch alles mit Glück nichts mehr zu tun! „Glück ist egoistisch, man wird zum Glücksklumpen. Freude hingegen geht zum Anderen.“ (Peter Handke)
Es war ein Freudenfest.

22.5.08 VEB Berlin-Traktor Boxhagen 3:6
Im Spätherbst des Jahres 1981 sang Neil Young (begleitet von seiner wichtigsten Heimcombo „Crazy Horse“ – siehe letzte Spielbesprechung) auf seinem unterirdischen Longplayer „re-ac-tor“: „It`s too late for General Custer, it`s too late for Robert E.Lee. Get back on it.“
Für wen sollte es heute „too late“ sein? Ein Orakelschauer jagte den nächsten am Kühlen Wegesrande.
Obwohl bei Traktor Boxhagen Vereinshymnen verpönt sind und nach Jongelageglanz eher Trinkfestigkeit zählt, liegt aktuell doch diesem und jenem Sympathiesanten eine kleine Melodei auf den Lippen. Heutige Strophe: „Im Grunewald, im Grunewald ist Toraktion, ist Toraktion…“. Und also und in völliger Ignoranz der zuletzt beachtlichen VEB-Spielresultate hatte die wiedervereinigte Traktoristenmeute, geführt von des Trainers ruhiger Hand und Kehle, nur eines im Sinn: Auswärtssieg an Fronleichnam!
Und so geschah es: Nach dem obligaten 1:1 (tjaja, die Ecken und Standards!) konnte sich Torwächter Sven einen Scorerpunkt anschreiben lassen, alldieweil Candy in großer Manier den zweiten Führungstreffer erzielte. Weiterhin Andreas (2x), Falk (2x) und Dirk (unnachahmlich durch diverse unsichtbare Slalomstangen den 6:3-Siegtreffer erzielend) konnten sich in die Schützenliste eintragen. Wohl kam zwischendurch kleine verbale Hektik auf, jedoch konnte mit vorbildlich-sportlicher Haltung (VEB-Torwächter!) allseits in Grenzen agiert werden. Mann des Spieles allerdings war Alex, welcher sekündlich in der Lage war, Taktik von Strategie zu unterscheiden.
Herr Young hat dann noch auf eingangs erwähnter Platte viel von Automobilen und Eisenbahnen gelabert. Über Traktoren labert just in Boxhagen niemand: Da bekommen sie alle glänzende Augen, die Gerber und Färber, die Näherinnen und Seherinnen, die Studenten und Pupenten! Zurück ins Funkhaus.

14.5.08 Traktor Boxhagen gegen Spandau 78 9:3
Wenn man dann doch einmal auf die Tabelle dieser Liga schauen möchte, kann festgestellt werden u.a. ein munteres Geringelrangel um den zweiten Aufstiegsplatz (am Ende werden es die mit den besseren Nerven hinter der Patellascheibe machen!). Der Sonnenplatz ist längst vergeben an eine exorbitant starke 05-er Mannschaft aus dem schönen Hohenhausen. An dieser Stelle die längst fällige Gratulation von Traktorvorstand und -mannschaft! Natürlich ist das Erwähnen folgender Pikanterie zulässig: Mit größter Wahrscheinlichkeit wird Boxhagen die einzige Truppe in dieser Saison sein, welche den charmanten Schotterplatz als Sieger verlassen hat (Pokal) und überhaupt gegen diese Galaktiker gewinnen konnte. Wiedersehen macht Freude!
Der aufmerksame Leser wird den letzten Satz möglicherweise dahingehend interpretieren wollen, dass sich Ambitionen in Boxhagen breit machen, erstligareif zu erscheinen. Papperlapapp! Es ist so, wie es ist und Blau ist Blau… Hinweis: Am 17.5. schlägt die Altmannschaft -aus Malaga kommend- mit ihrem Chartersegelflieger in Tempelhof auf (dann ist aber auch mal Pumpe mit dem Bombastbau aus unseligen Zeiten) und niemand kann erahnen, welches Konfliktpotenzial in dieser Sache steckt. Den Fans im Kiez und auch denen auf Sylt und in Murnau am Staffelsee wird es laut einer spontanen Umfrage ein klein wenig mulmig. Wird es zu einer Reunion kommen, werden sich „seltsame Menschen“ mit daheimgebliebenen Neutraktoristen vertragen? Fragen über Fragen!
Heute allerdings durften sich noch einmal die „Jungen Hunde“ (Harka Steinhart Nachtauge Bärentöter war einstens der Anführer dieses Bärenbande-Nachwuchses, um später als Tokei-ihto neben dem legendären Oglala-Kriegshäuptling Tashunka-witko, von den Langmessern Crazy Horse genannt, gegen selbige zu kämpfen) an Spandau 78 ausprobieren. Vorweg: Der Gegner war stark, hatte Herz, will und sollte in dieser Form nicht absteigen. Nach Anpfiff stellten Nordwestberliner dies mit zwei Klingeleien ans Aluminium sofort unter Beweis. Und nach dem Boxhagener Führungstreffer durch Norbert (die Abgezocktheit in Person, immer!) gelang den Gästen schnell der Ausgleich. Fürderhin paarten sich allerdings bei Traktoristen Kampfkraft, Routine (Sven, Jens) und Spielintelligenz. Nach einem weiteren Strich Norberts besiegelte Andreas unwiderstehlich (2x) die 4:1-Halbzeitführung. Falk lochte zwar noch den Fünften gleich nach Wiederanpfiff ein, ab der 56.min wurden auf den Rängen jedoch die ersten Brechtüten hervorgeholt und in Analogie zum Eichkamp-Spiel stand es bald nur noch 5:3. Allein, Boxhagener sortierten sich, eroberten Bälle, schufen Gefahr und Räume (Candy) und setzten ihre Stürmer ein. Das Zielwasser brauchte jetzt nimmer in die Hosentaschen geschoben zu werden, Andreas, Falk, Dirk (der Mai ist der Monat der Befreiung!) und am Ende wieder Norbert mit sagenhaft schöner Abnahme stellten den verdienten Erfolg sicher.
Leise kicherten die Mücken in der Hecke und en passant wurde nachgangs des Spieles in der Kabine die II. Mannschaft geboren. Sollten sie doch kommen, die aus Andalusien!

07.05.2008 Traktor Boxhagen – Cosmos United 12:4
Dies ist nun wirklich bemerkenswert: Da gesellen sich sechzehn Trainingstraktoristen, um konstant zu ignorieren die Tatsache, dass nebenan ein nicht ganz unwichtiges Punktspiel vonstatten geht! Dazugestoßene und Enthusiasten pflegten das Spiel mit dem runden Leder, sogar unter Beobachtung von Pike (plus Söhnen), um sich hiermit zu empfehlen für Zukünftiges. Alle Achtung – es schält sich eine Jungmannschaft heraus…
Im Übrigen konnte während des Wettkampfes die Gästetruppe formidabel 3:1 in Führung kommen, um sogleich korrigiert durch allerlei Tore von Andreas (am Ende sollten es deren 6 werden) lediglich 3:6 in die Halbzeit zu gelangen. Ein mit Kampf erzeugtes Tor zum 4:6 verunsicherte die Boxhagener mitnichten, da sich nunmehr auch Falk (dem Großes zu verdanken ist hinsichtlich der jüngeren Entwicklungsgeschichte) aktiv in die Erfolgsbemühungen mit einschaltete (3 Treffer). Innerhalb eines gar fairen Spieles konnten sich Candy, Jörg und Stephan als Schützen auf Seiten der Traktoristen zuzüglich auszeichnen.
Die schnelle Journaille musste noch eine Verletzung von Detlef während des Trainings bemerken, hier soll empfohlen werden eine ruhige Aufbauarbeit – der Mann kann wichtig sein!
Naja, paradox ist nur, wenn einer hart an der Weiche steht und leise Laute spielt. Oder aber: Wenn die Köchin Rosa am Gründonnerstag blau macht. Tel Aviv, wie der Chinese zu sagen pflegt….

03.05.2008 VFF-Halbfinale: SG Raddatz versus Traktor Boxhagen 7:1
Cadiz, Andalusien: Television war heute technisch unmöglich, also musste es die Telephonie richten. Und innerhalb der Live-Übertragung, welche die versammelte Altmannschaft von Traktor Boxhagen stark interessiert hörte, wurde die Dominanz der gastgebenden Truppe sehr schnell deutlich. Wiederum in Tegel, traten eher desorientierte Traktoristen gegen einen nicht zu schlagenden Gegner an. Zwar ging man in Führung (Candy), doch sollte es bei diesem Tor allzeit bleiben. Raddatze waren beweglich, hungrig, ballsicher und torgefährlich. Die SG kam lässig mit 3:1 in die Pause (gnädiges Schmunzeln im Süden des Spanischen Staates) und verfügte ein organisiertes Torgewitter eingangs der zwooten Hälfte. Schnell konnte der Cherusker Schiri weitere vier Treffer für die Weissen konstatieren. Weinrot im Martyrium! – Obwohl der Autor bei einem partikularem Ausflug vor 24 Stunden am Südhang der Pyrenäen von einem aufgebrachten Boxhagener Fan-Mob unter der Anklage „Was fällt dir ein, son Scheiß über unsere Idole zu vertintenklecksen?“ gut gehend verkloppt wurde („meine Fresse, wo komm` die denn her?), durfte er augenblicklich konstatieren, dass Raddutzkas sich sehr wohl vorgenommen hatten, dieses Spiel zu gewinnen. Der Jubel der Altmannschaft von Traktor war bezeichnend, sie vertrauten sogar auf Funknachrichten! Und womit? Mit Recht. Die Halbmänner aus Friedrichshain waren hörbar am Boden und die letztens als „seltsame Menschen“ beschriebenen Altherren sichtlich obenauf. Eitel Freude bei Boxhagener Stammspielern, das Trainingslager kann weitergehen! Mit soviel Verve gestartet, liegt möglicherweise jetzt diese interessante und viel versprechende Jungtruppe komplett am Boden. Können die Altvorderen die gesamte Sache überhaupt in den Griff bekommen, jetzt, da die Bequemlichkeit ihre ersten Opfer am Strand schon einfordert? Nun, klar ist jedem: Ohne Laufbereitschaft, ohne Willen, ohne Pünktlichkeit (!), ohne Identifikation und ohne Leidenschaft gewinnst du im Leben nicht jegliches Semifinale! Deshalbwegen verdrückt sich die Redaktion und wendet sich interessanteren Dingen zu wie dem nächsten Mittwoch, wenn sich die verbliebene Traktoristenmeute in Berlin zusammensetzt, um inhaltliche Fragen zu diskutierten.

27.04.08 FFC Nordpol – Traktor Boxhagen 1:4
Es herrschte Entspannung pur in der Taverne „Cabos del horno“ im Hafen von Cadiz. Obgleich seit gestern zwei Mitglieder der Altmannschaft von Traktor Boxhagen nach einem Tauchgang vermisst werden (wenn sie Schwein haben, kommen sie mit dem Golfstrom in 10 Tagen bei Cork wieder raus), räkelte sich der Rest mit Adiletten am Fuß auf den Barhockern und diskutierte die einzige Sonntagsfrage: „Wie hoch werden die Jungspunde der II. Mannschaft verlieren?“ Da lag sie also zart in der Luft, die Vorschadenfreude. Jedenfalls, die Liveschaltung nach Tegel stand und während einige noch grübelten, welchen Namen der heutige Gegner führte (Sewastopol, Monopol, Nordkap?), nahm die Sache ihren Lauf:
Bei recht warmen Temperaturen vermochten es die Gastgeber nicht, eine schnelle Entscheidung herbeizuführen. Gegenteilig sogar gelang Boxhagen der 1:0-Treffer (erste Unruhe am Thesen-Tresen). Die folgenden Anstrengungen des FFC wurden baldigst mit dem Ausgleich belohnt („na endlich!“), wobei die Traktorabwehr nicht wirklich souverän wirkte („ha, war doch klar!“). In der sich anschließenden Halbzeitpause gebar sich in Cadiz die nicht unberechtigte Hoffnung, eine intakte und überlegene Nordpolmannschaft erleben zu dürfen. Allerdings ergab es sich, dass mittels eines einfachen Angriffes der Traktor-Stürmer T. breite Hosenträger sah und mit Herz genau dortenhin seinen Schuß verbrachte. Huch, 1:2! (Entrüstung paarte sich mit schlimmeren Beschimpfungen). Jetzt hatte der Wirt alle Hände voll zu tun: Wollte er nicht diese emotionale wie zahlungskräftige Kundschaft verlieren, mussten weitere Nordpol-Tore her! Allein, es kam ganz anders, herrjeh! Die Weinroten erlaubten sich ein weiteres Gölchen und stehende Blaue mussten einen sauberen Konter mit ansehen, welcher sogar das vierte Tor bedeutete (blankes Entsetzen, hingeworfene Bierdeckel, entbrannte Wut unter den Chiefs der I. Mannschaft).
Hallo die Enten, wattn Spiel! Nach einer spontanen Krisensitzung (an dieser Stelle seien die andalusischen Hinterzimmer gepriesen) wurde festgestellt: „ Wenn DIE im Pokal-Halbfinale auch nur annähernd so muckeln, greifen wir ein, dann kommen wir echt zurück!“
Der unabhängige Reporter darf feststellen, dass die Boxhagener Stürmer Candy und Andreas je zweimal trafen und die Abwehr gar nicht mal so schlecht stand. Hervorzuheben sind neben der Innenverteidigung (den schnellen Jungvater sollte man im Auge haben) vorzugsweise die beiden linken Außenverteidiger Jörg und Micha Kasten.
Die Bar spuckte die Fernsehzuschauer aus, der Boxhagener Trainer ordnete spontane Bettruhe an. Seltsame Leute, dachte sich noch der Autor, bevor er zu einem ausgedehnten Strandgang aufbrach und eine alte Leier durch sein Hirn blitzte:
Wenn die Stralauer Fischer, die Rummelsburger Kraftwerker und die Murmeltiere vom Traveplatz ihren Tag hinter sich haben, seufzen sie in Mundart: Müde bin ick, matt, marode – faul, jefräßich und kommode!

18.04.2008 Traktor Boxhagen vs. BFC Eichkamp 5:5
Freunde des gepflegten Kartenspiels, aufgemerkt! Wie einige sicher wissen, wird für die Dulle (höchste Karte beim Doppelkopf) auch gerne der Begriff „KrachBummEnte“ verwandt. Gemeint ist schlicht die nicht aufzuhaltende Durchschlagskraft eines konkreten Faktors. Und da sich Faktor auf Traktor reimt (!:Kalauer), sind wir beim Thema: Die Balltreter in weinrot verschafften sich ein solides Halbzeitpolster. 5:1 bedeuteten Tore von Candy, Andre und Stephan. Hinzu gesellte sich das Resultat einer spontanen Umfrage unter den Boxhagener Edelfans Anna Purna, Heidi Witzka und Axel Schweiß, welches ergab: Die heutige KrachBummEnte heißt Andi Bruderherz, wirkungsvoll mit zwei Knipsereien und diversen Vorlagen.(the boy is back in town!).
Doch dann ereignete sich Interessantes! Traktoristen vermochten in Halbzeit zwo kein Tor mehr zu erzielen, verloren neben wichtigen Zweikämpfen gar die Kontrolle über das Spiel selbst und luden folgerichtig den Gegner zum Scheibenschießen ein. Ganz kontinuierlich konnten erstarkende Eichkämpen (an dieser Stelle ein Fan-Gruß an den SC Eichkamp, welcher zum Traktor-Turnier Anfang Juli eingeladen ist) ihre Überlegenheit in Tore ummünzen. Und als dann der Rechtsaußenflitzer böse gelegt wurde, war der Gastmannschaft klar: Jetzt erst recht! Fußball in Reinkultur, zumindest für die Traversen… Der BFC glich aus und hätte sogar mehr als ein Unentschieden verdient gehabt. Die Boxhagener werden sich einige Minuten lang damit beschäftigen müssen, welche Rolle sie in dieser Liga wirklich spielen.
Bleiben zwei weitere Fragen: Wann ist der etatmäßige Traktor-Abwehrchef Pike wieder einsatzfähig und wer wird neuer Schlagzeuger bei den Rolling Stones? Ach, übrigens! Das Gros der Traktor-Stammspieler verabschiedet sich am Wochenende ins lange geplante andalusische Trainingslager, um fit und willig Ende Mai wieder dabei sein zu können. Das ist schön für die Stammspieler, welche neben harter Wadenarbeit kulturhistorischen Heileits (Ronda, Granada) und lukullischen Genüssen (Muscheln aus Malaga, Hirn vom Gibraltar-Affen) entgegensehen. Schön aber auch für die 2. Reihe, die schon länger nach vorn drängt und jetzt zeigen kann, was eine Egge ist. Nie wieder Horrido!

02.04.2008 Traktor Boxhagen – Fortuna Kreuzberg 3:2
Aus breiteren Anhänger- und sogar Spielerkreisen wurde der Wunsch geäußert, innerhalb der Spielberichte doch dem sportlichen Teil mehr Raum zu geben. Selbstverständlich kann die Redaktion diesem Begehren nur zum Teil entsprechen: Einerseits wird sich jeder aufmerksame Leser kontinuierlich über die Kampfkraft und den sehr eigenen taktischen Stil (Findungsprozess!) informiert sehen, zum anderen darf das diesbezügliche sportliche Angebot durchaus noch wachsen.
Zu den Fakten: Neuerdings und also ungewöhnlicherweise verwahrte die Traktor-Mannschaft ein 0:0 in die Halbzeit. Bemerkenswert waren die vergebenen Chancen der Gäste ebenso wie die latente Laufunfreudigkeit der Heimmannschaft. Nach Wiederanpfiff gelangen Traktor drei recht herausgespielte Törchen (Knauer, Capitan, Norbert), welche die taktische Dominanz gut verdeutlichten. Umso unverständlicher waren die folgenden zwei Gegentore einer sich nicht aufgebenden Kreuzberger Mannschaft – allein Fortuna (so ja der programmatische Name) war nicht auf Seiten des Widerparts. Allen in Erinnerung wird bleiben das nachdenkliche Verhalten der großen Sportlers Olli…
Wichtiger allerdings ist zweierlei: Wenn das Comeback von Candy mit allem Recht gewürdigt sein soll (schwerste Verletzung überwunden – willkommen im Jetzt & Hier!), so ist nicht minder interessant dieses: Parallel zur Punktspielpartie trainierten 10 Traktoristen. Punkt.

12.03.08 Pokalspiel: Prenzlauer Berg Kickers -Traktor Boxhagen 2:3
Sollte es ein schwarzer Mittwoch werden?: Vormittags verabschiedete sich im Alter von 101 Jahren der große Geschonneck von den Bühnen des Lebens. Der Schauspieler und Kommunist hatte ihn in sich, jenen Berliner Humor, wie er nur noch selten zu finden ist. Presente, Erwin!
Drei Stunden vor Anpfiff starb das Kaninchen der Tochter des Sportredakteurs. Es war irgend etwas mit den Augen nicht in Ordnung, trotz Behandlung. Ein schlechtes Omen? Schlange, blind?? Und das ausgerechnet am Tage des Quarterfinales, dazu noch gegen einen höherklassigen Gegner, auswärts!
Man muss sich nicht allzu gut auskennen in der Balltreten-für-Jungs-Historie: Viertelfinalkicks sind`s einfach! Wer hat sie nicht schon erlebt, die an Rasanz und Dramatik kaum zu überbietenden Kämpfe, oft erst entschieden durch das Elfertreten. Hier wurden sie geboren, die Heroen diverser Meisterschaften, nach Vorrundendahindümpelei und glücklichem Überstehen der ersten Hauptrunde. Nie wieder war es so schön, jedes Mal. Zu oft erkannten wir den wahren Charakter einer großen Mannschaft in diesen Minuten. Ein Krampf im Semifinale und ein Gesamtsieg waren eher Formsache, lästiges Anhängsel.
Nun, der Autor verplackerte sich ein schwarzes Bändchen in den Schuh, verlor auf seinem Fahrradweg noch eine Plombe (mir doch egal!) und kann folgendes berichten: Traktor Boxhagen stand trotz patagonischer Widrigkeiten recht solide und kam 2:2 in die Halbzeit (elegante Tore durch Sterni und Norbert ). An dieser Stelle meldet sich die Redaktion und möchte äußern: Glückwünsche an Jens und letztgenannten Torschützen wegen Machens von Leben!
Danach hatte die Gastmannschaft die Partie im Griff und erzielte das entscheidende Tor mittels Initiative von Olli (offiziell lässt sich ein Eigentor der Kickers geltend machen). Ausstudiert, austrainiert, Siegtreffer!
Der Reporter durfte eine durchaus homogene Truppe beobachten (erwartbare Falk-Treffer konnten sich erübrigen) und kommt bis jetzt und augenblicklich nicht umhin, dieser Boxhagener Mannschaft weitere Erfolge zu prognostizieren. Bester Mann war Sportsfreund Fratscher, obgleich alle, wirklich alle (!) Kombattanten jenes Prädikat verdient hätten.
Schwarz ist die Summe der Teile des Bildschirmes, Grau ist die Wenigkeit des Wagnisses, Weiß beinhaltet die Attacke! Hasta la victoria!

01.03.2008 Ü-100 contra Traktor Boxhagen 3:10
Jeder Beteiligte des Hinspiels würde sich an selbiges erinnern, das war klar: Ein an Dramatik kaum zu toppender Fight, eines der wenigen Spiele in der Fischerstraße. Traktor gewann denkbar knapp durch ein in letzter Sekunde erzieltes Tor der Woche (Falk). Nun stand die Frage im Raum, wie der spielintelligente Gegner die Retourkutsche zu gestalten gedachte. Die Redaktion war sich an dieser Stelle einig, hierauf keine Antwort geben zu brauchen, da Traktor Boxhagen alle Zündkerzen auf dem Hänger hatte und deren zehn zündete. Je viermal Stephan und Falk sowie Norbert und Micha Kasten legten dem geschätzten Spielpartner die Pille in die Maschen. Dreimal musste Traktor wegen Gegentoren zum Anstoß schreiten. Erwähnenswert noch die Taktik der Boxhagener, gänzlich ohne Wechselspieler über die Runden kommen zu wollen. Ging voll auf, caramba! Das laue Lüftchen „Emma“, auch von seriösen Medien zum Orkan hochgejazzt,, ließ sich tatsächlich für knappe zwei Stunden am Südkreuz finden.

22.02.2008 Traktor Boxhagen – Die Ruhigen Köpenicker 3:5
Die Zeit als einzig verlässliche Größe im Boxhagener Kleinuniversum blieb auch 19.30 Uhr nicht stehen. Sonstige Materien dagegen waren entweder reichlich vorhanden (Wind) oder wenig existent (Spielkultur). Noch in Minute 6 blühten nach einer trockenen Volleyabnahme (dies die Führung durch Alex) zarte Träume, doch der wieder einmal ihrem Namen gerecht werdenden Gästetruppe gelang es mittels effektiven Konterspiels, die Partie seriös in den Griff zu bekommen. Erwähnenswert lediglich der obligate Falk-Treffer sowie der Tor-Einstand unseres Neuzuganges Andre.
Wohl kaum lag es an der falschen Tanksäule. Viva Köpenick! Beruhigt. Stottert der Traktor…

16.02.2008 Kurzspielbericht der Partie Lichtenrader Füchse versus Traktor Boxhagen
Der 16.2.08 fiel rund um die Bosestraße mittenmang in Tempelhof durch unangenehmes Verhalten auf: Sonnenleuchten & blauer Himmel? Kein Traktorwetter! Und so entwickelte sich eine Begegnung der schwierigen Art, in welcher unser immer besser in Schwung kommende Alex Schenk als klassischer argentinischer Sechser in Minute 11 zwar zur Führung einlochte, bissige Füchse jedoch über solide Spielanteile verfügten und als Gastgeber durchaus wahrzunehmen waren. Eine -wieder einmal- neu implantierte Innenverteidigung harmonierte bei den Traktoristen zusammen mit Keeper Schaffi ganz hervorragend und bildete die Grundlage für einen Sieg, welcher mit 4:0 wohl etwas zu hoch ausfiel. Den Fisch in die Reuse legten in Halbzeit Zwo abermals Alex, pflichtgerecht Falk & ziemlich brillant Präsi Jörg. Hervorzuheben ist neben erwähnter Abwehr unser Dauerläufer Jens, welcher stündlich Vaterfreuden entgegensieht & unsere besten Wünsche hat: Glück auf!

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